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Mogadischu/Addis Abeba - Bei einem Selbstmordanschlag in einem Theater der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind am Mittwoch mindestens sieben Menschen getötet worden. Unter den Opfern sind auch der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOC), Aden Yabarow Wiish, und der Chef des somalischen Fußballverbandes, Said Mohamed Nur. Somalias Regierungschef Abdiweli Mohamed Ali blieb bei dem Attentat im Nationaltheater der Hauptstadt hingegen unverletzt.
Die Wiedereröffnung des historischen Theaters nach 20 Jahren war im vergangenen Monat als Zeichen neuer Stabilität und Sicherheit in dem Krisenstaat gewertet worden. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, und der Vorsitzende des Weltfußballverbandes FIFA, Jospeh Blatter, zeigten sich "geschockt". Präsident Ali und sieben seiner Minister erlitten keine Verletzungen, als eine Frau am Mittwoch während einer Zeremonie einen Sprengstoffgürtel detonieren ließ, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.
Regierungschef Ali hielt vor rund 200 geladenen Gästen eine Rede, als die Frau ihren Sprengsatz zündete. Der Sprecher des Regierungschefs sagte später, unter den vier Toten seien der Präsident des somalischen olympischen Komitees, Aden Yabarow Wiish, und der Chef des nationalen Fußballverbandes, Said Mohamed Nur. Wer die anderen Toten waren, konnte der Sprecher nicht sagen. Von den ins Krankenhaus gebrachten Verletzten schwebten "vier oder fünf" in Lebensgefahr.
Bei der Zeremonie wurde die Gründung des somalischen TV-Satellitennetzwerks vor einem Jahr gefeiert. Das Nationaltheater war im März feierlich wiedereröffnet worden, nachdem es wegen des Bürgerkriegs 20 Jahre lang geschlossen war.
Ein Sprecher der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündeten radikalislamischen Shabaab-Miliz sagte, der Selbstmordanschlag sei von einer "Sympathisantin" der Miliz verübt worden. "Die Tat wurde von Leuten ausgeführt, die Al-Shabaab unterstützen", sagte der Sprecher in einem den Rebellen nahestehenden Radiosender.
Im August hatte die Shabaab-Miliz ihre festen Stellungen in Mogadischu aufgegeben. Seitdem verfolgt sie eine Guerilla-Taktik und verübt in der Stadt immer wieder blutige Anschläge. Die Miliz kämpft gegen die vom Westen unterstützte Übergangsregierung und im Land stationierte Truppen der Afrikanischen Union. Sie kontrolliert große Teile des Südens und Zentrums des Landes.
Die getöteten Sportfunktionäre hatten vor einer Woche das Sportstadion von Mogadischu besucht, das derzeit neu aufgebaut wird. "Wenn die Bauarbeiten fertig sind, und die Sicherheit wieder vollständig hergestellt ist, werden wir hier internationale Spiele ausrichten können", hatte Fußball-Verbandschef Nur erklärt.
Die Shabaab-Miliz hatte das Stadion für Schießübungen genutzt, bevor Truppen der Afrikanischen Union es im vergangenen Jahr einnahmen. Das Stadion diente den Truppen zunächst als Stützpunkt, später wurde es der Regierung übergeben. (APA, Reuters, 04.04.2012)
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