Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Andreas Knie: Man weiß leider nicht, ab wann es den Leuten reicht, ob zum Beispiel 1,90 Euro noch akzeptabel wären.
Die hohen Spritpreise rufen Autofahrer und ihre Vertreter auf den Plan. Dabei sind sie noch lange nicht hoch genug, um die Menschen zu bewegen, tatsächlich auf andere Verkehrsmittel umzusteigen, sagt Mobilitätsforscher Andreas Knie.
derStandard.at: Die Menschen sind angesichts der hohen Treibstoffpreise nun offenbar eher bereit, nach Alternativen zum Auto zu suchen. Ist der Spritpreis schon hoch genug?
Andreas Knie: Der Spritpreis muss noch steigen. Die Leute sind noch nicht in dem Maße bereit, sich umzustellen, wie man das wünscht. Im Moment tendieren die Menschen dazu, weniger Auto zu fahren, aber noch nicht dazu, die Verkehrsmittel zu wechseln.
derStandard.at: Ihrer Ansicht nach muss es noch grundlegende Änderungen im Mobilitätsverhalten geben?
Knie: Ja. Verkehr ist ja eine Frage der Routine. Das ändert man nicht so schnell. Man hat sich vielleicht gerade ein Haus oder ein Auto gekauft. Da sind die hohen Spritpreise natürlich ärgerlich, aber wie gesagt: Dann wird eben weniger gefahren. Man fährt vielleicht ein bisschen Fahrrad, aber man steigt nicht um.
derStandard.at: Das ist für viele auch gar nicht so einfach, weil Mobilität einen Teil der Organisation des eigenen Lebens ausmacht ...
Knie: Genau. Bei der Jugend ist das anders. Wenn die Spritpreise jetzt dauerhaft hoch bleiben, schauen sich junge Menschen schon grundlegend nach Alternativen um. Sie schauen, dass sie überhaupt kein Auto für ihren Lebensstil brauchen. Sie fangen an zu überlegen: Muss ich pendeln oder kann ich in der Stadt wohnen? Sie stellen sich die Frage, wo die Arbeitsstelle sein soll. Da kommen mittel- und langfristig bei der Jugend mit den hohen Spritpreisen doch andere Präferenzen.
derStandard.at: In Österreich erreichte der Spritpreis eine Spitze von 1,50 Euro, in Deutschland ist er noch ein bisschen höher. Wo liegt bei den Menschen die Toleranzgrenze?
Knie: Man weiß leider nicht, ab wann es den Leuten reicht, ob zum Beispiel 1,90 Euro noch akzeptabel wären.
derStandard.at: In Sachen Mobilität tut sich nun einiges. Es gibt Carsharing, es gibt Car To Go, es gibt Fahrräder zum Ausborgen. Reicht das?
Knie: Nein. Wir brauchen noch mehr Alternativen. Diese Angebote sind alle noch lückenhaft und nur in manchen Ecken der Republik erhältlich. Was vor allem noch fehlt, ist die optimale Verknüpfung. Es geht um die Frage: Wie bekomme ich das mit mehreren Verkehrsträgern wie Bus, Bahn, Auto so verknüpft, wie ich das vom Auto kenne? Da steige ich morgens ein und abends wieder aus. Wir brauchen also eine dichtere Angebotsstruktur von diversen Sharing-Angeboten und wir brauchen eine intensivere Vernetzung der gesamten Angebotskette.
derStandard.at: Von wem müssen die entscheidenden Impulse kommen? Von der Politik oder den Anbietern?
Knie: Das ist natürlich eine Kombination aus den Anbietern, die damit Geschäfte machen wollen, und einer Neuorganisation der berühmten Rahmenbedingungen. Die müssen in den Städten natürlich neu organisiert werden. Zum Beispiel: Alles, was geshart wird, kann umsonst fahren, und alles, was noch Eigentum ist, dazu gehört auch Parken, muss teuer bezahlt werden.
derStandard.at: Hinken nicht die öffentlichen Verkehrsbetriebe diesen neuen Konzepten mit ihren Tarifen noch weit hinterher? Bahn und Öffis mit ihren Jahreskarten oder kilometerbasierten Tarifen machen das zeitweilige Umsteigen für Wenigfahrer nicht eben attraktiv ...
