Liberale Juden wollen eine eigene Gemeinde gründen

6. April 2012, 18:25

Kampf um Anerkennung, sons wäre "Religionsfreiheit für Jüdinnen und Juden einschränkt"

Wien - Die liberale Juden von Or Chadasch fühlen sich unter Zugzwang: Sie haben beim Kultusamt einen Antrag zur Gründung einer eigenständigen Gemeinde eingebracht. Grund dafür ist die bereits im Ministerrat abgesegnete Novelle des Israelitengesetzes, wonach künftig nur die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) über Neugründungen entscheiden darf.

"Es ist dem österreichischen Gesetzgeber offenbar nicht bewusst, dass er mit der Verankerung der Israelitischen Religionsgesellschaft als neuer, dem Judentum gänzlich fremder Zentralautorität, de facto die Religionsfreiheit für Jüdinnen und Juden einschränkt", klagt Theodor Much, Präsident von Or Chadasch in einer Aussendung.

Gespräche mit Kultusgemeinde ergebnislos

Man habe auch "mehrfach mit der Kultusgemeinde Gespräche über eine Anerkennung geführt", gebracht habe das aber nichts, sagt Vizepräsidentin Giuliana Schnitzler zum STANDARD: Das Kultusamt habe nun sechs Monate Zeit, den Antrag zu prüfen. Allerdings soll schon am 16. April die Gesetzesvorlage im Unterrichtsausschuss des Nationalrates behandelt werden.

Or Chadasch fürchtet, dass noch im April die Beschlussfassung folgen könnte. In einem Brief an Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) warnt man vor einem " Schaden für Österreichs Ansehen". (pm, DER STANDARD, 7./8./9.4.2012)

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Or Chadasch gibts ja schon lange

kann mir da bitte jemand erklären, wieso da von "gründen" die Rede ist? Ich kenn mich ja nicht aus, als "gojim"...

Eigenartig

Ich finde es eigenartig, dass eine religiöse Gemeinschaft darüber entscheiden darf, wer sonst noch eine religöse Gemeinschaft gründen kann. Dieses Gesetz ist ja ein eklatanter Verstoß gegen grundlegende Freiheitsrechte wie die Religionsfreiheit.
Warum gibt es da nicht einen Sturm der Entrüstung in den Medien???

Den liberal ausgerichteten Juden sollte der Rücken gestärkt werden!

In Israel sind es beispielsweise die ultrakonservativen (orthodoxen) Juden, die es z. B. nicht dulden, dass Frauen vorne in öffentlichen Bussen einsteigen oder vorne sitzen. Am liebsten würden diese die Frauen aus der Öffentlichkeit ausklammern. So findet man auch in Jerusalem keine Frauen auf Werbeplakaten.
http://www.welt.de/politik/a... erden.html
Solche perversen religiösen Auswüchse - die auch der nationalistischen Regierung Netanjahus den Rücken stärken und indirekt kriegstreiberisch wirken (Haltung zu Palästina und den bediedelten Gebieten, Machtgerangel mit Iran) sollten zumindest bei uns geächet werden. In USA sind liberale Gemeinschaften bereits in der Überzahl.

hallo, es geht hier nicht um Israel, sondern um zwei jüdische "Konfessionen" und Ungereimtheiten zwischen den beiden, und zwar in Österreich

Ja, aber auch in Israel gibt es verschiedene Konfessionsausrichtungen ;)

Sollte ja nur als Vergleich dienen!

schon, aber wennshierzulande unter, sagen wir mal, Christen Uneinigkeiten gibt, schaut man ja auch nicht nach Wittenberg, Genf, Rom oder Alexandria...

Manchmal würde es aber den Römern nicht schaden, wenn sie nach Wittenberg schauen würden...

Orthodoxe und Ultraorthodoxe Juden sind vieles aber sicher keine Nationalisten. Im Gegenteil, sie lehnen den Zionismus ab, da dieser, wenn er nicht durch Gott geschaffen wurde, gegen die Tora verstößt. Nur die moderne reformierte Orthodoxie ist zionistisch.

Schlecht informiert

Nur ein Teil der Ultrarthodoxen lehnt den Staat Israel ab (akzeptiert aber gerne seine grosszügigen Subventionen). Alle anderen Strömungen (Orthodoxe, konservative, liberale, säkulare) lehnen den Staat nicht ab, haben aber unterschiedliche Ansichten zur Politik.

Naja,...

aber die orthodoxen, ultraorthodoxen oder reformiert Orthodoxen schwimmen eher auf der Wellenlänge eines - imho politisch gesehen schädlichen - Netanjahu als auf der Annäherungspolitik z. B. eines (ermordeten!) Rabin.

Ein Großteil der Orthodoxen und Ultraorthodoxen geht nicht wählen, da sie den Staat Israel ablehnt. Und wenn, dann wählen sie die Ultrareligiösen.

Bei den "Modernen" haben sie allerdings recht.

Wer ist man ?

zwei fehler

in den ersten drei zeilen

neuer rekord!

Die Diskussion über die Religionen ist von folgenden Elementen geprägt

1) Dem ReligionshasserInnentum, das hier stark zum Ausdruck kommt und Redefreiheit genießt
2) Der richtigen Senisbilität gegenüber den "Juden", historisch bedingt, aber für eine intellektuelle Diskussion nicht förderlich
3) Der falschen Sensibilität gegenüber all den parallelen Fragen, die bezüglich des Islams zu stellen wären, die man sich angesichts der großen und wachsenden Zahl nicht getraut
4) Uneingeschränkt möglicher Christentumsbeschimpfung

Religion kann ihr objektives Wahrnehmen beeinträchtigen.

Stellen Sie sich alle Religionen zu einem Wettbewerbin einem Stadion vor.
Da wird über Jahwe, Krishna, Zeus usw. diskutiert, wer den nun der gültige Gott wäre.

Ich stehe dann draußen, wundere mich und kann ihnen nur zurufen das es keinen Gott gibt!!!

Und dann sieht alles ganz anders aus, wenn kein imaginärer Freund bestimmt, sondern jeder die Besonderheit seiner Existenz überdenken und genießen kann!!

na ja, Sie sind halt gläubiger Atheist,

denn Sie glauben, dass es keinen Gott gibt.
Die Agnostiker glauben nicht mal das.

Ich schätze mal Ihre Aussage würden von ca. 80 Prozent aller Menschen auf der Welt

als absurder Unsinn empfunden werden (was natürlich nicht heisst, dass es sehr gut möglich ist, dass Sie recht haben). Man sollte sich selbst nicht so ernst nehmen.

aus jeder religion eine eigene kirche machen,

dann müssen die auch kirchensteuer zahlen. der islam gilt ja nicht ls kirche sondern als glaubensgemeinschaft, daher zahlen muslime in A keine kirchensteuer.

ich muss bei solchen artikeln immer schmunzeln, weil ich an monty python denken muss: "bist du bei der palästinensischen befreiungsfront!?", Spinnst du, ich bin bei der Befreiungsfront von Palästina!" "Verdammter verräter, auf ihn!""

das waren die Volksfront von Judäa und die Judäische Volksfront

wer wird denn so kleinlich sein...

Spalter!

Nach "Wir sind Kirche" und "Initiative Liberale Muslime Österreich" die nächste progressiv-aufgeklärte Bewegung?

Interessant.

Das Reform-Judentum gibts aber schon 200 Jahre

Wenn Ihr mal eine Kultur schafft in der Männer und Frauen eng umschlungen tanzen DÜRFEN(?) reden wir weiter.

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