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Festgeschrieben wurden weiters Vinifikationsverfahren (Stahltank, Holzfässer aller Größen), die (wie die Alkoholwerte) dort ohnehin seit Jahren üblich sind.
Vor wenigen Tagen trat Neusiedlersee DAC offiziell in Kraft. Damit ist das Burgenland als erstes Weinbaubundesland flächendeckend DAC-ifiziert. Was jetzt in mancher Ohren nach Krankheit und Siechtum klingt, bedeutet nur, dass man es in dieser Ecke, über die Restösterreich ob ihrer geistigen Langsamkeit so gerne Witze reißt, als Erstes geschafft hat, Dorfinteressen, Weinbaueitelkeiten und alle Gegebenheiten sinnvoll unter einen Hut zu bringen: Das gesamte Bundesland ist im Sinne einer gedeihlichen Wirtschaftsentwicklung im Weinbereich von der Vermarktung von Rebsorten auf jene der Herkunft umgestiegen.
Vier Gebiete - Mittelburgenland, Leithaberg, Eisenberg und jetzt Neusiedler See - wurden weinstilistisch definiert und per Verordnungen dingfest gemacht. Im aktuellen Fall geht es übrigens um den roten Zweigelt: Neusiedlersee DAC ist Zweigelt in einer klassischen und einer "Reserve" benannten Linie. Der Wein soll natürlich typisch nach Zweigelt schmecken, ist EU-reinsortig (mindestens 85 Prozent der Rebsorte) in beiden Versionen. Klassisch hat er mindestens 12 Volumenprozent Alkohol, als Reserve mindestens 13 und darf hier neben "reinsortig" auch als von Zweigelt dominierte Cuvée antreten (zu mindestens 60 Prozent, der Rest sind andere heimische Sorten). Lagenbezeichnungen sind nicht vorgesehen.
Vinifikationsverfahren
Dass es gerade diese Rebsorte wurde, ist angesichts ihrer Dominanz entlang der Nord- und Ostseite des Sees logisch. Festgeschrieben wurden weiters Vinifikationsverfahren (Stahltank, Holzfässer aller Größen), die (wie die Alkoholwerte) dort ohnehin seit Jahren üblich sind.
Ist wieder einmal alles so kompliziert hier, tönen die DAC-Skeptiker. Dabei, so die Kritiker, sollte man es dem potenziellen Konsumenten, der Konsumentin doch so einfach wie möglich machen zu erkennen, was es denn da jetzt zu trinken gibt, wenn er's schon kauft. Nun erstehen aber dieselben Konsumenten (wie auch so einige der Skeptiker) schließlich auch Fernseher mit nicht eben selbsterklärenden Extras wie Sub-Field-Driving, DivX-HD-Unterstützung, DVB-t und noch ein paar Buchstaben. Ähnlich gelagerte Beispiele finden sich für Autos und selbst für Küchengeräte.
Was könnte man nun daraus schließen? Dass der Konsument lernt, wenn er ein gutes TV-Gerät kaufen möchte. Und ziemlich wahrscheinlich auch dann, wenn er etwas Gutes trinken mag. (Luzia Schrampf, Rondo, DER STANDARD, 06.04.2012)
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Wieso braucht es beim dac 2 Qualitätsstufen?
ich brauche ja nur auf den Alc zu schauen. Und für die Winzer ist es kein Vorteil.
zb. Im Kremstal darf der "normale" DAC heuere bis 13% haben also wirklich bis 13,5% mit der 0,5% Regel. Das ist doch Schwachsinnig. Oder zB. Im Kamptal haben sie heuer den DAC einen Monat früher zugelassen weil die Keller nach der kleinen Ernte im Vorjahr leer waren.
Das ist doch alles Willkür und in höchstem Maße unprofessionell!
Wenn DAC schon sein muß dann bitte nur eines und bitte die gleichen Regeln für Alle.
Wenn die vorhandenen Verkostungskriterien für den Qualitätswein strenger angewendet werden würden bräuchte es gar kein DAC.
