Kindesentziehung: Vater von dänischen Behörden angehört

5. April 2012, 10:29

Dänische Polizei will Ostern abwarten, auch österreichische Behörden gegen "übertriebene Eile"

Wien/Kopenhagen - Die dänische Polizei will eventuelle Schritte gegen jenen Vater, der am Dienstag seinen Sohn von Graz nach Dänemark gebracht hat, erst nach Ostern setzen. Dies sei das Ergebnis einer Anhörung des Dänen durch die Behörden am Mittwochabend gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Ritzau. Der Vater selbst hielt in mehreren TV-Interviews fest, die Kindesentziehung sei wohlüberlegt gewesen. Er sieht sich im Recht, habe doch eigentlich die Mutter ihm das Kind entzogen, als sie mit dem Buben nach Österreich übersiedelt war.

"Das war keine Verzweiflungstat", erklärte der 40-Jährige. Er handle rechtmäßig, denn "ich habe die volle Obsorge". Kern des Konflikts sind zwei widersprüchliche Gerichtsentscheide: In Dänemark wurde dem Vater die Obsorge zugesprochen, und zwar im Vorjahr, in Österreich der Mutter. Der Vater beruft sich naturgemäß auf den dänischen Rechtsspruch. "Ich konnte nicht mehr länger darauf warten, dass Oliver durch die Trennung von seinen Freunden, seiner Familie und seinem Vater, der ihm sehr nahesteht, Schaden erleidet."

Haager Konvention vs. EU-Abkommen

Der Vater und seine Rechtsvertreter berufen sich in ihrer Argumentation auf die Haager Konvention, auch "Kindesentführungsübereinkommen" genannt: Es regelt die Vorgehensweise bei grenzüberschreitender Kindesentführung bzw. -entziehung. Die österreichischen Behörden und Gerichte verstoßen seiner Ansicht nach dagegen, sie hätten den fünfjährigen Buben längst zurück nach Dänemark lassen müssen und der Mutter keinesfalls das Sorgerecht übertragen dürfen. In Österreich indes führt man jenes EU-Abkommen (Brüssel IIa) ins Treffen, das regelt, dass Sorgerechtsentscheidungen der einzelnen Länder wechselweise zu akzeptieren sind. Dänemark hat diesen Vertrag indes nie unterzeichnet.

In dieser verfahrenen Situation will die dänische Polizei erst nach Ostern juristisch prüfen, wie mit dem in Österreich erlassenen Haftbefehl gegen den Kindsvater umzugehen ist. "Uns ist vor allem wichtig, dass es dem Buben gut geht", sagte ein Behördenvertreter. Über die in Skandinavien traditionell wichtigen Osterfeiertage sollen Vater und Sohn ihre Ruhe haben. Danach würden Juristen die österreichische Eingabe prüfen und versuchen, Ordnung in die verworrene Lage zu bringen. Ein Sprecher des Vaters interpretierte diese Vorgehensweise dahingehend, dass die Polizei "zum jetzigen Zeitpunkt das Urteil des dänischen Gerichts akzeptiert".

Österreichische Behörden gegen "übertriebene Eile"

Auch die österreichischen Behörden wollen vorerst keinen Druck machen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, Hansjörg Bacher, sagte am Donnerstag: "Offiziell wissen wir nichts vom Aufenthaltsort des Mannes und des Buben. Wir kennen auch nur die Medienberichte." Es gehe vor allem darum, Ruhe in die Sache zu bringen, aber auch zu wissen, dass es dem Kind gut gehe. "Alles Weitere wird auf dem Behördenwege abgewickelt. Druck zu machen wäre falsch, aber der Haftbefehl ist notwendig gewesen", so Bacher.

