Papst kritisiert Pfarrer-Initiative

5. April 2012, 12:17

Benedikt XVI. attackiert am Gründonnerstag die kirchliche Reformbewegung: "Ungehorsam ist kein Weg"

Rom - Der Papst hat am Donnerstag zum Teil die Forderungen der österreichischen Pfarrer-Initiative abgelehnt. In seiner Predigt bei der Chrisammesse am Gründonnerstag mit rund 3.000 Priestern aus der Diözese Rom und der vatikanischen Kurie ging Benedikt XVI. auf den "Aufruf zum Ungehorsam" ein und sagte, dass dieser Appell "vor kurzem von einer Gruppe von Priestern in einem europäischen Land" veröffentlicht worden sei.

"Verzweifelter Drang"

"Wir wollen den Autoren dieses Appells glauben, dass sie von Sorgsamkeit für die Kirche bewogen sind, dass sie überzeugt sind, die Trägheit der Institutionen mit drastischen Mitteln in Angriff zu nehmen, um neue Wege zu öffnen. Ist Ungehorsam allerdings ein Weg?", fragte der Papst. Er warnte vor der Gefahr, dass die Pfarrer-Initiative lediglich "einen verzweifelten Drang" darstelle, die Kirche nach eigenen Wünschen und Ideen umzuwandeln. Dieser Weg sei jedoch nicht mit der Haltung Jesu konform. Jesus sei es "um den wahren Gehorsam" gegangen, der "gegen die Eigenwilligkeit des Menschen" gerichtet sei.

Die kirchenkritische Pfarrerinitiative will Laien predigen lassen und die Kommunion auch Geschiedenen und Ausgetretenen spenden. Neben in der katholischen Kirche ausdrücklich Verbotenem wollen die Priester in Zukunft auch in jedem Gottesdienst eine Fürbitte für die Kirchenreform sprechen.

Schüller "angenehm überrascht"

Der Sprecher der Pfarrerinitiative, Helmut Schüller, zeigte sich von der Papstkritik sogar "angenehm überrascht". Die Predigt sei zum Teil "sehr sanft" gewesen, auch mit Sanktionen sei nicht gedroht worden.

Schüller freut sich zudem, dass die Pfarrerinitiative vom Heiligen Stuhl wahrgenommen wird: "Er billigt zu, dass es um die Zukunft der Kirche geht." Ebenfalls positiv sei zu werten, dass der Papst von der "Trägheit der Institutionen" gesprochen habe.

Kardinal Christoph Schönborn sieht in den Worten des Papstes wiederum eine "Ermutigung für die Kirche in Österreich". Für ihn geht aus der Predigt des Papstes hervor, wie wichtig dieser die Auseinandersetzung um die Zukunft der Kirche auch in Österreich nimmt "und wie genau er die Situation hier kennt". (APA, 5.4.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 358
1 2 3 4 5 6 7 8
"Helmut--the-catholic-conquerer--2012

Having heard and read, that Austria and whole Europe are “too small“ for “Helmut, the catholic conquerer“, we would like to send him the best wishes for his extremly-engaged world-wide-'not only'-web-activities.

A lot of male and female
ardent admirers from
U.S.A. and so on …

-----------------------------------------------------------------------------------------

HELMUT--the-catholic-conquerer--2012

We have heard and read, that Austria and whole Europe are “too small“ for “Helmut, the catholic conquerer“.
Therefore we would like to send him the best wishes from U.S.A. and so on …
… for his extremly-engaged world-wide-'not only'-web-activities.

Kind regards from a lot of
ardent male and female admirers

Sehr geehrter Herr Ratzinger, Herr Schönborn, sehr geehrte Herren/Damen Ökonomexperten und Statistiker der Obrigkeiten,,

wenn Probleme und Köpfe ignoriert werden, wird Widerstand zur Pflicht. Das gilt auch für die Obrigkeiten des Staates. Daher Ungehorsam; dieser ist manchmal die einzige Widerstandshandlung, die uns bleibt: es geht ums Prinzip. Wer im Widerstand ist, wäre blöd, es nicht auch zu zeigen. Die Obrigkeiten ignorieren über Jahre hinweg alles, was sich bewegt; aber erwarten trotzdem bedingungslose Unterwerfung?

