Virtueller Shop in Torontos Untergrundwelt

Daniel AJ Sokolov
8. April 2012, 11:03
  • Wasch- und Putzmittel, Shampoo und Zahnpasta, Küchenrollen und Windeln bietet die 
Online-Drogerie Well.ca in einem virtuellen Shop an.
    foto: well.ca

    Wasch- und Putzmittel, Shampoo und Zahnpasta, Küchenrollen und Windeln bietet die Online-Drogerie Well.ca in einem virtuellen Shop an.

Eine kanadische Drogerie experimentiert mit Barcodes. Ohne Lokal und Personal soll Laufkundschaft gewonnen werden.

Das PATH-Netz in Toronto ist laut Guinness-Buch der Rekorde der größte unterirdische Einkaufs-Komplex. Die Fußgänger-Tunnel sind insgesamt 28 Kilometer lang und beherbergen etwa 1.200 Geschäfte mit rund 5.000 Mitarbeitern und mehr als 370.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Das ist mehr als das doppelte der SCS nahe Wien, die es auf 173.000 Quadratmeter bringt.

Fotos und Produktcodes

In Toronto verzichtet ein neues Experiment seit Montag aber auf horizontale Verkaufsfläche. Plakate an der Wand reichen. Sie sind an einer prominenten Kreuzung in den PATH-Tunnels angebracht und zeigen Produktfotos samt Preisschildern und 2D-Barcodes.

Wasch- und Putzmittel, Shampoo und Zahnpasta, Küchenrollen und Windeln - solche und ähnliche Produkte bekannter Marken bietet die Online-Drogerie Well.ca auf diese Weise feil. Wer die passende App auf seinem Handy installiert hat, kann eine Bestellung aufgeben indem er den passenden Barcode scannt. Die Waren werden portofrei nach Hause geliefert.

Neuland

Laut Well.ca handelt es sich um das erste virtuelle Barcode-Geschäft in Nordamerika. Es ist ein Versuch, die Vorteile von E-Commerce und einer guten Lage in der Stadt zu kombinieren. Der Anbieter zahlt statt Miete für ein Geschäftslokal nur den Preis für Plakate an der Wand. Außerdem muss er vor Ort kein Personal beschäftigen. Der Kunde wiederum braucht sich an keiner Kassa anzustellen.

Die App ist für Android, Blackberry, iOS und Windows Phone verfügbar. Das Experiment läuft vorerst bis Ende April. Eine Nachteil ist die geringe Verbreitung von Mobiltelefonen in Kanada. Regionale Marktgliederungen und mangelnder Wettbewerb halten die Tarife sehr hoch, so dass auf 100 Einwohner nur etwa 70 Mobilfunk-Anschlüsse kommen. In Österreich sind es mehr als doppelt so viele. Immerhin liegen die Tarife in Toronto unter dem nationalen Durchschnitt Kanadas.

PATH soll weiter wachsen

Toronto plant, PATH langfristig auf 60 Kilometer Länge auszudehnen. Wichtige neue Gebäude sollen zudem so gebaut werden, dass sie leicht an das Tunnelnetz angeschlossen werden können. Schon jetzt marschieren täglich über 100.000 Pendler durch die Röhren, dazu kommen noch einkaufende Touristen und Einwohner.

Zahlreiche wichtige Veranstaltungsorte und Einrichtungen wie Bahnhof und Busbahnhof sind Teil von PATH. Der CN Tower, DAS Wahrzeichen Torontos, ist über eine geschlossene, oberirdische Verbindung namens Skywalk angebunden. (Daniel AJ Sokolov, derStandard.at, 4.4.2012)

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Nicht wirklich gute Idee

ich kaufe auf amazon in usa wirklich oft ein, aber sich nicht putzmittel, schampo oder gemuese. es hat schon vor 10 jahren start ups mit ähnlichen indeen gegeben. mit dem ende er dot com blase sind die alle untergegangen.

Und geliefert wird während ich im Büro sitze

oder die Zustelldienste passen sich endlich dem wirklichen Leben an.
Wenn ich mir das Zeug an den Arbeitsplatz liefern lasse, muss ich es erst recht schleppen.

Lösung wäre: Man gibt bei der Bestellung zwei Zustelltermine an (an denen man zu Hause ist). 1. Zustellversuch zum ersten Termin, 2. Versuch zum zweiten Termin.
Ist man 2x nicht zu Hause, dann muss man sich das Ding von der Lagerzentrale gegen eine Gebühr von 50 EUR holen (selbst Schuld).

--> Bei dieser Regelung haben alle was davon.

genial

vor allem die raffinierte regelung ...

1. Zustellversuch zum ersten Termin, 2. Versuch zum zweiten Termin.

weil, es wäre wahrscheinlich doch zum scheitern verurteilt wenn...
1. Zustellversuch zum zweiten Termin, 2. Versuch zum ersten Termin vorgesehen wäre -
oder gar
2. Zustellversuch manchmal montags, sonst aber mitwochs, wennn nicht donnerstag ein feiertag ist und es regnet, 2. Versuch zum ersten Termin der nachuntersuchung der blaserninfektion der 3. nachbarin von aus norden gesehen, wenn der blonde arzt nachtdienst hat, vorgesehen wäre -

Ist man 2x nicht zu Hause, dann muss man sich das Ding ...

genau.

