Stinkender Urin als Hinweis auf eine Blasen-Infektion

Übel riechender Urin bei Kleinkindern könnte ein Anzeichen für eine Infektion sein

New York - Auffällig riechender Urin bei Kindern könnte auf eine Infektion der Harnwege hinweisen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der Universität Montreal (CHU Sainte-Justine). Laut den kanadischen Wissenschaftlern wurde dieser Zusammenhang bisher nur eine handvoll Studien untersucht - mit unterschiedlichen Ergebnissen. Die aktuellen Studienergebnisse sind im Fachmagazin "Pediatrics" erschienen.

Die Studie stützt sich auf Daten von 331 Kindern im Alter zwischen zwölf und 36 Monaten, bei denen eine Harnwegsinfektion vermutet und ein Urintest in der Notaufnahme gemacht wurde. 51 der 331 Kinder, das sind 15 Prozent, hatten tatsächlich eine Infektion der Harnwege. Mehr als die Hälfte der Eltern der erkrankten Kinder nahmen in den zwei Tagen vor der Diagnose einen übel riechenden Urin bei ihren Kindern wahr. Allerdings behaupteten dies auch ein Drittel der Eltern, deren Kinder nicht erkrankt waren.

Der veränderte Geruch könnte auf einen Bakterienbefall zurückzuführen sein, vermuten die Forscher. Bei jenen Kindern, die zwar gesund, aber dennoch einen streng riechenden Urin aufwiesen, könnte die Ursache an einem Flüssigkeitsmangel liegen, der den Urin-Geruch konzentriert.

Kein Beweis, aber Hinweis

Studienautorin Marie Gauthier: "Ein übel riechende Urin geht oft mit Harnwegsinfektionen einher, der Zusammenhang ist aber nicht stark genug und schon gar kein Beweis dafür." Dennoch sei es für Ärzte und Schwestern empfehlenswert, die Eltern bei einem Verdacht auf einen Infekt nach dem Geruch des Urins zu befragen, schreiben die Wissenschaftler.

Eltern sollten auf jeden Fall darauf achten, ob ihr Kind Fieber hat, denn das kann unter Umständen das einzige Symptom für einen Harnwegsinfekt sein. Laut Studie kann der Harngeruch zwar nicht als Diagnosemittel dienen, dennoch ist die Wahrscheinlichkeit etwas höher, bei übel riechendem Urin eine Infektion aufzuweisen. (red, derStandard.at/Reuters, 6.4.2012)

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