"Günstige Aussichten mit Gästen aus Osten"

Interview9. April 2012, 17:43
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Der Flughafen Malta wurde erneut zum besten Airport Europas gekürt. Sein Chef Markus Klaushofer will in Kundenservice investieren

Standard: Malta Airport rangiert als bester Flughafen in Europa in der Airport-Service-Quality-Studie (ASQ). Wie haben Sie das erreicht?

Klaushofer: Wir sind bereits 2010 als bester von 200 untersuchten Airports prämiert worden. Die ASQ-Studie bewertet Customer-Service, Retail, Sicherheit und Umweltbewusstsein. Meine Vorgänger haben massiv in die Servicequalität investiert. Die Auszeichnung beweist, dass sie damit den richtigen Weg gegangen sind. Für Malta Airport zu arbeiten und unser Markenzeichen auf der Uniform zu haben gleicht hier einem Qualitätssiegel.

Standard: Wie stehen die Chancen, dass Sie auch 2012 auf dem hohen Ranking bleiben?

Klaushofer: Es ist schwer, nach zwei aufeinanderfolgenden Jahren auch im dritten Jahr der Beste zu sein. Aber wir investieren weiterhin in Personalschulung, in Kundendienst und Sicherheit. Auch ist die Eröffnung neuer Kaffeebars, etwa Costa Coffee, vorgesehen.

Standard: Liegt der Fokus künftig mehr auf dem Passagier- oder dem Cargoverkehr?

Klaushofer: Malta ist eine Fremdenverkehrsinsel mit mehr als einer Million Gästen. Unser Schwergewicht liegt eindeutig auf dem Passagierverkehr, auch weil Malta mit 400.000 Einwohnern einen relativ geringen Cargoverkehr hat. Unser Ziel ist es, zum Hub im Mittelmeerraum zu werden, also Drehkreuz für die Verbindungen zwischen Europa und Nordafrika. Was Wien für Osteuropa ist, soll Malta für Nordafrika werden.

Standard: Wie sieht Ihr Verhältnis zum Flughafen Wien aus?

Klaushofer: Der Wiener Flughafen ist mit insgesamt mehr als 50 Prozent Anteilen der größte Aktionär von Malta International Airport. Er hat eine direkte Beteiligung von mehr als 30 Prozent und ist des Weiteren an dem Malta Mediterranean Link Consortium beteiligt. 20 Prozent sind in Staatsbesitz. Der Rest der Anteile notiert an der Börse von Valletta.

Standard: Wie sind die Verbindungen nach Österreich?

Klaushofer: Wien wird von Malta aus täglich angeflogen. Zwar machen die österreichischen Passagiere erst einen geringen Anteil am gesamten Aufkommen von 3,5 Millionen Passagieren im Vorjahr aus, ein Plus von sechs Prozent. Allerdings gibt es günstige Wachstumsaussichten, auch weil wir in Zukunft auf mehr Gäste aus Russland und dem Osten hoffen.

Standard: Wie steht es mit Billigflügen? Soll deren Anteil ausgebaut werden?

Klaushofer: Durch Low Cost Flights hat im Vorjahr vor allem die Zahl deutscher Passagiere zugenommen. Die Briten stehen mit einer Million weiterhin an der Spitze, gefolgt von Italienern und Deutschen. Während wir die Krise in Italien mit weniger Ankünften deutlich spüren, haben die deutschen Gäste im Vorjahr um 23 Prozent und im ersten Quartal 2012 um weitere 21 Prozent zugelegt. (Thesy Kness-Bastaroli, DER STANDARD; 10.4.2012)

Markus KLaushofer steht seit November 2011 dem Malta International Airport als CEO vor. Der 38-jährige Jurist und Tierfreund weist viele Jahre Erfahrung als Marketing- und Verkaufsdirektor am Flughafen Wien sowie am Moskauer Airport (2008 bis 2011) vor. 2007 bis 2009 war er bereits im Board des Malta International Airport präsent.

  • Markus Klaushofer
    foto: flughafen malta

    Markus Klaushofer

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