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Wien - Die Diakonie ist für die Abschaffung der sogenannten Dublin-Verfahren, welche die Zuständigkeit bei Asylverfahren bei EU-Staaten regeln. "Was wir derzeit erleben ist ein Wettbewerb der Unzuständigkeiten", kritisierte Christoph Riedl, Leiter des Flüchtlingsdienstes, am Donnerstag in einer Pressekonferenz die derzeitige Praxis. Er schlug stattdessen ein "solidarisches Aufnahmesystem" für Flüchtlinge vor.
Problem der Kettenabschiebungen
Die Diakonie fordert die österreichische Regierung auf, sich für die Abschaffung der Dublin-Regelung starkzumachen. Diese besagt, dass jenes Land der EU, das als erstes von einem Schutzsuchenden betreten wird, auch zuständig für die Durchführung des Asylverfahrens ist. Für Riedl funktioniert dies allerdings nur bedingt, nicht zuletzt durch den vom Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte erwirkten Abschiebestopp nach Griechenland. Flüchtlinge würden daher oft von Österreich nach Ungarn verwiesen, wodurch es in weiterer Folge zu sogenannten "Kettenabschiebungen" komme.
Der Flüchtlingsdienst der Diakonie ruft die Regierung auch auf, beim Thema Asyl Ruhe zu bewahren. Österreich sei im Ranking der asylantragsstärksten Industrienationen gerade auf Platz elf abgerutscht. Auch das "Sterben an den Grenzen Europas" muss laut Riedl gestoppt werden. "Es ist ein Armutszeugnis, dass man das scheinbar nicht in den Griff bekommen möchte." Stattdessen schlug er "geschützte Einreiseverfahren" vor, die auch die Schlepperei verringern würden. Derzeit sei eine illegale Einreise oft die einzige Möglichkeit für Flüchtlinge, nach Europa zu kommen.
Flüchtlinge traumatisiert
Sozialexperte Martin Schenk, stellvertretender Direktor der Diakonie, machte auf das Problem der Traumatisierung von Flüchtlingen aufmerksam. So hätten viele Asylwerber Folter erleiden müssen, Schubhaft und schlechte Verfahren würden dieses Trauma reaktivieren. Für die Psychotherapeutin Verena Schlichtmeier brauchen Flüchtlinge in erster Linie Sicherheit und Schutz sowie die Anerkennung und Verurteilung der Gewalt, die ihnen zugefügt wurde. Stattdessen erlebten viele die Unterstellung der Lüge. (APA, 5.4.2012)
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na hoffentlich ist die Arbeit auch für die Diakonie von Nutzen. Wenns Folterüberlebenden durch therapeutische Hilfe wieder Lebensmut bekommen, wenn Jugendliche die Hauptschule nachholen, wenn Familien gscheit Deutsch lernen, dann nützt das allen, Und die therapeutisch arbeiten, Deutsch lehren und Nachhilfe geben oder für Leute Wohnung suchen, die sollen was davon haben. Vl einen Lohn von dem sie leben können, Kollektivvertrag z.b? Die meisten Dinge werden eh mit Spenden finanziert, also freiwillig und mit vielen Ehrenamtlichen gemacht. aber ich glaub um die debatte gehts den postings nicht, da gehts mehr ums anschütten und dass des alles mit "dem asyl" weggehört.
Nach dieser Konvention sind aufgrund der politischen Verhältnisse halbe Kontinente aufzunehmen und nach dem Dublinabkommen würde das Erstaufnahmeland zuständig sein.
Wie soll oder könnte der Asylantenstrom verringert werden. Eine Aufgabe die der Quadratur des Kreises gleichkommt!
Dublin-Verfahren hat in einem solidarischen Europa keinen Platz. Die Länder an den Aussengrenzen müssen die volle Last tragen, die anderen putzen sich ab und Familien werden quer durch Europa geschickt. Was daran super sein soll, weiß ich nicht.
