Österreich senkte Entwicklungshilfe drastisch

  • Geringer Beitrag, weiter gekürzt: Österreichische Entwicklunghilfe.
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    Geringer Beitrag, weiter gekürzt: Österreichische Entwicklunghilfe.

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Kürzung um weitere 14 Prozent - Nur Griechenland und Spanien kürzten mehr

Wien - Österreichs Ausgaben für Entwicklungshilfe sind im vergangenen Jahr erheblich gesunken. Die aktuellen Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigen, dass 2011 nur 0,27 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) für Entwicklungshilfe ausgegeben wurden. Das ist ein Rückgang von 14,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Österreich bleibt damit erneut sehr deutlich hinter dem UNO-Ziel von 0,7 Prozent für Entwicklungshilfe zurück.

"Beschämend niedrig"

Zwar lag Österreich auch schon 2010 mit 0,32 Prozent des BNE unter dem Durchschnitt. Die aktuelle Statistik weist das Land jedoch als eines der vier Länder mit dem stärksten Rückgang an öffentlichen Zahlungen für Entwicklungszusammenarbeit (EZA) aus. Mehr gekürzt als Österreich haben nur Griechenland (-39,3 Prozent) und Spanien (-32,7 Prozent). Diese Länder seien aber von der Wirtschaftskrise "in weit größerem Ausmaß" betroffen als Österreich, kritisierte die Hilfsorganisation "Licht für die Welt". Österreichs "bereits beschämend niedriger Beitrag" sinke weiter, die Kosten für die Finanzkrise würden den wirtschaftlich schwächsten Staaten aufgebürdet, empörte sich auch der Dachverband AG Globale Verantwortung.

Die Mitglieder des OECD-Entwicklungsausschusses (DAC) stellten 2011 insgesamt 133,5 Milliarden US-Dollar für Entwicklungshilfe zur Verfügung. Das entspricht 0,31 Prozent des BNE aller DAC-Geberländer. In konstanten Preisen sind das 2,7 Prozent weniger als 2010, dem Jahr mit den bisher größten Leistungen an ODA (Official Development Assistance, Anm.). "Dieser Rückgang spiegelt die angespannte finanzielle Lage vieler DAC-Länder wider", kommentierte die OECD. Der Generalsekretär der Organisation, Angel Gurria, rief dazu auf, die Mittel aufzustocken, sobald es die finanzielle Lage erlaube.

Weltweit größter Netto-Geber von ODA-Leistungen sind die USA (30,7 Milliarden US-Dollar) vor Deutschland (14,5 Mrd.), Großbritannien (13,7 Mrd.) und Frankreich (12,9 Mrd). Trotzdem erreichen bisher nur Dänemark, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen und Schweden das 0,7-Prozent-Ziel, das die Vereinten Nationen bereits in den 1960er Jahren beschlossen. Die größten realen Steigerungen gab es 2011 in Italien, Neuseeland, Schweden und der Schweiz. (APA, 4.4.2012)


Interaktive Karte zur Entwicklungshilfe der OECD

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Griechenland

Österreich hat indes enorme Entwicklungshilfe an Griechenland geleistet, de facto wurde die Entwicklungshilfe enorm gesteigert, nur unter verschiedenen Haushaltstiteln.

Wir haben nichts zu verschenken

Nachdem wir nun schon mit 44 Milliarden für die EU Sorgenkinder geradestehen müssen, müssen wir eben anderswo sparen. Eben nicht nur bei unserer Bevölkerung. Wir haben ja keinen Geldscheisser und zu verschenken tun wir dank Währungsunion ohnehin schon genug.

doch

wir haben die ÖNB

Nachdem die jahrzehntelang geleistete Entwicklungshilfe im großen und ganzen kaum nachhaltige Verbesserungen gebracht hat, sollte man sie ohnehin komplett abschaffen. Wie üblich ist das Regime bei seinen Maßnahmen nicht konsequent.

und sie können uns ganz genau sagen, wohin die gelder flossen und ob es dort tatsächlich keine verbesserungen gab?
wenn sie das nicht sagen können, dann kann ich getrost auf ihren kommentar verzichten.

