Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Günther Grass und sein Gedicht.
Jerusalem/Berlin - Literaturnobelpreisträger Günter Grass darf nicht mehr nach Israel einreisen. Die Regierung in Jerusalem erklärte den 84-Jährigen wegen seines Israel-kritischen Gedichts am Sonntag zur "Persona non grata". Grass versuche "Hass gegen den Staat Israel und das israelische Volk zu schüren und somit Ideen zu verbreiten, denen er sichtbar verbunden war durch das Tragen der SS-Uniform", hieß es in einer Erklärung von Innenminister Eli Jischi zur Begründung.
Grass hat den jüdischen Staat in seinem Text wegen der Drohung mit einem Militärschlag gegen das iranische Atomprogramm eine Gefahr für den Weltfrieden genannt und ist dafür in Deutschland parteiübergreifend und auch vom israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu angegriffen worden. Der Schriftsteller, der jahrzehntelang seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS verschwiegen hatte, warf seinen Gegnern daraufhin Intoleranz sowie "eine gewisse Gleichschaltung der Meinung" vor.
Grass relativiert
Nach der massiven Kritik relativierte Grass inzwischen Formulierungen in seinem Israel-Gedicht. "Ja, ich würde den pauschalen Begriff 'Israel' vermeiden", antwortete Grass in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" auf die Frage, ob er den Text inzwischen anders schreiben würde. Zudem würde er nun deutlicher machen, dass er sich in erster Linie gegen die derzeitige israelische Regierung Netanjahu wende. "Die kritisiere ich: Eine Politik, die gegen jede UN-Resolution den Siedlungsbau fortsetzt. Ich kritisiere eine Politik, die Israel mehr und mehr Feinde schafft und das Land mehr und mehr isoliert." Netanjahu sei nach seiner Einschätzung der Mann, der Israel zurzeit am meisten schade, "und das hätte ich in das Gedicht noch hineinbringen sollen", sagte Grass.
Verdrehen der Verhältnisse
Netanjahu gehört zu den schärfsten Kritikern des Textes, in dem Grass Israel wegen eines drohenden Militärschlags gegen den Iran eine Gefahr für den Weltfrieden nennt. Der Ministerpräsident warf Grass vor, die Verhältnisse zu verdrehen. Nicht der jüdische Staat, sondern der Iran bedrohe mit seinem Atomprogramm den Weltfrieden. Der Iran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms an Nuklearwaffen zu arbeiten. Die Regierung in Teheran hat dies zurückgewiesen. Zudem leugnet der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad den Holocaust und hat dazu aufgerufen, Israel von der Landkarte auszulöschen.
Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle wies die Grass-Kritik an Israels Haltung im Atomkonflikt mit dem Iran zurück. "Israel und Iran auf eine gleiche moralische Stufe zu stellen, ist nicht geistreich, sondern absurd", schrieb der FDP-Politiker in einem Gastbeitrag für "Bild am Sonntag", ohne konkret auf das jüngste Gedicht des Schriftstellers einzugehen. Der Streit mit der Regierung in Teheran sei "keine Spielwiese für Polemik, Ideologie und Vorurteile, sondern bitterer Ernst". Wer die vom Iran ausgehende Bedrohung verharmlose, "verweigert sich der Realität". (Reuters, 8.4.2012)
Top-500-Erhebung des Monatsmagazins sieht Peter Handke und Martin Walser auf den Plätzen zwei und drei
Unangefochten als Großliterat, umstritten wegen seiner politischen Einlassungen: Günter Grass wird am 16. Oktober 85 Jahre alt
Griechenland werde "unter Schrottwert taxiert", so der Literaturnobelpreisträger
Mitte Mai entscheidet die Schriftstellervereinigung auf ihrer Jahrestagung über Aberkennung des Titels
Bilanz einer Dauererregung im Zeichen intellektueller Anspruchslosigkeit und emotional aufgeplusterter Posen - Von Sabine Reul
Mitglied hat diesbezüglichen Antrag eingereicht - PEN-Generalsekretär: "Denke aber nicht, dass es dazu kommt"
Literaturnobelpreisträger vergleicht Israel mit der DDR
Israels Innenminister reagiert auf Grass, der das gegen ihn verhängte Einreiseverbot mit DDR-Methoden vergleicht
Ortet aber bei Grass aber "mangelnde moralische Autorität" - Robert Menasse: "Medien produzieren selbst den Skandal"
Innenminister verhängt Einreiseverbot - Historiker Segev: "Völlig idiotisch"
Günter Grass hat sich mit seinem Gedicht verspätet und verhoben. Das sollte kein Grund sein, ihn aus einem Dialog - und aus einem Israel-Besuch - auszusperren. Ein Plädoyer gegen gesprächsunfähige Regierungen.
