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Ein Mann, eine Pfeife: Günter Grass in seiner Denkerpose.
Berlin - Nach massiver Kritik hat Literaturnobelpreisträger Günter Grass Formulierungen in seinem Israel-Gedicht relativiert. "Ja, ich würde den pauschalen Begriff 'Israel' vermeiden", antwortete Grass in einem Interview auf die Frage, ob er den Text inzwischen anders schreiben würde. Zudem würde er nun deutlicher machen, dass er sich in erster Linie gegen die derzeitige israelische Regierung von Benjamin Netanyahu wende, sagte er der "Süddeutschen Zeitung" weiter.
"Die kritisiere ich: Eine Politik, die gegen jede UN-Resolution den Siedlungsbau fortsetzt. Ich kritisiere eine Politik, die Israel mehr und mehr Feinde schafft und das Land mehr und mehr isoliert." Netanyahu sei nach seiner Einschätzung der Mann, der Israel zurzeit am meisten schade, "und das hätte ich in das Gedicht noch hineinbringen sollen", sagte der 84-Jährige.
Netanyahu gehört zu den schärfsten Kritikern des Textes, in dem Grass Israel wegen eines drohenden Militärschlags gegen den Iran eine Gefahr für den Weltfrieden nennt. Der Ministerpräsident warf Grass vor, die Verhältnisse zu verdrehen. Nicht der jüdische Staat, sondern der Iran bedrohe mit seinem Atomprogramm den Weltfrieden, sagte Netanyahu am Freitag. Auch Politiker von Union, SPD und Grünen äußerten sich empört über die Aussagen von Grass. (APA/Reuters, 7.4.2012)
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JA, aber wenn die Franzosen, Inder oder Pakistani oder Chinesen meinen "Eigentlich wollte ich schon immer so ein Bömbchen haben", und es dann WIRKLICH haben, passiert gar nichts, während man dem Iran schon auf den VERDACHT hin, es haben zu wollen, mit dem Untergang droht.
„Der Iran will Israel auslöschen, das kündigt der Präsident immer wieder an, und Günter Grass dichtet das Gegenteil“. Auch die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff findet gegenüber der F.A.Z. deutliche Worte, wenn sie Grass vorwirft: „Die eigene SS-Nähe verschweigen, sich unermüdlich zum Lehrmeister Deutschlands aufschwingen, Konrad Adenauer schmähen, obwohl der eben gerade kein Nazi gewesen war, und nun den Israelis vorwerfen, sie wollten alle Iraner auslöschen“
schlecht.Das sind politische Gedichte oft.Die Entrüstung aber ist heuchlerisch und untergriffig.
Die Kernfrage nämlich lautet:Soll Dtld Waffen an eine Besatzungsmacht liefern ?Wenn's ums Geld geht ,ist die Moral im A....Das war die Kernaussage.Darauf gab es aber keine Reaktion.Ein schlechtes Gedicht halt.Aber die Kritik beschreibt nur die Kritiker und nicht das Kritisierte.Hätte Grass z.B. über Chile geschrieben , "nicht einmal ignoriert" wäre sein Gedicht geworden.Geschichte als Mühlstein.Er war bei der Waffen SS aber das Präteritum wird nicht akzeptiert.Einem 84 Jährigen wird seine Vergangenheit als 18 Jähriger vorgehalten,obwohl seit Jahrzehnten nicht als Nazi profiliert.Wohl keine Sachargumente vorhanden., also persönlich werden.
ensteht zweimal.Einmal beim Autor, das zweite mal beim Leser.Ich habe es anders gelesen und anders gewichtet.Ich halte Ihre Lesart deswegen nicht für falsch.Viele Argumente schauen aber wie aus der Hüfte geschossen aus.So mehr reflexartig als nachgedacht.
Jetzt geht es ihm um die israelische Siedlungspolitik. Diese Politik kann man richtig oder falsch finden. Ich finde sie auch falsch. Man kann auch sagen, dass diese Politik nicht "beliebt" macht in der Welt. Auch das würde ich unterschreiben. In seinem Gedicht ging es ihm aber in erster Linie um eine Gefahr für den Weltfrieden, die seiner Meinung nach von "Israel" ausgeht. Als ob die Haltung des Ayatollah-Regimes gegenüber Israel davon abhinge, ob diese nun den Siedlungsbau einstellen oder nicht, und als ob nicht nur eine Regierung Netanyahu ein Problem mit den iranischen Atomanlagen hätte. Grass stellte Israel in die Ecke, ich welche linke Denke es schon immer gerne hinstellte und linke und rechte Stereotypen oft konform gehen.
Lieb.
Wenn jemand Einfluss auf Israels Politik hat, dann die USA und die wissen leider auch nicht, was sie mit dem Iran machen sollen (oder wollen es nicht sagen).
Schön wäre es allerdings, wenn D sich Gedanken macht über seine Rolle als Waffenlieferant, aber da gehts auch um viel Geld und Arbeitsplätze, also bitte keine allzu großen Erwartungen hegen.