Sie haben selbstverständlich immer die Möglichkeit auf meine Kommentare zu verzichten, der Allgemeinheit werde ich sie deswegen trotzdem nicht vorenthalten.
Zu einem wesentlichen Teil scheinen die Gelder in den internationalen Waffenhandel geflossen zu sein. Daher wird ein gewisser Teil des gezahlten Geldes sogar nach Österreich zurückgekommen sein. Der andere Teil scheint in den Taschen diverser lokaler Herrscherpersönlichkeiten verschwunden zu sein.

Entwicklungshilfe schafft Entwicklungsländer

Wann nehmen wir diese Länder endlich ernst und entlassen sie echt in die Unabhängigkeit.
Sie sollen endlich machen dürfen, was SIE wollen. Nicht was uns, unseren Ideologen vorschwebt.
Schluss mit Entwicklungshilfe. Schluss mit dem internationalen Zugriff auf andere Länder. Freiheit für alle.

dazu gehoert aber auch die streichung der exportfoerderung

fuer oesterreichische agrarprodukte. dann uberschwemmen wir nicht mehr die entwicklungslaender mit subventionierten lebenmitteln und die dortigen bauern haben wieder eine lebensgrundlage.

Schuldenfreiheit für Afrika!

es wird zeit für einen sozialdemokraten als bundeskanzler.
wir verlieren die menschlichkeit aus den augen (gut, banker sind auch menschen, aber denen will ich nicht helfen)

Abgesehen davon, dass es natürlich mal wieder die Ärmsten trifft

aber kann mir jemand sagen, as die "Entwicklungshilfe" wirklich gebracht hat? Was hat sich so positiv in Afrika in den letzten 10-20 Jahren verwändert?

Leute verhungern noch immer. Sterben an Krankheiten die bei uns nicht einmal als Krankenstandgrund gelten, werden in etlichen Bürgerkriegen und Rebellen angriffen, getötet, entführt, vergewaltigt, zu Kindersoldaten ausgebildet, etc.

Es gibt aber genug Beispiele von Korruption dort. Gestohlene GESPENDETE Güter werden am Markt verkauft. "Politiker" und Diktatoren die sich größere Villen als Schönbrunn bauen.

Hilfe wäre die Afrikaner fortzubilden. Wie bebaue ich ein Feld effizient. Wie grabe ich einen Brunnen.

Und wer glaubt man hilft den Armen, sollte sich mal unsere Sparpakete anschauen.

... was EZA bringt?

"Hilfe wäre die Afrikaner fortzubilden. Wie bebaue ich ein Feld effizient. Wie grabe ich einen Brunnen." Genau das IST Entwicklungszusammenarbeit (EZA), die von vielen Staaten und NGOs in Afrika, Asien, Lateinamerika finanziert wird. Ich arbeite seit 8 Jahren in der EZA, habe Projekte in einigen Ländern besucht und die positiven Veränderungen gesehen. Übrigens: erfolgreiche EZA wird immer gemeinsam MIT der lokalen Bevölkerung durchgeführt und nicht für sie. Natürlich gibt es nach wie Armut und Hunger, das hat aber sehr viel mit der ungleichen Verteilung von Ressourcen zu tun. Was wäre denn die Lösung: Die EZA komplett einstellen, damit noch mehr Menschen dahinvegetieren?

Was "Entwicklungshilfe" wirklich gebracht hat?

- Höhere Steuerbelastung in den Geberländern/Industrienationen
- (Noch mehr) Korruption in den Empfängerländern
- Ebendort Zementierung von undemokratischen Regierungen
- Nachhaltige Zerstörung existierender Nationalökonomien
- Ganze Volkswirtschaften wurden von permanenter Auslandshilfe abhängig
- Unternehmerische Aktivitäten werden unterbunden, da gegen "gratis" nicht konkurrenzfähig
- Parallelwirtschaften sind entstanden, in die ein erheblicher Anteil der Hilfsgüter umgeleitet wurden
- ...

Bei Katastrophen müßte sofort und großzügig geholfen werden, aber "Entwicklungshilfe" ist ein völlig verfehltes Konzept, das lediglich der Gewissensberuhigung und Imagepflege in den Geberländern dient.

