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Wer ein Kind in die Welt setzt, sollte schon vor der Geburt die Couchtischecken mit Schaumstoff beklebt und die Anmeldung zur Eliteschule abgeschickt haben. Denn die Welt außerhalb der Gebärmutter ist purer Darwinismus und das Kind erfährt den Wettbewerb noch früh genug. Helikopter-Eltern werden diese Erziehungsberechtigten genannt, weil sie immer um die Kinder kreisen müssen. Sie können bei der Erziehung nichts mehr der Erfahrungswelt des Kindes überlassen aus Angst, es könnte etwas schieflaufen.
In Colorado Springs im US-Bundesstaat Colorado hatte das fürsorgliche Verhalten der Eltern nun Konsequenzen für die Kinder: In diesem Jahr wird die Stadt keine Ostereiersuche für die kleinsten Bürger veranstalten. Bei dem traditionellen Event im vergangenen Jahr hatten sich die"parental helicopters", wie die Eltern inzwischen von Pädagogen genannt werden, nicht zurückhalten können. Sie befürchteten, dass ihr Nachwuchs nicht genug Beute einsammeln könnte, sprangen über die Absperrung auf das Feld und füllten selbst die Körbe der Nachkommen.
Eiersuche nach Sekunden beendet
Der Vater Lenny Watkins hatte sich damals ebenfalls diesem Domino-Effekt angeschlossen, wie er im Nachhinein der Nachrichtenagentur AP erklärte: "Man sieht die schönen Eier liegen und all diese Eltern, die sie aufsammeln. Da denkt man sich 'Ich sollte meinem Kind besser helfen. Ich habe ihm diese Ostereiersuche versprochen und es sollte schließlich auch einen gerechten Teil davon bekommen.'"
Die Suche sei daher nach ein paar Sekunden abgebrochen worden, weil viele Kinder sonst gänzlich leer ausgegangen wären, sagte Organisator Dave Van Ness im Interview mit dem US-Sender Fox. Die Kinder hätten gegen den aggressiven Eltern-Mob schlicht keine Chance gehabt.
"Millennium-Kinder" umkreist von besorgten Eltern
"Sie konnten einfach nicht widerstehen, über das Absperrband zu steigen und zu helfen", sagte Ron Alsop, ehemaliger Journalist des "Wall Street Journal", der ein Buch über das Helikopter-Phänomen geschrieben hat. Für "The Trophy Kids Grow Up" untersuchte er die über-umsorgten Millennium-Kinder.
Alsops Fazit: "Eltern können sich nicht mehr aus dem Leben ihrer Kinder heraushalten. Sie geben ihren Kindern nicht genügend Möglichkeiten, aus Rückschlägen und Fehlern zu lernen." In Colorado Springs zeigte sich recht anschaulich, welche Folgen das Fehlverhalten der Eltern für die Kinder hat. (Maria von Usslar, derStandard.at, 6.4.2012)
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Die Zeiten haben sich echt geändert. Ich zu meiner Zeit hab beim sonntäglichen Osterspaziergang mit den Eltern noch den ganzen Nachmittag immer wieder dasselbe Osterei "gefunden", das der Padre stets so platziert hatte, dass mans in der Wiese gut sehen konnte. Und hab nie bemerkt, dass am Ende des Tages kein übervolles Osternesterl dabei rauskam. Erfolgserlebnis pur. Ostereierwettsuchen - sowas...
PS: Aus mir is trotzdem was geworden...
... die erzieherische Herausforderung ist heute auch von dem Spannungsfeld stark beeinflusst, wegen Passivität seiner elterlichen / gesellschaftlichen Verantwortung NICHT nachgekommen zu sein, wenn ein Unglück (Unfall, Missbrauch etc.) passiert - andererseits wird vorausschauendes bis hin zu "Helikopter"- Verhalten als "Over-Protectiveness/Speckgürtelverhalten" etc. gebrandmarkt: jeder, der als Elternteil oder Profi diese Kritik ausspricht, hat meines Respekt und meine Aufmerksamkeit zu dem Thema! An den Rest der Poster: man möge mal ein wenig mehr über seinen (kleinen) Tellerrand hinausschauen, das würde nicht nur bei Erziehungsfragen, sondern zB auch bei vielen politischen Diskussionen ganz gut tun ...
sich wiedermal an Oberflächlichkeit. Das Hauptproblem sehe ich bei solchen großen Veranstaltungen am Altersunterschied. Kleine Kinder haben natürlich keine Chance gegen größere, da bleibt für sie nichts übrig. Deswegen ist es hier normal, dass die Eltern ihren Kindern helfen. Das hat überhaupt nichts mit Gluckenverhalten zu tun, das weiss jeder der SELBST Kinder hat oder gehabt hat. Das hat ja dann auch nichts mit einem fairen Wettbewerb zu tun. Das ist so ähnlich wie wenn ich 70-80 jährige gegen 20-40 jährige beim Ostereier suchen antreten lasse. Das ist einfach SCHWACHSINN. Oder Frauen gegen Männer in im Sport.
dann würde niemand übrig bleiben ohne Ei und niemand würde mit 20 Eiern nach Hause gehn!