Super, wird 2x sinnlos in der gegend herumgefahren ...

wieso 2x ? mit dieser seltsamen "logischen" argumentation kann ich genaus behaupten: super, es wird nur 1x gefahren.

alter Hut

gibts in Korea schon seit Jahren

Soweit ich weiß war das damals eine PR Aktion und nur ein paar Stunden an den Wänden. Da hat niemand wirklich eingekauft, da sind nur Models für die Fotos davor gestanden.

Seltsam oder?

"so dass auf 100 Einwohner nur etwa 70 Mobilfunk-Anschlüsse kommen. In Österreich sind es mehr als doppelt so viele."

Hat wirklich fast jeder 2te in Österreich 2 Handys? Ich kenne in meinem privaten Umfeld kaum jemanden.

Ich kenn sehr viele Menschen, die neben dem privaten auch ein Diensthandy haben.

Die Mobilfunk-Anschlüsse werden nach verteilten SIMs berechnet - darum bekommst du auch SIMs, wenn du eigentlich dein Telefon nicht nutzt oder gar nicht mehr "aktiv" Kunde bist.

Beispiel:
Du hast einen Vertrag mit Anbieter A und beendest diesen vorzeitig und lässt deine Nummer zu Anbieter B portieren. Du kommst von Anbieter B eine neue SIM die an deine portierte Nummer gebunden wirst.

Was tust du jetzt mit Anbieter A?: 1) Du bezahlst den "Strafzoll" für das vorzeitige Beenden des Vertrages oder 2) du lässt den Vertrag einfach auslaufen (was idR. oft billiger kommt).

Wenn du den Vertrag auslaufen lässt, obwohl du nicht mehr telefonierst, brauchst du aber ein neues SIM - logisch, drum schickt dir der alte Anbieter eins[!].

>Ich habe drei Handys, aber nur eines im Einsatz.

in Ö soll es tatsächlich

mehr handys/mobilfunkverträge als Bevölkerung geben. in Zeiten des mobilen internet auch nachvollziehbar (1x Telefonie, 1x datenstick(?)), allerdings war das bereits zu Zeiten reiner Telefonie so.

das mit Kanada finde ich auch etwas seltsam, hier hat auch so ziemlich jeder ein Handy

?

(fast) jeder politiker hat 8 sim karten ...

Ich habe meinen Avatar zum Einkaufen hingeschickt.

Vielleicht braucht der ja was. ;)

Einkaufen der Zukunft

Ich bin mir zwar sicher, dass zukünftig immer mehr über Onlineshops bezogen werden wird, allerdings ist für mich fraglich ob ein solches Konzept in Europa oder speziell in Österreich überhaupt nur ansatzweise funktionieren könnte... Was meint Ihr? Hat soetwas Zukunft?

Lg, M.F.

Nicht genau in diesem Sinn. Wenn ich schon hingehe/hinfahre, will ich dort die Ware entgegennehmen können. Ohne Warterei. Könnt ich mir vorstellen.

Aber nicht vorstellen kann ich mir, dass es dann nur noch solche Geschäfte geben wird. Menschen gehen auch aus sozialen Gründen einkaufen. Da will man quatschen, sich das eine oder andere aufschwätzen lassen etc.

die verbindung aus online bestellen und real abholen bzw geliefert bekommen wird sich durchsetzen, ganz klar. der ideale supermarkt wäre für mich ein einfacher lagerroboter mit touch interface. auswahl anklicken, 30 sekunden warten, sich bücken und rechts das (bio)sackerl rausnehmen. wenn mein userprofil dann auch noch weiß was im kühlschrank fehlt wäre das ein hit. daheim hinsetzen, ein rezept aussuchen, die zutaten online bestellen, kurz rausgehn und das sackerl abholen. ein traum.
meine gartenliege abholbereit bei der warenausgabe am baumarkt. ein hit. - ein lager funktioniert einfach effizienter wenn der showroom ausgelagert ist.

das mit dem bücken muss bleiben?

Ganz genau!

In Zukunft wird mehr über Online Shops bezogen... Aber ich glaube kaum dass diese Variante Zukunft hat. Denn wer schon in ein Einkaufszentrum geht der will dort auch einkaufen. Online bestellen kann man auch von zuhause. Bestellplakate in Einkaufszentren halte ich für absurd.

Was aber spätestens mit der Google Brille möglich werden wird ist das man wenn man gerade unterwegs ist bei Werbeplakaten gleich die Möglichkeit bekommt das Produkt mit einem Klick zu bestellen.

path

die sollten mal lieber die U-Bahn vergrössern anstatt des Path Netzes

Und der umweltaspekt ?

Nebbich, wen interessiert der schon,
hauptsache bequem und bloß nicht bewegen.

Ich glaub, dass der Umweltaspekt beim Online Shopping besser ist als beim Herkömmlichen.

Wenn 10.000 Menschen in die Shopping City mit dem Auto fahren und ihre Sachen heimkarren kostet das sicher mehr CO2 als wenn ein paar LKWs mit Routenoptimierung die Waren direkt nach Hause liefern.

wer braucht lkws wenn er/sie lastenräder haben kann?

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