Und nicht zu vergessen: Bevölkerungsexplosion. Natürlich ohne nachhaltige Verbesserung des Bodens, was dazu führt, führen muss, dass immer mehr Leute hungern ...

Bildung hilft gegen Bevölkerungsexplosion. EZA baut auch Schulen.

Kinder zeugen geht aber schneller als sich bilden, leider.

Kriege sind die "schnellste" Methode eine Bevölkerung zu dezimieren. Trotzdem kann das niemand wollen, ausser jene, die Kriege führen.

Ich bin so frei und erweitere Ihre Liste:

- Förderung der Kommunalen Ebene
- Förderung von good governance und Demokratie
- Förderung von Frauenrechten, Kinderrechten und Minderheitsrechten
- Förderung von umweltschützenden Maßnahmen
- Ausbau der Infrastruktur
- Ausrottung von verschiedenen Krankheiten durch Impfprogramme
- ...

Die Welt ist halt leider nicht schwarz, oder weiß, sondern grau. Entwicklungszusammnearbeit hat sehr wohl auch positive Auswirkungen.

in der entwicklungshilfe dürfte überhaupt kein geld fließen, sondern sachhilfe. so finanziert AT in guatemala eine öst. schule, an der 2000 schüler im internat leben, zum großteil von öst. lehrern unterrichtet werden und eine ausbildung bekommen. die bessere hilfe für die zukunft, statt einige millionen zu schicken, die in dunklen kanälen versickern.
zweites beispiel. ich war vor 25 jahren in südafrika auf beuch auf einer farm in der nähe von kimberley, gekauft von eine christl. organisation. dort wurden die einheimischen zu landwirten ausgebildet, betreuten die rinderherden und felder - und diese farm ging später in den besitz der einheimischen über.
das ist sinnvolle entwicklungshilfe, ohne viel geld auszugeben.

tut mir leid, aber...

Sie haben keine Ahnung. Wissen Sie überhaupt, wer in der österr. Schule in Guate unterrichtet wird? Die Kinder der Eliten, das hat nichts mit Armutsbekämpfung zu tun.
Und was für Sachhilfe bitte? Wollen Sie Lebensmittel, Bücher, Werkzeug etc. in Entwicklungsländer schicken, statt Geld? Und damit die lokalen Märkte ruinieren? Das Bsp. aus Südafrika kenne ich nicht, aber das ist keine Sachhilfe, sondern da geht es genau um finanzielle Mittel, durch die die lokale Bevölkerung eine Ausbildung erhält. Sie widersprechen sich also eigentlich selbst.

schön, dass sie mehr wissen als der guatemaltekische botschafter in wien, den ich im vorigen jahr auf einem empfang kennengelernt habe und mich lange über diese schule unterhalten habe. bitte lassen sie mich auch in zukunft an ihrem allwissen teilhaben und halten sie mich auf dem laufenden, damit ich den botschafter korrigieren kann. werde mich dabei auf sie berufen.

Sachhilfe spricht Menschen in Entwicklungsländern jegliche eigene Handlungsfähigkeit ab. Glauben Sie, dass Afrika nur von Idioten bevölkert ist, die nicht wissen, was ihr eigenes Land braucht? Glauben Sie wirklich, dass irgendein dahergelaufener 25-jähriger Internationale Entwicklungsstudent besser beurteilen kann, was ein Entwicklungsland braucht, als jemand der dort geboren ist und schon seit Jahren in Projekten arbeitet? Trauen Sie diesen engagierten Menschen wirklich keinen guten Umgang mit Geldern zu?

Trauen Sie diesen engagierten Menschen wirklich keinen guten Umgang mit Geldern zu?

nein!!!!! lernen sie geschichte und informieren sie sich, was mit den entwicklungshilfegeldern früher gekauft wurde. von goldenen häusln bis zu waffen alles, aber kein essen für die bevölkerung, außer für die soldaten.

Die österr. Schule in Guatemala ist aber ganz sicher

kein Projekt, das aus österr. Entwicklungsgeldern finanziert wird.

es ist egal, wer bezahlt, aber es handelt sich hier um die beste entwicklungshilfe.

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