Umberto Bossi stolpert über Finanzskandal

5. April 2012, 18:07

Francesco Belsito, Schatzmeister der italienischen Rechtspartei Lega Nord, soll über Jahre im großen Stil die Bilanzen der Partei gefälscht haben

Ausgerechnet die Partei, die sich stets als unbestechlich dargestellt hat, droht in einem Finanzskandal ersten Ranges zu versinken: Gegen Schatzmeister Francesco Belsito ermitteln die Staatsanwälte wegen Veruntreuung, Betrugs, Geldwäsche und illegaler Parteienfinanzierung. In einer Vorstandssitzung zog Parteichef Umberto Bossi die Konsequenzen und trat zurück. Die Fraktion soll interimistisch von einem Triumvirat geleitet werden, hieß es am Donnerstagnachmittag. Dass der 70-Jährige, der die Lega Nord zwei Jahrzehnte lang in autoritärem Stil führte, den jüngsten Skandal politisch überleben würde, galt schon seit Tagen als unwahrscheinlich.

In vier Wochen stehen in Italien Gemeindewahlen an, bei denen die Lega Nord ohne Koalitionspartner und nun auch ohne streitbaren Parteichef, antritt.

Der 41-jährige Abgeordnete Belsito hatte zurücktreten müssen, nachdem die Finanzpolizei den Parteisitz in Mailand durchsucht und zahlreiche Unterlagen beschlagnahmt hatte. Nach Überzeugung der ermittelnden Staatsanwälte wurden die Bilanzbücher der größten Oppositionspartei seit acht Jahren "massiv gefälscht" und seien "völlig undurchsichtig". So sollen die Söhne von Parteichef Bossi, Riccardo und Renzo, rund 250.000 Euro kassiert haben. Und die enge Vertraute des senatúr Rosi Mauro soll 300.000 Euro erhalten haben."Wenn ich auspacke, legen sie euch allen die Handschellen an", drohte Belsito in einem Telefongespräch mit Bossis Sekretärin, die von den Ermittlern drei Stunden lang verhört wurde. Mit Bewilligung des Parlaments öffneten die Ermittler den Safe des Schatzmeisters, in dem sich auch eine Mappe mit der Aufschrift "The Family" befand, in der die Zuwendungen an die Familie des Parteigründers dokumentiert sind.

Als Türsteher begonnen

Belsito, der die Lega Nord in Ligurien anführte und in der Regierung von Silvio Berlusconi als Staatssekretär amtierte, soll auch sieben Millionen Euro an Parteigeldern in abenteuerliche Finanzspekulationen in Tansania und Zypern investiert haben.

Der Schatzmeister hatte seine Laufbahn als Türsteher einer Diskothek und Chauffeur eines ehemaligen Forza-Italia-Ministers begonnen und war 2002 zur Lega Nord übergewechselt. Der bullige Porsche-Liebhaber, der es bis zum Vizepräsidenten der Großreederei Fincantieri brachte, soll enge Beziehungen zu einem 'Ndrangheta-Clan in Kalabrien gepflegt haben.

Drei gut informierte Führungsmitglieder der Lega Nord hatten schon im vergangenen Jänner die Entlassung Belsitos aus seinen Ämtern gefordert - allerdings vergeblich, Bossi hielt an ihm fest. Das streitbare und protesterprobte Fußvolk der größten Oppositionspartei reagierte ernüchtert und kleinlaut auf den Skandal. Der ehemalige Innenminister Roberto Maroni, forderte ein "Großreinemachen" in der Partei - da war von Bossis Rücktritt noch keine Rede. (Gerhard Mumelter aus Rom/DER STANDARD, 6.4.2012)

Kommentar posten
Posting 26 bis 75 von 89
1 2 3
Rechtspopulistische Parteien

und ihre Vertreter sind überall gleich auf der Welt.
Es würde nur verwundern, wenn es einmal anders wäre.

Man muss aber fairerweise feststellen, dass in Italien auch die Linksparteien durch Skandale glänzen.
Ein Senator der "PD" und ehem. Schatzmeister der "Margherita" hat die Veruntreuung von Parteigeldern zugegeben. Es soll sich um 13 Mio Euro handeln.
Er wurde mittlerweile aus der Partei ausgeschlossen.

http://www.oe24.at/welt/Ital... r/61660970

keine haider'sche lösung.

zumindest fährt umberto b. keinen geleasten phaeton, da hätte es keinen rücktritt gegeben.

Ein Rücktritt...na geh.

Bei uns könnte es höchsten dazu kommen das der Schüssel vom Rücktritt zurücktritt.

.. wann ist Berlusconi der Gangster dran

Repubblica

Habe eben die Repubblica überflogen- die Häme über Bossi ist beträchtlich. La Destra e merda- anche da noi.

So a Pech - schon wieder einer von einer supersauberen Partei !!! Complimento !!!

sein pech ist einfach, dass er im falschen land geboren wurde.

in österreich hätt er auch seine politische heimat gefunden und könnte - skandälchen hin oder her - noch minister werden, alles nur kein sacklpicker. dafür würd schon die övp sorgen, will sie doch mit leut wie den bossi koalieren.

Der Unterschied ist, daß der österreichische Fußball international eh wurscht ist, jedoch der jüngste Skandal um Atalanta Bergamo einem Erstligaverein im nicht nur fußballerisch weltweit beachteten Italien sogar zu Verhaftungen von Spielern geführt hatte. Da stolpert auch schon mal eine Regierung in Italien über den Fußball im Unterschied zu Österreich.

die gute nachricht zum tag

So ähnliche Typen machen ja auch bei uns Karriere:

Zahntechniker, Tankwart, Chauffeur, Türlsteher, usw.
Und eines Tages führen sie sich dann Politiker-Darsteller auf und als Hoffnungsträger und fürchterlich wichtig!
Würschtl bleibt Würschtl!!

und genau dasselbe erwartet uns in Ö, wenn der HC Flasche an die macht kommen sollte... der wird genauso wie der Bossi werden, und genauso wie der Orban in Ungarn.