Ich hab dieses "Gedicht" mehrmals gelesen und auch nach diversen behaupteten Antisemitischen Äusserungen gesucht. Leider kann ich nichts von dem entdecken, was die deutschsprachigen Medien und diverse Autoren so heftig kritisieren. Hier hat nur ein Mensch seine Befürchtungen zu Papier gebracht. Aber beim besten Willen kann man hier KEINE antisemitischen Äusserungen entdecken. Oder der Begriff "antisemitisch" gilt jetzt auch schon, wenn berechtigte Kritik an bestimmten Vorgangsweisen (speziell der Israelis) geübt wird. Eine sehr bedenkliche Entwicklung, so meine ich.
Den Antisemitismus hat Grass seinen Kritikern ja vorsorglicherweise schon in den Mund gelegt, aber das Gelabere über angebliche Sprechverbote (über die er sich dann tapfer und im Namen des Weltfriedens hinwegsetzt, um zu sagen was endlich gesagt werden muss) ist mE so blödsinnig, wie das Verniedlichen von Ahmadinejad als Maulheld und die Darstellung des iranischen Volkes als sein Opfer gegenüber dem einheitlichen Block Israel, der sich das Recht zum atomaren(!?) Erstvernichtungsschlag herausnimmt, verdächtig einseitig ist.
... Sie es gerne hätten. Und viele andere auch. Grass verwechselt Ursache mit Wirkung, hat nicht einmal eine halbe Stunde seines Lebens in Israel verbracht, und maßt sich an beurteilen zu können. Ahnungsloser geht´s wohl kaum, außer im Grass´schen Parnass.
... ersetzt mir zu viele Teile des Gedichtes. Weshalb schreibt er nicht gleich ein neues und tauscht seine Interpretation gegen das von Grass aus? Er begeht einen der weit verbreitetsten Irrtümer: er versucht zwischen den Zeilen zu lesen. Damit weckt man nicht nur Illusionen, sondern auch das berühmte Gerücht, von dem ja bekannt ist, dass es von Hinzufügungen, Halbwahrheiten zuzüglich Dämmerzuständen lebt und durch nichts zu ersetzen ist. Übrigens schätzen nicht nur Grass, sondern auch bekannte Politiker Netanyahu negativ ein: http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/... y/29772466
Und beansprucht es nicht selbst für sich einen Tabubruch?
Jedenfalls finde ich schon ganz interessant, dass jmd da auch mal versucht, den Text als ein Gedicht ernst zu nehmen und zu interpretieren und so etwas von seinem inneren künstlerischen Überschuss frei zu machen.
Tut man aber das, kommt es zweifelsohne zu dem, was Ihnen fragwürdig erscheint: "zwischen den Zeilen lesen" und eigene Assoziationen auf einen Text zu projizieren. Beim Geschäft der Interpretation literarischer Texte gibt es keine absolute Objektivität, aber im guten Fall erschließt sie uns doch was von deren innerer Dynamik.
Und das heißt jetzt auch nicht, dass ich mit Schirrmachers (sehr negativer) Interpretation übereinstimme. Ich finde sie aber anregend.
... Sie müssen allerdings das Neueste erfahren: es gibt, ganz subjektiv betrachtet, keine Objektivität. Eine Ausnahme: Die Tötung von Subjekten. Das hat so ein bisschen mit Zwang und Unterdrückung, Lüge und Rechthaberei zu tun. Ich meine damit, dass, bei aller mathematischer Genauigkeit und Treffsicherheit von Waffen, alles versucht werden soll, in Frieden zu leben. Dazu muss verhandelt werden, und das von Menschen, die auch paktfähig sind. Der Fleckerlteppich palästinensischen Gebietes zeigt aber das genaue Gegenteil der Versprechungen israelischer Politiker, die bisher an den Verhandlungstischen saßen. Und, ganz subjektiv, anders kann ich nicht, im Palästinaproblem finden sich die arabisch-israelischen Zerwürfnisse.
Danke für den Link. Das ist ausnahmsweise mal eine intellektuelle und literaturanalytische Stellungnahme, die den Text als Gedicht ernst nimmt und von daher sein Spiel mit verschiedenen semantischen Ebenen kritisch durchleuchtet. Wenn ich es recht verstehe, meint der Autor also, Grass schlüpfe auf der durch seine Wortwahl inszenierte assoziativen Ebene in die Rolle eines Widerstandskämpfers/Juden von 1934, der vor dem Holocaust warnt, um sich sozusagen mit seiner eigenen Biographie zu versöhnen.
Nicht unklug gelesen, trotzdem kommt es mir unvollständig vor, und es scheint mir, als ob die Analyse mitten drinnen abbricht, ganz einfach, weil der Artikel nicht mehr Platz hat.
wenn ich alle regierungen dieser welt kritisieren möchte,habe ich tatsächlich nichts anderes zu tun.
ich würede auch gerne meine regierung kritisieren, leider oder gott sei dank schenkt mir keine zeitung soviel aufmerksamkeit,es sei denn ich heiß e günther grass.letztendlich kommt nichts heraus als ein "sturm im wasserglas" und leistet vorschub allen pseudo-oder realen antisemiten.
die regierung in israel wird tun,was sie ihrer meinung nach"tun muss oder auch nicht."
