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Ein Fotoblog von Michael Hierner war der Anlass für diesen Text, der mit einigen Missverständnissen und Fehlinformationen zum Thema Denkmalschutz aufräumen möchte.
1. "Kein Denkmalschutz für Römisches Bad." In der Überschrift seines Beitrags suggeriert Michael Hierner, dass das Römische Bad im 2. Wiener Gemeindebezirk nicht für wert befunden wäre, unter Denkmalschutz gestellt zu werden.
Das stimmt aber nicht.
Es ist nur so, dass das Bundesdenkmalamt - per Gesetz mit dem Denkmalschutz betraut - im Vorfeld einer Unterschutzstellung ein ordentliches Verwaltungsverfahren durchzuführen hat. Das ist nur recht und billig, wenn man bedenkt, dass der Denkmalschutz einen nicht unbeträchtlichen Eingriff in das Privateigentum bedeutet.
Eine sorgfältige Prüfung, nicht eine leichtfertige oder willkürliche Entscheidung "aus dem Bauch", ist die Basis für das Gutachten, das die Grundlage der Unterschutzstellung bildet. So können EigentümerInnen und Öffentlichkeit die Gründe für den Denkmalschutz nachvollziehen.
Die Prüfung wird für das Römerbad durchgeführt werden; eine genaue wissenschaftliche Recherche braucht Zeit. Das Bad wurde nicht als "nicht schutzwürdig" erachtet - die Prüfung seiner historischen, künstlerischen und/oder kulturellen Bedeutung wird erfolgen.
2. "Aufgrund des fehlenden Interesses des Bundesdenkmalamtes konnte das Gebäude im Renaissancestil zu einem großen Teil abgerissen und durch neue Baukörper im Stil der 1960er Jahre ersetzt werden."
"Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit", war der Wahlspruch der Secession; in Abwandlung könnte man sagen: "Der Zeit ihre Denkmale", denn jede Epoche wählt die für sie repräsentativen Denkmale aus und übergibt sie dem Denkmalschutz zur weiteren Bewahrung und Pflege.
In der Nachkriegszeit wurde die Architektur der Gründerzeit für blutleer, eklektizistisch und überlebt gehalten - "Neu bauen heißt besser machen" war das Motto nach dem Zweiten Weltkrieg.
Erst in 1960er Jahren begann sich die Fachwelt für den Historismus zu interessieren - im Übrigen auf Initiative von Renate Wagner-Rieger, einer bedeutenden Wiener Kunsthistorikerin. Zum Zeitpunkt der Zerstörung von Teilen des Römerbads interessierte sich schlichtweg weder die Öffentlichkeit noch die Fachwelt für die Gründerzeit-Architektur.
Damit so etwas nicht wieder passiert, bemühen sich die WissenschaftlerInnen des Bundesdenkmalamts, auch bedeutende Werke der jüngeren Architekturgeschichte, wie das Stadthallenbad, rechtzeitig unter Schutz zu stellen. Ein Totalumbau rein nach bädertechnischen Anforderungen hätte das Stadthallenbad, ein Hauptwerk Roland Rainers, vermutlich zerstört.
3. "Nach einer Renovierung könnte das Bad mit seinen grünen Fliesen heute etwa als Wellness-Hotel viele Gäste nach Wien locken und auch für die Wiener ein einzigartiger Treffpunkt sein."
Hier werden die Möglichkeiten des gesetzlichen Denkmalschutzes maßlos überschätzt. Laut Gesetz muss ein Denkmal in seinem zum Zeitpunkt der Unterschutzstellung aktuellen Zustand unter Schutz gestellt werden. Das Bundesdenkmalamt hat keinerlei Pouvoir, für eine gegenwärtige Lagerfläche per Dekret einen Rückbau in eine Badeanstalt vorzuschreiben - die EigentümerInnen würden sich wohl bedanken!
Veränderungen an Denkmälern gehen grundsätzlich auf die Initiative der EigentümerInnen zurück, sie geben den Anstoß für eine Veränderung, deren Verträglichkeit vom Bundesdenkmalamt beurteilt werden muss.
