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In Kurzfilmen erzählen Griechinnen und Griechen über ihr Land.
Wien - Wer positiv über Griechenland berichtet, läuft leicht Gefahr die Realität zu verzerren. Das Land ist wunderschön und es geht nicht allen Griechen schlecht. Zugleich ist die Wirtschaft 2010 um 4,5 Prozent und 2011 um 6,8 Prozent geschrumpft. Grosso modo ist die Lage also einfach nur trist.
Ein Anfang April gestartetes Filmprojekt des österreichischen Regisseurs und Kameramanns Fabian Eder (Tatort) versucht beides zu verbinden: Die unbestreitbare Schönheit des Landes und die Existenzangst der Menschen vor dem Hintergrund der Krise.
Eder bereist dafür auf einem Segelboot und mit einem Kamerateam den Peloponnes und mehrere griechische Inseln. Auf seinem Blog ("Griechenland blüht") berichtet er in Form von Kurzfilmen und Einträgen über die Reise.
"In den Augen Europas ist das Land am Ende. Aber wie sieht das Leben, draußen in den Olivenhainen, auf den Inseln und in den Tavernen im Frühling 2012 tatsächlich aus?", lautet die zentrale und nicht ganz unklischeehaft formulierte Fragestellung zu Film und Blog.
Gezeigt werden bisher dementsprechend "einfache" Griechen beim Essen, Trinken, Feiern und Tanzen. Wer die Bilder und Filmausschnitte sieht, fühlt sich zunächst an einen (gut gemachten) Urlaubskatalog erinnert. Doch der Blog will durchaus mehr: In Interviews und Beiträgen wird die Krise und die Reformpolitik thematisiert, etwa wenn eine junge Griechin erzählt, dass ihre größte Angst ist die Miete nicht mehr bezahlen zu können.
Unterstützt wird das Projekt Enders unter anderem von André Heller, Erhard Busek und Harald Krassnitzer. Ende Mai soll der 50-minütige Film, gespeist aus den Reiseberichten, fertig sein. (szi, DER STANDARD, 7./8./9.4.2012)
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