Raubsaurier im Kükenflaum

5. April 2012, 18:34
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Nicht alles, was Federn hat, kann auch fliegen. Größtes Beispiel für diese These ist eine Saurier-Art, die dem T. Rex ähnelte. Der Flaum dürfte gegen die Kälte isoliert haben.

London/Wien - Zumal zur Osterzeit denkt man bei Flaumfedern gern an putzige Kücken. Yutyrannus huali - was übersetzt in etwa "schöner Federtyrann" bedeutet - war zwar ein Zweibeiner, hatte allerdings etwas andere Dimensionen als kleine oder auch ausgewachsene Hühner: Der Raubsaurier erreichte neun Meter Länge und wog 1,4 Tonnen.

Damit übertrifft der frühe Verwandte des Tyrannosaurus Rex den bisher größten gefiederten Saurier um Längen. Als bisher größtes bekanntes Federvieh der Saurier-Ära galt Beipiaosaurus, mit rund 40 Kilogramm Körpergewicht.

Dass auch einige Saurier Federkleider trugen, wissen Paläontologen erst seit gut zehn Jahren. Bis jetzt ging man allerdings davon aus, dass diese Arten eher vergleichsweise klein waren. Der neue Fund aus China, der im Fachblatt Nature vorgestellt und etwas kontroversiell diskutiert wurde, wirft diese Annahme allerdings über den Haufen.

Kleinerer T.Rex-Verwandter

Die Wissenschafter um Xu Xing vom Institut für Wirbeltier-Paläontologie und Paläoanthropologie in Peking entdeckten die Fossilien der drei gut erhaltenen Raubsaurierexemplare in einem Steinbruch in der chinesischen Provinz Liaoning. Die kleinen Vordergliedmaßen und der Schwanz von Yutyrannus würden denen von T. Rex ähneln, der allerdings gut das vierfache Gewicht auf die Waage brachte, schrieben die Forscher.

Im Unterschied zu T.-Rex-Funden zeigten die Überreste der neu entdeckten Raubsaurierart Spuren von Federn - und zwar nicht von steifen Schwungfedern, sondern von 15 Zentimeter langen, eher fadenartigen Flaumfedern, wie sie - in kürzerer Version - auch Hühnerküken umhüllen.

Die Forscher gehen davon aus, dass sich die Tiere durch diese Daunen wahrscheinlich warmhielten, zumal sie vor 125 Millionen Jahren in einem Abschnitt der Kreidezeit lebten, die als kühl gilt. T. Rex hingegen lebte viel später und in einem wärmeren Klima. Das schließe aber nicht aus, dass er womöglich an bestimmten Stellen ebenfalls Federn hatte, so die Wissenschafter. (tasch, DER STANDARD, 6.4.2012)

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    Die Federn könnten den neun Meter langen Yutyrannus vor der Kälte geschützt haben.

  • Versteinerte Schwanzfedern des Yutyrannus.
    foto: zang hailong

    Versteinerte Schwanzfedern des Yutyrannus.

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