"Die Eigenwilligkeit des Menschen" ... ?
Wenn man verlangt, dass wenigstens das Grundsätzliche stimmig ist im politischen oder kirchlichem Handeln; wenn man verlangt, dass die Obrigkeiten anständige und ausführliche Antworten und Reaktionen haben auf die Fragen bzw. Probleme, die man stellt und sieht; die Bürgerrechte einfordert; ein

grundsätzliches Überdenken der Institutionen (oder Falszifizierung von konventionellen Begriffen, Newspeak, Einstellungen oder üblichen Vorgangsweisen etc.)

- das hat alles nichts mit der "Eigenwilligkeit des Menschen" zu tun. Sokrates, Popper: eigenwillige Pedanten und Querulanten? Einem Menschen Eigenwilligkeit zu attestieren (auch als Krankheit oder Persönlichkeitstörung), ist eine ganz bösartige Erfindung derer, die erwarten, dass er sich nahtlos einfügt, von einem Journalisten zum Beispiel Lobgesänge der Obrigkeiten oder aber Verhetzung ihrer Gegner erwarten, aber sonst von gar nichts wissen wollen.

(Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass das Intellektuelle, die Intelligentsia, die Komplexität zunehmend ins Abseits

gedrängt werden, und dass es mir nicht etwa um Ungehorsam im Sinne der Nazis geht (denn bei diesen geht es um die Simplifizierung, der radikalen Verkürzung einer komplexen Thematik; und durchaus auch um die Anwendung von nackter Gewalt, um Widerstand kleinzukriegen.)

Leider, leider ist auch die österreichische gemäßigte Regierung der Mitte gar nicht so weit entfernt von obig dargestellter nationalsozialistischer Denke wie sie denkt, wie es wünschenswert und im Angesicht des 21. Jahrhunderts, den technischen Möglichkeiten der heutigen Zeit zu Trotze EINZUKLAGEN wäre.

Ein paar alte Männer in Rom

können nicht für Jesus Christus sprechen, zumal sie sich von seiner Lehre schon sehr weit wegbewegt haben.
Oder glaubt wirklich irgendjemand, dass Jesus die vom Papst verteidigten sexuellen Übergriffe der katholsichen Priester befürwortet hätte?

Jesus sei es "um den wahren Gehorsam" gegangen, der "gegen die Eigenwilligkeit des Menschen" gerichtet sei.

Von wo soll das wieder mal herkommen? Jesus scheint keinesfalls sehr gehorsamstwillig bei menschlichen Institutionen (wie sie die Kirche eindeutig ist) gewesen zu sein.

Der Papst ist nicht das Oberhaupt der Christen - sondern NUR der Katholiken

Es gibt nur EINE Christliche Kirche und nur durch die SÜNDEN der Kath. Kirche, vorwiegend im Mittelalter, sind alle Spaltungen entstanden!

Wie war das mit den Hexenverbrennungen, Ablasshandel, Galilei, Zölibat - ALLES von den Katholiken hunderte Jahre nach dem Tod Jesus erfunden und daher zu verantworten!

Daher wäre es jetzt vordringliches Zeichen wenn sich dafür der Papst im Namen der Katholiken entschuldigt, anstatt auch noch die Ökumene zu behindern!

Wenn ich mit einem Verein

unzufrieden bin suche ich mir einen passenden z b: Protestanten.

wenn sie einen glaubensverein brauchen

tun sie mir leid.
egal welcher glaube, die grundlagen mögen ja gut und wünshenswert sein, aber die organisationen sind überall gleich, geldgierig und machtbessesen.

wenn sie an einen gott glauben, brauchen sie diese vereine nicht!

Ohja, Jesus war ja sehr gehorsam gegenüber den Römern.