Man gehe davon aus, dass nach wie vor Fluchtgefahr bestehe, solange der Mann unbekannten Aufenthalts sei, so der Sprecher. "Er hat es in der Hand, sich zu stellen und Kontakt aufzunehmen, der erste Schritt müsste von ihm kommen." Im Moment sei jedenfalls keine übertriebene Eile geboten, sagte Bacher. Man warte, was die Kontaktaufnahme zu den dänischen Behörden ergebe.

Dänische Sozialministerin verlangt Darstellung

Die Wiener Anwältin der Grazer Mutter des Fünfjährigen, Britta Schönhart, erklärte: "In der Situation gibt es keine wesentliche Veränderung, der Antrag auf Rückführung des Buben nach Österreich wird so schnell wie möglich beim Justizministerium eingebracht, am kommenden Dienstag, da der morgige Karfreitag Gerichtsfeiertag ist." Man hoffe, dass die österreichischen Behörden ebenso Druck wie die dänischen machen werden, so Schönhart.

Unterdessen ist auch die dänische Sozialministerin Karen Haekkerup aktiv geworden. Sie verlangt von der Familienrechtsbehörde, die in den vergangenen Jahren involviert war, eine Darstellung des Falls. Zur konkreten Causa wollte sie sich vorerst nicht äußern. Sie ließ gegenüber Ritzau aber durchblicken, dass die dänische Rechtssprechung Priorität habe: "Wie wir es auch drehen und wenden: Alles hängt davon ab, dass die Entscheidungen in Dänemark auch im Ausland anerkannt werden." (APA, 5.4.2012)

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Wieso kann ein vater seinen sohn nicht entführen ?

auch eltern haben sich an bestehende rechtsnormen zu halten und sind nicht automatisch zur selbstjustiz berechtigt.
vor allem haben sie das recht der kinder auf ein gewaltfreies leben zu respektieren. das gilt für väter und für mütter gleichermassen. es ist eben so, dass ein gewaltbbereiter mann selbstjustiz angewandt hat, so etwas machen manchmal auch mütter - in solchen situationen sind eben die erwachsenen unfähig auf das kind rücksicht zu nehmen. wie schnell so etwas auch in geschriebener form passieren kann, zeigen einige besondere leuchten in diesem forum. für die ganz beleidigten väterrechtsexperten: ich habe von den eltern geschrieben !

Sie haben von einem GEWALTBEREITEN Vater geschrieben. Wo nehmen Sie diese Info her? Entstammte diese Interpretation nicht eher Ihrer Phantasie?

Überlegens einfach kurz, wie Sie handeln würden

Die Mutter zieht während eines laufenden Obsorgeverfahrens mit dem Kind aus seiner trauten Umgebung nach Österr. und entzieht sich dem Urteil. Ihr Kind muss daraufhin nicht nur die Trennung seiner Eltern verkraften, sondern auch noch den Verlust des gesamten, vertrauten Umfelds. Die österreichsichen Behörden leisten bei diesem Verbrechen auch noch bereitwillig Beihilfe, als Sie auf gesetzlichem Wege versuchen, ALS OBSORGEBERECHTIGTER Ihr Kind nach Hause zu holen indem die Behörde es Ihnen verbietet. Der andere Elternteil erlaubt Ihnen nurnoch unter Aufsicht mit Ihrem Kind, ein paar Stunden/Monat Kontakt zu halten. Dänisch dürfen sie dabei nicht sprechen.

Würden Sie ernsthaft anders handeln?

kinderschutz

wie im standard berichtet wird, hat der gute herr papa gewaltausübung an der mutter zugegeben, der 5 jährige wurde demnach zeuge von gewalt an seiner mutter, ausgeübt durch den vater und anschliessend in ein auto gezerrt, denkt noch irgendjemand an kinderrechte ?
in diesem forum wird gewalt an kindern mit dem recht auf selbstjustiz verteidigt ! diese irrlichter bleiben hoffentlich in der politischen versenkung...

Sind Sie Jurist? Ihre Auslegung von "Gewaltausübung" deutet darauf hin.

