Ferrer zu stark für Melzer, Österreich out

Spaniens Nummer eins schlägt verbesserten Österreicher in drei Sätzen und entscheidet das Viertelfinalduell zugunsten Spaniens - Peya-Niederlage markiert 1:4-Endstand

Oropesa del Mar - Österreich ist im Viertelfinale des Daviscup gegen Titelverteidiger Spanien gescheitert. Jürgen Melzer verlor am Sonntag gegen David Ferrer auch sein zweites Einzel ohne Satzgewinn. Spaniens Nummer eins setzte sich gegen sein österreichisches Pendant in 2:23 Stunden mit 5:7,3:6,3:6 durch und brachte Spanien damit uneinholbar mit 3:1 in Führung. Die Spanier treffen im Halbfinale auf die USA, die sich gegen Frankreich durchsetzten.

Melzer zeigte sich gegenüber dem Freitag, als er gegen Nicolas Almagro untergegangen war, deutlich verbessert. Ferrer, die Nummer  fünf der Welt, erwies sich jedoch als der solidere Spieler. Auf Sand im Daviscup noch ungeschlagen, war die Fehlerquote des beweglichen Spaniers deutlich niedriger. Druckphasen Melzers, der an diesem Wochenende nicht zu seinem besten Tennis fähig war, konterte er zumeist erfolgreich. Im letzten, bedeutungslosen Einzel verlor Doppelspezialist Alex Peya gegen Nicolas Almagro in zwei Sätzen 5:7,5:7. Damit konnte das Team Clemens Trimmel keinen Einzel-Satz-Gewinn verbuchen.

Heim-Macht

Österreich war nach zwei mäßigen Einzelvorstellungen von Melzer und Andreas Haider-Maurer am Freitag 0:2 zurückgelegen, am Samstag hatten Oliver Marach/Alexander Peya im Doppel auf 1:2 verkürzt. Am Ende war das ÖTV-Team, das als einziger Viertelfinal-Teilnehmer mit nur einem Top-100-Spieler auskommen musste, auf einem miserablen Sandplatz in Oropesa del Mar auch gegen ein Spanien ohne Rafael Nadal chancenlos. Der Erfolg gegen Österreich war der 23. Heimsieg der Spanier in Folge.

Bei erstmals durchgehend sonnigem aber weiterhin windigem Wetter trat Melzer also zu einer Art "Wiedergutmachung" an. Bei seiner glatten Niederlage gegen Almagro hatte der Niederösterreicher nur acht Games gemacht und war ohne einzigen Breakpunkt geblieben. Gegen das nicht ganz so schnelle Spiel des Weltranglisten-Fünften Ferrer tat sich Melzer leichter, der Wind und der schlechte Platz waren aber von Beginn an störende Begleiter.

Gewisse Möglichkeiten

Trotzdem gelang es Melzer, den Favoriten zunächst zu fordern. Er hatte in gleich zwei Games die Gelegenheiten, mit Break in Führung zu gehen, nutzte aber keine davon. Ferrer war da konsequenter und nahm dem Österreicher nach 59 Minuten den Aufschlag zum 7:5-Satzgewinn ab.Im zweiten Durchgang führte er nach einem frühen Break schnell 3:0, ehe Melzer das Rebreak zum 3:4 gelang. Ferrer antwortete aber postwendend mit einem weiteren Break und servierte den zweiten Satz problemlos aus. Im letzten Durchgang genügte ein Break zum 4:3 für die Entscheidung. Mit dem dritten Matchball machte Ferrer nach 2:23 Stunden im erneut nur halbvollem Stadion ein Ende.

Zu viele Fehler

"Ich hab um einiges besser gespielt als am Freitag", resümierte Melzer und kritisierte den Zustand des Platzes. "Jeder hat gesehen, dass sich sehr viel Bälle verspringen. Das ist eines Davis Cups nicht würdig. Für einen Angriffsspieler wie mich ist es schwierig, wenn man keinen regelmäßigen Ballabsprung bekommt." Aber: "Um gegen ihn hier zu gewinnen, muss ich schon unglaublich spielen. Dafür bin ich aber zu fehleranfällig." (red/APA)

ZWISCHENSTAND vom Davis-Cup-Viertelfinale:

Spanien - Österreich 3:1
David Ferrer - Jürgen Melzer 7:5,6:3,6:3
Marcel Granollers/Marc Lopez - Oliver Marach/Alexander Peya 6:3,4:6,4:6,6:7(12)
Nicolas Almagro - Jürgen Melzer 6:2, 6:2, 6:4
David Ferrer - Andreas Haider-Maurer 6:1, 6:3, 6:1

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