Knie: Die Autohersteller sind mit neuen Dienstleistungen und Tarifen die Aktiven, und nicht die Anbieter des öffentlichen Verkehrs. Der, der am meisten profitieren könnte, ist damit am schlechtesten aufgestellt. Im Endeffekt wird aber der öffentliche Verkehr schon von der Dynamik der Autohersteller profitieren. Aber diesen muss man auch auf die Finger schauen, damit sie das ordentlich machen.
derStandard.at: Über den urbanen Raum wird viel nachgedacht. Außerhalb des städtischen Raums sieht es nicht so gut aus. Für Menschen, die auf ihr Auto angewiesen sind, ist der hohe Spritpreis ziemlich hart. Was machen die?
Knie: Das ist tatsächlich kurzfristig teuer und schwierig. Aber auch da muss man genau hinschauen. Was heißt genau angewiesen? Die Abhängigkeiten vom Auto sind tatsächlich unterschiedlich groß, die Alternativen unterschiedlich schlecht. Trotzdem ist man schon auch selbst Teil des Problems. Die Abhängigkeit vom Auto hat man sich selbst auch bewusst auferlegt. Wer aufs Land gezogen ist oder da lebt, weiß, dass er eine bestimmte Autoabhängigkeit hat.
derStandard.at: Das klingt ziemlich überheblich. Viele Menschen sind ja nicht aufs Land gezogen, sondern vielleicht ganz einfach dort geblieben.
Knie: Ja. Auch ich komme vom Land. Aber auch da kann man sein Leben autounabhängiger gestalten. Man darf nicht außer Acht lassen: In Deutschland haben wir mehr zugelassene Autos als Einwohner. Mein Lieblingsbeispiel sind immer die Vororte wie Elmshorn (Stadt 30 Kilometer nördlich von Hamburg, Anm.): 1.280 zugelassene Autos auf 1.000 Einwohner. Wie gesagt: Die hohen Preise treffen die Menschen am Land derzeit sicher stark, da muss man eben noch kostenbewusster Auto fahren und man muss mehr Auto teilen. Das ist auch am Land interessant.
derStandard.at: Das heißt, Sie gehen nicht davon aus, dass die Zeit wieder kommt, wo nur Wohlhabende Auto fahren?
Knie: Es geht darum, dass sich alle klügere Konzepte überlegen müssen. Die Schlauen teilen eben. Ich kenne da auch am Land durchaus funktionierende Beispiele. Eine Fahrgemeinschaft etwa mit fünf Einheiten: Die haben jetzt vier Autos abgeschafft, und das einzige verbliebene teilen sie ganz intelligent. Mit Hilfe der neuen sozialen Medien kann man Dinge sehr klug gemeinsam nutzen.
derStandard.at: Der Individualverkehr ist eine Sache, die andere ist der Güterverkehr. Wie sieht es da aus?
Knie: Wir haben beim Güterverkehr das gleiche Problem. Für die Waren spielen die Preise noch keine Rolle, weil der Transport bei der Kostenstruktur fünf bis sechs Prozent ausmacht. Deswegen können wir die Güter quer über den Globus und zurück transportieren. Deswegen haben wir Rosen und Tulpen und Bananen aus Afrika. Alles zu jeder Zeit überall verfügbar: Das ist ohnedies ein Auslaufmodell. Da wird eben wieder mehr aus den Regionen kommen müssen. Schon pädagogisch gesehen wäre es also gut, wenn die Preise steigen würden. Damit sich da etwas ändert, müsste der Preisanteil am Stückgut aber zehn bis 20 Prozent sein. Die Trauben aus Südafrika würden dann eben zwölf Euro je Kilo kosten. (Regina Bruckner, derStandard.at, 5.4.2012)
Mobilitätsforscher ANDREAS KNIE ist Geschäftsführer des Innovationszentrums für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) in Berlin und Professor an der dortigen Technischen Universität.