Einen obsorgeberechtigten Elternteil und sein Kind voneinander nahezu vollständig zu trennen fällt für Sie nicht unter Gewalt?

Ist es für Sie keine Selbstjustiz während eines laufenden Verfahrens abzuhauen um sich dem Urteil zu entziehen?

Der Vater ist Obsorgeberechtigt. Dass er sich die Dreistigkeit der, dem Interesse seines Sohnes zuwiderhandelnden, Bananenrepublik Österreich nicht einfach unterwirft, ist wohl verständlich.

Die meisten Befürworter sind in Väterrechtsvereinen organisiert.

Perverse Rhetorik

Mensch, ein Vater kann seinen Sohn doch gar nicht entführen, das ist Widerspruch in sich. Was soll da diese manipulative Rehtorik der Medien. So eine Rethorik, wie sie die Zeitung verwendet, ist ja pervers.
Eine Mutter, die den Sohn aus seiner angeborenen Heimat mit weg nimmt ohne Abklärung mit dem Vater, die hat doch den ganzen Mist zu verantworten. Diese Mutter hat doch dem Sohn etwas angetan und dem Vater. Der Vater hat diese zu verurteilende, einseitige, egozentrische TAT der Mutterwieder korrigiert. Es ist schlicht unerträglich, wie hier, vor allem mit billigster Polemik, Recht zu unrecht gemacht wird und Unrecht zu Recht proklamiert. Trennung ist eine Sache. Was der Vater umsetzte, hätte er meiner Meinung nach noch früher tun sollen

Es wird Ihnen keine Schwierigkeiten bereiten, liebe Fr. Artig, diese Behauptung mit plausiblen Belegen zu unterstreichen.
Davon bin ich geradezu überzeugt.

Bitte wo in diesem Link stosse ich auf die Bestätigung Ihre Behauptung, Fr. Artig?
Ich konnte nichts finden, was einen Beleg darüber zeigt dass Befürworter von Gewalt an Kindern sich a: hier präsentieren und b: ausschließlich von Männerrechtsseiten organisiert sind.

Wollten Sie damit sagen, dass:
-Jeder, der mit dem Vater sympathisiert bzw Verständnis für den Vater hegt, ist ein Befürworter von Gewalt an Kindern?
-Männerrechtsvereine Gewalt an Kindern befürworten und Befürworter hier organisieren?

Warum, wenn Sie es nicht belegen können und sich das somit einfach ausgedacht haben; oder können Sie nicht ordentlich verlinken?

Lieber Herr Donald,

Das lässt sich nach Berichten auf deren Homepages und dem der Rechtsanwaeltin der Mutter zugestellten Pamphlet auf Wienkonkret kaum von der Hand weisen.:))

Ansonsten riskieren Sie Ihren Account, wenn Sie mir falsche Identität unterstellen.
:)

Verlinken Sie doch bitteschön zu den Seiten, die Sie erwähnt haben, Fr. Artig.
Ich möchte nur kurz bemerken, dass diese Seiten Ihre Behauptung:
"Die meisten Befürworter sind in Väterrechtsvereinen organisiert.", auf die Passage:
"..in diesem forum wird gewalt an kindern mit dem recht auf selbstjustiz verteidigt ! diese irrlichter bleiben hoffentlich in der politischen versenkung..."

bestätigen sollen.
Ich freue mich schon auf Ihre Mitarbeit diesbezüglich.

Der Link ist schon da. Alles, was die Herren hier schreiben, Donald, steht auch auf der Homepage, im fast exakten Wortlaut.

Bitte blamieren Sie sich nicht länger.

Sie haben eine Seite vorgestellt die leider nichts von dem, was oben beschrieben wurde, bestätigt.
Sie haben jedoch den Plural verwendet; es gibt nach Ihrer Aussage also Seiten, auf denen Sie Ihre Behauptung bestätigt sehen.
Fr. Artig, wenn Sie die Güte hätten und Ihre haarsträubenden Behauptungen belegen, wäre ich Ihnen natürlich sehr verbunden.