"Ausschließlich aufgrund literarischer Verdienste erhalten" - Autorenverband in Israel fordert Distanzierung
Das wirklich Beunruhigende spielt sich in der anonymen Welt der Poster und Leserkommentare ab - Von Paul Lendvai
Man muss man wissen, welchen Schlages der israelische Politiker Eli Jischai ist
"Ja, ich würde den pauschalen Begriff 'Israel' vermeiden" - Autor hält Israels Regierung für schädlich
Weiter Debatten um Israel-Text des deutschen Literaturnobelpreisträgers
"Wenn Grass sich im Spiegel anblickt, sieht er heute den Literaturnobelpreisträger oder einen alten Waffen-SS?"
Literaturnobelpreisträger: "Verletzende Gehässigkeit ohnegleichen"
Der Literaturnobelpreisträger fordert in "Was gesagt werden muss", dass Deutschland keine U-Boote mehr liefert
Günter Grass erntet für sein Gedicht "Was gesagt werden muss" viel Kritik von europäischen Medien
"Israel" findet es aber schlimm, und darum geht es jetzt. Es ist ein kleines Land, viel Ausweichmöglichkeit böte es im Fall eines Nuklearangriffs wahrlich nicht. Allerdings wären auch die PalästinenserInnen betroffen, wäre die ganze Gegend auf absehbare Zeit unbewohnbar. Es scheint also kaum wer etwas von einem nuklearen Armagheddon zu haben. Aber ist es eine abgemachte Sache, daß der Iran "die Bombe" auch einsetzt? Oder geht es nicht wieder um das alte Spiel, in den Club aufgenommen und endlich ernst genommen zu werden? Welche stabilisierende Rolle könnte der Iran in der Region spielen, wenn man das Land nur ließe? Und wie kann man Israel davon überzeugen, daß es für seine Sicherheit nicht allein zuständig ist?
Man muss den dingen nur ihre echte Bedeutung für diese Welt zu weisen. Weder das sogenannte Gedicht von Grass noch das einreiseverbot von jischai werden irgendeine Bedeutung für den nahen Osten oder das Verhältnis Israel-Iran oder sonst irgendetwas auf dieser Welt haben. Dient nur dazu, dass beide sich wichtig nehmen können. Und die standardposter unterstützen sie dabei.
Soll ein jeder von den Versen halten was er/sie möchte.
Dass aber Israel m.M.n. auf unverschämte Art und Weise sich alles erlauben kann und jedesmal auf den Holocaust verweist, wenn mal jemand was dagegen sagt, ist einfach unglaublich.
So fürchterlich das Volk der Israelis/Juden gelitten haben mag, so verabscheuungswürdig geht man mit ganzen Generationen von Palästinensern um, die enteignet und davongejagt wurden und teilweise seit Jahrzehnten in Flüchtlingslagern leben.
Klar gibt es auf beiden Seiten konstruktive Geister und Kräfte, die etwas weiterbringen wollen. Aber ebenso befinden sich in beiden Lagern Extremisten, die die jeweils andere Seite nur bluten sehen wollen.
Was Israel heutzutage aufführt ist ein "stilles" morden.
Israel macht bei den Palästinensern sicher Fehler, aber diese Vergleiche zum Holocaust in diesem Zusammenhang nerven mich immer ein bisserl.
Lesen Sie doch bitte einmal Biographien und Augenzeugenberichten von Menschen die damals den Verfolgungen und Deportationen ausgesetzt waren. Lesen Sie einmal über den Alltag in den Konzentrationslagern und über die Vernichtungsindustrie in den polnischen Lagern wie Treblinka oder Sobibor... und dann Ihr Posting über die Konflikte mit den Palästinsern. Beim Holocaust steckt doch ein ganz anderer Rassenwahn, ein ganz anderer perfider Vernichtungsapparat dahinter.
Wie gesagt, in Israel geht manches mal den falschen Weg, aber der Vergleich zum Holocaust ist meiner Meinung nach wirklich völlig fehl am Pl
Weil sie Mittel für Atom-Uboote für Israel besorgen muss?
Weil sie straatsfeindliches Verhalten von Grass prüfen lässt, zumal ja der Status von Israel deutsche Staatsräson sei?
