Kreml-Gegner auf dem Roten Platz in Moskau festgenommen

8. April 2012, 22:13

Hunderte Anti-Putin-Demonstranten am Roten Platz versammelt - Umweltaktivistin Tschirikowa muss sich wegen Zelts vor Gericht verantworten

Moskau - Die russische Oppositionelle und Umweltaktivistin Jewgenija Tschirikowa ist am Sonntag auf dem Roten Platz vorübergehend festgenommen worden. Wie Tschirikowa über den Internet-Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, soll ihr am Dienstag der Prozess gemacht werden, weil sie versuchte, auf dem Platz ein Zelt zu errichten - als "Symbol des Widerstands gegen eine illegale Macht".

Während Tschirikowa wieder auf freien Fuß kam, befand sich ihr Mitstreiter Nikolaj Ljaskin demnach weiter in Polizeigewahrsam. Das Zelt ist eine Anspielung auf Protestbewegungen in ehemaligen Sowjetrepubliken in den vergangenen Jahren. So hatten auf dem Platz der Unabhängigkeit in der ukrainischen Hauptstadt Kiew Oppositionsanhänger Ende 2004 mehrere hundert Zelte aufgeschlagen.

Mehrere Kreml-Gegner verteilten am Sonntag unter scharfer Beobachtung der Polizei in der Moskauer U-Bahn und auf dem Roten Platz außerdem weiße Bänder als Zeichen des friedlichen Protests. Für den 6. Mai plant die Opposition eine große Demonstration. Einen Tag später kehrt der amtierende Regierungschef und frühere Präsident Wladimir Putin als Staatschef wieder in den Kreml zurück.

In den Monaten vor der Präsidentschaftswahl im März hatten mehrmals Zehntausende Menschen gegen Putin demonstriert. Seit seinem Wahlsieg kommt es kaum noch zu Protesten. (APA, 08.04.2012)

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3 Postings
Seit seinem Wahlsieg kommt es kaum noch zu Protesten.

oh wunder!

seitdem man in NATO erkannt hat, dass trotz aktives Eingereifens in russ. Wahlkampf mittels Finanzierung eines inszeniertes und von der Bevölkeung nicht mitgetragenes Pseudo-Aufstandes der Putin dennoch wiedergewählt wird, hatten die lupenreine Gönner und Financier aus dem Westen den Geldfluss und destabilisierende Aktivitäten erstmal eingestellt, da es offensichtlich keine Rendite abwirft.

ausser Spesen nichts gewesen!

wären die Protesten echt und von der Bevölkerung mitgetragen, gäbe es nach der Wiederwahl erst recht die Proteste.

Jewgenia Tschirikowa kämpft seit über vier Jahren gegen den Bau einer Autobahn durch den Chimki Wald bei Moskau und in diesen vier Jahren wurden sie und ihre Freunde viele Male von der Miliz geschlagen und festgenommen.

http://www.arte.tv/de/398054... 80550.html

Sollte das mittlerweile nicht "Poliz" heißen?

Ansonsten ist es nicht einmal für Russland etwas neues, wenn die Umwelt-Demonstranten geschlagen und festgenommen werden.

Wenigstens wurde der Bau gestoppt, wenn auch womöglich vorübergehend.

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