Sauber - säuselnd - stürmisch

17. April 2012, 16:52

Zero Motorcycles hat seine komplette Palette aus drei Straßen- und zwei Offroad-E-Motorrädern überarbeitet. Bereits darauf abgefahren ist

Nicht jemandem ins Ohr, sondern in die Firma oder zum Eissalon säuseln soll der neue Trend werden - zumindest wenn es nach Zero Motorcycles geht. Der kalifornische Hersteller von E-Motorrädern hat seine komplette Palette überarbeitet und spendierte eine neue Antriebseinheit.

Der neue Akku kann bis zu 3000-mal bei voller Leistungsfähigkeit aufgeladen werden. Mit ihm laufen die neuen Zeros schneller, weiter, haben mehr Drehmoment und mehr Leistung. Bei der Enduro DS steht nun eine Reichweite von 121 Kilometern am Datenblatt - und eine Höchstgeschwindigkeit von 129 km/h.Erstaunlich ist, dass wir diese Werte bei einem ersten Test auch ziemlich genau erreichen. Wir stellen das Bike nach 114 Kilometern ab, die Tankanzeige gab sich schon seit Minuten bewusstlos.

Die Zero zog aber immer noch ein paar Runden am Parkplatz - bis wir vor ihr aufgaben. Wenige Kilometer davor zeigte der Tacho deutlich über 120 km/h an. Ganz ausgefahren sind wir sie aber nicht. Die kurvenreichen Straßen waren zu verlockend, um eine Gerade zu suchen. So preschten wir über die Hügel, fast lautlos, nur der Motor säuselte leise sein drehzahlabhängiges Lied.

Kaum zu bändigen

Während die Straßenmodelle sanft, aber ordentlich beschleunigen, ist die MX ein echtes Biest. Jeder kleine Dreh am Gasgriff wird sofort in Vortrieb umgesetzt - weil bei den Zeros die Schaltung wegfällt, ohne Unterbrechung bis zur Höchstgeschwindigkeit. Sie zu derbändigen bedarf schon eines Maßes an Erfahrung, während S, DS und XU deppensicher sind.

Ja, aber wenn das alles so rosig ist, warum fahren noch nicht alle auf E-Motorrädern und huldigen damit dem Nachmittagsschläfchen von Hausbesitzern auf den bekannten Motorradstrecken? Zum einen sind die Motorräder zwar in der Erhaltung sehr günstig, bei der Anschaffung beginnen die Zeros aber bei 7695 Euro für die 6 kWh starke XU und gehen bis 13.995 Euro für die 9 kWh starke DS oder S - Spitze: 180 km/h.

Verbesserungsbedarf gibt es bei der Sitzposition - auch wenn die jetzt deutlich angenehmer ist -, beim hölzernen Fahrwerk und der Rahmengeometrie.

Die nächsten Zeros werden sich wohl Wiedereinsteiger der Gruppe 50+ zulegen. Während die E-Bikes aber in der Zulassungsstatistik nur für ein Säuseln sorgen werden, könnte in den nächsten Jahren im Offroad-Segment ein elektrisierender Sturm losbrechen. (Guido Gluschitsch/DER STANDARD/rondoMobil/April 2012)

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btw

gibts irgendwo eine drehmoment&leistungskurve wo man ein bisschen spinnen kann wennschon kein getriebe *gg*

Gibt es

die Firma Picocamps lieferte entsprechende Erweiterungen zur individuellen Anpassung der Leistungskurve.

muahaha - 155 kilo

da wird ja das kritische ersmal der bauch der reiter sein ...

121km

einmal kalte kuchl
und zurück am nächsten tag?

und das mit dem sauber:
nur weil hinten kein dreck rauskommt heisst das noch lange nicht, daß die energie des zweirads co²-frei ist

14 Große

für ein "Motorrad", das noch nicht mal anständig Lärm macht?

Ja nein, ist klar. :)

das konzept ist spitze, es hapert nur mehr an der akkutechnologie, die zwar sicher schon existiert, aber nicht für die öffentlichkeit bestimmt ist weil sie gewisse profitinteressen gefährdet.

auch die e-ktm ist sehr interessant - 20 kilo runter und 1/3 mehr reichweite wären noch wünschenswert, und schon würde ich auf leisen sohlen durchs gebälk pracken, ohne daß mich der bewaffnete alkoholiker ständig belästigen würde

e-KTM? Dachte, die Freeride kommt erst 2013? Gibt's da schon was?

lt. meinen infos soll die gut laune machen, hat zwar nicht den druck einer 300er, fährt sich eher wie ein mountainbike auf steroiden, soll aber genug dampf haben um halbwegs flott ums eck zu biegen - marktstart vermutlich 2013.

bin gespannt

Ach die Ersatzakkus ...

... kosten eh nur €3.387,66. na dann ....

ja schon, aber man spart sich den Sprit. Der Strom für den Akku ist sicher billiger.
Wäre interessant zu erfahren, ob sich die 3300 Euro für den Akku während seiner Lebensspanne wieder reinholen lassen an gespartem Sprit

Das wären bei meinem Möp ...