Demokratische Republik Kongo und Südafrika wollen ab Oktober 2015 bauen
EU-Kommissar Günther Oettinger will sich nicht zu schnell zurückziehgen, nach Probebohrungen werde manmehr wissen
Die EU-Kommission gab grünes Licht für hohe Sonderzölle im bisher größten Anti-Dumping-Verfahren der EU
Stromverkauf über Hofer brachte 5600 Neukunden
Das fossile Zeitalter geht in die Verlängerung. Trotz Klimaerwärmung, zu der Kohlenstoff beiträgt, wird weiter nach Öl-, Gas- und Kohlevorräten gebohrt
Energieexperte Hubertus Bardt plädiert für mehr Transparenz und Förderdeckel beim Umbau des Energiesystems
Ein von der Entwicklungsbank mitfinanziertes Afrika-Projekt kam in den Geruch von Land-Grabbing. Die Bank weist die Kritik zurück, man sei nur indirekt mit dabei
Politiker und Behörden haben immer wieder den Verdacht geäußert, der Ölmarkt werde manipuliert. Es gibt viel Grau
Die Partei will sich die nötig Zustimmung für eine Verfassungsmehrheit teuer abkaufen lassen
In den USA wird mittels Fracking immer mehr Rohöl gefördert, die Ablöse Saudi-Arabiens als weltgrößter Ölproduzent steht an
BP, Shell und Statoil bestätigten Untersuchungen - OMV dem Vernehmen nach nicht betroffen
Preis für Verschmutzungsrechte der Industriebetriebe sinkt immer mehr, Österreichs Firmen bekommen sie gratis
Gerald Grohmann, Chef von Schoeller-Bleckmann, sieht keinen Weg an Öl und Gas vorbei, um den Lebensstandard abzusichern
Die Europäische Investitionsbank stellt zur Finanzierung von Windparks Darlehen von insgesamt 140 Millionen Euro zur Verfügung
Brüssel will den Einsatz von Agrosprit begrenzen Die Pläne sorgen für mächtigen Ärger am deutschen Sektor
Christof Rühl vergleicht den Ölsektor mit der Raumfahrt. Der BP-Vizepräsident über Fracking und die Folgen für Ölpreis und Umwelt
Weil die BIG den Energieverbrauch nicht senken muss, gibt es dicke Luft zwischen Regierung und Opposition
Während in Schweden 46,8 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen kommen, sind es in Österreich gut ein Drittel
Während es im vergangenen Jahr 72 Standorte weniger als 2011 gibt, nimmt die Zahl der Automaten-Tankstellen um ein Viertel zu
Manche Firmen scheuen nicht vor Tricks zurück, abspenstigen Kunden den Wechsel zu einem anderen Anbieter zu vermiesen
Die heimischen Energieversorger stecken Millionen in den Ausbau erneuerbarer Energien, kräftig unterstützt durch staatliche Fördermittel
Wenn ich jetzt verkaufe, kann ich gleich den Schlüssel stecken lassen und gehen. (Was übrigens viele in den von Ihnen erwähnten Staaten gemacht haben/machen!)
Ausserdem zeigen Sie mir bitte, wie man im Moment eine Immobilie am Land verkauft und dann gleich eine Wohnung in der Stadt zu einem vernünftigen Preis findet? Mein Kollege hat sich eine Wohnung um 120.000 EUR in 2010 gekauft. Die unter ihm (gleicher Grundriss) wurde vor zwei Monaten um 280.000 EUR verkauft.
Das hab ich jahrelang hinter mir, aber mit den Kindern wäre es jetzt nett, nicht jedes Jahr woanders zu leben und im Moment passt es Jobmäßig für uns. 50 km ist nicht schlimm! Aber es gibt Damen und Herren, die einen wesentlich längeren Arbeitsweg haben.
Das gibt es, keine Frage. Allerdings sollte man sein Denken nicht darauf ausrichten, dass das die Norm ist.
Bzw., wenn das die Norm sein sollte, darf man durchaus überlegen, ob's nicht alternative Möglichkeiten gibt zu der Tatsache, dass jeder mit seinem eigenen Auto fährt.
da frag ich mich dann immer:
leben wir um zu arbeiten
oder
arbeiten wir um (anständige) leben zu können?
meiner meinung nach letzteres.
und (um es nochmal auf meinen arbeitsplatz umzumünzen):
wieso sollte ich in einen ort ziehen, der im winter überfüllt ist mit russen, englängern und konsorten, sodass nicht eine ruhige sekunde möglich ist und wieso sollte ich in einen ort ziehen, in dem im sommer die wenigsten geschäft offen haben, in dem es keinen zahnarzt, usw. usf. gibt? in einen ort, in dem ich im sommer dann sowieso wieder aufs auto angewiesen bin, um termine (wie zB beim zahnarzt) außerhalb wahrzunehmen?
die leuten schreiben und plappern leider immer drauf los, ohne zu denken.