Aber die Merkel wird sprechen, bemerkelnswerte Sätze!
ich glaub der typ hat noch nie die fp gegen ausländer hetzen hören. grass' gedicht war ja ein geradezu resigniertes seufzen, von hass keine spur. dazu kam von seiner seite der vorschlag in bezug auf atomare technologie beide kontrahenten gleich zu behandeln, auch kein sehr tendentiöser vorschlag (es sei denn jemand hat durch eine ungleichbehandlung vorteile und will diese nicht in frage gestellt sehen). wenn ich von grass und dem innenminister einen einen extremisten nennen müsste wäre das sicher nicht grass. aber die rechten sind heute anscheinend überall, auch in israel.
ist Grass womöglich zusammen mit Strache & den FPÖ-Anhängern ein Teil der "neuen Juden"? Mir scheint fast so als wäre es so. Die Nationalsozialisten haben sich auch als Opfer der ausbeuterischen Juden gegeben. Opferrolle passt halt gut, zuerst hetzen, dann auf Opfer tun wenn was zurück kommt.
wehleidig braucht man nicht sein wenn man sich zu wort meldet. aber in diesem fall war das ja wirklich ein shitstorm sondergleichen. ich war etwas überrascht wie einhellig grass verurteilt wurde. bisher hat man ihn ja eher respektvoll behandelt wenn er sich zu wort gemeldet hat, oder erinnere ich mich da falsch? und jetzt, wo das mit seiner ss zugehörigkeit raus ist kriegt er gleich ordentlich aufs dach. für mich steht die recht zarte kritik in keinem relation zur heftigkeit der reaktionen. und zu behaupten er sei ein nazi...ich weiss nicht, das ist doch etwas weit hergeholt. der mann hat ja auch eine gewisse track record aufgebaut in der zeit wo seine vergangenheit nicht publik war...das zählt jetzt nicht mehr? kommt mir komisch vor.
Man kann ihm politisch alles mögliche vorwerfen, aber gerade bei israelischen Politikern werden sie sich schwer tun, einen zu finden, der nichts selbst gekämpft hat - ausser bei den orthodoxen.
Man sollte gerade in der Osterzeit nicht vergessen, dass dieses Gemurks heute existiert, weil Jesus, Mohammed und Co vor ziemlich langer Zeit ihre Schnauze nicht halten konnten und einen auf Fernsehprediger machen mussten. Danke, Jesus, danke Mohammed, dass ihr mit eurer religiösen Grütze den kompletten Planeten über 2000 Jahre lang vollkommen versaut habt. Das muss man euch mal nachmachen.
Keine Ahnung ob Jesus existiert hat, aber falls das der Fall sein sollte, so kann man ihm wahrlich nicht vorwerfen, was die Kirche alles verbrochen hat.
Die christlichen Kirchen sind von Jesus' Botschaft ähnlich weit entfernt wie kommunistische Staaten von Marx' Werken.
Es wäre wurscht gewesen ob die was gesagt hätten. Irgendwelche "Propheten" gibts eh andauernd (heute nimmt die halt keiner ernst). Aber wenn die Leute einen neuen Glauben brauchen und einer da nur ein wenig Charisma hat, dann wird eine neue Richtung entstehen.
Israel hat sich um 66 n.Chr. in kriegerischer Weise gegen Rom erhoben und die Christen haben NICHT mitgemacht. Selbstverständlich war Rom überlegen und hat mit den Juden kurzen Prozess gemacht,es gab über 100.000 Tote.
Die Folgen:
1) Diaspora
2) Endgültige Spaltung von Judentum und Christentum
Es war nicht Jesus, war nicht das Christentum, welches hier die Kriege angezettelt hat.
Der Islam hingegen war von Anfang an kriegerisch, feindselig und aggressiv. Für das was Mohammed alles so getan hat, würde er in Saudi Arabien zum Tode verurteilt.
Feindseligkeiten sind hier von allen Seiten ausgegangen. Alle haben sich irgendwann schmutzig gemacht, alle haben Blut an ihren Fingern. Jetzt sollte es darum gehen, zu vergessen und neu anzufangen
Jischai sieht Einwanderer pauschal als Gefahr und Quelle von Krankheiten wie Aids oder Hepatitis. Asylbewerber sollten in freiwillige Arbeitslager gebracht werden, um dort ihre Unkosten unentgeltlich abzuarbeiten http://www.haaretz.com/print-edi... nts-1.4754
Homosexuelle seien seiner Meinung nach krank und die palästinensische Hamas möchte er „ausradieren“ http://www.spiegel.de/politik/a... 47,00.html
Jetzt kann sich jeder selbst ein Bild über diesen Nazi-Sager machen...
Eben, und zur eigenen schwerverdaulichen innenpolitischen Lage kommt dann noch hinzu, daß die Verhandlungspartner auf palästinensischer Seite, gelinde gesagt, auch einen uneinheitlichen Eindruck machen. Und dann noch das mit dem Iran. Also, israelischer Premierminister möchte ich wirklich nicht sein müssen.
Israel has a long-standing history of banning and deporting critics of Israel
"Finkelstein (banned for 10 years) is one of several scholars rejected by Israel in the increasingly bitter divide in academic circles, between those who support and those who criticise its treatment of Palestinians."
This preemptive banning is no surprise here.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.