Pakistans Präsident Zardari besucht Indien

Erster Besuch eines pakistanischen Staatschefs seit sieben Jahren

Neu Delhi - Erstmals seit sieben Jahren ist mit Asif Ali Zardari ein pakistanischer Staatschef nach Indien gereist. Zardari kam am Sonntag zusammen mit einer Delegation zu einem als "privat" bezeichneten Besuch in der Hauptstadt Neu Delhi an. Dort sollte er Indiens Regierungschef Manmohan Singh zu einem Mittagessen treffen. Anschließend wollte er zum berühmten Ajmer-Schrein 350 Kilometer südwestlich der indischen Hauptstadt reisen, einem bei Muslimen beliebten Pilgerziel. Zuletzt hatte 2005 der damalige pakistanische Staatschef Pervez Musharraf Indien besucht.

Beobachter erhoffen sich von Zardaris Besuch eine leichte Verbesserung der angespannten Beziehungen der beiden Atommächte Indien und Pakistan. Unter anderem dürfte die Lage in der geteilten, aber von beiden Staaten beanspruchten Unruheregion Kaschmir Thema des Gesprächs zwischen Zardari und Singh werden. Singh könnte zudem auf ein härteres Vorgehen der Pakistaner gegen die pakistanische Islamistengruppe Lashkar-e-Taiba (LeT) dringen. Große Fortschritte wurden in den Fragen aber nicht erwartet

Lashkar-e-Taiba wird von den indischen Behörden für die Anschläge in Mumbai im Jahr 2008 mit 166 Toten verantwortlich gemacht. LeT-Gründer Mohammad Saeed lebt unbehelligt in Pakistan, das Oberste Gericht des Landes hatte 2010 geurteilt, dass es nicht genug Beweise für eine Festnahme Saeeds gebe. Vor einer Woche rief die US-Regierung zehn Millionen Dollar (7,65 Mio. Euro) für Informationen aus, die seine Verurteilung vor Gericht erlauben würden. (APA, 8.4.2012)

  • Der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari mit dem indischen Premier Manmohan Singh.
    foto: prakash singh, pool/ap/dapd

    Der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari mit dem indischen Premier Manmohan Singh.

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