Also man muss sich ja nicht lustig machen, es ist für viele nicht ganz so einfach, alles aufzugeben.
Da hängen Schule, Freunde, Gemeindeleben etc. auch immer noch mit dran.
Man sollte nie immer nur von seiner Situation ausgehen...
Ich sag' ja, bitte nicht immer nur von sich und seiner Situation ausgehen. Nur weil Sie eine gute Erfahrung damit gemacht haben (warum auch immer) muss das nicht auch für alle anderen genauso gelten.
Wenn man alleine ist, ist ohnehin alles einfacher, wenn man in einer Gemeinde lebt, drei Kinder hat, im Gemeinderat ist und bei der Feuerwehr, die Kinder in der Volksschule, die Frau einen Job in der Bücherei, ein Eigenheim, dass man noch abbezahlt, dann ist es ungleich schwieriger, als wenn man mit einem Kindergartenkind und einer "Hausfrau" in Wien in einer Mietwohnung sitzt.
Das sind Extrembeispiele, sollen aber wirklich verdeutlichen, dass man seine eigene Situation nie als Maßstab für die Beurteilung der anderen nehmen sollte.
ein feuchter traum der grünen, aber auch solche anblicke gab es schon: beim zusammenbruch der sovietunion, während teile der bevölkerung hungerten und die wirtschaft regional komplett am sand war.
so wenig man die wirtschaft zu mögen braucht - freiwillig den quasi-weltuntergang heraufzubeschwören ist schon recht daneben. vor allem, wenn man fürstlich für solche thesen alimentiert wird, und nicht selbst die genannten bananen oder trauben pflücken geht...
tja, das ist aber tatsächlich die letzte konsequenz dieses "wirtschaftssystems".
es sei denn, die menschen schaffen es, zu anderen planeten zu gelangen. das halt ich aber für schwachsinn. bevor es soweit ist, gibts vermutlich keine rohstoffe mehr bzw. die menschen haben sich im kampf um die letzten rohstoffe selbst vernichtet oder der verschmutzte verstrahlte und vergiftete planet hat die menschheit an krebs aussterben lassen.
Bald berappst du fürs einkaufen fahren 4,- euro (hin und zurück) und dann kannst du noch alles schleppen. Prost für ein Familie die am Samstag für die ganze Woche einkauft! Hauptsache man zockt uns ab und nennt es ein EXPERIMENT! Der Herr Knie kann sich offenbar das Auto leisten oder hat keine alte Mutter, die nicht mehr beweglich ist! Aber Familie zu haben - heißt eben in Zukunft teuer bezahlen zu müssen. Diejenigen, welche Benzin von unseren Steuergeldern finanzierten Spesenkonten bezahlen, ... sehen dann zu dir mit einem Amüsanten Blick runter als wollten sie sagen:
"Jetzt haben wir Euch die Benzinpreise unter dem Vorwand "Umweltschutz" so weit angehoben, ... dass die Strassen für uns ..
.. und unsere 306 PS starken BMWs frei sind !
Als Mitglied einer Familie, die den Wocheneinkauf mit dem Rad oder zu Fuß erledigt kann ich sagen: funktioniert super. Nicht in jeder Situation, nicht an jedem Ort Österreichs, das ist mir klar. Wenn allerdings Öffis verfügbar sind, spricht aus meiner Erfahrung nichts außer der eigenen Bequemlichkeit gegen ein Einkaufen ohne Auto. Familie und Auto sind also keine zwei Dinge, die untrennbar miteinander Verbunden sind, wie hier immer wieder gerne behauptet wird.
hach, das wird ein spass wenn die deutsche wirtschaft dank dem wegfall von bmw, vw, audi und konsorten vor die hunde geht (man bedenke die ganzen zubringer), wenn hundertausende dadurch arbeitslos werden.
wie sollen eigentlich die öffis alleine sämtliche berufstätige gleichzeitig bis 8/9 in die arbeit bringen? das schau ich mir an.
und das schlimmste am ganzen: wie soll die mitzi dumbatz fekter blos ihren staatshaushalt aufstellen, wenn erstmal die ganzen steuereinnahmen wegfallen, die jeder pkw so in die kasse spült?