Die Gier der Eltern und der Gesellschaft spiegelt sich drin! Der erste ist der Gewinner, der Stärkere und Brutalere bekommt mehr als die Schwachen ...
Sehr sehr tolle und vorallem moralisch wertvolle Erziehung!
ostereiersuche nach alter in parzellen aufteilen sollen? die eltern wären wahrscheinlich trotzdem reingehunpft, weil wieder andere ungerechtigkeiten vermutet worden wären - grösse, gewicht, ...
in meiner schule damals haben die älteren schüler immer die besseren jausenbrote ergattert, weil sie sich in der schlange vorgedrängt haben. hätte ich da meine mutter für mich das brot holen lassen sollen? das war so, hat auch nicht geschadet, man selber wurde dann auch mal älterer schüler ...
Und was genau ist jetzt so schrecklich daran, wenn ältere Kinder mehr Ostereier aufsammeln als jüngere? Es sagt ja niemand etwas, wenn bei einem Kind, das wirklich noch so klein ist, dass es alleine gar nicht damit zurecht kommen würde (wobei man sich fragen muss, ob es dann überhaupt mitmachen sollte) die Eltern mitgehen und ihnen bei der Suche helfen. Das gilt natürlich auch für Kinder mit Behinderung.
In dem Artikel ging es aber um einen Eltern-Mob der sich durch den Domino-Effekt gebildet hat, wo Eltern einfach reinströmten und die Eier selbst aufgesammelt und den Kindern ins Körbchen gelegt haben.
die eltern "glauben" eingreifen zu müssen, die frage ist, ob sie es wirklich müssen.
beobachte einmal kinder beim fussballspielen ohne eltern. die kleinen sehen nie einen ball, dürfen nur hin und her rennen, weil ein zehnjähriger noch nicht gelernt hat, da auf einen sechsjährigen rücksicht zu nehmen. der sechsjährige akzeptiert das aber komischerweise und ist glücklich, mit den "großen" mitspielen zu dürfen.
weinen tut der kleine höchstens, wenn seine eltern dabei sind oder eingreifen.
Das eigensinnige, selbstsüchtige und gierige wird Ihnen von den Eltern anerzogen! Teile nicht sonst bleibt dir selbst nichts mehr usw.
Kinder teilen sich sogar ein Eis und schlecken zu 2. oder zu 3. daran bis einer der Elternteile schreit: "Wähhh ist das grauslich ..."
Die Erwachsenen könnten von Ihren Sprösslingen einiges lernen!
Das Phänomen hat was mit Überidentifikation mit dem Kind zu tun.
Ich habe es erlebt, dass das Kind ein Spiel spielt, dabei ungünstig würfelt und aussetzen muss und das anscheinend auch gut aushält und die Eltern von der Seite eingreifen und darauf bestehen, das Kind nochmal würfeln zu lassen, weil *sie* es nicht aushalten würden, mal aussetzen zu müssen.
Es ist die verschärfte Form von der alten Regel, dass ein Kind einen Pullover anziehen muss, wenn den Eltern kalt ist. Jetzt wird das Kind zu Null Frustrationstoleranz erzogen, wenn die Eltern schon kaum eine haben.
Eltern die ihr 18jähriges "Kind" zum Inskribieren auf die Uni begleiten, sind zum Glück in Ö noch die große Ausnahme.
Die Enttäuschung ist die der Eltern, die auf die Kinder projiziert wird.
Für die Kinder ist es schlimm, wneiger Ostereier zu haben,w eil die Eltern ihnen durch ihr Verhalten das suggerieren.
Würden die Eltern sagen "Wow, Du hast auch ein schönes Ei abbekommen, obwohl die anderen Kinder grösser sind" gäb's das Problem nicht.
Auch "Hat Dir das Spiel Spass gemacht?" anstelle von "Wieviel Eier hast Du erkämpft?" wirkt Wunder.
im kindergarten, nennt sich sozialisation. dort sind keine eltern dabei.
aber ich verstehe durchaus, dass vor allem die kinderlosen solchen schwachsinn von sich geben. mit unseren kindern ist alles völlig in ordnung, blos es sind ca. 50% der bevölkerung, welche sind ständig vor veränderung fürchten und deshalb das vergangene hoch halten, obwohl sie selbst darunter gelitten haben.
