Grüne Gentechnik: Ein bisschen Vogel Strauß

Kommentar | Johanna Ruzicka
5. April 2012, 18:56

Im Schnitzelland Österreich gilt: Hauptsache gegen Gentechnik

Politisch ist die Gentechnik-Bewegung, die sich in Österreich vor ziemlich genau 15 Jahren mit dem Gentechnik-Volksbegehren konstituierte, ein voller Erfolg: Die Welle der Abneigung gegen diese Technologie ist ungebrochen, und jedes zarte Pro-Argument wird schnell im Keim erstickt.

Nur sind halt mittlerweile 15 Jahre ins Land gezogen, und vor allem in den USA, wo die Gentechnik in der Landwirtschaft breitflächig eingesetzt wird, ist nichts passiert. Zwar werden dort immer mehr Menschen immer fetter - aber dies der Gentechnik umzuhängen geht wohl doch nicht.

Die Mauer an Ablehnung ist in vielen EU-Ländern, besonders in Österreich, überhaupt nicht brüchig. Jeder Politiker ist gut beraten, nicht am Tabu zu rütteln. So verhält sich auch der zuständige VP-Agrarminister Nikolaus Berlakovich, der ansonsten kein besonders geschickter Politiker ist. Er macht den Spagat, den der Bürger will: Einerseits beharrt er auf Anbauverboten für gentechnisch verändertes Saatgut. Andererseits gibt es keine Kennzeichnung beim Fleisch all der Kühe und Schweine, die mit importiertem gentechnisch verändertem Sojaschrot aufgezogen wurden. - Vielleicht weil der Unterschied zwischen Gentechnik-Fütterung und Nicht-Gentechnik-Fütterung am Fleisch labortechnisch nicht zu erbringen ist?

Im Schnitzelland Österreich wird über solche Dinge nicht diskutiert. Hauptsache, man ist gegen Gentechnik. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, 5.4.2012)

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Die Kennzeichnung ist eh schon recht gut. Gerade bei Milchprodukten prangt das Genfrei-Logo fast auf allen Packerln. Für mich macht es das recht einfach, diesen Produkten, die offensichtlich mit Angstmache beworben werden, aus dem Weg zu gehen.

der zunehmende anbau mit genmanipuliertem saatgut

hat zu einem verlust der sortenvielfalt geführt. besonders in den afrikanischen ländern, die von monsanto beliefert werden, kann sich das verheerend auswirken. in europa gibt es angeblich eine sammlung von altem saatgut, ich glaube in deutschland.

Das stimmt so nicht, der Verlust der Vielfalt hat schon lange vor dem Anbau der ersten GT Pflanze begonnen. In Europa wo keine GT Pflanzen angebaut werden entsprechen die Sorten die Angebaut werden auch nur noch einem Bruchteil der Sorten die um 1900 angebaut wurden. Also dafür der GT die Schuld zu geben ist entweder Unwissenheit oder Propaganda.

So lange es keine brauchbaren Schadenersatzregelungen gibt

sollten gentechnisch veränderte und somit patentrechtlich geschützte Pflanzen nicht im Freiland gepflanzt werden dürfen.
Gentechnik ist an sich ja ein Segen, könnten doch anders z.B. viele Medikamente nicht in ausrechender Menge oder zu erträglichen Preisen erzeugt werden.
In der Landwirtschaft beschleunigt Gentechnik lediglich die Züchtung. Die krux ist jedoch die Patentierung von Lebewesen und die fehlenden Regelungen für die Inverkehrbringung derselben.
Wenn ein Bauer seinem Nachbarn die gesamte Ernte ersetzen muß, weil diese durch von ihm ausgebrachte Genpflanzen verunreiningt wurde, wird er sich hüten, patentierte Saaten anzubauen.
Dann erübrigt sich ein Verbot.
Aber erst dann.

