Örtlicher Ex-KGB-Chef wird neuer Präsident in Südossetien

9. April 2012, 09:58

Tibilow gewann Stichwahl in von Georgien abtrünniger Region

Zchinawali - Der frühere örtliche KGB-Chef Leonid Tibilow hat die Präsidentenwahl in der von Georgien abtrünnigen Region Südossetien gewonnen. In der Stichwahl vom Sonntag setzte sich Tibilow gegen den früheren Menschenrechtsbeauftragten beim südossetischen Präsidenten, David Sanakojew, durch, wie die Wahlkommission am Montag mitteilte. Tibilow kam demnach auf 54 Prozent der Stimmen, Sanakojew auf knapp 43 Prozent.

"Leonid Tibilow ist zum Präsidenten der Republik Südossetien gewählt worden", erklärte die Präsidentin der Wahlkommission, Bella Plijewa, laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Sanakojew wurde mit den Worten zitiert, er erkenne den Wahlsieg Tibilows an und gratuliere ihm zum Sieg. Die Wahlbeteiligung lag bei 71 Prozent.

Bereits in der ersten Runde Ende März war der 60-jährige Tibilow vor dem 35-jährigen Sanakojew auf den ersten Platz gekommen. Um die Nachfolge von Eduard Kokojty hatten sich damals insgesamt vier Kandidaten beworben.

Bereits im November hatte es in Südossetien eine Präsidentschaftswahl gegeben. Dabei setzte sich in der Stichwahl überraschend die frühere Bildungsministerin Alla Dschiojewa gegen Kokojtys vom Kreml unterstützten Kandidaten, Katastrophenschutzminister Anatoli Bibilow, durch. Das Oberste Gericht erklärte das Wahlergebnis aber für ungültig und setzte Neuwahlen an. Als sich Dschiojewa im Februar zur Präsidentin ausrufen wollte, ging die Polizei nach Angaben ihrer Anhänger gewaltsam gegen sie vor. Diesmal gab es laut Wahlkommission keine größeren Probleme.

Der künftige Präsident Südossetiens wird international kaum als Staatsoberhaupt wahrgenommen werden. Seit dem Krieg zwischen Tiflis und Moskau um die Region im Jahr 2008 wird deren Unabhängigkeit nur von Russland und wenigen anderen Staaten in Lateinamerika und der Pazifikregion anerkannt. (APA, 09.04.2012)

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13 Postings

warum steht der artikel unter "georgien"?

Kein handvoll Staaten erkennt dieses

merkwürdige Gebilde als Staat an. Österreich gehört nicht dazu, wie auch für den Rest der Welt weder Südossetien, noch Abchasien als unabhängig anerkennt.

gibt es dort momentan noch länder, in denen nicht ehemalige geheimdienstler, ausgebildete profikiller, oder ähnliche, moralisch hochstehende persönlichkeiten den kasperl miemen?
das sind mir ja unsere clowns im westen noch lieber - die sind einfach nur unmoralisch und deppert, und nicht unmoralisch, deppert, bewaffnet und gefährlich.

Bei dem (den) Nachbarn wahrscheinlich die bessere Wahl.

Für USA und EU ist nichts schöner und einfacher, als einen Philantrop zu vernichten.

ha - von philantropen in der politik wage ich ja nichtmal mehr in meinem kühnsten fieber zu träumen - halbwegs normale menschen wären ja schon eine starke verbesserung zum jetzigen ist-zustand;-)

Glaub der Medwedew ist einer,

aber ob das gut ist.

Als er möglichst schnell den Russen Wifi zugänglich machte, waren auch die AmiNGO´s schon da mit der "birkenen" Revolution.

wer oder was ist bitte Wifi?

- etwa Bruder von Miffy?
http://en.wikipedia.org/wiki/Miffy

Na knapp.

Jessas, hab ohne Brille gelesen: Ex ÖGB-Chef ...... auf so gemeine Gedanken ist bisher nicht mal der Saakashvili gekommen.

Die Welt im Würgegriff der Dienste.

Wie bitte, "abtrünnig"?

Dann war aber auch der Kosovo abtrünnig!
Die APA sollte nicht die Diktion von FoX news übernehmen, das täte einer objektibven Berichterstattung gut.

Wie war das mit "abtrünnig" ach ja sie sind nicht proamerikanisch.

"abtrünnig" muss sein

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