Fekter soll reden!

Kommentar | Thomas Mayer
4. April 2012, 19:11

Ihre Sprache ist zuweilen nicht fein. Dass sie aber in Kopenhagen vor die Presse trat, um die Bürger zu informieren, war verständlich

Das muss sich Maria Fekter nicht gefallen lassen. Es sei ihm darum gegangen, das dauernde "Herausplappern" aus Sitzungen der Eurogruppe zu beenden, sagte Jean-Claude Juncker zum Informationsstreit mit der Finanzministerin. Fekter sei eben das erste "Opfer" gewesen, fügte er im ORF ironisch hinzu. Das passt ganz zu dem, was er in Kopenhagen abfeuerte: Die Absage seiner Pressekonferenz solle "das Geschwätz beenden".

Der frauenverachtende Ton war unüberhörbar. Würde er das beim deutschen, beim französischen Minister auch so sagen? Nun empört sich die halbe Nation über so manche verbale Entgleisung, die Hemdsärmeligkeit Fekters.

Ihre Sprache ist zuweilen alles andere als fein. Dass sie aber in Kopenhagen selber - wenn auch verfrüht - vor die Presse trat, um die Bürger zu informieren, war verständlich. Namens der Regierung stimmte sie dort der Verdoppelung der Haftungen Österreichs für die Eurozone zu, von 21 auf 40 Milliarden Euro. Das entspricht dem gesamten Universitäts- und Forschungsbudget bis 2023. Der Betrag wird fällig, sollten Spanien und/oder Italien zahlungsunfähig werden. Es geht um "ein Obligo, das sogar Deutschland bankrottiert", heißt es in Brüssel (Berlin steht für 400 Milliarden gerade). Und da will Juncker sich als Schulmeister aufspielen, der nach Gutsherrenart im stillen Kämmerlein führt? Ministern den Mund zu verbieten, das ist in der EU, so wie sie ist, unerträglich. Demokratie geht vor Markt. (Thomas Mayer, DER STANDARD, 5.4.2012)

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Zurueckrudern

...ist löblich. Vorher aber Junker als alpha -Männchen abzuqualifizieren und die Geltungssucht von F. zu pardonieren ist nicht in Ordnung.
In Redaktionssitzungen werden Sie ja auch Regeln einhalten müssen .

Ja, ja, sie soll nur reden. Es gibt halt da ein paar feine Regeln. Plappern kann jede(r), nur das "wann" und das "wie" ist halt so eine Sache.

Das war keine “Bürgerinformation“, das war Logorrhoe im fortgeschrittenen Stadium gepaart mit peinlicher Indiskretion (Stichwort Nierensteine).

Eine solche Verbalentgleisung auch noch zu verteidigen ist ganz gehörige (oder besser ungehörige) Chuzpe.

Gut gegeben

Sie hat es dem Fiesling Juncker gut gegeben. Dafür sei ihr die Verschleuderung einiger weiterer Milliarden vergeben.

Demokratie geht vor Markt. Und das vom Mayer. Ich lach mich tot.

Frauenverachtend!

Mit ihrer Eigenschaft "Frau" hat das wirklich nichts zu tun!. Es ist einfach ungeschickt (besonders wenn selbst nichts Wichtiges beigetragen wird) sofort jeden Diskussionsbeitrag einer Sitzung in die Medien zu blasen. Und das hat auch nichts mit "Demokratie" zu tun. Die Komplexität der Materie verbietet basisdemoraktische Allüren. Erst das Ergebnis ist dem "Bürger" klar und einfach mit der Möglichkeit es anzunehmen oder abzulehnen zu präsentieren. (Und das von Fekter sicher nur für Österreich und nicht die gesamte EU).

fr. fekter ist NICHT vor die presse getreten um die bürger zu informieren!

der autor verdreht hier die wahrheiten. fr. fekter ist vors mikro getreten um die erste zu sein, die die bürger informiert (die sonst vom zuständigen vorsitzenden informiert worden wären).
durch derartige rechtfertigungen wird die sache nur noch schlimmer, denn der autor unterstellt, dass anderenfalls die bürger nicht informiert worden wären. und genau das wird fr. fekter - und damit ganz österreich - in der eu als wichtigtuerischen zwerg bloß stellen.