"Das kritisiere ich: Eine Politik, die gegen jede UN-Resolution den Siedlungsbau fortsetzt. Ich kritisiere...mehr und mehr isoliert" .
Schön. Das kritisiere ich auch.
Wozu aber war dieses eigenartige und ausgesprochen missverständlich formulierte Gedicht notwenig? Hatten Sie das wirklich notwendig, Herr Grass?
ich fordere den Rücktritt von Günter Grass
ob er in vierzehn Tagen des Schicklgrubers 123 Geburtstages feiert, oder den 67 Todestag zehn Tage später?
ein SS-Mann der sich darüber echauffiert wenn ein deutscher Bundeskanzler zusammen mit dem Amerikanischen Präsidenten über den Gräbern von SS Männern sich die Hände zur Vergebung reichen,
muss man so jemanden ernst nehmen?
der Mann ist verwirrt,oder bringt er mal wieder ein neues Buch heraus?
... und einseitig Grass kritisiert wird, zeigt ein inhaltlicher Vergleich mit einem Ausschnitt eines Interviews mit Helmut Schmidt und Fritz Stern. http://www.youtube.com/watch?v=Fj87VP09dyQ
Wieso eigenartig?
Schmidt kritisiert mit vernünftigen, durchdachten Worten Israel, und siehe da, es gab keinerlei Antisemitismusvorwurf.
Wenn Grass seinen Text gleich anders geschrieben und sich dabei auf vernünftige, ausgewogene Kritik beschränkt hätte, wäre die Aufregung im großen und ganzen auch ausgeblieben. Wer sich von der Sachebene zu weit entfernt, erntet eben allerhand Emotionen, was der durchaus notwendigen Diskussion aber gar nicht gut tut.
... Gedicht: ... "Warum aber schwieg ich bislang? Weil ich meinte, meine Herkunft, die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist, verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit dem Land Israel, dem ich verbunden bin und bleiben will, zuzumuten. ..."
Ich halte es für möglich und sehr wahrscheinlich, dass weniger als 10% der Deutschen das Gedicht gelesen haben und jetzt wieder das tun, was sie am besten können: blind folgen. Diesmal
eben Kritikern, die vergessen, dass die israelische Führung bisher den Atomwaffensperrvertrag gegen Verbreitung von A-Waffen nicht unterschrieben. Und, damit sie sich inhaltlich informieren können, hier der Link zum ganzen Gedicht:http://www.spiegel.de/kultur/ge... 44,00.html
und hat bis heute in der Praxis nicht die selben Rechte wie jüdische Israelis.
Fremdes Territorium wurde besetzt und nahezu alle Artikel der vierten Genfer Konvention, sowie unzählige andere Bestimmungen gebrochen.
In Palästina herrscht Apartheid per fremder Militärdiktatur. Folter ist auch heute noch gängige Praxis und war genauso legal wie Hausdemolierungen und Geiselnahme Unschuldiger.
Seit Beginn der Besatzung waren eine dreiviertel Million "militanter Extremisten" in israelischen Foltergefängnissen, oft ohne Gerichtsverfahren und auf unbeschränkter Basis.
Ich könnte noch einiges schreiben bevor ich zum Thema Israel als Geopolitische Zeitbombe komme aber dies als Vorgeschmack sachlicher Kritik.
Wie würde das wohl aufgefasst werden?
Gut.
Gerechterweise zählen Sie noch den ganzen Dreck am Stecken der anderen Nahoststaaten auf (aber nicht an jedem Krümel Israel die Schuld geben) und dann überlegen wir uns, was man tun sollte/könnte/müsste um die Situationen zu verbessern, inkl deutscher U-Boot-Lieferungen. Dass dabei die inakzeptable Siedlungspolitik Israels einer der Knackpunkte ist, sehe ich durchaus ein.
Warum aber schreibt Grass "mit letzter Tinte" ein pathetisches Gedicht über das "was gesagt werden muss" auch wenn es dazu "Sprechverbote" gibt und ähnlichen Schmus, wenn man klipp und klar sagen kann, was einem nicht passt?
Sich als dichtender Hüter des von Israel bedrohten Weltfriedens zu produzieren ist leider kein guter Weg zu einer konstruktiven Diskussion.
... übelster Art betreiben. Statt sich zu informieren, übernehmen Sie - weil des Denkens nicht fähig - Märchen aus Tausend- und einer Nacht, verdrehen Fakten, und finden auch noch genug Volltrottel die Zustimmung signalisieren. Kreisky hat mit seiner Aufforderung "Lernen sie Geschichte", nach wie vor recht. Nur bei Leuten wie Ihnen ist wohl Hopfen und Malz verloren. Erklären Sie mir bitte noch, warum Sie die 950.000 vertriebenen Juden aus den arabischen Ländern nicht erwähnen, und warum die arabischen Brüder ihre palästinensischen Brüder jahrzehntelang in Geiselhaft nahmen, statt sie zu integrieren. Das können Sie nämlich nicht erklären, weil Sie ahnungslos und frei von Intelligenz sind.
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