... und meinem verbrauch von ca. 5l/100 ca. 150 mal tanken oder ca. 37000km reichweite wenn ich auch jedesmal die reserve vollständig aufbrauche.

in anderen worten eine saison lang fahren. ich fahr im jahr so ca. 45.000 - 50.000km. also für den durchscnittlichen max. 5000km im jahr rumeierer gar ned mal so schlecht der akkudeal.

aber worums mir geht: moped für 13.000 (und bei einer 690smc regt sich schon jeder zurecht auf dass das teil soviel kostet - die aber ordentliche verarbeitung und perfektes fahrwerk samt bremsen bietet) und 3.300 für den ersatzakku den ich gleich mitkaufen müsst weil mir keiner garantiert dass ich die nächstes jahr auch noch bekomme. ausserdem braucht man einen wechselakku.
also schlappe 16.000 für ein moped.

hmmm... danke fürs Ausrechnen ;)

Ist das nicht ein völlig aus der Luft gegriffener Preis?

bin keine Fachmann und laß mich gern berichtigen aber rein gefühlsmäßig würde ich sagen, daß ein E-Motor und die Technik rundherum weniger aufwändig ist als ein Verbrennungsmotor. Schaltung und Kupplung gibts auch keine also warum so teuer? Wegen der Akkuentwicklung die reinkommen muß? Selbst dann ist das finde ich die falsche Strategie. Ein Preis wesentlich unter dem von normalen Bikes wäre wohl sowas wie der Startschuß für einen Boom von E-Motorrädern...

Ganz einfach: Stückzahlen. Billig produzieren kann man nur in großer Masse. Deshalb haben die Koreaner und Japaner ja auch so ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis.

Das Problem sind die Akkus,

die leider (noch?) so teuer in der Produktion sind. Seltene Erden eben.

Tolle Ideen,

aber ich will kein Motorrad, das keinen Krach macht. Das Hobby ist ohnehin schon gefährlich genug, wenn man mich nun hinten/von der Seite etc. noch nichtmal mehr hören kann, will ich mir die Auswirkungen auf die Unfallstatistik gar nicht vorstellen.

Natürlich spielen dabei auch Fahrtwind, Musik im Auto etc. eine Rolle, aber insgesamt fühle ich mich deutlich sicherer, wenn ich im Verkehr hörbar bin.

Subjektives Sicherheitsgefühl ist halt leider nicht dasselbe wie Sicherheit. Ersteres mag viel Krach benötigen. Letzere sicher nicht.

da freuen sich Ihre Nachbarn sicher sehr über ihr ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis...

Meine Nachbarn wohnen innerhalb des Gürtels in Wien und zwar in der Nähe eines Theaters. Ich bin hier eher einer der leiseren Vertreter. Sie sollten mal die Busslawinen jeden Abend sehen.

Die Burggasse kann's nicht sein.

Dort brettern die Motorradfreaks schon in der Früh ohrenbetäubend auf der Busspur stadteinwärts. Man hat's eben eilig und ist eben was Besseres. Aber an Verkehrsbeschränkungen und -vorschriften hält sich dort eh fast niemand. Polizeikontrollen? Fehlanzeige. Ich wünsch mir von der Stadtverwaltung daher zumindest noise watchers.

Wenn ich in meiner klimatisierten Dose bei geschlossenen Fenstern Musik höre, ist's ziemlich egal wie laut dein Auspuff ist - ich höre dich nicht rechtzeitig.

Und ich werde mitm Roller nicht öfters gschnitten als es mit der KTM mit Sinus und offenem LuFi der Fall war. Und die war eigentlich für die Straße viel zu laut.

Laute Puffs sind nicht cool - sie sind störend.

Es hört nicht jeder auf voller Lautstärke Musik. Es ist natürlich nicht immer gültig, dass ein lauterer Auspuff eher gehört wird, aber mir reicht es vollkommen, wenn es die Chance, dass man gehört wird, auch nur geringfügig verbessert. Ich hab auch kein Verständnis für ohrenbetäubenden Lärm wie offene Luftfilter oder Endrohre ohne DB-Killer, das spielt sich aber ohnehin außerhalb des gesetzlichen Rahmens ab.

Ich spreche von laut im Sinne von "legal laut". Schließlich hat's keinen Wert an jeder Ecke Angst vor der Polizei haben zu müssen. Ich schalte in ruhigen Gegenden oder am Abend auch in höhere Gänge. Ich glaube, sie haben ein stereotypisches Bild von Motorradfahrern im Kopf...

MottaradfahrerInnen brauchen Lärm: Was wäre Spaß schon wenn sie damit nicht jedesmal eine ganze Gegend nerven könnten? Ehrlich: Ihr nervt.

loud pipes save lives ^^

lg
dein trollkind

Aber ich verstehe Sie natürlich trotzdem. Mich nerven die Autos, die mit aufgedrehter Superkrachanlage, hupend oder aufheulendem Motor vor meinem Fenster entlangfahren schließlich auch. Und einen besonders lauten Motorradfahrer gibt's hier in der Gegend ebenfalls. Das ist eben der Fluch des Individualverkehrs, aber ich höre immer noch wesentlich mehr Autos als Motorradfahrer. Auch in Wien - wo ein Auto aufgrund des Öffi-Netzes meist nicht notwendig wäre.

Also projezieren Sie ihren Hass bitte nicht nur auf die Motorradfahrer. Danke.

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