MAN hat in deutschland und österreich knappe 35000 stellen und baut laufend, in tausenderschritten, personal ab.
nachdem statistisch mit jedem prozent weniger auftragseingang zwei prozent der arbeitskräfte entlassen werden, brächte auch eine verdreifachung der aufträge durch boom der öffentlichen nur wenig entlastung für die hunderttausenden betroffenen in deutschen autowerken.
vielleicht kommen die dann alle in der windrad-produktion, den boomenden solarfirmen oder anderen "green jobs" unter ? *rofl*
und sie meinen nicht, dass da was hinkt wenn sie meinen ein unternehmen, das busse produziert könne gar nicht genug wirtschaftsleistung erbringen wenn durch mehr ÖPNV mehr busse benötigt würden weil dieses unternehmen JETZT mitarbeiter abbaut?
MAN ist ein beispiel. nehmen sie siemens dazu, bombardie, stadler rail, SGP, die VOEST, porr, strabag, swietelsky oder wen sie sonst noch wollen.
der gedanke, dass nur autos jobs schaffen ist falsch!
ich habe nicht gesagt, das nur autos jobs schaffen - das ist eine fehlinterpretation.
dass sie allerdings einen massenmarkt durch busverkäufe kompensieren, sollten sie erst mal vorrechnen. dann reden wir von den genannten firmen, die allesamt schneller ab- als aufbauen. und das trotz guter auftragslage...
achso. ein bus bringt also so viele einnahmen und arbeitsplätze wie 10 autos?
interessant. das schau ich mir an. :-)
das schafft ein bus maximal dann, wenn er preise verlangt (bei denen die fekter wieder mitschlemmt), die sich sowieso wieder niemand leisten kann.
was mich obendrein interessieren würde:
was will der hirnlose forscher aus dem interview mit den leuten machen, die schlichtweg keine öffentlichen verkehrsmittel benützen können?
ich arbeit beispielsweise jedne zweiten tag (auch an wochenenden) bis 10 uhr abends. ich arbeite in einem wintersportort, an dem zu dieser zeit weit und breit kein bus mehr zu sehen ist. so bezahle ich jetzt monatlich 400 €, lediglich um in die arbeit zu kommen ...
Die Autos bringen im Betrieb nur die Arbeitsplätze der Tankwarte und Mechaniker. O wunder, auch Busse brauchen Tankwarte und Mechaniker, dazu Schaffner, Chauffeure, Reinigungskräfte...
Bei der Produktion benötigt ein Ausbau des ÖV auch mehr Busse, Züge, Straßenbahnen als jetzt -> mehr Produktion = mehr Arbeitsplätze. Dass der Niedergang der Wirtschaft mit dem zurückschrauben des MIV einhergeht ist eher unwahrscheinlich, Posten werden halt wo anders frei.
Was die Mobilität angeht: Sie könnten also (jetzt rein von den Verkehrswegen betrachtet) entweder einen Job in der Nähe annehmen und 400€ weniger verdienen oder in die Nähe eines Jobs ziehen und 400€ weniger Verdienen bzw. bei gleichem Gehalt 400€ mehr Miete pro Monat zahlen.
.
Das sind wohl all jene, die annehmen, dass der Spritpreis in Zukunft so niedrig sein wird, wie in der Gegenwart.
Denn dass Erdöl ein endlicher Rohstoff ist, die Nachfrage nach Erdöl aber in Zukunft noch weiter stark steigen wird, ist wohl jedem klar, der auch nur halbwegs wach durch die Welt geht.
Und was das für den Preis bedeutet, kann sich wohl auch jeder ausmalen.
Na, ja.
Also man kann schon ein wenig weiterdenken und sich zB. die Schweiz mit dem flächendeckenden öffentlichen Verkehr anschauen. Es heisst ja nicht, dass der öffentliche Verkehr so bleibt, wie er jetzt ist, ganz im Gegenteil.
Dass sich da die Katze in den Schwanz beisst ist auch klar, wenn kein Bedarf, weil Autofahren zu billig, dann auch kein Angebot, wenn kein Angebot, dann wird auch kein Bedarf draus.