Rückbauten im Sinn von Wiederherstellungen historischer Zustände im großen Stil werden auch nicht unterstützt, können sie doch die zerstörte Substanz nicht physisch wiederauferstehen lassen - sie wären also genau genommen Fälschungen, die der Laie nicht als solche erkennen könnte.
4. Ein Posting von hidecut: "Das Bad nicht geschützt zu haben ist eine Schande."
Nein, das Bad nicht geschützt zu haben ist eine Zeit- und Personalfrage. Im Landeskonservatorat Wien, das Wiens geschützte Gebäude betreut und eine nicht unbeträchtliche Anzahl ungeschützter Gebäude erforscht, sind insgesamt elf Personen damit beschäftigt, Veränderungswünsche zu begutachten, Restaurierungen zu begleiten, Baustellen zu besuchen, Unterschutzstellungen durchzuführen, zu informieren, zu verwalten, den Tag des Denkmals vorzubereiten und durchzuführen usw.
Für jede Unterschutzstellung und für jede genehmigte Veränderung wird ein Verwaltungsverfahren durchgeführt. Dazu ist das Bundesdenkmalamt nicht nur von Gesetzes wegen verpflichtet - hier wird auch im Interesse der EigentümerInnen und der Gesellschaft gehandelt, die sich zu Recht fundierte und transparente Verfahren wünscht.
5. Ein Posting von digitalbosner: "Da gibts hässlichere Bauwerke, die unter Denkmalschutz stehen - und und sogar wichtige Infrastrukturprojekte behindern (Straßenbau...) und eigentlich geschliffen gehörten (Fortschritt muss auch sein)"
Nein, nicht alles, was unter Denkmalschutz steht, muss Ihnen persönlich gefallen. Vielleicht würden Sie ein Gebäude gerade deshalb, weil es Ihnen nicht gefällt, aufgeben ... Dann hätten wir zum Beispiel keine Barockbauten (um 1870 als kitschig und überladen diffamiert) und keinen Jugendstil (in der Nachkriegszeit verabscheut).
Um das zu verhindern, ist der Denkmalschutz da - gerade Bauten, über deren Qualität kein öffentlicher Konsens besteht, brauchen Schutz in Gegenwart und Zukunft. Hier können keine Geschmackskriterien zum Zug kommen, hier muss auf wissenschaftlicher Basis recherchiert, verglichen und ausgewählt werden.
Das tun die ExpertInnen des Bundesdenkmalamts - notgedrungen auch über Widerstände hinweg, denn der eine findet Beton grundsätzlich unmenschlich, die andere hält Giebel für spießig und reaktionär und der Dritte kann wahlweise Gemeindebauten, Kirchen oder Almhütten nicht ausstehen - was nicht bedeutet, dass sie ihre Bewahrung nicht wert wären.
6. Ein Posting von Wien 1220: "Vielleicht sollte man einmal kurz darauf hinweisen, dass jedes Gebäude, das sich im öffentlichen Eigentum befindet, per Gesetz unter Denkmalschutz steht."
Nein, das stimmt nicht. Bis Ende 2009 hat das Bundesdenkmalamt diesen Bestand selektiert und per Verordnung für jene Objekte den Denkmakschutz bestätigt, die die entsprechenden Bedeutung haben.
Sie sind in der Liste auf bda.at angeführt. Alle anderen Gebäude im Besitz der öffentlichen Hand stehen nicht mehr unter Denkmalschutz.
7. Ein Posting von Edelweiß: "Hauptsache, der Westbahnhof ist unter Denkmalschutz. Die Nachkriegs-, Billigarchitektur ist anscheinend schützenswerter als diese bis ins Detail durchgeplanten, liebevollen Objekte."
Der Westbahnhof war ein neues Tor zur Stadt, die sich nach dem Krieg modern und urban darstellen wollte und dieses Lebensgefühl in ihrem neuen Bahnhof ausdrückte.