Schadenersatz ist halt schwierig, wenn kein Schaden festzustellen ist.
Die "Verunreinigung" von Nachbarfeldern hat eher religiösen Charakter. Das wird für einen Schadenersatz nicht reichen.

Was haben gentechnisch veränderte Lebensmittel gebracht, wäre doch die Frage!

Keine Samenvermehrung durch Bauern möglich. Voll von den Saatgutfirmen abhängig.

In alles das sich nicht selbst vermehren kann investiert die Natur nichts. Das ist bei inhaltslosen aufgedunsenen Obst und Gemüsehybriden so wie bei Ochsen - Stiersteaks schmecken besser.

Das mit den Saatgutfirmen gibt es ohne Gentechnik schon lange. Viel Saatgut sind Hybritsorten, die können sie zwar theoretisch nächste Jahr wieder anpflanzen aber auf einen auch nur annähernd gleichen Ertrag werden sie im Leben nie kommen.

Der Artikel ist positiv für Gentechnik auf dem gleichen Niveau wie viele negativen Meinungen dazu.
Einen kleinen Witz an der Sache hat er jedoch ausgelassen: Zwar ist die österreichische Durchschnittsmeinung gegen Gentechnik, aber es werden doch viele Mittel in die Forschung in den Bereich gesteckt. Das nicht ohne Grund, gibts in dem Bereich viele offenen Fragen die sich höchstwahrscheinlich auch anwenden lassen. Das aber vermutlich lieber irgendwo anders, nur nicht bei uns.

das problem ist weniger gentechnik an sich. solange diese a) lückenlos (und damit meine ich zu 100%, also inklusive allem zeug, die die tiere als futter bekommen haben) in allen geschäften klar deklariert wäre und b) jegliche vermischung mit nicht gentechnisch erzeugten lebensmitteln unmöglich (also genetisch veränderte lebensmittel nur in hermetisch abgeriegelten glaushäusern u.ä. erzeugt würden), könnte man sie durchaus erlauben. da aber a) und b) kaum möglich sind, ist ein totalverbot aus meiner sicht vernünftiger.

Wie kommen die Bauern dazu, sich von Politikern, die von ängstlichen Wählern getrieben werden, sich die Produktionsweise vorschreiben lassen zu müssen?

"in den USA, wo die Gentechnik in der Landwirtschaft breitflächig eingesetzt wird, ist nichts passiert."

ist des autors ernst?! *kopfschüttel*

was soll denn passiert sein?
Der Bezug zu den dicken Amerikanern im Artikel ist sehr gut gelungen.

Sie haben natürlich recht, es war unverantwortlich das große Massensterben von 1999 bei dem fast alle Amerikaner durch die Gentechnik ausgerottet wurde nicht im Text zu erwähnen.

Sehr einseitige Betrachtung und mangelnde Recherche.

Über die Qualität des Fleisches zu sinnieren und dabei zu tun als gäbe es bei der Gentechnik in der Landwirtschaft keine anderen Aspekte ist sehr dünn.

Die Konzentration von Macht, die damit einhergehende gentetischen Verluste (Samenbanken können Regionalitätsvielfalt in der Züchtung unmöglich ersetzen), dei einseitigen Kriterien bei der Züchtung (Resistenz auf Pflanzenschutzmittel)...

..die Fortführung der Monokultur, der petrochemisch getragenen Produktion, der Bodenüberbearbeitung...

..all das sind (Mit)Probleme der Gentechnik die nicht gelöst sind.

Und vom Nichtschaden zu sprechen, angesichts massiver Probleme vieler Kleinbauern in Asien (bis hin zum Suizid aus Verzweiflung) zeugt nicht von journalistischer Gründlichkeit.

Jeder kann alte Sorten konservieren und/oder wieder anbauen. Das Problem ist nur, dass diese alten Sorten nicht leistungsfähig genug sind. Genau deshalb sterben sie aus, weil wir etwas Besseres haben.

