Pressestimmen: "Internationale Friedenstruppe erwägenswert"

17. Juni 2003, 09:56
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Taz: "Dass Palästinenser und Israelis auch nur miteinander reden, geht einzig auf die internationale Intervention zurück"

Berlin/Brüssel - Die Vorschläge zur Stationierung einer internationalen Eingreiftruppe als Puffer zwischen Israelis und Palästinensern wird am Dienstag von internationalen Blättern kommentiert:

"tageszeitung" (taz) (Berlin)

"Allein kann Israel den Kampf gegen den Terrorismus nicht bewältigen. Dass Palästinenser und Israelis auch nur miteinander reden, geht einzig auf die internationale Intervention zurück. Solange US-Präsident George W. Bush anderweitig beschäftigt war, hat es keine Verhandlungen gegeben. Den Absichtserklärungen von Akaba zum Trotz lehrt uns die vergangene Woche wenig überraschend, dass der palästinensische Ministerpräsident Abu Mazen nicht die Mittel hat, seine Mission zu erfüllen. Zwar genießen die Israelis, wie jedes andere Volk, das Recht auf Selbstverteidigung. Solange es Palästinenser gibt, die nicht nur zur Vernichtung der Juden in Israel aufrufen, sondern sie auch betreiben, ist die Strategie der 'Exekution tickender Zeitbomben' - so der offizielle Terminus - vermutlich jeder anderen militärischen Alternative vorzuziehen. Vorausgesetzt, dass keine Unschuldigen zu Schaden kommen, und vorausgesetzt, dass gegen eine Verhaftung entschieden wurde, um Dritte zu schonen. Für den Friedensprozess ist diese Situation fatal, denn jede israelische Maßnahme zur Selbstverteidigung bleibt kontraproduktiv, weil sie wiederum palästinensische Gewalt hervorruft. Wenn also die Israelis den Terror nicht bekämpfen sollten und die Palästinenser es nicht können, dann muss über eine dritte Partei nachgedacht werden."

"Le Soir" (Brüssel):

"Die Idee, den Konflikt zu 'internationalisieren' - oder gar die eigene Sicherheit anderen zu überlassen - hat bisher keine israelische Regierung gutgeheißen. Auch dieses Mal ist Israel, nicht überraschend, gegen das Projekt. Aber wenn Israel auch noch nicht zu einem Meinungswandel bereit ist - diese Stellungnahmen bilden ein Gegengewicht, worüber diejenigen nachdenken sollen, die in Tel Aviv die nationale Sicherheit definieren: ... alles Generäle." (APA/dpa)

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