Auch die Nachkriegs - und, ja! - auch die "Billigarchitektur" ist - zumindest in einzelnen Exemplaren - schützenswert, denn sie repräsentiert eine Epoche mit ihrem historischen Kontext. Warum soll man sich nicht daran erinnern, dass nach dem Krieg Baustoffmangel herrschte und dass man mit dem wenigen, das vorhanden war, trotzdem einen Neuanfang versuchte? Diese Gebäude sind Zeitzeugen für die Lebenskultur ihrer Zeit, auch dann, wenn sie heutigen ästhetischen Vorstellungen nicht entsprechen - auch Jugendstil war einmal scheußlich.
8. Posting von michih144: "in linz ist die eisenbahnbrücke denkmalgeschützt, eine stahlkonstruktion, die jederzeit in identischer form erneuert werden könnte, ebenso ganze Häuserzeilen in einem arbeiterbezirk, (häßliche sog. hitlerbauten) deren eher sozial schwächere bewohner vergeblich auf einen zeitgemäßen vollwärmeschutz warten, und mit den doppelten heizkosten leben müssen, im vergleich zu neubauten..."
Ja, es ist wichtig, auch technische Denkmale oder Bauten der NS-Zeit zu schützen. Auch wenn man eine Stahlkonstruktion jederzeit nachbauen könnte, wäre sie materiell nicht die originale - und nur das physische Original gibt Auskunft über seine tatsächliche Beschaffenheit. Ein Nachbau würde nur die optische Beschaffenheit der Konstruktion nacherzählen.
Auch NS-Bauten müssen erhalten bleiben: Würde man sie einfach abreißen oder verkommen lassen, käme das einer damnatio memoriae gleich - aus den Augen, aus dem Sinn. Auch Gebäude aus bedenklichen oder ganz einfach schrecklichen Epochen müssen bewahrt werden, um die Erinnerung an diese Zeiten nicht vergessen zu machen. Was den Wärmeschutz betrifft: Das Bundesdenkmalamt hat dazu eine Richtlinie entwickelt, die Lösungsmöglichkeiten aufzeigt. (Inge Podbrecky, derStandard.at, 5.4.2012)
Autorin
Dr. Inge Podbrecky ist Kunsthistorikerin und Mitarbeiterin des Bundesdenkmalamtes.
Denk-mal-schutz! So wäre es richtig, für Wiener Wohnen.
http://wp.me/ppWn1-11
sind alle denkmalgeschützten Objekte aus Österreich bereits aufgelistet. Leider fehlen zu vielen Objekten noch die dazugehörigen Bilder, auch die Beschreibungen.
Offenbar hat nicht nur das Bundesdenkmalamt ein Problem mit Personal. Da es aber fast 40.000 Denkmäler sind, scheint das wirklich vom Projekt her extrem umfangreich zu sein.
das konzept von wikipedia impliziert, dass die leute unentgeltlich arbeiten. wenn sie also nicht alles auflisten, so ist es halt so und sollte wikipedia nicht vorgeworfen werden. das bundesdenkmalamt jedoch hat durchaus auch finanzielle mittel um dinge "durchzuziehen".
und es kommt scheinbar noch eine gewisse beamten-mentalität dazu, die eigenartig ist. warum sind zb. so wenige fotos von den vom bda dokumentierten gebäuden verfügbar? antwort: wir müssen sparen. bietet man dem bda jedoch an gratis fotos zu machen, wird man belehrt "wir haben amts-fotografen, brauchen keine hilfe". (!)
Auch noch eine Erinnerung an alle, die so stark gegen den Denkmalschutz wettern. In Wien wäre mir noch selten ein Neubau aufgefallen, der in optischer oder gar Bauqualität die davor vorhandene Struktur übertroffen hätte. Aktuellstes Beispiel: Westbahnhof.
Das liegt freilich selten am Denkmalschutz sondern vielmehr an der unendlich schwachen Stadtplanung in Wien, denn schließlich schafft man es in anderen Teilen Österreichs (vA im Westen) durchaus aufregende Neubauten zu schaffen.
In Wien hingegen wird ein Containerbau (http://bit.ly/HinM3V !!!) im Zentrum oder so etwas http://bit.ly/HXgeze mitten in bester Mariahilfer Lage genehmigt.
