Austria verpflichtet Verlaat von Werder

17. Juni 2003, 18:56
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35-Jähriger erhielt Zweijahres-Vertrag - Die Shopping-Tour des Meisters ist beendet - Junge Österreicher sollen verliehen werden

Wien - Die Wiener Austria hat am Dienstag noch einmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Der österreichische Fußball-Double-Gewinner hat den Niederländer Frank Verlaat vom deutschen Bundesligisten Werder Bremen in die Bundeshauptstadt gelockt, wo der ablösefreie 35-jährige für zwei Jahre unterschrieben hat. Nach Richard Kitzbichler, Rabiu Afolabi, Joey Didulica, Petter Rudi, Fernando Troyansky, Sean Dundee und Ivica Vastic ist Verlaat der achte Neuzugang der "Veilchen".

Nicht zuletzt deshalb will Sportdirektor Günther Kronsteiner junge Spieler wie Roland Linz, Volkan Kahraman, Patrick Pircher oder Joachim Parapatits verleihen. "So machen es ja auch die Spitzenvereine in Spanien oder Deutschland. Sie kaufen die besten Nachwuchskicker des Landes und parken sie bei anderen Vereinen", erklärte Kronsteiner.

Mit der Verpflichtung von Verlaat, der im Laufe seiner Karriere bei DTY Haarlem, Lausanne, AJ Auxerre, VfB Stuttgart, Ajax Amsterdam und Werder Bremen aktiv war, ist das Einkaufsprogramm der Wiener bis auf weiteres abgeschlossen. "Die Liste der Wunschspieler von Joachim Löw ist erfüllt, Verlaat stand darauf ganz oben", freute sich Kronsteiner, dass Neo-Cheftrainer "Jogi" Löw beim Trainingsstart am 23. Juni das gewünschte und für österreichische Verhältnisse äußerst hochkarätige Spielermaterial versammelt haben wird.

"Jetzt liegt der Ball beim Trainer"

Nun ist Löw gefordert, bis zum Meisterschaftsstart (16. Juli auswärts gegen den FC Kärnten) bzw. der Champions-League-Qualifikation (12./13. bzw. 26./27. August) die bunt zusammengewürfelte Truppe in eine harmonierende Truppe zu verwandeln. Das sieht auch Kronsteiner so: "Jetzt liegt der Ball beim Trainer."

Denn nach Meinung von Kronsteiner besitzt die "neue" Austria-Mannschaft nun "genügend Klasse, Substanz und Routine". Als Garantie für die erstmalige Teilnahme an der Gruppenphase der Champions-League darf dies allerdings nicht gewertet werden. "Wir sind wohl nach wie vor der Wunschgegner der meisten Klubs in der Qualifikation. Ein bis zwei Jahre Zeit werden wir brauchen, um ein Bestandteil des internationalen Fußballs zu werden. Die Chance ist aber da, auch wenn sie nicht sehr hoch ist", erklärte Kronsteiner.

Gute Leistungen bei Bremen

Dass Verlaat, der ein einziges Mal für das niederländische Nationalteam gespielt hat, noch lange nicht zum alten Eisen zählt, hat er in der vergangenen Saison beim Sechsten der deutschen Bundesliga bewiesen. Verlaat spielte bei Werder Bremen 29 der 34 Bundesliga-Spiele (zwei Tore, ein Assist) und strahlte als Libero bzw. zentraler Teil der Viererkette überwiegend Ruhe und Sicherheit aus. Das soll nun auch in Wien so sein. "Man soll nicht immer nur aufs Alter schauen, sondern auf das, was ein Spieler kann", meinte Kronsteiner und verwies auf die derzeitige Hochform des 38-jährigen Salzburg-Abwehrrecken Roman Szewczyk.

Europacup der Cupsieger mit Ajax

Die größten Erfolge der Karriere von Verlaat waren der Europacup der Cupsieger 1987 mit Ajax Amsterdam, der französische Cupsieg 1994 mit Auxerre sowie der deutsche Cupsieg 1997 mit Stuttgart. In Bremen war Verlaat seit 2000 gewesen, mit Ende der vergangenen Saison lief sein Kontrakt an der Weser aus.

Nun bildet Verlaat in Wien u.a. gemeinsam mit Neo-Teamkollegen wie Vastic, Dundee, Janocko, Ratajczyk, M. Wagner, Flögel, Dheedene, Gilewicz, Rushfeldt, Mandl oder Scharner ein für rot-weiß-rote Verhältnisse mehr als ansehnliches Ensemble.(APA)

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    Hart im Nehmen: Frank Verlaat verträgt auch ein Veilchen.

  • Die Austria Wien-Neuzugaenge Ivica Vastic (rechts) und Richard Kitzbichler mit Austria Wien-Manager Guenther Kronsteiner.

    Die Austria Wien-Neuzugaenge Ivica Vastic (rechts) und Richard Kitzbichler mit Austria Wien-Manager Guenther Kronsteiner.

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