Punkrocker "Die Ärzte" gegen Filesharer

"Wenn Kunst ganz umsonst im Netz steht, wird sie irgendwann nicht mehr finanzierbar sein"

Der Song "Ist das noch Punkrock?" auf dem neuen Die Ärzte-Album "auch" behandelt den alten Vorwurf, dem sich die Band bereits in den 80er Jahren ausgesetzt sah: "Darf man denn Geld verdienen, wenn man aus dieser Szene kommt?", fasste Bela B. im APA-Interview den Inhalt des Textes zusammen. Der Drummer und Sänger hat auch eine klare Meinung zum illegalen Runterladen von Musik aus dem Internet: "Geiz ist einfach nicht geil. Das muss einmal klar gesagt werden!"

"Es gibt genug Leute, die von der Musik leben müssen und es nicht können"

"Wir verkaufen immer noch sehr viele Platten, weniger als früher, aber gemessen am gesamten Markt steigen unsere Absätze", betonte Bela, der nicht von oben herab mit erhobenen Zeigefinger argumentieren will. "Ich sitz auf einem hohen Ross, weil es mir gut geht, aber es gibt genug Leute, die von der Musik leben müssen und es nicht können." Der Musiker analysierte rational: "Wenn Kunst ganz umsonst im Netz steht, wird sie irgendwann nicht mehr finanzierbar sein."

Bereitschaft für einen Song zu zahlen

Dass manche nicht bereit sind, einen Euro für einen Song zu bezahlen, kann der Die Ärzte-Musiker nicht nachvollziehen. "Die gleichen Leute verschicken ohne mit der Wimper zu zucken am laufenden Band SMS, z. B. aus der S-Bahn die Botschaft 'Bin gleich zu Hause' oder ähnlich. So verschwenden die Leute etliche Euro am Tag. Aber wenn es darum geht, Musik für wenig Geld zu kaufen, dann suchen sie lieber andere Wege, um sich die Ausgaben zu sparen. Das nervt mich nicht nur ein bisschen." (APA, 7.4.2012)

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