Aus für Hypermärkte in Frankreichs Städten

8. April 2012, 16:51

Marine Le Pen will in Klein-Städten zum Schutz der Arbeitskräfte im Einzelhandel Hypermärkte verbieten

Lyon - Die rechtsextreme französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen will in Städten mit weniger als 30.000 Einwohnern Hypermärkte verbieten, um Arbeitsplätze im Einzelhandel zu schützen. Große Verbrauchermärkte würden die kleinen Läden vernichten, sagte die Kandidatin des Front National (FN) in einem am Samstag in der Zeitung "Le Progres" erscheinenden Interview. In den vergangenen 20 Jahren hätten sie bereits eine Millionen Arbeitsplätze vernichtet.

In Italien hätte eine entsprechende Maßnahme "hervorragende Ergebnisse" gezeigt, sagte Le Pen. In den 1970er Jahren wurde in Italien auf Druck des Einzelhändlerverbands Confcomercio eine Beschränkung der Größe der Supermärkte entsprechend der Zahl der Einwohner eingeführt. Le Pen will bei der Wahl am 22. April den konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy beerben, liegt derzeit in Umfragen aber auf dem vierten Platz. (APA, 8.4.2012)

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Schon gegen einen normalen französischen Supermarkt...

... wirken unsere "Hypermärkte" (egal ob anonym oder sparsam) immer noch fast wie Ostblock-Kaufhallen. Etwas mehr Gourmet und weniger Gourmand könnte hierzulande nicht schaden, um sich nicht mit irgendetwas abspeisen zu lassen.

(Und in Frankreich ist sind Automarke, Motorleistung und Höchstgeschwindigkeit vielleicht weniger wichtig als in Vorderbalkanien. Dafür gibt es dort auch sichtbar weniger mehr als wohlgenährte Deixfiguren.)

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

Also bitte, ein frz. Supermarkt ist wohl das Allerletzte was Qualität anbelangt. Und teuer auch noch.

Während ich z.B. bei Billa durchaus Ja!Natürlich-Produkte gekauft habe oder beim Hofer die Steaks aus Argentinien (gibt's die noch?), kaufe ich in einem frz. Supermarkt bei Lebensmitteln wirklich nur Standardprodukte wie Nudeln oder Essiggurken oder in einer Notsituation, wenn es sich zeitlich nicht anders ausgeht.

Ich kaufe sogar die Milch auf dem Markt, weil die aus dem Supermarkt grauenhaft ist. Gemüse ist sowieso komplett geschmacklos. Von so Dingen wie Schinken gar nicht zu reden...

Danach kommt noch die Ramschabteilung wo vom Mantel bis zur Stereonalage alles zu kaufen ist, aber auch alles nur mieseste Qualität ist

"Gemüse ist sowieso komplett geschmacklos. Von so Dingen wie Schinken gar nicht zu reden..."

Tricatel?

Dr. Heinz Anderle, ausgebildeter Lebensmittelchemiker und Freigeist

Wenn jemand nix vom Essen versteht, dann Lebensmittelchemiker.

Die verstehen noch weniger als >Gourmetkritiker<, und das sind schon schwere Nieten.

In welche geistigen Ketten fühlen Sie sich geschlagen, wenn Sie es für nötig halten, Ihre Posts mit dem selbstverliehenen Prädikat 'Freigeist' zu signieren, Herr Dr?

Nun, der Herr Doktor meint halt, wenn seine Postings frei von Geist sind, ist er ein Freigeist.

(aber er ist eh ein etwas kauziger Troll).

Nunja,

der Vorschlag klingt mal sehr vernünftig, aber wie es im rechten Populismus so ist, sind auch sie selbst den Eliten verpflichten - siehe Österreich.

Wenns Da***e zuläßt!

Verzeihen Sie bitte meine Neugier bzw. meine Ignoranz, aber ich rätsele über Da***e - was/wer ist mit dieser Abkürzung gemeint - bitte höflich um Aufklärung, sofern es sich um ein irgendwie aussprech bzw. schreibbares Wort handelt

genau wie die Nazis

gegen die jüdischen Kaufhäuser gehetzt haben, mit denselben Argumenten

die Effen hingegen haben den Veit Schalle freudig aufgenommen

der tausendfachen Greißlermörder hat sogar das Große Ehenabzeichen der Republik für die "Schaffung tausender Arbeitsplätze"

Leider hat sie recht, nur sollte man generell alle Hypermärkte verbieten.

Wer die verheerende Wirkung solcher Geschäfte sehen will, sollte einmal nach Budapest fahren. Die riesen - Geschäfte haben kaum Personal, dafür 24 Stunden offen, sind nur mit dem Auto zu erreichen und sorgen für eine Verödung der Innenstädte.