Frau Rucicka: erst informieren, dann schreiben !

http://derstandard.at/127137833... er-in-Wien

zum schmökern, frau kolumnistin:

gottfried glöckner, einer der ganz frühen verfechter von gentechnologie und verfütterer von genmais:

http://www.youtube.com/watch?v=XS67-Q85tds

vor zulassung wurde wohlweislich nur fütterungsversuche "über wochen" durchgeführt.
die vergiftungserscheinungen tauchen bei so großen tieren erst nach zwei bis vier jahren auf.
seine tiere verenden kläglich.
kein schadenersatz.

http://de.wikipedia.org/wiki/Perc... _Schmeiser

hier gehts um wirtschaftliche vernichtung,
denn monsanto klagte den bauern auf verwendung von monsanto-gentechnologisch-verändertem saatgut, weil sich der veränderte raps der nachbarn natürlich in seinen eingekreuzt hat.

Dieser Kanadier lebt vor allem von leichtgläubigen Menschen wie Ihnen, die ihm auf den Leim gehen und seine Vorträge besuchen.
Ist ja in Ordnung. Jede Theorie hat ihre Fans.

Offenbar sind Glöckners Kühne durch seine eigene Unfähigkeit gestorben
"Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) kam zu dem Ergebnis, dass die wahrscheinlichste Ursache für die Gesundheitsprobleme der Tiere die unzureichende Qualität der von Glöckner verfütterten Grassilage gewesen sei."
http://de.wikipedia.org/wiki/Syng... n_Syngenta

Sie können jemandem, der einer Verschwörungstheorie aufsitzt, nicht gut mit der Wahrheit kommen. Das sind wie Gläubige im religiösen Sinn. Für Argumente nicht erreichbar.

Es geht nicht bloß um Gentechnik sondern auch um das Wer

Monsanto und Co. sind jetzt wirklich keine Konzerne denen man großes Vertrauen entgegenbringen kann.
Was die aus Profitgier schon alles vertuscht haben, wie viele Leben die schon auf dem Gewissen haben.

Und denen soll man jetzt erlauben, Designer-Pflanzen zu verbreiten, die man nicht mehr weg bekommt, wenn sie erstmal in der Umwelt sind?
Reicht denn der Schaden nicht, denn sie mit ihren Pestiziden anrichten (Bienensterben)?

FORTSETZUNG :

auf das Ökosystem kommen, zum Beispiel durch Auskreuzungen auf Wildpflanzen zu irreversiblen Veränderungen in der Flora. Auch gesundheitliche Schäden durch den Konsum von gentechnisch veränderten Pflanzen sind nicht auszuschließen. Herbizidresistente Nutzpflanzen provozieren den verstärkten Einsatz von Herbiziden und die noch stärkere Verseuchung des Grundwassers mit extrem langlebigen Giften.

"wo die Gentechnik in der Landwirtschaft breitflächig eingesetzt wird, ist nichts passiert. "

du ahnungslose.

wie wärs mit ein bisschen recherche?

und damit mein ich nicht die recherche in den werbebroschüren der gentechnik-konzerne.

Frau Johanna Ruzicka schreibt zwar artikel über gentechnik, har sich aber nicht hinreichend informiert.

Biolandwirtschaft und gentechnisch manipulierte Nutzpflanzen können nicht nebeneinander koexistieren, da es unvermeidlicherweise durch Pollenflug zur Einkreuzung manipulierter Gene in Pflanzen des Bio- Landbaues kommt. Gentechnik auf unseren Feldern ist der Tod des Bio- Landbaues.

Die Patentierung von Pflanzen hat gravierende Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Nahrungsproduktion. Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln wird damit in die Hände von Konzernoligopolen gelegt, die die Verfügungsmacht über genetische Ressourcen erhalten. Kein Bauer darf ohne Zahlung von Lizenzgebühr Saatgut patentierter Sorten nachziehen ! Es kann durch gentechnisch manipulierte Nutzpflanzen zu unkalkulierbaren Auswirkungen auf das Ökosys

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