Warnung an alle, die ihn wählen würden: Vorsicht! der bleibt dann viel zu lange im Amt und macht vieles kaputt, während er nebenbei abcasht.

Nicht kotauende Politiker werden abserviert .

Die rechten sind doch überall die selben

Egal wo, wenn das Geld kommt, dann geht die "rechte Moral" flötten...

In Österreich warad des ned möglich, dassd ois gleanda Tirlsteher Finanz"profi" wirst...

....do muasd zumindest Tankstellenwärter gwesn sein.

Bossi gibt auf!

Wenigstens eine erfreuliche Nachricht heute...

Es wird Zeit

für die Gründung einer Internationalen der Leistungsträger.

so sind's die rechtsextremisten. hüben wie drüben.

Unschuldsvermutungen für Politiker...

sind Vorurteile
http://666kb.com/i/c2lrdjl... 6tcxvb.jpg

Von Italien kann man einiges lernen!

Wie man ein Rauverbot fächendeckend durchsetzt.
Wie man einen Cavalliere schnell los wird.
Wie man einen rechten Separatisten los wird.
Österreich: schau hin und mach es nach!

Na schnell san's den Cavalliere ned los'worden

Aber ansonsten einverstanden.

nur die Behauptung mit dem Rauchverbot stimmt...

...ansonsten haben sie sowohl beim Cavalliere als auch beim rechten Gartenzweg Bossi viel zu lange gebraucht um ihnen den verdienten A-tritt zu verpassen.

Die Liste lässt sich fortsetzen

Wie man ein ineffizientes Justizsystem aufbaut.
Wie man Schulden macht ohne Ende.
Wie man Parlamentarier mit Mafiaverstrickungen im Amt hält.
Und wie man es schafft 30 Jahre lang an einer Autobahn zu arbeiten, deren Finanzierung für eine Autobahn von Palermo bis Berlin reichen würde.

Das

Schulden machen ist an und für sich keine Kunst.
Schwieriger wird erst die Rückzahlung der Schulden;-((

20 Jahre Berlusconi und noch keine Ende.
Träumen Sie weiter.

"Wie man einen Cavalliere schnell los wird"

Das mitnichten. Den hatten sie seit 1994! Da wurden wir Schüssel & Gussenbauer schneller los.

Liber stadard ZENSUr ich habe EBEN gestern die lega nord als koruptte mafiose partei und das posting würde nicht gezeight ..
ich wiederholen
DIE lega nord IST eine mafiose Xenofobe Ignorante Korupte PARTEI und strache hat mit denen noch einer zusam arbeit gekundigt....

Das passt wie die Faust aufs Auge

die Kämpfer für ein sauberes, von den Südländern gereinigtes Padanien sind verfilzt mit der kalabrischen Mafia.

Und es gibt doch die Rache der Geschichte

und die Hoffnung, dass es auch unseren Korruptionisten irgendwann an den Kragen geht.

endlich

Die Fraktion soll interimistisch von einem Triumvirat geleitet werden,
von wegen Geschichte, das erinnert an das alte Rom

Gibts in Italien keine Unschuldsvermutung?
Sogar die italienischen Politiker haben mehr Anstand als unsere.

italien hat doch noch eine chance

silvio weg und jetzt der umberto bravo bei denen scheint die justiz doch zu funktionieren

Was haben die Leute an diesem Kotzbrocken nur je gefunden?

wegen so einer kleinigkeit müsste in österreich niemand zurücktreten....

"italienische zustände" werden bei uns wohl bald als supersauber gelten...

Den Traum vom norditalienischen Separatstaat Padanien mit der Hauptstadt Mantua kann er hoffentlich bald im Knast weiter träumen

Das ist doch jener Bossi, der gemeint hat: Der Norden kann nicht allein für die Schulden des Südens aufkommen! Richtig, jetzt sollte man auch die Abzocker die Korrupten zur Kassa bitten und enteignen. Bei dieser Bande kommt sicher einiges zusammen, was da in den vergangenen 15-20 Jahren alles gestohlen wurde!

Was hat der wieder richtig gemacht??

Jeden unliebsamen Politiker wird irgend etwas angehängt!

So schnell kanns gehen.

Bossi si é dimesso

vulgata
hat sich zurückgetreten
:-))

Die Freunde

Jörg Haiders halt ...

Die meiste Zeit ein Freund Berlusconis. Und der ...

...war wieder ein Freund unsres Kleinformatkanzlers.

und ein Freund

Jörg Haiders ...

Das war nur ein "ZUwaag"!

Viel Glück

Schade, er war mir nicht politisch unsympatisch.
Meistens kommt nichts besseres nach

..sie finden korrupte rechtsextreme also "nicht unsympathisch"?
na, pfiatigott..

und tschüss

man soll ja abtretenden nichts schlechtes nachsagen, aber in diesem fall ... hmm..

ewige Missverständnisse

wahrscheinlich wollte Umberto Bossi gar nichts abzweigen, sondern lediglich die Parteikassa vom Rest von Italien abspalten ;)

Er tritt zurück?

Damit ist er unseren "Politikern" weit voraus. Die versuchen ihre Korruption durchzusitzen.

abschieben, sofort!

Nach Österreich!

Da fällt er nicht auf!

ja, Nordslowenien lässt grüßen. Gegen Parteispende gibt´s auch die offizielle Einbürgerung.

Kommentar posten
Posting 26 bis 75 von 89
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.