Das nennt man "Marktwirtschaft". Diese Zustände gehen auf die Summe der Entscheidungen aller Individuen zurück und nicht auf staatlichen Eingriff.

Wir leben eben nicht in der Planwirtschaft wie manche sich das offensichtlich wünschen.

Gar keine so schlechte Idee. Wer die französischen Hypermärkte kennt, weiß warum. Gegen die ist der durchschnittliche Interspar bei uns ein Greißler.

Damit hat das nun wirklich nix zu tun und man sollte da ein bissl die frz. Wirklichkeit kennen.

Was da regelmässig geschieht, dass eine Gemeinde mit 500EW einen Hypermarché oder einen Centre Commercial auf der grünen Wiese errichten lässt, die Steuern kassiert und damit jegliche Raumplanung der Nachbargemeinden konterkarriert, dann gehen nämlich im 15.000EW-Nachbarort der Bäcker, der (kleinere) Supermarkt und der Fleischhauer im Stadtzentrum ein.

Drum meint Mme Le Pen ein Kuhdorf soll nicht ein riesen Einkaufszentrum mit einem Mindesteinzugsgebiet von 30.000Ew errichten lassen dürfen.

Klüger wäre allerdings, diese ganzen Minigemeinden mit grösseren Nachbargemeinden zusammenzulegen.

Wenn dieser Hypermarkt den Fleischer, Bäckern ua die Kunden wegnimmt liegt an der Präferenz der Kunden für diesen.

Hier staatliche Regulierung zu fordern heißt für Zentralverwaltungswirtschaft zu sein.

nein, RaumPLANUNG besteht eben darin, dass man Dinge auch Zulässt oder eben nicht. Im Übrigen werden bei solchen Einkaufszentren erst einmal über einige Zeit die Verluste vom Konzern geschluckt, bis die Konkurenz eingegangen ist, dann fahren die Preise hoch. Mit der Präferenz der Konsumenten hat das nur wenig zu tun.

"Mit der Präferenz der Konsumenten hat das nur wenig zu tun."

Es zeigt sich, dass kaum wer zu Greisslern geht, wenn es eine bessere Alternative wie einen Supermarkt gibt. Sogar wenn der Greissler näher ist.

Nocheinmal, die lzeute gehen natürlich dorthin, weils zuerst bequemer, schöner, die Auswahl grösser, eventuell sogar billiger ist etc... nur kostet das sehr viel und ist nut möglich, weil eine grosse Organisation dahintersteht. Wenn dann die kleinen Händler eingegangen sind, werden sukzessive das Angebot hinunter- und die Preise hinaufgefahren.

Nur dann hat der Kunde kaum mehr eine Wahl.

Zum Greissler zu gehen und gleich das schlechtere teurer zu nehmen ist keine attraktive Alternative.

Der >Greissler< ist in Frankreich weder teurer noch schlechter.

Im Gegenteil, zumeist gibt's eben noch Fachgeschäfte, vom Fleischhauer angefangen über bis zu... Und deren PREISE sind nicht das Problem gegenüber Carfeour

Warum nicht den Menschen überlassen, ob sie lieber im Hypermarche gut & frisch und bei grösserer Auswahl einkaufen oder beim Greissler mit weniger Durchsatz zu schlechteren Preisen mit nicht immer so frischem und weniger Auswahl vorlieb nehmen?

Naja, das ist halt so: dann müssen halt alle einen PKW haben und zum Einkaufszentrum fahren, aber nachdem eh schon alle mit dem PKW unterwegs sind...

Nicht umsonst fahren Franzosen um etwa 3000 (dreitausend) km mehr im Jahr mit dem PKW und zahlen 15cent mehr für Benzin als zb. die Österreicher.

Klar - und damit das nicht nötig ist, müssen alle auf Qualität, frische und gute Preise verzichten?

Da ist ein Bus eine sinnvollere volkswirtschaftliche Investition, mit dem kann man nicht nur einkaufen.

Erstens sind die Preise in den Centre Commercials sehr hoch.

Zweitens ist die Qualität zum Schmeissen.

Und auch die Auswahl in einer Produktgruppe ist nicht gerade super.

Anders gesagt, sie kriegen zwar von der Stereoanlage über Bücher bis zu den Essiggurken dort alles, haben aber nur zwei bis drei Marken zur Auswahl, das zu überhöhten Preisen und sonst auch eher die mittlere Qualität. Schnell geht's halt.

Aber lang geht das Werkl eh so nicht mehr, es gibt mittlerweile ziemliche Umsatzrückgänge, weil die Leute eben weniger Geld haben und schön langsam anfangen, sich beim Einkaufen wieder Zeit zu nehmen und wieder genauer wählen.

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