Pardon, aber ich finde, Fr Fekter hat die Bürger eben NICHT informiert!
Der ESM-Vertrag steht zB viel zu wenig bekannt außerhalb jeder Kontrolle und jeder Verantwortung und ist dazu mit einer unbegrenzten Straffreiheit ausgestattet! Wurden sie darüber informiert?

hier wirds dialektisch

der autor widerlegt eine aussage, die gar nicht gemacht wurde. es geht natürlich nicht darum, dass man die bürger informiert. es geht nur darum, dass solche beschlüsse auch so kommuniziert werden wie das beschlossen wurde. jetzt stehen alle anderen dumm da, weil sie ja die öffentlichkeit nicht sofort informiert haben. will man ein wettrennen, wer zuerst dran ist?

der vergliech mit den forschungskosten ist übelste dialektik! mit besserer begründung könnte man schreiben, dass sich fekter auf kosten des nierenkranken juncker profilieren wollte und evtl. noch eine beschreibung der schmerzhaften krämpfe anhängen, die mit diesem leiden verbunden sind.

selbstverständlich haben alle das recht von ihrem minister informiert zu werden!

gibts...

...einen grund, warum mayer den großen fekter-beschützer spiel?

oder ist schon der punkt erreicht, wo es egal ist, wie man sich zum gespött macht - durch weiter verteitigen bzw. durch einfach schweigen?

Herr Mayer, der Skandal ist,

dass Fekter die Bürger NICHT über den Inhalt und die Tragweite des EMS informiert, sondern sich nur eitel und wichtigtuerisch selbst dargestellt hat!

Vollkommen richtig ! Fekter ist unsere Ministerin und uns verpflichtet.

Genau und weil sie das ist, erwarte ich mir von ihr AUCH Benehmen bei öffentlichen Auftritten.

der vorwurf, juncker hätte 'frauenverachtend' reagiert, übertrifft sogar noch die aussage mit den nierensteinen an blödheit

naja, übertrifft bei weitem nicht, aber es ist ein ambitionierter Versuch :)

Die Meldung mit den Nierensteien war von einer Dummheit kombiniert mit Geschmacklosigkeit, die ich schwer fassen konnte. Ich würde mich nach so einer Entgleisung lange Zeit nicht mehr trauen, dem Juncker in die Augen zu schauen.

>Krankhaftes Geltungsbedürfnis -(ohne Hirn) war Ursache des Fekter-Auftrittes !<

...

Aha, Fekter sorgt sich also um die Information der Bürger. Das passt ja perfekt zu dem, was wir von ihr kennen. Sagt Ihnen die Formulierung "out of character" etwas, Herr Mayer?

Demnächst hier: Die Erläuterung, dass Erwin Pröll nicht als Bundeskanzler kandidiert, weil ihm soviel Macht unangenehm ist.

Seltsam? Aber so steht es geschrieben.

ich habe wegen Mayer

letztes Jahr mein Standard-Abo gekündigt; schade, dass man keinen objektiveren Europa-Korrespondenten findet.

Aber wenn er sich weiter so anbiedert, wird er vielleicht bald Pressesprecher eines schwarzen Politikers (ich habe den Eindruck, das ist sein Lebensziel) und macht Platz.

Natürlich soll Fekter die Bürger informieren, aber NACHDEM, wie vereinbart, Junker die Ergebnisse präsentiert hat.

vollkommen daneben,

herr mayer. der springende punkt ist nicht der, dass fekter aus sorge um die demokratie getroffene beschlüsse öffentlich gemacht hat, sondern der, dass die frau zuwenig anstand hat um zu begreifen dass man die erkrankungen von anderen menschen nicht so beiläufig an die öffentlichkeit bringen kann. die frau hat einfach kein taktgefühl, vom schutz sensibler daten ganz zu schweigen. und sowas war mal innenministerin! mir graut.

Es ist schon peinlich wie anbiedernd manchmal Journalisten sein können! Der Standard das ÖVP-Parteiblatt!

Sie lesen eine Zeitung, die ihren Kolumnisten nicht die Linie vorgibt.

Severin Corti vertritt eine ganz andere Meinung:
http://derstandard.at/133352840... chaedigung

Inkompetenz ist NICHT gleich Authentizität !!!

also, auch wenn ich der fekter ...

... viel unterstell, übersteigertes verantwortungsgefühl gegenüber den bürgern gehört da sicher nicht dazu. dass sich juncker auch nicht grad professionell verhalten hat, ist sachlich richtig, kann aber nicht gegenverrechnet werden.

wenn der juncker

so angrührt ist, soll er mit der mizl platz tauschen, dann haben sie endlich das sprachrohr, das auch zu dieser vereinigung paßt.

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