Raucherhusten nicht unterschätzen

4. April 2012, 16:46

Jeder fünfte Patient, der an einer chronischen Bronchitis leidet, entwickelt bei fortgesetztem Rauchen eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung

Wiesbaden - Etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), in Österreich sind es rund 800.000, ein Zehntel der Bevölkerung. Ursache der Volkskrankheit ist in den meisten Fällen Zigarettenrauch. Zum anfänglichen Husten kommt im weiteren Verlauf Auswurf hinzu, bis hin zu schwerer Atemnot. COPD ist mit steigender Tendenz die vierthäufigste Todesursache weltweit. Darauf weisen Experten im Vorfeld des 118. Internistenkongresses in Wiesbaden hin. Sie diskutieren im Rahmen des Kongresses über neueste Erkenntnisse zur Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung der Lungenerkrankung.

Ein harmloser Husten, ein wenig kurzatmig, das sind die Symptome, die viele Raucher über Monate und Jahre nicht beachten und die schwere Folgen haben können. Bleiben sie unbehandelt und rauchen Betroffene weiter, entwickelt sich in der Lunge eine chronische Entzündung. Diese führt zu einer zunehmenden und bleibenden Verengung der Bronchien und ihrer fein verzweigten Äste. Nach Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt eine Bronchitis vor, wenn ein Patient innerhalb von zwei Jahren für jeweils mindestens drei Monate unter anhaltendem Husten, vermehrter Schleimbildung und Auswurf leidet. "Etwa 15 bis 20 Prozent der Patienten, die an einer chronischen Bronchitis leiden, entwickeln bei fortgesetztem Rauchen eine COPD", sagt Adrian Gillissen, Direktor der Klinik für Lungen- und Bronchialmedizin am Klinikum Kassel. 

Einschränkungen im Alltag

Die meisten COPD-Patienten seien rauchende Männer und Frauen älter als 50 Jahre. Bei einigen Patienten überblähe sich nach und nach die Lunge und sie entwickeln eine rechtsseitige Herzschwäche. "Da die Erkrankung fortschreitend verläuft, leiden Betroffene in ihrem Alltag unter erheblichen Einschränkungen wie schwerer Atemnot und sinkender Leistungsfähigkeit", so der Experte.

Das A und O sei bei dieser im Grunde vermeidbaren Krankheit die Aufklärung, betont Joachim Mössner, Vorsitzender der DGIM und des 118. Internistenkongresses aus Leipzig: "Neuerkrankungen vorzubeugen ist deshalb eine wichtige Aufgabe von Medizinern, Politik und Gesellschaft", so der Internist. Insbesondere junge Menschen müssten über die Gefahren des Rauchens Bescheid wissen. Denn viele beginnen damit im Schulalter. Für Raucher, die den Zigarettenkonsum aufgeben möchten, fördern Krankenkassen Entwöhnungskurse. "Auch Rauchverbote an öffentlichen Orten tragen dazu bei, Neuerkrankungen zu vermeiden", sagt Mössner.

Schwere mit Lungenfunktionstest bestimmen

Raucher, die unter Husten und Atembeschwerden leiden, sollten sich umgehend untersuchen lassen, empfiehlt Pneumologe Adrian Gillissen: "Nach der neuesten internationalen COPD-Leitlinie, die Ende 2011 veröffentlicht wurde, muss jede bestehende und sich verschlimmernde Luftnotsymptomatik durch eine Lungenfunktionsprüfung abgeklärt werden." Betroffene sollten sich daher an ihren Hausarzt wenden, der den Schweregrad mit einem Lungenfunktionstest bestimmt und eventuell an einen Lungenfacharzt weiter verweist. Stellt dieser eine COPD fest, leitet er eine Therapie mit Bronchien erweiternden und entzündungshemmenden Medikamenten ein. (red, derStandard.at, 4.4.2012)

 

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10 Postings
Sie sind zwar ein Kettenraucher, aber noch zu retten Kaucher.

Lungenfunktionstest

Ein richtiges Gerät dafür mit Kabine und auch der software hat meist nur ein Pulmologe. Ich habe 40 Jahre immer geraucht und nach der Diagnose sofort aufgehört. Jedem zu empfehlen, wenn man nicht den kurzen Rest seines Lebens mit der Sauerstoffflasche im Rucksack oder Einkaufswagerl herumlaufen will. Täglich inhalieren ist lästig genug.

Auch hier wieder das Ablenken von möglich wirklichen Ursachen. Man weiß es einfach nicht, dann ist die Verursacher schnell gefunden. Meiner Ansicht nach eine sehr große Gefahr für die epidemiologische Forschung! Ist dies nun wirklich die einige "Highlight", die raus kommen soll bei diesem teueren Kongress? Wie ist es eigentlich möglich so etwas hier zu schreiben, wenn der Kongress noch stattfinden muss? Ach so die Sponsoren und Springer Medizin...

Sind Sie eigentlich echt oder eine Kunstfigur - so wie der Marlboromann?

Wie sonst käme man auf die Idee, es hätte keine Auswirkungen auf die Lunge, wenn man sich jahrelang jeden Tag zwanzig, dreissig Mal Verbrennungsrauch direkt reinpumpt?

Klar gibt es auch andere Ursachen, wenn man eben einem solchen Rauch auf andere Art ausgesetzt ist. In Entwicklungsländern, in denen es keinen Arbeitsschutz gibt, mag es Arbeitsplätze geben, an denen man ähnlichen Belastungen ausgesetzt ist.

ECHT

Schreibe doch mal deinen echten Namen hier, damit man sehen, dass Sie echt sind.

Peter Müller. So, und nun?

Wozu ist dieser Bericht gut? Es ist erwiesen, dass so gut wie kein Raucher mit dem Rauchen aufhört, "nur" weil so eine poplige COPD festgestellt wurde, nicht mal mit Lungenkrebs!

Ein Hausarzt der einen Lungenfunktionstest macht

... ?!?!?!?

In welchem Land lebt der Autor eigentlich?
Der Artikel dürfte vom Internistenkongress in Wiesbaden, also Deutschland angeregt sein.

Zur Info: Bei uns hat so gut wie kein Hausarzt ein Gerät (gute Geräte gibts mittlerweile schon ab ca. 650€ - zumindest solche die für den Hausarzt reichen; bessere kriegt der Hausarzt aber auch schon um 1000€ (zumindest wenn es gerade ein gutes Angebot gibt) und fürs Hygienische gibts die sogar mit Einmalturbinen (die Teile die mit der Atemluft und dem Speichel des Patienten in Berührung kommen, werden dabei nach jedem Patienten einfach entsorgt. Kosten pro Patient für das Material: keine 2€ inkl. Gerät)).

Ohne Geräte können die aber gar keine Lungenfunktionsüberprüfung durchführen.

mein hausarzt hat sowas. ist aber natürlich keine repräsentative größe.

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