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Oliver Marach, Davis Cup-Kapitän Clemens Trimmel und Alexander Peya bei der Vorbereitung für das Oster-Wochenende.
Wien - Mit Rafael Nadal und Novak Djokovic fehlen im Viertelfinale des Davis-Cups 2012 die zwei aktuell besten Tennisspieler der Welt. Während Weltranglisten-Leader Djokovic Serbien gegen Tschechien in Prag spürbar fehlen wird, gilt Spanien zu Hause gegen Österreich auch ohne die Nummer zwei der Welt als Favorit. Die übrigen Begegnungen lauten Frankreich gegen USA (Monaco) und Argentinien gegen Kroatien (Buenos Aires). Erstmals im Davis Cups finden alle Viertelfinali auf Sand statt.
Spanien setzt nach dem ohne Superstar Nadal sowie David Ferrer eingefahrenen 5:0-Erstrundensieg gegen Kasachstan seine Titelverteidigung gegen Österreich in der Ferienstadt Marina d'Or fort. Nicht weil die Iberer das Match vielleicht auf die leichte Schulter nehmen würden. Vielmehr ist der Urlaubskomplex in Oropesa del Mar nördlich von Valencia nach langem Suchen eingesprungen. Gespielt wird auf einem bis zu 12.000 Zuschauer fassenden Parkplatz-Stadion.
Spanisches Luxusproblem
Nadal lässt aber auch diesmal aus, Kapitän Alex Corretja tat sich bei der Lösung seines "Luxusproblems" jedoch relativ leicht. Aus dem Reservoir von gleich zwölf Top-100-Spielern (Österreich hat einen) hat er nun mit Lokalmatador Ferrer (5.) und Nicolas Almagro (12.) immer noch zwei Top-Zwölf-Asse für die Einzel zur Verfügung.
Spanien hält bei 22 Heimsiegen in Folge und hat von den vergangenen vier Davis-Cup-Auflagen drei gewonnen. Die Iberer sind die Emporkömmlinge im Davis Cup, alle ihr fünf Titel haben sie in den vergangenen zwölf Jahren geholt. In diese Zeit fällt auch der Aufstieg Nadals zum besten Sandplatzspieler der Welt.
"Vier C" statt Doping
Dass zuletzt der Franzose Yannick Noah dem spanischen Sport kollektives Doping unterstellte, ließ auch die Tennisszene nicht kalt. In einem offenen Brief verwies Ex-Profi Emilio Sanchez auf die "vier C" des verstorbenen Golfers Severiano Ballesteros als ausschließliches Geheimnis der spanische Sporterfolge: Cabeza (Kopf), Condicion (Fitness), Corazon (Herz) und Cojones (Eier).
Für Österreich spricht nicht einmal die Papierform, obwohl man hauptsächlich wegen der Erfolge von Thomas Muster und Co in den 1990er-Jahren im direkten Vergleich immer noch mit 3:1 führt. Vielmehr sehen Jürgen Melzer und Co. ihre Chance nun in der Außenseiterrolle. "Spanien ist eine Tennis-Macht. Auch ohne Nadal", stellte Melzer klar. "Sie haben seit 1999 daheim nicht mehr verloren. Wenn wir sie wirklich auswärts und auf Sand schlagen, können wir von einem Tenniswunder sprechen."
Für Österreichs nicht so üppiges Tennis kommt die fast unlösbar scheinende Aufgabe dennoch gerade recht. Nach eineinhalb Jahrzehnten Fahrstuhl-Dasein gehört das Herren-Nationalteam erstmals seit 17 Jahren (1995) wieder zu den besten acht Nationen der Welt. Zudem wurde wenige Tage vor der vermutlich windigen "Sandschlacht" an der Costa Azahar der ehemalige Muster-Macher und Davis-Cup-Direktor Ronald Leitgeb zum Verbandspräsidenten gewählt.