Also wo war dann jetzt die Attacke?

Kritik war es, stimmt.
Aber, scheint es, so schonend, dass sowohl Kardinal Schönborn, als auch Schüller das positiv bewerten.

jemus rette mich!!

ungehorsam ist der weg

Selig, die ungehorsam sind. Denn sie leben das wahre Christentum.

Solange Supreme Chancellor Palpatine der 16. im Amt ist, wird sich NIE was ändern!

Wenn der liebe Darth...

... Papst wäre, könnte es irgendwann doch noch zu Fortschritt und Reformen kommen.

Aber so...
;-)

Link mit Rechtsklick kopieren und dann in Adresszeile einfügen, um die Link-Sperre zu umgehen!

Durch Kniefälle vor dem Zeitgeist wird sich die Kirche auch nicht halten.

In so fern hat der Papst recht.
Unser Problem ist eher die Lapidarisierung als eine Fundamentalisierung. Konsum, Sex, Medien - wo ist denn der Kick? Wir werden in einer hedonistischen Zeitgeistwelt an Freudlosigkeit kulturell implodieren. Nicht, weil der Papst konservativ ist. Das dient als willkommene Ausrede und Blitzableiter für den Frust am Ende des Konsumismus.

Der ewige Zeitgeist…

… ich kann's schon nicht mehr hören! Als ob es neben verlogenem Katholizismus und oberflächlichem Konsumismus keine dritte Möglichkeit gäbe! Daran zu glauben, Erlösung könnte von außen kommen, ist auch nichts anderes als eine Art "Kick", den man sich holt. Und das eigene Kreuz einem vermeintlichen Gott aufzuladen, anstatt endlich einmal ehrlich in sich selbst hineinzuschauen, dort wo's am allermeisten wehtut, ist eine weitaus größere Sünde als alles, was von kirchlicher Seite als solche bezeichnet wird. Wer Christus wirklich und wahrhaftig nachfolgt, wird letztlich den Mut aufbringen, sich selbst zu kreuzigen um dem Auferstandenen nicht ähnlich, sondern gleich zu sein.

Ich bin dennoch der Meinung, dass die Antwort auf blühende Korruption

Kindesmissbrauch und Pornoflut nicht darin liegen kann, Regeln an den "gesellschaftlichen Fortschritt" anzupassen und sich einzubilden, dass diese demographisch implodierende und an Konsum erstickende westliche Gesellschaft daran genesen wird, dass endlich auch die katholischen Pfarrer dem medial inszenierten Schnackseldiktat gehorchen.

Dass unser aller Seelenheil damit besiegelt wäre,

dass uns der Papst das F***en erlaubt, habe ich auch niemals behauptet. Dass er es uns verbietet, trägt jedoch genausowenig zu einer positiven Entwicklung bei. Der von mir genannte, vermutlich einzig sinnerfüllende und damit sinnvolle "dritte Weg" ist jener der Eigenverantwortung. JedeR hat die Chance, immer besser zu lernen, seine Handlungen so zu setzen, dass sie gleichzeitig dem eigenen Wohl als auch dem der Gemeinschaft dienen. Wer nicht dazu bereit ist, sich auf diesen Lernprozess einzulassen, wird im Laufe der kommenden Jahrzehnte zunehmend durch äußere Umstände dazu gezwungen werden.

Na und?

Pfarrer-Initiative kritisiert Papst.

Unentschieden, würd ich sagen ^^

Dieser Papst ist sowas von erstarrt .... und plappert nur leere Luftblasen und doch beten Ihn Millionen an, das ist für mich die größte Tragik ....

Wir können wirklich alle froh sein das der Papst immer ein rüchständiger älterer Herr ist. Ich will gar nicht wissen was passiert würde wenn ein dynamischer 45 Jähriger mit neuen Idee Kirchenhaupt werden würde... ich befüchte dann gibt die Kirche wieder Gas...und das würde nichts Gutes bedeuten!

Posting 1 bis 25 von 358
1 2 3 4 5 6 7 8

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.