Grünes Licht für S18 und Pfänder

16. Juni 2003, 20:21
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Asfinag will umstrittene Vorarlberger Straßenprojekte finanzieren

Bregenz - Die S18 und die zweite Pfändertunnel-Röhre werden gebaut. Asfinag-Vorstandsdirektor Franz Lückler versicherte am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Landeshauptmann Herbert Sausgruber (VP) und dessen Stellvertreter Dieter Egger (FP), dass seine Aktiengesellschaft die Millionen-Investitionen trotz hoher Überschuldung der Gesellschaft übernehmen wird.

Tunnelbau 2006

Der Ausbau des Pfändertunnels, der mit 21.000 Fahrzeugen pro Tag zu den frequentiertesten einröhrigen Tunnels Österreichs zählt, hat nun für die Asfinag "höhere Priorität". Mit der Planung wurde bereits begonnen, 2006 will man mit dem Bau des 128 Millionen Euro-Projekts starten.

Früher noch, nämlich "2004 oder 2005" (Lückler) will die Asfinag die S18 realisieren. Das 6,2 km lange Straßenstück wird laut Lückler 116 Millionen Euro kosten, die Investition werde von der Asfinag übernommen. Lückler bestätigte, dass die S18 nicht der europäischen Wegekostenrichtlinie entspricht und deshalb keine Lkw-Maut eingehoben werden könne. Aber: Die Wegekostenrichtlinie sei in Überarbeitung und er hoffe auf eine entsprechende Änderung.

Landeshauptmann Herbert Sausgruber, der trotz vehementer Opposition aus der eigenen Partei an der S18 festhält: "Für uns ist entscheidend, dass die Asfinag die Investition bezahlt. Ob die S18 der Wegekosten-Richtlinie entspricht, wird sich zeigen."

Keine Gebühren-Erhöhungen

Vignetten- und Mautgebühren sollen trotz hoher Investitionen der Asfinag nicht erhöht werden, sagte Lückler. 2004 erwartet sich die Finanzierungsgesellschaft aus Vignettenverkauf, Lkw- und Streckenmaut Erlöse von 1,2 Milliarden Euro.

Gegen den Bau der beiden Projekte, die bei den Gegnern als Transitverstärker gelten, wird kräftig opponiert. Die Spange zwischen der A14 und dem Ostschweizer Autobahnnetz führt durch das geschützte Lauteracher Ried, den "Central Park Vorarlbergs", wie die Grünen das größte zusammenhängende Naherholungsgebiet des Rheintals nennen. Der Pfändertunnel hatte bisher eine "Pförtnerfunktion" und sollte den Transit bremsen. Grünen-Vorstandssprecher Johannes Rauch: "Infrastrukturminister Hubert Gorbach redet von Notwehrmaßnahmen der Länder gegen drohende Transitgefahren und hier rollt man für den Transit den roten Teppich aus." (jub/DER STANDARD, Printausgabe, 17.6.2003)

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