Geh bitte, reden's nicht so einen Blödsinn. Man muss halt die Kinder fordern und nicht überfordern. Eine Ostereiertreibjagd mit 100en anderen Kindern untschiedlichen Alters und deren Eltern ist einfach nicht sehr motivierend.
Aber wenn Sie Frustrationsmethoden und Wettbewerbsdrill vorziehen, ist's ja auch recht.
"Eine Ostereiertreibjagd mit 100en anderen Kindern untschiedlichen Alters und deren Eltern ist einfach nicht sehr motivierend.2
Warum überlassen's diese Entscheidung nicht den Kindern?
Kinder, die nicht wollen, machen nicht mit und schauen vom Rand zu. Kinder die mit Begeisterung und Geschrei losstürmen sehen das wohl Anders als Sie.
Wenn's dem Kind wirklich was gutes tun wollen, dann lassen's das Kind mitmachen, und haben - wenn's denken dass das Kind wirklich nichts erwischt UND das das schlimm für das Kind (nicht für Sie, sondern das Kind) ist - beispielsweise 2-3 Ostereier in der Tasche, um sie den Kindern nachher zu geben.
dem Kind eine Welt vorzugaukeln, in der es keine Enttäuschungen gibt.
Und wenn dann die erste Zurückweisung wirklich kommt, kann keiner damit umgehen.
Wenn's gut geht, brauchen wir dann einen Therapeuten, wenn's schlecht geht, einen Sarg für die zurückweisende Partnerin oder die Schulkollegen.
wieviele erwachsene laufen heute herum und können mit zurückweisungen nicht umgehen. und vor 30 jahren hat es das phänomen der helikopter-eltern noch nicht gegeben.
zugegeben, die heutigen kinder werden teilweise überbehütet und sollten durchaus die gelegenheit bekommen ihre eigenen erfahrungen zu machen. aber immerhin ist mir diese fehlleitung noch lieber als die gewaltgeprägte "schwarze" pädagogik der vergangenheit. und so nebenbei, vielleicht ist das auch eine gegenreaktion darauf.
zwischen (maximal) fordern und überfordern ist sehr fließend. Es ist schlichtweg unmöglich Kinder optimal zu fordern ohne Sie (gelegentlich) auch zu überfordern.
Sie können für Ihre Kinder gerne einen enorm dicken Sicherheitspolster bauen. Aber behaupten Sie dann bloß nicht, dass Sie Ihre Kinder fordern.
Wenn die Kinder über eine Wiese jagen und nach bunten Schokoladeeiern suchen ist das für die ein riesiger Spass.
Ob sie mehr oder weniger Eier finden als der Durchschnitt ist den keisten vermutlich egal, es geht um den Reiz sich mit anderen zu messen, ja das kann Spass machen.
Schokolade bekommen die meisten zuhause eh mehr als genug, dort kämpft ja niemand ums überleben.
Bitte machen sie sich die Mühe und schauen sie morgen und übermorgen nach Schönbrunn, in den Lainzer Tiergarten, die Michaelerwiese, oder wo sonst noch Eierwettsuchen stattfnden werden. Es geht da ziemlich genauso zu. Entweder sammeln die Eltern für die Kinder, oder suchen selbst und bewachen die Funde, bis die lieben Kleinen auftauchen. Andere Kinder werden dann gnadenlos verscheucht.
>>geschwisterliches Teilen der bunten Eier stand außer Frage.<<
Das wäre ja Sozialismus, pfui!
>>Sie befürchteten, dass ihr Nachwuchs nicht genug Beute einsammeln könnte, hopsten über die Absperrung auf das Feld und füllten die Körbe der Nachkommen<<
Aber ein Government (Parental) Bailout ist dann doch wieder okay für die Kapitalisten.
Helikopter-Politiker
Helikopter-Banker
Helikopter-Aufsichtsräte
Helikopter-Lobbyisten
Helikopter-Berater
Helikopter-Exbundeskanzler
usw.
Da bleiben für die kleinen Staatsbürger nur mehr ein paar Eier als Beute übrig.
Den Ausdruck find ich klasse :-)
Aber eigentlich ist es traurig, das die Kinder heute entweder überbehütet werden oder knapp an der Verwahrlosung vorbeischrammen. Den richtigen Mittelweg zwischen notwenigen Schutz der kinder und ihnen Gelegenheit zu geben eigene Erfahrungen sammeln zu dürfen, finden immer weniger Eltern.
je weniger Nachwuchs, umso wertvoller das einzelne Kind. Umso mehr Beachtung durch die Eltern. Könnte sich jemand vorstellen, dass diese Eltern ihre Kinder in den Krieg ziehen lassen würden? Das funktioniert nur, wenn genug ÜBERSCHUSS vorhanden ist. Dann erklärt gar manche "Mutter" wie stolz sie auf ihren Sohn ist, der sich in die Luft gesprengt hat.
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