Dass es abends keinen Bus mehr gibt ist ja nicht "gottgegeben", sondern mit fehlendem Bedarf begründet, würden 100 Leute abends um 10 einen Bus brauchen, wäre der sicher da...
Die gibt's aber nicht, weil die mit dem Auto fahren, weil's keinen Bus gibt...
ich sagte ja, busse, straßenbahnen und züge.
an einem einzelnen zug - nehmen wir mal einen RJ her mit 185m zugslänge, bestehend aus einem steuerwagen und 6 zwischenwägen.
da arbeiten schon allein am zug gewaltig viele leute dran.
hinzu kommen aber noch die, dei am verlegen der schienen arbeiten, am spannen der oberleitungen - ganz zu schweigen von der produktion und vom transport dieser dinge zum bestimmungsort - hinzu.
dijenigen, die diese dinge warten, diejenigen, die für die stromerzeugung zuständig sind.
ganz zu schweigen davon, dass autos vom halter selbst betrieben werden. bei zügen und bussen gibt es fahrer, es gibt schaffner, fahrscheinkontrolleure, reinigungsangestellte, verwaltungsangestellte etc.
ein mobilitätsforscher, der in berlin lebt und an der uni arbeitet und dann den leuten, die am land leben (dürfen/wollen/müssen...) empfehlungen a la "da müssen die leut halt kreativer werden" gibt. *kopfschüttel*
wenn die autohersteller wieder mal nicht genug absetzen, dann "bricht" die wirtschaft ein (wer glaubt den schmarrn?) und dann wird wieder eine abwrackprämie o.ä. gefordert...
wenn vom abwandern der jugend aus ländlichen gegenden und der argen verstädterung berichtet wird, dann gibt's das nächste gejammere...
und wenn der mobilitätsforscher dann meint, "dass sich alle klügere konzepte überlegen müssen", frag ich mich, wofür der sein geld bekommt! umsetzbare und klügere konzepte erwarte ich mir von ihm, keine besserwisserei...
Es sind genau solche "Experten", die meinen, dass man die Preise um 500% erhöhen muss, damit die Menschen endlich in Einklang mit ihrem autofeindlich-ökofundamentalistischen Weltbild leben.
Wenn es aber heißt, dass der Staat sparen muss (was die meisten ohnenin nicht im Geldbörsel spüren), dann meinen diese "Experten", dass die angeblich verminderte Kaufkraft die Wirtschaft abwürgen würde. Also noch dümmer geht's wohl kaum.
„… wie man das wünscht.”
Wer, bitte? Wer ist „man”? Wer wünscht sich, dass die Menschen bereit sind, sich umzustellen? Wer maßt sich an, anderen zu sagen, wie sie zu leben haben, weil „man” sich das wünscht?
Sehr bezeichnend, diese Überheblichkeit, diese Abgehobenheit und Arroganz.
Wer am Land wohnt, wird von den Politikern und den "Experten" nur mehr veräppelt. Einerseits haut man am Land die ganze Infrastruktur zusammen z. B. Schließung der Bezirksgerichte, weil man heutzutage eh soo mobil ist und dann würde man im Gegenzug am liebsten den Benzinpreis auf 2 Euro pro Liter hinaufknallen.
Dann noch die ach so supergescheiten Tipps a la "man soll dort hinziehen, wo der Job ist". Ist ja ganz toll, wenn man Familie hat z. B. eine Frau, die ebenfalls einen Job hat. Soll die jetzt auch kündigen oder soll man sich gleich scheiden lassen? Ja und was machen wir mit den Kindern? Permanenter Schulwechsel? Ins Heim? Möchte man nicht die GS u. a. auch dewegen einführen, damit die Kinder nicht von ihren Freunden getrennt werden?
ja, aber blöderweise betreiben das vor allem die ortspolitiker massiv - zumindest indirekt.
so ziemlich jeder ortschef freut sich über einkaufszentren abseits der stadtzentren. die führen aber zu massivem kaufkraftabfluss zu diesen zentren, was die ortszentren veröden lässt.
und fehlt den kleinen läden in den orten mal die kundschaft, dauerts nicht mehr lang bis mal die bank, dann die post und dann die polizei zusperrt.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.