Die Zukunft bereitet Sorgen

9. April 2012, 12:42
  • Trimmel: "Wir müssen schleunigst schauen, dass etwas nachkommt. Denn im Moment sind wir sehr dünn besetzt."
    foto: apa/ schlager

    Trimmel: "Wir müssen schleunigst schauen, dass etwas nachkommt. Denn im Moment sind wir sehr dünn besetzt."

Die Daviscup-Niederlage in Spanien ist keine Tragödie, doch die fehlende Dichte bei guten Einzelspielern bereitet Kopfzerbrechen

Oropesa del Mar - Österreichs Davis-Cup-Herren haben beim favorisierten Titelverteidiger Spanien mit 1:4 verloren. Für ein erstmals im Viertelfinale stehendes Team ohne Sandplatzspezialisten und einer angeschlagenen und nicht in den Top-100 aufscheinenden Nummer zwei ist das kein Beinbruch. 2013 sollen Jürgen Melzer und Co. den Platz in der Weltgruppe verteidigen. Das wird nicht leicht und mittelfristig droht sogar noch Schlimmeres.

Mit einem Play-off-Sieg über Belgien und einem Erstrundenerfolg über Russland hatten sich Melzer und Co. nach einem jahrzehntelangen Fahrstuhl-Dasein für das Viertelfinale der Weltgruppe 2012 qualifiziert. Das einzige Top-8-Team mit nur einem Top-100 Spieler hat sich damit auch ein wenig Zeit erkauft. Denn das zuletzt fast schon übliche Play-off im Herbst und damit der Kampf gegen den Abstieg blieb der Herren-Nationalmannschaft für 2012 dadurch erspart.

Mäßige Aussichten im Einzel

Nicht nur Neo-Kapitän und Sportdirektor Clemens Trimmel ist aber klar, dass dieser erste Viertelfinal-Aufstieg seit 17 Jahren eine Ausnahme bleiben könnte. Denn hinter Melzer (Weltranglisten-Position 21) und Andreas Haider-Maurer (138) kommt derzeit nicht viel nach. Mit Martin Fischer folgt der drittbeste Einzelspieler erst auf Rang 231. Besser ist die Situation im Doppel, wo man mit Melzer, Marach/Peya und Julian Knowle vier Topspieler hat.

Dazu kommt, dass Melzer (30 Jahre), Marach und Peya (je 31) schon in ihren 30ern sind, Haider-Maurer mit 25 Jahren der klar Jüngste im Team ist. "Jürgen, Olli und Alex werden nicht jünger. Wir müssen schleunigst schauen, dass etwas nachkommt. Denn im Moment sind wir sehr dünn besetzt", warnte Trimmel noch in Spanien.

Der seit Jahresbeginn amtierende Wiener ist mit seinen 33 Jahren nicht viel älter als der Großteil seiner Mannschaft. Trimmel hat sich mittlerweile einen Überblick über das heimische Tennis verschafft und könnte künftig auch das Fed-Cup-Team leiten.

"Der Davis Cup ist nicht mit dem letzten Ballwechsel erledigt. Es gilt nun zu analysieren und an den Strukturen zu arbeiten", erklärte der Ex-Profi, dem aber klar ist: "Es gibt aber keine Garantie, dass wir in den nächsten fünf Jahren einen Top-100-Spieler herausbringen. Langweilig wird mir als Sportdirektor jedenfalls nicht."

Kein Satzgewinn im Einzel

Auf die Schnelle wird auch Ronald Leitgeb das Ruder nicht herumreißen können. Dessen Konzept wird erst langfristig greifen. Bei der ersten "Dienstreise" als ÖTV-Präsident musste der 52-jährige Kosmopolit aus Mödling zur Kenntnis nehmen, dass beim 21. rot-weiß-roten Weltgruppen-Auftritt erstmals nicht einmal ein Satzgewinn im Einzel (0:11) gelungen war. Leitgeb fand das "etwas deprimierend" und skizzierte zwei Wege aus dem Dilemma.

"Die Möglichkeit, dass sich die aktuellen Spieler deutlich steigern, gibt es immer", so Leitgeb. Haider-Maurer etwa sprach er Potenzial für eine Platzierung in den Top 70 oder gar 50 zu. Auch auf den 25-jährigen Fischer (spielt diese Woche in Casablanca) hofft der erfahrene Manager.

Hoffnung Dominic Thiem

Wesentlicher sei aber, dass endlich junge Spieler nachrücken würden, fand auch Leitgeb. "Es wäre gut, wenn ein Dominic Thiem entsprechend Schwung macht und ein Argument liefert, dass man einem Jungen die Chance im Einzel gibt", hofft der einstige Muster-Macher auf den 18-jährigen und derzeit auf 614 liegenden Bresnik-Schützling aus Wr. Neustadt.

Was auf jeden Fall bleibt ist die Hoffnung, in der ersten Runde 2013 neuerlich als Nummer acht gesetzt zu sein. Dann würden einem die ganz großen Brocken erspart bleiben, stattdessen würde es gegen einen Gegner aus der vom 14. bis 16. September angesetzten Relegationsrunde (Auslosung am Mittwoch) gehen. Viel wert wäre auch ein Heimvorteil. Denn in der Weltgruppen-Auswärtsbilanz hat sich das ÖTV-Team am Osterwochenende auf 1:8 verschlechtert. (APA, 9.4.2012)

