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Tom Segev: Einreiseverbot für Grass "rückt uns näher an Iran und Syrien".
Überraschung rief am Sonntag in Israel die Entscheidung der Regierung hervor, Günter Grass zur Persona non grata (unerwünschte Person) zu erklären. Das Iran-Israel-Gedicht des deutschen Schriftstellers, das in Deutschland eine lautstarke Debatte auslöste, hatte in Israel vergleichsweise wenig Beachtung gefunden.
"Eine Aussage dieser Art stellt klaren Antisemitismus dar, der einen Aufschrei in der ganzen Welt hervorrufen muss", begründete Innenminister Eli Jischai von der religiösen Schass-Partei das von ihm verkündete Einreiseverbot. "Das Wenigste, was wir tun können, und besonders ich als Innenminister, der das Recht dazu hat, ist, so einen Menschen daran zu hindern, nach Israel zu kommen." Der israelische Historiker und Kolumnist Tom Segev bezeichnete das Einreiseverbot am Montag im Gespräch mit dem STANDARD als "völlig idiotisch". Am Sonntag hatte sich auch Außenminister Avigdor Lieberman zu Grass geäußert und "westliche Intellektuelle" kritisiert, die "zur Eigenwerbung bereit sind, die Juden zum zweiten Mal auf dem Altar verrückter Antisemiten zu opfern".
Zuvor hatten die wenigen israelischen Kommentare, die sich mit dem in der "Süddeutschen Zeitung" veröffentlichten Text befassten, die Grass'' Thesen in teils scharfen Tönen zurückgewiesen. "Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden", hatte Grass geschrieben und vor einem " Erstschlag" gewarnt, der das "iranische Volk auslöschen könnte". Segev hatte dazu gemeint, dass "Grass überhaupt keine Ahnung haben kann" und manchmal ein "Bedürfnis hat, Provokationen aufzubringen". Israel habe noch niemals gedroht, irgendein Land zu vernichten, "während der Iran Tag und Nacht droht, Israel zu vernichten".
Doch das Einreiseverbot für Grass bezeichnete Segev nun als "peinlich in dem Sinn, als es uns näher an Iran und Syrien rückt als an ein Land, in dem freie und intelligente Menschen leben, wie die meisten Israelis das wollen". Gerade Israel als " ein Land, das sich fast täglich gegen irgendeine Art von Kulturboykott wehren muss, tut nicht gut daran, jemanden nur wegen seiner politischen Auffassungen zu boykottieren". (Ben Segenreich, DER STANDARD, 10.4.2012)
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...angenommen, burundi erklaerte mich zur persona non grata: wie sehr, meinen sie, koennte mich das kratzen?
erstens.
zweitens wirkt ihr vorgehen zumindest leicht erratisch: wenn grass eine persona non grata fuer sie ist, wieso lassen sie dann einen strache mit einem kapperl einer rechtsextremen, xenophoben, antisemitischen burschenschaft als kopfbedeckung nach yad vashem?
drittens: grass ist "ein nazi"? sie verharmlosen die nazis, guter mann.
man den Standard liest, es entsteht der Eindruck,in israel gäbe nur ein Historiker, Herr Segev. bei allem Respekt, zur seiner Person, der Historiker ignoriert,dass Grass bei Waffen SS gedient hat, und diese Tatsache verschwiegen hat. Allein das wäre ein Grund ihm die Einreise nach Israel zu verbieten.Segev sollte eigentlich sich schämen Israel auf eine Stufe mit Syrien und Iran zu stellen. damit bringt er sich selbst die nähe von Grass. Was heisst das:"tut nicht gut wegen politischen blabla zu boykottieren?" heisst das das man muss mit jedem Hass verbreiter diskutieren? Was für Unsinn!
zur waffen-ss eingezogen worden zu sein
aber vielleicht ist ihnen ja auch peinlich, als jugendlicher mal äpfel geklaut zu haben, und sie rennen auch nicht seither mit einem pappschild vor der brust herum "ich bin ein apfeldieb!"
sollte man ihnen dann auch die einreise nach israel verbieten?
Stimmt, die armen Äpfel.
Aber die Tatsachen bleiben mWn folgende:
Grass meldete sich wie viele begeisterte/gehirnwaschene junge Männer mit 17 zum Militär.
Er wird zur SS abkommandiert und muss dort dienen.
Nach Kriegsende gibt er beim Verhör durch die Amerikaner zu, bei der SS gelandet zu sein.
Die nächsten 60 Jahre spricht er nicht von sich selbst aus darüber (so wie eigentlich alle Österreicher und Deutschen).
Bei der Veröffentlichung seiner Autobiografie gibt er es (erneut) zu.
Aufgrund der (medialen) Aufschaukelung des Konflikts Israel-Iran und der Möglichkeit einer globalen Ausweitung produziert er ein provokantes Gedicht.
Sehr viele reden darüber, aber nicht über den Inhalt.
mMn: Knapp vorbei ist auch daneben.
...zumindest verständlich.
Grass wird es aber sicher verschmerzen, umso mehr als angesichts der begeisterten Reaktionen aus der islamischen Republik Iran sicher schon eine Einladung zu einer Tour mit Lesungen von dort winkt.
"Es geht nicht um U-Boote. Es geht um Schuldverschiebung und Selbstentlastung."
http://www.zeit.de/politik/a... ettansicht
Ist doch seltsam, dass die Mehrheit dieser freien und intelligenten Menschen dann immer wieder völlig unterbelichtete Kriegshetzer ins Regierungsamt wählt.
und der Freiheit der Kunst. Es geht nicht um Rassismus oder Hetze gegen eine Glaubensgemeinschaft. Grass kritisiert die Regierung eines Staates, der sich "Demokratie" nennt. Schade, dass die Kritik an Israel bei uns immer mit Antisemitismus gleichgesetzt wird.
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