Privatschule verlässt Mödling

16. Juni 2003, 20:15
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Geldnöte der Montessori-Volksschule behoben - Neustart in Wien

Wien/Mödling - Die 46 Schulkinder der privaten Montessori-Schule in Maria Enzersdorf können nun doch planmäßig ihr Schuljahr zu Ende bringen. Die Finanzprobleme des Vereins konnten - zumindest kurzfristig - behoben werden.

Fast 70.000 Euro machte bis vor kurzem das Vereinsdefizit aus, sagt Elternvertreter Andreas Schiffleitner. Schulleiterin Jutta Rein-Schaub hat im STANDARD gewarnt, dass ab Mai die Lehrer und die Kindergärtnerinnen nicht mehr bezahlt werden könnten, die Kinder vielleicht von der Schule müssten. Sie hat damals von 40.000 Euro Fehlbetrag gesprochen. Vorerst haben die Eltern zusätzlich zu den rund 280 Euro monatliches Schulgeld je nach ihren Möglichkeiten in die Tasche gegriffen, auch Sponsoren halfen.

Die Lehrergehälter sind der größte Brocken. Für sie hat der Niederösterreichische Landesschulrat vermittelt, damit sie ihr Geld kurzfristig über eine privatrechtliche Jobinitiative erhalten, heißt es aus dem Landesschulratsbüro.

Streit und Konkurrenz

Dass sich die Lage des Vereins so zugespitzt hat, ist auch eine Folge von jahrelangen Streitigkeiten. Zu viele Leute hätten ohne konkrete Ergebnisse im Vorstand mitgeredet, heißt es. Da sei es um Organisation genauso gegangen, wie um die Pädagogik. Eine Folge davon ist, dass es nach Abspaltungen jetzt drei private Montessori-Volksschulen in Maria Enzersdorf gibt - die um Schüler heftig konkurrieren.

Diese Situation sollte sich bald entspannen, da der Montessori-Verein Mödling mit Ende des Jahres aufgelöst wird. "Schuldenfrei", betont Schiffleitner.

Dafür wagt man im Herbst den Neustart. Über Details sei es noch zu früh zu reden. Schiffleitner hofft, wenn alles unter Dach und Fach ist, die Vergangenheit vergessen machen zu können. Fix ist: Die Montessori-Schule sucht in Wien ein neues Quartier, ein neuer Name wird das Lernzentrum dann kennzeichnen, damit ist auch ein neues Konzept verbunden. Es gäbe bereits Anmeldungen für 30 Kinder. Deren Eltern seien über die Unwägbarkeiten des neuen Lernprojekts informiert, hätten aber genug Vertrauen in die Neustartpläne, glaubt Schiffleitner. Es soll jedenfalls nicht so weit kommen, dass die Eltern im Herbst wieder mit einem überraschend frühen Schulende konfrontiert sind. Wichtigste Voraussetzung für das alles: ein Sponsor (Andrea Waldbrunner/DER STANDARD, Printausgabe, 17.6.2003)

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