Lesenlernen muessens schon selber. Im gleichen Wortlaut wIrd da die " Verschleppung" kriminalisiert, die eine legale Ausreise nach Absprache mit den Behoerden gewesen ist.

"der 5 jährige wurde demnach zeuge von gewalt an seiner mutter, ausgeübt durch den vater und anschliessend in ein auto gezerrt, denkt noch irgendjemand an kinderrechte ?
[in diesem forum wird gewalt an kindern mit dem recht auf selbstjustiz verteidigt ! diese irrlichter bleiben hoffentlich in der politischen versenkung..."](c)covjek
Antwort darauf:
"Die meisten Befürworter sind in Väterrechtsvereinen organisiert." (c)Xulu Hulu alias Fr.Artig

Wo steht, dass Väterrechtsvereine Befürworter von Gewalt an Kindern sind?
Ich bitte um Verlinkung der entsprechenden Passagen.
Können Sie das nicht, wollen Sie nicht oder gibt es diese schlicht und einfach nicht?

Geh bitte, vergessens doch den Erbsenzähler.
Der ist prinzipiell auf Seite der entrechteten bedürftigen, von bösen Weibern gequälten Männer, wie z.B. DSK, Otti Fischer und nun auch noch Stigi und Co.
Muß an seiner tristen Vergangenheit liegen.

Die mutter wurde ein paar sekunden festgehalten. Im vergleich dazu, was der vater 2 jahre durchleben musste und die mutter nun seit ein paar tagen, sind die paar sekunden belanglos. Dem kind wurde keine gewalt angetan.

Mal sehen, ob der vater jetzt genauso herzlos agiert wie die mutter vorher. Vielleicht macht er es ja besser, sucht das gespraech und erlaubt den kontakt. Und vielleicht entschuldigt sich die mutter. Dann kann daraus noch was werden. Ohne anwaelte u journalisten.

Sie lügen ja dass sich die Schwarte biegt!
Die Mutter hat den Kontakt nicht verunmöglicht, das ist uebersll nachzulesen.
Auch kurze Gewalt ist Gewalt und vor den Augen des Kindes auch Gewalt am Kind.

Aber bitte nur weiter so, dann sieht man gut, im was es solchen wie Ihnen geht: nur um den Vater, Mutter und Kind haben sich dessen Wünschen unterzuordnen.

Ueberhaupt nicht, sollte nun der vater der mutter ebenfalls nur 3 stunden besuchsrecht pro monat zugestehen, waere mein urteil ueber ihn dasselbe. Ein elternteil, der den kontakt mit dem anderen behindert, sollte kein sorgerecht haben.

Wer ein Kind auf offener Straße mit Hilfe eines Schlägertypen seiner Mutter aus den Armen reisst und entführt, muss nach Maßgabe aller grundrechtlichen Normen eines jeden zivilisierten Rechtsstaates jeden anderen Rechtstitel in dieser Sache verwirkt haben. Punkt um.

Das ist keine Kindesentziehung, sondern Kidnapping.

Einmal, wünschte ich mir, möchte ich bei so einer Aktion zufällig anwesend gewesen sein. Ob der Vater mit seinen in die Autotür eingeklemmten dr... Entführergriffeln dann auch noch bis nach Dänemark durchgefahren wäre, ist allerdings fraglich.

Klingt richtig gewaltfrei, das Posting!

?

und als was darf man die "aktion" der "mutter" vor 1 1/2 jahren
bezeichnen?

PS: wenn grad ihnen einmal baroli zujubelt, solltens
nachdenklich werden...

Sie hat das Land völlig legal verlassen.
Halten Sie sich an die Fakten,

Weshalb dk auch einen haftbefehl ausgestellt hat. Genau.

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