Der Euop.Menschengerichtshof hat das auch shcon öfters kritisiert. Jetzt schon könnte Österreich bei schwer Kranken von seinem Selbtseintrittsrecht Gebrauch machen.
http://www.diakonie.at/Data/cont... il2012.pdf
Natürlich ist die Diakonie gegen Dublin-Verfahren, dadurch kommen ihnen dauernd lukrative Schützlinge abhanden. Es ist halt doch ein beinhartes Geschäft mit den Flüchtlingen und das nicht nur für die Schlepper. Aus reiner Nächstenliebe macht bei der Diakonie aus eigener Erfahrung kein Mensch einen Finger krumm.
So viel ich den öffentlichen Finanzberichten der Diakonie entnehme, setzt diese hunderttausende Euro an Spendenmitteln ein. In Ihrer Logik wärs daher wesentlich lukrativer wenn möglichst wenige Flüchtlinge kämen!
Die überwiegende Mehrheit der österreichischen Bevölkerung ist für die Beibehaltung der (sogenannten?) Dublin-Verfahren.
Es ist eher darauf zu drängen, dass diese Dublin-Vereinbarung nicht so oft umgangen werden kann.
Da werden halbe Kinder von Afghanistan auf die Reise geschickt. Oft eine Entscheidung des halben Dorfes. Warum? Weil der Minderjährige die besten Chancen auf Anerkennung hat. Hat man gehört.
Keiner von denen hat Bedenken so einen 14jährigen durch 10 Staaten um die halbe Welt zu senden. Dass da psychisch für so einen jungen Menschen was hängen bleiben kann, ist wohl klar. Ständig auf der Flucht, verstecken, Angst haben erwischt zu werden, Angst dass das Geld auf dem langem Weg ausgeht, usw. Eigentlich auch viel vom Glück abhängig ob man immer Leute an den Grenzen hat, die geschmiert werden können.
Und irgendwann landet der bei uns. Und dann sind wir schuld daran, wie er sich fühlt. Eh klar!
ich habe zwei afghanische burschen betreut. die sind beide mittlerweile abgeschoben. 13 und 15 waren sie. die "wollten" nicht kommen und es war keine entscheidung des halben dorfes...es war eine entscheidung ihrer eltern, um ihnen ein leben im krieg zu ersparen. für die burschen wirds mit 14-15 ernst in afghanistan. da kommen dann die warlords zum anwerben. die eltern dieser burschen hätten sich einfach ein besseres leben für ihre söhne gewünscht. und nein die buben hatten beide über jahre keinen kontakt zu ihren eltern. keine ankerkinder. und ja wenn leute mal da sind und sich wohl fühlen, dann kriegen sie neuen psychischen stress. eben wieder weg zu müssen. es geht doch hier nicht um schuld bitte.
Die Asylantragszahlen pro Kopf sind in Österreich dreimal so hoch wie im EU-Durchschnitt.
"solidarisches Aufnahmesystem" ist eine Floskel, wie soll die Zuständigkeitsregelung genau aussehen?
Würde das mehr oder weniger Asylwerber für Österreich bedeuten?
Danke für die Quellenangabe. Hinzufügen möchte ich nur noch, dass 14.455 für das Jahr 2011 umgerechnet 1,72 Asylwerber_innen pro Einwohner_in bedeuten. Das klingt gleich um einiges weniger dramatisch als der dreifache EU-Schnitt (=0,60). Eine Alternative zu Dublin II wäre etwa ein monetäres Ausgleichssystem. Ist doch besser Geld auf Konten quer durch EUropa zu verschieben anstatt Menschen.
Das würde zum Beispiel bedeuten, dass Rumänen und Bulgaren für Asylwerber in Österreich Sozialleistungen mitfinanzieren müssten, die höher sind als jene Leistungen, auf die Rumänen und Bulgaren in ihren Heimatländern Anspruch haben. Eine solidarische Kostenbeiligung an einem Superluxus-Asylsystem wie dem österreichischen dürfte in den meisten EU-Ländern innenpolitisch nicht durchsetzbar sein.
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