Klimaschutzpolitik: Kein Schnäppchen

Kommentar | Johanna Ruzicka, 4. April 2012, 18:54

In Zeiten von Sparpaketen fehlen Gelder, um Österreichs Klimaschutzpolitik endlich nachhaltig zu gestalten

Was war das doch für ein Aufschrei aus dem Umweltministerium, als der Grazer Ökonom Stefan Schleicher vor ein paar Jahren errechnete, dass Österreich wegen Nichterfüllung des Kioto-Klimaschutzvertrages rund eine Milliarde Euro zahlen werde müssen. Die zuständigen VP-Minister, zuerst Josef Pröll und dann Nikolaus Berlakovich, wiesen solche Berechnungen weit von sich. Abgerechnet werde nämlich erst zum Schluss, hieß es damals. Und überhaupt sei die heimische Klimaschutzpolitik so toll auf Schiene.

Jetzt wurde abgerechnet, weil der Kiotovertrag Ende 2012 abläuft, und natürlich muss Österreich zahlen. Statt der Milliarde, wie damals errechnet, sind es "nur" an die 700 Millionen Euro, die sich daraus ergeben, dass Österreich weiterhin viel zu viele Treibhausgase in die Atmosphäre pustet als im Klimaschutzabkommen erlaubt.

Es ist traurig, dass diese Kosten, die halt geringer ausfallen als ursprünglich befürchtet, nun quasi als Schnäppchen hingestellt werden. Als eine Maßnahme, die das österreichische Sparpaket entlastet.

"Green Investments im Ausland" werden die Millionen beschönigend genannt, die häufig schlicht nur als "Strafzahlungen" bezeichnet werden. Beides stimmt sogar irgendwie. Aber gerade in Zeiten von Sparpaketen fehlen diese Gelder, um Österreichs Klimaschutzpolitik endlich nachhaltig zu gestalten. (DER STANDARD, 5.4.2012)

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16 Postings
geld fehlt nicht, nur die prioritäten werden falsch gesetzt

vom wohl unfähigsten umweltminister aller zeiten...

mit dem geld, was niki b. ins ausland für schäbige zertifikate gepumpt hat - green investment schemes sind wirklich ein witz -, hätte man in österreich schon einige tonnen co2 einsparen können.

natürlich darf man nicht jeden schrott fördern und budgetkosmetik betreiben. Beispiel: weil nö die wohnbauförderungen verzockt hat, wurde die solarförderung gestrichen und nun muss der klimafonds dafür einspringen... er verkauft es so, als ob zusätzliches geld da wäre.

Kanada

Oesterreich sollte sich an das Beispiel von Kanada halten und sich nicht von sich selbst und anderen vera**chen lassen.
Nix zahlen und gut ist.
Das Klima passiert sowieso, mit oder ohne uns.

genausogut könnten sie einem priester aus dem mittelalter vorschlagen auf den ablasshandel zu verzichten ;)

Ablass

Das Geld in Ablasszertifikaten war wenigstens gut angelegt - hat keiner reklamiert, das Zeug, oder?

offen gefragt: was kann österreich gegen den globalen klimawandel wirklich ausrichten?

der klimawandel ist ein globales problem. solange nicht ALLE staaten der welt bzw. die größten emittenten mitmachen, führen die EU-investionen in teure technisch-grüne lösungen nur zu höheren strompreisen. das und die co2-grenzen führen u.a. zur verlagerung der produktion nach china. das reduziert zwar den ausstoß der EU, global betrachtet ändert sich jedoch nichts. auch weil die geringere öl-nachfrage aus der EU den ölpreis relativ senkt und drittländer mehr verbrennen können.

bleibt das argument wettbewerbsvorteil bei zukunftstechnologien. aber leider! wie man sieht geht ein photovoltaik-produzent nach dem anderen in der EU pleite, weil die chinesen billiger sind. wir fördern also vermehrt die chinesen, wenn wir auf solar umsteigen.

jeder muss bei sich anfangen...

und wenn niki b. sich endlich für qualitativ hochwertige pv und solar module durchringen könnte (stichwort qualitätskriterien), würden es auch der heimischen industrie was bringen...

aber da bei niki b. die quantität vor qualität kommt, wird er wohl als der kontraproduktivste umweltminister in die geschichte eingehen: weniger green jobs und mehr co2 im inland.

wer sagt, dass der klimawandel ein problem ist ? aus der richtigen perspektive betrachtet ist jedes problem eine chance ! daher sollten wir aufhören den katastrophenpredigern gehör zu schenken und lieber frohen mutes in die zukunft blicken.

