ÖTV-Team auf verlorenem Posten

  • Keine Chance für Andreas Haider-Maurer.
    foto: apa/schlager

    Keine Chance für Andreas Haider-Maurer.

Sowohl Jürgen Melzer als auch Andreas Haider-Maurer sehen in ihren Einzelpartien wenig Licht und verlieren jeweils klar in drei Sätzen

Oropesa del Mar - Österreich liegt im Viertelfinal-Duell des Daviscups mit Spanien mit 0:2 zurück. Jürgen Melzer hatte am Freitag im ersten Einzel gegen Nicolas Almagro, der Nummer zwei des Gegners, keinerlei Chance und musste sich in drei Sätzen 6:2, 6:2, 6:4 geschlagen geben. Bei kühlen Bedingungen in Oropesa del Mar, nördlich von Valencia, kam Melzer auf dem langsamen Sandplatz nie ins Spiel. Auch Andreas Haider-Maurer konnte in der zweiten Partie keinen Erfolg verbuchen und verlor gegen Spaniens Topmann David Ferrer 1:6,3:6,1:6.

Melzer dämpft zum Auftakt

Die Hoffnungen der Gäste aus Österreich waren im wichtigsten Davis Cup seit 17 Jahren auf der ersten Partie zwischen Melzer und Almagro gelegen. Auf dem Papier war der Österreicher da nämlich bei einem leicht positiven 2:1-Head-to-Head "Favorit", auch wenn der Spanier als Weltranglisten-Zwölfter neun Plätze vor dem Niederösterreicher liegt.

Aber Almagro machte dem Niederösterreicher einen Strich durch die Rechnung. Der Spanier dominierte von der Grundlinie klar, viele Eigenfehler von Melzer, der zu keinem einzigen Breakball kam, vereinfachten seine Aufgabe. Melzer konnte seinen Gegner nie unter Druck setzen, kam mit den Bedingungen überhaupt nicht zurecht. Wutentbrannt zertrümmerte er eines seiner Rackets im Staub. Der vermeintlich sicherste Punkt des österreichischen Teams gegen die favorisierten Spanier ging in einer ernüchternden Deutlichkeit flöten. Nicht einmal zwei Stunden dauerte die Angelegenheit.

"Ich hätte sicher gerne mehr Widerstand geleistet. Aber die Spanier haben mit dem Platz dafür gesorgt, dass ich nicht mit Bomben und Granaten 'Winner' schieße", erklärte Melzer seine klare Niederlage. Er habe dennoch alles gegeben und sich daher nichts vorzuwerfen, meinte der Weltranglisten-21.. Auch dem Niederösterreicher war aber klar: "Jetzt brauchen wir ein Wunder."

Abfuhr für "AHM"

Auch das zweite Einzel war dann die erwartet klare Sache für Spanien und dauerte gar nur 81 Minuten. Der Weltranglisten-139. Andreas Haider-Maurer schaffte gegen David Ferrer keinen Satzgewinn und musste sich dem Favoriten 1:6, 3:6, 1:6 beugen. "Er ist nicht umsonst die Nummer fünf der Welt. Auf Sand ist er wahrscheinlich sogar Top-Drei", nahm Haider-Maurer die Abfuhr gefasst zur Kenntnis.

Dass der üble Platz den Gästen schwer zugesetzt hatte, lag auch für "AHM" auf der Hand. "Der Platz ist im Laufe der Woche immer schlechter geworden. Aber das ist egal, es war für beide Teams gleich."

Im Doppel ums "Osterwunder"

Am Samstag muss nun Österreichs Doppel Oliver Marach/Alexander Peya alles dran setzen, um ein vorzeitiges Ausscheiden zu verhindern. "Alex und Oliver sind Weltklasse. Es ist eine offene Partie, aber natürlich ist die Aufgabe bei 0:2 extrem schwer", war sich Haider-Maurer bewusst und versprach: "Wir werden sie anfeuern."

Das werden Marach/Peya auch bitter nötig haben. "Wir müssen versuchen, am Samstag da rauszukommen. Egal wer bei den Spaniern aufläuft", sagte Peya. Dort könnte Almagro den am Rücken verletzten Marc Lopez vertreten. Peya war klar: "Die Chancen sind natürlich gering, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Sie sind ein klassisches spanisches Sandplatzdoppel. Wir werden irgendwie versuchen, sie zu knacken."

Trimmel will überleben

Kaptiän Clemens Trimmel zeigte sich nach dem ersten Tag freilich enttäuscht, entsagt aber gleichzeitig dem Katzenjammer: "Natürlich hätte ich bei einem 1:1 besser geschlafen", so Trimmel und versprach: "Wir werden uns weiter professionell auf den Samstag vorbereiten, weiter an unsere Chance glauben und versuchen, mit vollstem Einsatz für Österreich zu gewinnen."

Dass seinen Spielern in zwei Matches lediglich 13 Games (Melzer 8, Haider-Maurer 5) gelungen seien, habe mehrere Gründe. Unter anderem sei es für Melzer die erste Sandplatzpartie des Jahres gewesen, für Haider-Maurer die erste nach seinem Bänderriss. "Aber ich habe abgesehen davon immer gesagt, dass jeder gewonnene Satz, jeder Punkt in Spanien ein Erfolg ist und bin dafür belächelt worden", sah sich der 33-jährige Wiener bestätigt.

Seine Spieler müssten bei ihrem ersten Weltgruppen-Viertelfinale zu einem gewissen Grad Lehrgeld bezahlen, betonte Trimmel. "Natürlich ist die Enttäuschung groß. Aber wir gehen deshalb nicht deprimiert zu Werke. Unser großes Ziel ist nun, dass wir am Sonntag noch leben."(APA/red, 6.4. 2012)

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