Pornovideos verursachen 30 Prozent des Internet-Datenverkehrs

Die größte Seite allein ist für geschätzte 50 Gigabyte in der Sekunde verantwortlich.

Es wird schon lange vermutet, dass Pornografie für einen großen Teil des Internet-Traffics verantwortlich ist. Die Seite ExtremeTech hat nun versucht herauszufinden, wie viel Verkehr Pornovideos wirklich verursachen. Dafür haben sie Daten von Googles Doubleclick Ad Planner, die auf Cookies basieren und Angaben der Videoplattform Youporn herangezogen.

Mehr Views, mehr Zeit

Die größte Pornowebseite Xvideos hat 4,4 Milliarden Page Views im Monat, das ist dreimal mehr als bei CNN. Auch die Verweildauer auf Pornoseiten ist bedeuten länger als beispielsweise auf Nachrichtenseiten. Während sich die Nutzer für News durchschnittlich drei bis sechs Minuten Zeit nehmen, investieren sie für Pornografie zwischen 15 und zwanzig Minuten, pro Besuch.

50 Gigabyte pro Sekunde

ExtremeTech schätzt den Traffic, der beim Streamen eines Videos entsteht, auf 100 Kilobytes pro Sekunde, in 15 Minuten sind das ungefähr 90 Megabyte. Nimmt man die 4,4 Milliarden Besucher von Xvideos kommt man auf einen Datenverkehr von 29 Petabyte pro Monat oder 50 Gigabytes pro Sekunde. Nur für diese eine Seite.

Sechsmal mehr Traffic als Hulu

Nur Videoplattformen wie YouTube oder Hulu kommen auf einen ähnlichen Traffic. Allerdings erzeugt Youporn, die zweitgrößte Pornowebseite immer noch sechsmal mehr Verkehr als Hulu. In Spitzenzeiten muss Xvideo eine Datenrate von geschätzt einem Terabit pro Sekunde bewältigen. Eine extreme Anforderungen an die Hardware. ExtremeTech vergleicht die Zahl mit der Datenverbindung zwischen New York und London, die 15 Terabits pro Sekunde verarbeiten kann.

Zahlen von Youporn

Neben den geschätzten Daten, hat ExtremeTech auch reale Angaben von Youporn erhalten. Aus denen geht hervor, dass die Videoplattform monatlich 28 Petabytes Datenverkehr erzeugt. Damit sind die geschätzten 29 Petabytes des größeren Anbieters Xvideos eher vorsichtig geschätzt und liegen in der Realität vermutlich zwischen 35 und 40 Petabytes.

Pro Sekunde erzeugt Youporn in Spitzenzeiten 100 Gigabyte oder 800 Gigabits Traffic, womit die 1.000 Gigabits von Xvideo ebenfalls nach oben korrigiert werden müssen.  Pro Sekunde werden an die Server 300.000 Anfragen gestellt und zwischen acht und 15 Gigabyte Daten protokolliert (Besuchsprotokolle, Verhaltensdaten, etc.).

30 Prozent des Internet-Datenverkehrs

ExtremeTech setzt die 800 Gigabits von Youporn in Vergleich zu den 50 Terabits pro Sekunde, die das gesamte Internet an Traffic erzeugt. Da es dutzende vergleichbare Seiten gibt und noch viel mehr kleinere pornografische Webseiten, kann man davon ausgehen, dass rund 30 Prozent des täglichen Datenverkehrs im Internet durch Pornografie generiert werden. (soc, derStandard.at, 05.04.2012)

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