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Augusta/Wien - Schön ist es keinesfalls. Man darf es nicht in der Öffentlichkeit tragen. Man muss es spätestens ein Jahr nach dem Triumph wieder nach Augusta zurückbringen. Und man kann noch so oft im US-Bundesstaat Georgia gewinnen: Mehr als eines gibt es nicht. Dennoch gilt das grüne Jackett, das dem Sieger der US-Masters gebührt, als höchstes Gut im internationalen Golf-Sport.
Viermal hat Tiger Woods das Turnier des Augusta National Golf Club bereits gewonnen, insgesamt 72 Siege auf der US-Tour gefeiert. Mit dem 73. einschlägigen Erfolg würde er mit dem legendären Jack Nicklaus gleichziehen. Das grüne Jackett ist aber das, wonach sich Woods sehnt. " Die 73 Siege sind ein Nebenprodukt. Ich bin hier, um das Jackett zu holen."
Erstmals seit seinem sportlichen wie privaten Abstieg, der mit einem Autounfall am 27. November 2009 begann und von Sexskandalen, Scheidung, öffentlicher Häme und einer viermonatigen Auszeit vom Golf begleitet war, schlägt der ehemalige Weltranglistenerste wieder als Favorit beim ersten Major-Turnier des Jahres ab. Vor dem Auftakt der 76. Masters-Auflage am Donnerstag präsentierte sich der 36-jährige US-Amerikaner in blendender Verfassung. "Ich bin sehr glücklich mit meinem Spiel und kann es kaum erwarten, auf den Platz zu gehen." Seinem Status als einst bester Golfer der Welt näherte sich der überhaupt erste Sport-Milliardär mit seinem Sieg vor zwei Wochen beim "Arnold Palmer Invitational" an. Es war sein erster Turniererfolg nach 923 Tagen. "Das war wieder der alte Tiger", zeigte auch sein schottischer Rivale Colin Montgomery Respekt.
Die öffentliche Erwartungshaltung vor seinem 18. Antreten an der Magnolia Lane ist also dementsprechend, dem neuen Hype um seine Person begegnet er aber gelassen. "Es war ein langer Prozess. Zuerst habe ich zwei gute Runden zusammengebracht, dann drei. Jetzt sind es wieder vier. Das fühlt sich gut an." Verantwortlich dafür ist mit Caddie Joe LaCava und Schwungtrainer John Foley auch sein neu sortiertes sportliches Umfeld. Gewinnt Woods sein 15. Major, es wäre sein erstes seit den US Open 2008, wäre er nur noch drei Erfolge vom Rekord des mittlerweile 72-jährigen Nicklaus entfernt. Das grüne Jackett haben freilich auch andere im Sinn. Als schärfster Kontrahent des derzeit in der Weltrangliste auf Platz sieben weilenden Woods gilt Rory McIlroy.
Respekt vor dem Nordiren
Der 22-jährige Nordire war im Vorjahr mit vier Schlägen Vorsprung in den Schlusstag gegangen, ehe er nach einer 80er-Runde nur auf Platz 15 landete. Zwei Monate später gewann McIlroy mit den US Open sein erstes Major, im März 2012 schmückte er nach seinem Sieg in Palm Beach Gardens für zwei Wochen den Weltranglistenspitz, ehe er von seinem Vorgänger, dem Engländer Luke Donald, entthront wurde. "Er hat alles, was ein großer Champion braucht", sagt Woods über McIlroy. (krud, APA, DER STANDARD, 5.4.2012)
ZWISCHENSTAND nach der Auftaktrunde am Donnerstag auf dem Par-72-Kurs in Augusta:
1. Lee Westwood (ENG) 67 Schläge - 2. Louis Oosthuizen (RSA) und Peter Hanson (SWE) beide 68 - 4. Ben Crane (USA), Jason Dufner (USA), Bubba Watson (USA), Paul Lawrie (SCO), Miguel Angel Jimenez (ESP) und Francesco Molinari (ITA) alle 69 - 10. Zach Johnson (USA), Jim Furyk (USA), Vijay Singh (FIJ) und Scott Stallings (USA) alle 70. Weiter: 14. Rory McIlroy (NIR) 71 - 29. Tiger Woods (USA) und Martin Kaymer (GER) je 72 - 55. Phil Mickelson (USA) 74 - 64. Luke Donald (ENG) 75
32-Jähriger feierte seinen ersten Major-Sieg
Von Donnerstag bis Sonntag werden in Ardmore, Pennsylvania, die 113. US Upen im Golf gegeben. Tiger Woods, der dreifache Sieger, hat seit fünf Jahren kein Major mehr gewonnen. Mit Disziplin, Ruhe und Vernunft will er es nun wieder schaffen
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