Leitbörsen Fernost schließen ohne klare Linie

Wien - Die Leitbörsen in Fernost haben die Sitzung am Dienstag ohne einheitliche Richtung beendet. Der Nikkei-225 Index in Tokio ermäßigte sich um minimale 8,24 Zähler oder 0,09 Prozent auf 9.538,02 Punkte. Der Hang Seng Index in Hongkong fiel deutlich um 236,76 Zähler (minus 1,15 Prozent) auf 20.356,24 Einheiten. Der Shanghai Composite hingegen schaffte nach einem schwachen Handelsverlauf doch noch den Dreh ins Plus und legte bis Handelsschluss um 20,08 Punkte oder 0,88 Prozent auf 2.305,86 Punkte zu.

Die Aktienbörsen in Singapur und Sydney gingen ebenfalls uneinheitlich aus dem Handel. Der FTSE Straits Times Index schloss bei 2.982,44 Zählern und einem Plus von 22,34 Punkten oder 0,75 Prozent. Der All Ordinaries Index in Sydney gab indessen 28,6 Zähler oder 0,65 Prozent auf 4.373,70 Einheiten ab. Marktteilnehmern zufolge blickten die Investoren am Dienstag vor allem auf die jüngsten Daten aus China. Im März verzeichnete die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft überraschend einen Handelsbilanzüberschuss. Die hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Importe heizten gemeinsam mit dem am Karfreitag veröffentlichten, enttäuschend ausgefallenen US-Arbeitsmarktbericht erneut die Wachstumssorgen an, hieß es vom Markt.

Daneben rückte auch die jüngste Zinsentscheidung der Bank of Japan (BoJ) in den Fokus, bei welcher die Notenbank bekanntgab, vorerst keine weiteren geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen vorzunehmen. Damit folgt die BoJ der Linie der US-Notenbank Federal Reserve nach.

Der späte Richtungswechsel in den grünen Bereich beim Shanghai Composite Index wurde durch Spekulationen um Maßnahmen der chinesischen Regierung zur Belebung des Wachstums der Volksrepublik hervorgerufen, hieß es von Händlern. Gesucht zeigten sich unter anderem chinesische Bank- und Immobilienwerte. So legten beispielsweise China Construction Bank 1,50 Prozent auf 4,74 Yuan zu, Huaxia Bank stiegen 3,21 Prozent auf 10,93 Yuan und China Citic Bank gewannen 2,63 Prozent auf 4,30 Yuan. Bergauf ging es außerdem für die Papiere des nach Marktwert zweitgrößten Immo-Entwicklers Poly Real Estate, welche 3,28 Prozent auf 11,66 Yuan anzogen.

In Tokio waren die Papiere des Elektronikherstellers Sharp auf der Liste der größten Verlierer zu finden. Einem Medienbericht zufolge dürfte das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich stärker in die roten Zahlen gerutscht sein als erwartet. Schwache Geschäfte mit Fernsehern und Solarzellen könnten Sharp für das Jahr 2011/12 (per Ende März) einen konsolidierten Nettoverlust von etwa 390 Mrd. Yen bescheren, so die Wirtschaftszeitung "Nikkei". Sharp schlossen mit einem Abschlag von 4,33 Prozent auf 530 Yen.

Auch die beiden Branchenkollegen Sony (minus 3,53 Prozent auf 1.586 Yen) und Panasonic (minus 4,01 Prozent auf 671 Yen) kamen am Berichtstag unter die Räder. Sony revidierte am Dienstag seine Prognose für das Ende März beendete Geschäftsjahr drastisch nach unten und geht nun von einem Nettoverlust von 520 Mrd. Yen aus. Damit steckt Sony im nunmehr vierten Jahr in Folge in den roten Zahlen fest. Laut japanischen Medienberichten plant der Konzern, weltweit 10.000 Arbeitsplätze abzubauen, das entspricht rund sechs Prozent der Gesamtbelegschaft. (APA, 10.4.2012)

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