Jeder kann was tun

Wenn aber niemand anfängt, wird sich nie was ändern, bzw. erst durch die unvermeidliche Katastrophe.

Sie vergessen auch ein paar wesentliche "Kleinigkeiten": Wenn wir etwas tun, geht's uns selbst besser. Es werden bei uns Arbeitsplätze geschaffen, die Lebens- und Umweltqualität steigt, die Preise stabilisieren sich (weil die Abhängigkeit von importieren Energiequellen sinkt), unsere Nahrungsmittel werden besser, die Gesundheit, wir leben länger, usw.

Also: Ist das nichts? Natürlich ist es bequem, einfach nichts zu tun, aber SIEMENS. (So ist es meistens echt nicht sinnvoll. :-)

Nichts tun

NIchts tun kann in der Tat fatal sein. enn es wirklich waermer wird, was nicht unwahrscheinlich ist, sollten wir vorbereitet sein: kraeftige Klimaanlagen, gute Waermedaemmung und hohe Zaeune ;-)
Jeder Euro, der in den "Klimaschutz" investiert wird, wird uns abgehen, wenn der Klimawandel eintritt.

Die Zukunft heist "Plus-Energie-Haus"

und da können die Städter entgültig zusammenpacken.
Weil wo sollen die die PV-Anlagen ect. montieren.

Nur so zum Vergleich: OÖ hat z.B ~ 1,1 Mill m2 Warmwasserkollektoren.
Wien liegt irgendwo bei 0,03 Mill m2

OÖ hat ~ 35% Anteil von erneuerbarer Energie am Gesamtenergieverbrauch. (der gesamte PKW-Verkehr macht gerade mal 10% aus).
Wo liegt Wien ??

wie grün ist österreich bzw. dessen politik wirklich?

solange der traum jedes österreichers das haus im grünen ist und die politik entsprechend "springt", ist österreich alles andere als grün. höchstens dumm!

es wird alles gefördert, was mit diesem traum zusammen hängt: wohnbauförderung, pendlerpauschale, straßenausbau, pellets-öfen usw.

dabei sind einfamilienhäuser ein energetischer wahnsinn. v.a. wenn der weg zur arbeit nicht mehr 10 sondern 100km beträgt. so pappt man styropor auf die wände, montiert sich ein solarpanel aufs dach und ähnliche alibi-aktionen. der einzelne schmeißt unsummen an geld hinaus fürs grüne gewissen und bläst doch viel mehr co2 hinaus als ein durchschnittlicher gemeindebau-bewohner in der stadt.

dieser lebensstil ist der kern des problems.

grün zu handeln, heißt nicht, dass es wirklich grün ist

wer aus der froschperspektive handelt, macht aus seiner sicht die dinge richtig. strategisches, nachhaltiges handeln bedeutet allerdings, überhaput die richtigen dinge zu tun.

wir bzw. die politik flüchten uns hektisch in grüne alibi-aktionen. wir glauben, die dinge richtig zu tun. in wahrheit betreiben wir nur schadensbegrenzung, weil wir grundsätzlich die falschen dinge tun.

wer den verbrauch seines pkw durch langsames fahren, start-stopp-funktion u.ä. drosselt, handelt richtig. es nützt jedoch nichts, wenn er in einem 2-tonner mit 200 ps sitzt, d.h. das falsche ding besitzt.

genau gleich verhält es sich mit unser wohn- und zersiedelungskultur ...

von passiv- und niedrigenergiehäusern haben sie aber schon einmal etwas gehört?

http://de.wikipedia.org/wiki/Passivhaus

Von Rechnen haben Sie schon was gehört?

Wer in einem Passivhaus lebt, aber ein Auto hat, hat einem um 25 - 30 % höheren Gesamtenergiebedarf als jemand, der in einem nicht isolierten Altbau ohne Auto lebt!

(Der Heizbedarf für eine Wohnung so wie der Einfluss "zugiger" Fenster wird stark überschätzt.)

Am liebsten sind mir ja all die Passivhausbewohner im Speckgürtel, die dann mit dem SUV nach Wien rein- und rauspendeln...

passivhaus

vergleichen sie mal ein passivmehrparteienhaus in der stadt mit fernwärmeanschluss mit einem einfamilienhaus auf passivstandard und sie wissen, was ich meine ...

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