Schön, dass Sie so sehr die Meinung des ÖWM vertreten, welches mit extremer Kraft möglichst schnell ganz Österreich in ein DAC-Schema pressen will. Aber ist ja natürlich immer die Entscheidung der regionalen Komitees ganz klar! Aber die regionalen Komitees führen die DAC's nur ein, weil sie Angst haben das sie sonst einen Nachteil davon tragen. Doch von DAC profitiert nicht der durchschnittliche Winzer sondern Großbetriebe, für die eine Gleichschaltung des Weingeschmackes das größte Geschenk ist, oder haben Sie sich noch nie gefragt wieso niederösterreichischer Riesling im DAC-Bereich auf einmal nach Sauvignon Blanc schmeckt? Vielfalt ist natürlich schwer zu vermarkten, denn dafür sollte man natürlich den Kunden binden und das kostet Geld!
die seit jeher strukturschwach war und imageprobleme hatte (traditionell fassweinlastig). das sehen auch kleinere winzer so. von gleichmacherei kann nicht die rede sein. zwischen den weinen aus mannersdorf an der march und röschitz oder unterretzbach sind die unterschiede ziemlich groß und übrigens auch zwischen den weinen unterschiedlicher winzer in den gebieten selber.
im kamptal hingegen bekommt man oft zu hören, dass dac für verwirrung gesogt hat. regionen mit starkem image wie die wachau oder südstk. brauchen und wollen dac eh nicht.
Ich meinte natürlich Grüner Veltliner, war vorallem beim Jahrgang 2010 ein großes Thema!
Und ja Weinviertel ist aus der DAC-Diskussion etwas auszuklammern, weil für das Weinviertel es einen großen Strukturwandel gebracht hat, doch für bereits relativ starke Regionen wie Kremstal oder Kamptal zeigt DAC keine positiven Auswirkungen, wenn nicht sogar negative, wurde mir zumindest bereits auch von führenden Winzern bestätigt.
Sie kosten dann wohl die besseren Weinviertler Winzer als ich. Bei den bekannten Qualitätsnamen ist das natürlich nicht zu bemerken, doch gerade bei kleinen Winzern fällt mir dieser Einheitsgeschmack immer stärker aus, Weine wo man sofort weiß welche Technik eingesetzt wurde, ohne den Keller zu kennen!
Wenn im Kremstal der DAC Klassik bis zu 13.0 % gehoben wird. Das heisst natürlich 'Klassik' Weine mit bis zu 13.5%. Der Grund? Die Winzer wurden immer größer und in einem Jahr wie 2011 kamen sie mit der Ernte nicht nach, dann rasselten die Säure nach unten und der Alkohol explodierte.
Das Resultat sind dann Zombie Weine der Kellertechnik auf den Massengeschmack getrimmt. Hinter DAC steht wie auch sonst in der Politik und Wirtschaft einfach das GRosskapital. Denn den Banken sind einige wenige Betriebe mit 80% Fremdkapitalbindung lieber als ein Haufen kleiner mit 20% Fremdkapital.
Frohe Ostern.
Na wenn man sich so manche Winzer ansieht mit ihren Designer-Weinkeller, dann haben die mind. 80% Fremdfinanzierung und sind natürlich gezwungen, hier Massenweine zu produzieren, damit die Kredite bedient werden können.
Aber es gibt ja noch Winzer, die nicht auf diesen Zug aufgesprungen sind und wenn, dann vorsichtig ihre Weinkeller/Gebäude revitalsiert haben...
Das merkt man beim Preis und beim Geschmack - und an der Unabgehobenheit ;-)
Frau Schrampf, warum lösen Sie das Akronym "DAC" nicht auf? Einerseits widmen Sie dem Umstand, dass es Akronyme in vielen Fachbereichen gibt, einen eigenen Absatz. Andererseits tappt der unkundige Leser hinsichtlich "DAC" im Dunkeln. Grottenschlechter Stil!
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