Live auf ORF Sport +
Das und der vierte Viertelfinalauftritt der rot-weiß-roten Tennis-Herren seit dem Weltgruppen-Aufstieg 1988 sollen auch eine Weichenstellung für die Zukunft markieren. Selbst Muster will beratend seinen Teil zur Aufbruchstimmung beitragen. "Davis Cup zu spielen ist das Größte", ist der ehemalige Weltranglisten-Erste überzeugt. Vom Davis Cup in Spanien berichtet täglich ein Social-Media-Team des ÖTV, der Bewerb ist auch in ORF Sport + live zu sehen.
Der seit Jahresbeginn im Dienst stehende ÖTV-Kapitän Clemens Trimmel reist zwar mit einer halben Fußballmannschaft nach Spanien an, aber auch dem Ex-Profi ist bewusst, dass seine Burschen krasse Außenseiter sind. "Jeder Punkt, jeder Satz ist ein Erfolg", betonte der Wiener daher immer wieder. "Wir haben keine Chance und die wollen wir nützen."
Haider-Maurer nicht voll fit
Die Hauptlast ruht einmal mehr auf Rekord-Davis-Cup-Spieler Jürgen Melzer (spielt seit 14 Jahren), dem sowohl gegen "Gummiwand" Ferrer (2:5-Bilanz) als auch gegen den aggressiv spielenden Almagro (2:1) noch die besten Chancen zugestanden werden. Noch dazu laboriert Österreichs Nummer zwei, Andreas Haider-Maurer, an den Folgen eines Bänderrisses im Knöchel.
Die Chancen wurden auf 20:80 eingeschätzt. Auch TV-Co-Kommentator Alex Antonitsch gibt dem ÖTV-Team nur geringe Siegchancen. "Selbst ich als Optimist wage kaum, von einem 3:2-Sieg zu träumen. Ein 0:5 ist natürlich genauso drin", vermutet der 46-jährige Kärntner, der keine Ratschläge geben will: "Kapitän Clemens Trimmel hat eine Super-Atmosphäre geschaffen. Alleine dass sechs Spieler bereit sind, dabei zu sein, ist super."
Die beste Möglichkeit auf einen Sieg hat Österreich im Samstag-Doppel, in dem man gegen Marcel Granollers/Marc Lopez mit Oliver Marach/Alexander Peya ein eingespieltes Duo aufbieten kann. Marach/Peya können also zumindest dafür sorgen, dass die Fans beider Lager auch am Sonntag noch Daumen drücken können. Sofern nicht ohnehin das Wetter böse mitspielt. Spätestens ab Donnerstag soll es regnen. (APA, 4.4.2012)
Im September steht für Melzer und Co. die Zugehörigkeit zur Weltgruppe auf dem Spiel
Bryans unterlagen überraschend nach Fünfsatz-Krimi - Djokovic fixiert den Einzug
Querrey gewann entscheidendes Einzel beim 3:2-Sieg gegen Brasilien - Spanien verliert in Kanada mit 2:3
Österreichs Nummer eins muss sich nach einer durchwachsenen Partie dem Kasachen Golubjew in vier Sätzen geschlagen geben
Dreisatzsieg von Knowle/Peya bringt Daviscup-Team nach zweitem Tag auf 1:2 heran
Sechs verlorene Sätze von Andreas Haider-Maurer und Jürgen Melzer gegen die Nummer 187 und 211 der Welt - Stand nach dem ersten Tag: 0:2
Doppel Berdych/Rosol nach erst 7:02 Stunden erfolgreich - Letzter Satz dauerte 3:35 Stunden - Frankreich, Argentinien, Serbien durch - Italien 2:1 in Front
hab's diese woche schon mal gepostet. ein bisschen überraschte mich musters (kontraproduktive) prognose, wonach für österreich nichts zu holen sein wird. diese haltung passt gar nicht zu ihm und ist nebenbei nicht korrekt.
was alles möglich ist, zeigte die USA in der schweiz. auf ein 0:5 hätte dort nicht mal der größte optimist unter den amis getippt.
ferrer ist der große favorit, aber sicher nicht unerreichbar für melzer - eine topleistung von jürgen natürlich vorausgesetzt. gerade wenn er nichts zu verlieren hat, spielt er oft sein bestes tennis - also die hoffnung lebt. ferrer hat zudem auch manchmal wackler.
gegen almagro ist er mMn sowieso nur leichter außenseiter u im doppel ist immer was drinnen.
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