Die aktuellen Wohnbauten erinnern an die 60er und keiner nimmt Anstoß daran. Wo ist die Baukultur??
ist wirklich ein Irrsinn. An einer städtebaulich so sensiblen Stelle ein derartiges Gebäude zu errichten, ist unverzeihlich. Es ist pervers. Aber es ist eh schon alles wurscht, die Liste der Sünden wird länger und länger, Wien schircher und schircher. In 50 Jahren wird man über den Beginn des 21. Jahrhundert den Kopf schütteln.
Tatsächlich wurden von 1945 bis 1970 mehr Gebäude in Wien abgerissen, darunter viele, die man heute als unbedingt schützenswert klassifizieren würde, als durch den Krieg selbst zerstört wurden.
Nicht zuletzt durch das Trauma des Krieges (an dem man ja völlig unschuldig war [offizielle Geschichtsschreibung]), wollte man mit der Vergangenheit möglichst brechen und eine "moderne" Stadt völlig neu bauen. Gut, dass das Meiste nicht verwirklicht wurde. Eine Autobahn von der Westeinfahrt in Hochlage quer drüber bis zur Zweierlinie, unter Abriss fast des gesamten 7. Bezirkes, würde auch heute niemand mehr wollen...
manchmal ist die bausubstanz halt schlecht, dann kann man es verstehen. es kommt aber auch drauf an WAS das gebäude für eine funktion hat. wohngebäude gibt es zb viele in wien, bäder kaum. gerade im fall vom "römischen bad" ist es deshalb interessant warum bewusst eine so neutrale position eingenommen wird die leider ein vollkommenes desinteresse am objekt nahelegen lässt.
Wenns unter Maria Theresia schon Denkmalschutz gegeben hätte...
...dann könnten wir uns heut die Ringstraße aufmalen. Auf die Mauer. Die Stadtmauer. Weil die sicher nicht abgerissen werden hätte dürfen.
Ich kanns verstehen, wenn man einem alten Kircherl halt den Denkmalschutz umhängt.
Aber wo ich die ganze Behörde nur noch zum Teufel wünsch sind genau diese Aktionen wo Gebäude die für die JETZT lebenden wichtig wären (Bahnhöfe, Wohnhäuser, etc) nicht oder nur kompliziert adaptiert werden können.
Das kanns nicht sein.
Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.
ich glaub nicht, dass man dann die ganze mauer unter denkmalschutz gestellt hätte. aber man hätte vermutlich einen teil davon stehen lassen. und erinnern sie sich wie sehr man sich freute, dass ein teil der stadtmauer beim ubahnbau tatsächlcih gefunden wurde! das zeigt, dass die menschen auch tatsächlich altes irgendwie schätzen.
"Rückbauten im Sinn von Wiederherstellungen historischer Zustände im großen Stil werden auch nicht unterstützt, können sie doch die zerstörte Substanz nicht physisch wiederauferstehen lassen - sie wären also genau genommen Fälschungen, die der Laie nicht als solche erkennen könnte."
lustig, dass genau das aber bei vielen projekten passiert. das beatrixbad zb wird nun wieder ein bad obwohl es vorher ein keller war!
und was ist mit dem 20er-haus passiert? sämtliche materialien wurden durch neue ersetzt. insofern ist das 20erhaus also nun eine komplette fälschung?
und was ist mit dem westbahnhof - da wurde einiges rückgebaut. geht es also doch???
warum soll man aus dem installateur-shop kein bad mehr machen können?
Ich denke, das ist eine Abgrenzungsfrage: Was ist eine Wiederherstellung und was ist eine Instandsetzung?
Außerdem verbietet der Denkmalschutz nicht generell eine Wiederherstellung, wenn sie vom Eigentümer gewünscht ist, sie ist nur nicht Ziel des Denkmalschutzes. Es ist ein Unterschied, ob der Denkmalschutz sagt, "Das Beatrixbad muss wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt werden." oder ob er sagt: "Das Beatrixbad darf wieder ein seinen ursprünglichen Zustand versetzt werden."
Ich bin zwar kein Denkmalschutzexperte, aber ich nehme mal an, dass es auch darauf ankommt, was geschützt wird.