Share if you care
Posting 26 bis 46 von 46
1 2

ist ja richtig, wenn sich der verband sorgen um die zukunft macht, aber er wird nicht viel ändern können.
spitzenspieler sind in ö regelmäßig durch eigeninitiative entstanden.
trimmel macht aber trotzdem einen sehr guten eindruck.
obwohl seine nagelprobe natürlich erst dann kommt, wenn er durch eine knappe entscheidung einen spieler enttäuschen muss.
oder ein termin einem spieler nicht in den turnierplan passt.
(ps. österreich war 2012 nicht gesetzt!)

dem ronnie leitgeb traue ich in sachen umstrukturierung und belebung des österreichischen tennis einiges zu. er hat gute kontakte zur wirtschaft, geld braucht man ja immer, und ausserdem ist er ein fachmann, der weiss, wo es am sinnvollstens ausgegeben werden soll, wird es also nicht verschleudern wie stronach im fussball.
und trimmel macht seine sache als captain auch ganz gut. immerhin war das stärkste team am start, das war vor ihm nicht immer der fall. und die stimmung dürfte auch passen. gegen spanien auswärts verlieren wahrscheinlich 5-6 top 8 nationen.
kurzfristig wird es aufs losglück ankommen, ob wir oben bleiben, mittelfristig 3-4 jahre wirds schwierig, langfristig sehe ich es positiv.

Hätte man den Thomas Muster aufgestellt hätte man zumindest Kampfgeist, Siegeswillen und Emotionen gesehen.

Thomas wo bist du ???

Der Muster der vor einigen Wochen gegen McEnroe 6:2 6:2 untergegangen ist? Da waere die Frage wirklich gewesen ob er gegen die beiden Spanier zusammen ein Game macht. Da ist dann der Kampfgeist sowas von wurscht. Wenn sie mich aufstellen wuerde ich auch ALLES geben. Wuerdest du das gerne sehen?

was erhoffen sie sich denn wieder???

mann o mann, schon langsam nervts. Das mann an die alten zeiten ( Muster) anknüpfen kann ??
Oder der melzer was reisst??
Der hatte nur unglaubliches glück das er unter die Top 10 geschoben wurde und mal den Nadal an einem schlechten tag erwischte...und das wars dann auch schon...
Wieso muss das Land osterreich immer dieses " hoffen-glauben- osterwunder Syndrom" aufziehen???

Und im nachhinein sich über den Platz aufregen, tz
das ganze ist schon soo peinlich...

mit glück kommst du nicht in die top10. und mit der punktezahl, die melzer hatte, wäre er in den letzten jahren fast immer unter den top10 gestanden. und zahlen lügen nicht, wie man weiß. außerdem, wenn du in den top10 bist, dann warst du in den letzten 52 wochen einer der 10 besten, und da gibts auch kein glück oder pech. außerdem war er ja sogar nr. 8, d.h. sogar unter den 8 besten.

und ob du es glaubst oder nicht, auch jetzt ist melzer unter den 21 besten des letzten jahres, auch, wenn man das nur an 2 ergebnissen erahnen kann.

und geben tut er sicher auch alles. jeder, der selber tennisspielt, weiß, dass es tage gibt, an denen es nicht läuft. und er hat gegen die nr. 12 und die nr. 5 der welt verloren - soll nix schlimmeres passieren

no sicher, weisswürstl....

Geben Sie es zu, Ihre Frau ist Ihnen mit einem Österreicher durchgebrannt.

und den djoker hat er auch an einem schlechten tag erwischt, und den roger auch. verletzt war er ja auch noch nie und überhaupt kann der gar nicht tennisspielen

Realitaet

Man feiert einen zweifelhaften Sieg gegen Russland, dessen Topspieler halb verletzt waren oder nicht spielen wollten (Davidenko aufgrund seines Managers Leitgeb). Das Publikumsinteresse war bescheiden - dann erklärt man sich zum Geheimfavoriten und vergisst dass selbst ohne Ferrer Spanien zuhause nie zu schlagen ist - Hauptsache: man hat eine Story in den Medien. Das geht natürlich schief und in einem Jahr, wenn man in der ersten Runde verliert, kommt wieder der bodenlose Fall.
Richtig gewesen waere, den Sieg gegen Russland als Ausnahme zu erklaeren, endlich auch in den Medien ueber Nachwuchsarbeit zu berichten und nicht die Zukunft des Tennis in Österreich an Daviscup-Ergebnissen aufzuhängen.

Sudern auf hohem Niveau

der Argumentation kann man was abgewinnen, ok; aber immerhin ist es für Österreich keine schlechte Leistung in der Weltgruppe! das Viertelfinale erreicht zu haben.

da muss ich dir allerdings recht geben. und gegen spanien zu verlieren, ist alles andere als eine schande.

deswegen muss man man meiner meinung nach auch keine alibi-ausreden gegen eine nummer fünf der welt finden, warum man verliert (ich als zuseher habe mich des öfteren für herrn m. fremdgeschämt aufgrund seiner unsportlichkeiten)

naja wie soll man denn auch gewinnen...

wenn der boden immer auf jürgis seite solche faxen aufführt?!

Ist ja eigentlich wurst, oder........

..... ob wir gute tennisspieler haben oder nicht?

Alle ist wurst, außer Peter Wichtig, net wahr?

Typisch Österreich.

Nach dem Sieg gegen die russische Mannschaft war man voller Tatendrang und alle Sorgen über Leistungsdichte, Nachwuchs usw. waren nicht mehr existent.

Jetzt fährt man die - objektiv betrachtet - zu erwartende Niederlage gegen Spanien ein und plötzlich ist alles in Frage zu stellen.

Ganz oben, ganz unten ... dazwischen gibt es nichts.

ja, gut gesprochen. ist im Fußball aber auch nicht anders...

dominic thiem

mit c

bist du es Domdi?

nein bin ich nicht

alles klar.

Posting 26 bis 46 von 46
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.