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8. April 2012, 22:17
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Langeweile und der langsame Schritt sind nicht das Seine. Matti Mikkola, Manager beim Papier-, Zellstoff- und Holzprodukteriesen Stora Enso, über Karrierechancen, -schritte und -möglichkeiten in einem Konzern

Was seine eigene Karriere betrifft, war Matti Mikkola, Senior VicePresident Stora Enso Building Solutions & Solid Biofuels, wie er selbst sagt, "immer bereit", habe gute Chancen bekommen und auch ergriffen. Wichtigste Ingredienzen: ein bisschen Glück und vor allem Mobilität. "In einem Konzern muss man mobil sein, wenn man eine erfolgreiche Karriere anstrebt", so der 48-jährige Finne und Vater dreier Kinder bestimmt. Mobilität nicht nur im länderübergreifend geografischen Sinn, sondern auch im Sinne eines Rotationsprinzips einzelner Positionen im Konzern.

So etwa wurden in diesem Jahr an den österreichischen und weiteren europäischen Standorten Produktionsleitungen mit Vertrieblern besetzt oder Sägewerksleiter zu Vertriebsleitern gemacht, so Mikkola - mit dem Ziel, dadurch neue Ideen zu generieren, neue Ansätze zu testen und vor allem auch andere Karriereverläufe zu ermöglichen. Denn üblicherweise, sagt Mikkola, seien die Karrieremöglichkeiten in diesem Bereich begrenzt - etwa vom Lehrling zum Teamleiter oder Produktionsleiter.

Die zentrale Frage, auch für mehr Innovation im Konzern, sei aber: Selbst wenn ein Produktionsleiter hervorragende Arbeit leiste, wie würde es der zweite Mann tun, wenn man ihn ließe? Mikkola: "Das Konzept ist innovativ, birgt aber gewisse Risiken, wenn etwa jemand gut in der Produktion ist, aber für den Vertrieb ungeeignet. Aber es gibt auch einige, die beides können." Er sei davon überzeugt, dass durch Rotationen neue Ideen entstehen können.

Positionen und Märkte erobern

Der Blick zurück auf Mikkolas bisherige Karriere lässt diesen Rückschluss jedenfalls zu. Matti Mikkolas Laufbahn bei Stora Enso begann 1993 beim damaligen Unternehmen Enso, das sich später mit Stora und der Holzindustrie Schweighofer zu Stora Enso formen sollte. Der Papier-, Zellstoff- und Holzproduktehersteller setzte im Vorjahr 14 Milliarden Euro um. Mikkola folgte seinen Interessen und machte dabei Karriere. Ein wichtiger Faktor: seine Familie machte mit.

Dabei wusste der in Salo, der Heimatstadt von Nokia, geborene Forstwirt nach der Schule nicht so recht, was er beruflich anstreben sollte. Mit 18 beschloss er, in England bei einer Holzagentur anzuheuern, kehrte für den Militärdienst zurück, um danach ein Jahr in einer schwedischen Schokoladenfabrik zu arbeiten. Danach erst ging's an die Universität.

Nach einem Jahr Kommunikationswissenschaft stieg er um auf Forstwirtschaft. Nach dem Studium folgte ein Jahr als Universitätsassistent - das sei nichts für ihn gewesen, sagt er heute, " zu langsam für mich". Der nächste Schritt erfolgte in die Holzindustrie - als Verkaufsmanager, Sägewerksleiter und über einen Seitenschritt auf dem Feld der Human Ressources, wieder zurück in den Verkauf.Heute baut der Stora-Enso-Manager im Geschäftsbereich Building & Living die Business-Unit Building Solutions auf. 1500 Projekte im nachhaltigen Holzbau habe man bereits umgesetzt. Aktuell suche man für die Weiterentwicklung Statiker, Architekten und Designer in diesem Bereich. (Heidi Aichinger, DER STANDARD, 7./8./9.4.2012)

  • Matti Mikkola hat gut lachen: Der Stora-Enso-Manager hat im Konzern 
Karriere gemacht. Über seine Landsleute sagt er: "Wir Finnen reden nicht
 viel, wir tun es einfach". Bei ihm hat's funktioniert.
    foto: standard/regine hendrich

    Matti Mikkola hat gut lachen: Der Stora-Enso-Manager hat im Konzern Karriere gemacht. Über seine Landsleute sagt er: "Wir Finnen reden nicht viel, wir tun es einfach". Bei ihm hat's funktioniert.

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