Ich selbst nur, dass viele Gründerzeithäuser meist bei einer Komplettsanierung bzw. "Neubau" die Fasade stehen gelassen wird währen alles drinnen (also hinter der Fasade) abgerisen und neu errichtet wird.
ich denke der große frust von herrn hierners artikel besteht in der schwammigen formulierung des bundesdenkmalamtes. ein beispiel:
"Die Prüfung wird für das Römerbad durchgeführt werden; eine genaue wissenschaftliche Recherche braucht Zeit."
impliziert das nicht, dass eigentlich noch KEINE prüfung durchgeführt wird? wenn sie damit schon begonnen haben, dann könnten sie sagen "die prüfung für das römerbad WIRD durchgeführt" oder "ist gerade in durchführung".
steht da ein altes Bad, ein Mitarbeiter schreibt 1985 sogar eine Story darüber. Das BDA weiß davon, schützt es aber nicht.
Und dann erklärt Frau Podbrecky hier: „In der Überschrift seines Beitrags suggeriert Michael Hierner, dass das Römische Bad im 2. Wiener Gemeindebezirk nicht für wert befunden wäre, unter Denkmalschutz gestellt zu werden. Das stimmt aber nicht“.
Ja, warum taten sie es dann nicht schon lange? Warum erklärte man Herrn Hierner sogar anfangs, es wäre „zerbombt“ worden? Es ist allerdings positiv zu bewerten, dass anscheinend nun nach 140 Jahre doch Bewegung in die Sache kommt.
Man kann wohl über jede Einzelentscheidung streiten.
Dem Denkmalschutz wird aber auch mitunter vorgeworfen, dass er sogar zum Verfall von Gebäuden beiträgt, weil er Anpassungen an eine zeitgemäße Nutzung verhindert. Daher werden beim Denkmalschutz auch Kompromisse eingegangen, um die Nutzbarkeit der Gebäude zu erhalten.
Der Denkmalschutz wird übertrieben. Man kann nicht aus einem 100 jahre alten Spital durch Renovierung ein modernes, den heutigen Anforderungen entsprechendens, Klinikum schaffen (siehe Otto Wagner Spital Pav. 16.) Entweder was anderes daraus machen z.B.Kunstgallerie, Sakralbau (da gibts keine Auflagen) oder Wohnungen (da brauchst nur eine Waschküche)
Viele jener, die beim römischen Bad aufjaulen, würden wohl Bauten aus den 50ern und 60ern ohne mit der Wimper zu zucken schleifen. ;)
Klar ist es sehr schade, dass dieses Bad in Vergessenheit geriet und so behandelt wurde. Und schön, dass es von jemandem engagierten gefunden wurde!
Aber all jenen die jetzt das Bewahrende raushängen lassen und über das böse Gegenwärtige schimpfen: Gebautes ist auch immer Gebrauchsgegenstand, Ästhetik etwas sozialisiertes und Schönheit auch immer soziokulturell erlernt. Reflektiert mal ein bisserl was Ihr warum schön findet und überlegt warum so viele so schnell und gern über gegenwärtige Bauten ätzen. Frühere Epochen haben genau das über jene Bauten gemacht, die heut als schützenswert angesehen werden.
Bauten aus den 50ern und 60ern gehören fast ausnahmslos abgebrochen und ev. erneuert. Zu der Zeit gabs ja noch nicht mal Bauphysik, Bauakustik, Baubiologie etc. Man kann das ja fotographieren und als zeitgeschichtliches Dokument aufheben. Bei einem Neubau sind mind. 30% Haustechnik.
die halbe Innenstadt planieren. Die Gründerzeitbauten sind alles andere als zeitgemäß und den heutigen Standards entsprechend.
Und bei den heutigen Standards wissen wir noch gar ned was uns da noch blüht. Ich denk da mal an die lustigen Styproporverschalungen die überall draufgekleistert werden.
Nicht alles aus allen Epochen ist schützenswert, aber gewisse Epochen als unnötig anzusehen, ist immer Zeitgeist. Auf die Gründerzeitbauten wurde auch mal ordentlich herabgesehen, weil veraltet, alles gleich, usw.. Und heut reißen sich die Leut drum. ;)
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