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Wien - Bereits vor dem Auftauchen erster Symptome der Chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) könnte ein Protein namens HSP27 Aufschluss darüber geben, ob schon eine Schädigung der Lunge besteht.
Wissenschafter der Medizinischen Universität (MedUni) Wien und des Christian Doppler Labors (CD-Labor) für Diagnose und Regeneration von Herz- und Thoraxerkrankungen verglichen den HSP27-Wert mit computertomographischen Aufnahmen, dabei zeigte sich ein Zusammenhang zwischen erhöhten Werten und Lungenschädigungen. Das Protein könnte demnach dabei helfen, COPD zukünftig früher zu erkennen, wie es heute, Donnerstag, in einer Aussendung der MedUni heißt.
500.000 bis 600.000 Österreicher betroffen
An der meist in Folge von Tabakkonsum auftretenden Erkrankung leiden aktuell etwa 500.000 bis 600.000 Österreicher.
COPD führt einerseits dazu, dass die Luft aufgrund der Überblähung der Lungenbläschen nicht mehr ausgeatmet werden kann - dem sogenannten Airtrapping - und anderseits zur Bildung von mit Luft gefüllten Löchern in der Lunge, welche die Lungenoberfläche verkleinern - den Lungenemphysemen.
Bisher war die Früherkennung von COPD und den damit verbundenen Lungenschädigungen nicht möglich, wie es seitens der MedUni heißt.
Untersuchung an 94 Rauchern
Die Wiener Forscher untersuchten nun 94 augenscheinlich gesunde Raucher mit einem durchschnittlichen Alter von 43 Jahren mittels Computertomographie.
Die Wissenschaftler stellten dabei fest, dass 57,45 Prozent der Untersuchten die Symptomatik Airtrapping oder gemeinsames Auftreten von Airtrapping und Emphysemen zeigten, obwohl sie bei zusätzlich durchgeführten Lungenfunktionstests normal abschnitten.
Außerdem ging ein erhöhter HSP27-Wert mit den in der Computertomographie festgestellten Lungenpathologien einher. Die Studie wurde kürzlich im Fachjournal "Respiration" veröffentlicht.
"Ist der Marker HSP27 erhöht und liegt Risikoverhalten vor, zum Beispiel Rauchen, lässt das auf Lungenschädigungen bis hin zu einer beginnenden Chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung schließen", so der Leiter des Forschungsteams Hendrik Jan Ankersmit.
Zukunft für Gesundenuntersuchungen
Normalerweise werde COPD erst dann diagnostiziert, wenn die Patienten mit einer Umstellung ihrer Lebensweise, wie etwa des Rauchverhaltens, nur noch begrenzt in den Krankheitsverlauf eingreifen können.
Ankersmit und sein Team konnten nun zeigen, dass sich das Protein HSP27 auch bei Menschen, die sich gesund fühlen, als Marker im Blut für bereits vorliegende Lungenschädigungen eigne. Der Forscher würde sich wünschen, dass der HSP27-Wert zukünftig in Gesundenuntersuchungen als Screening-Marker für Lungenkrankheiten zur Anwendung kommt.
In einer weiteren aktuellen Studie zeigte das Forschungsteam, dass Patienten, die an einem Lungenkarzinom leiden, ebenfalls deutlich erhöhte HSP27-Werte aufweisen. Diese, im Journal "Clinica Chimica Acta" publizierten Ergebnisse, würden auch die Vermutung der Forscher bestätigen, dass eine immunologische Verwandtschaft zwischen COPD und Lungenkrebs besteht. (APA, 5.4.2012)
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Dass Rauchen ungesund ist weiß sowieso jeder. Irgendein virtueller Marker wird einen Raucher wohl auch nicht zum Umdenken bewegen können. Die echte Motivation kommt erst mit der Atemnot. Und die Raucher mit niedrigen Werte würden erst recht nicht mit dem Rauchen aufhören...
Interessant sind die Untersuchung schon, aber für die klinische Zukunft relevant? naja
Die Erforschung der Wertigkeit von HSP27 ist noch in den Anfängen. Der Wert wird nur in wenigen spezialisierten Labors und auch dort nur zu Forschungszwecken bestimmt.
Sehr spezifisch ist die Sache nicht, da sehr viele Tumore den HSP27-Wert ebenfalls erhöhen, genauso wie viele Erkrankungen des Gehirns und der Muskeln.
Die Studie von Ankersmit ist zwar ein erster Hinweis, aber basierend darauf kann man noch keine Empfehlungen für Routinetests abgeben.
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