Tiroler Jäger schießen Jagdgesetz ab

4. April 2012, 09:08
  • Auch die Bundesforste stimmten gegen das neue Gesetz.
    foto: apa/dpa/patrick pleul

    Auch die Bundesforste stimmten gegen das neue Gesetz.

Landesregierung über Maßnahmen gegen Wildverbiss und für den Waldschutz uneins

Innsbruck - Eigentlich war die Novelle des Tiroler Jagdgesetzes beschlussfähig, vergangenes Wochenende machte der zuständige Landesrat Anton Steixner (ÖVP) einen überraschenden Rückzieher. Man werde mit dem alten Gesetz weiterarbeiten, reagierte Steixner auf "massive Widerstände" des Jägerverbandes enttäuscht.

Steixner hatte sich vom neuen Gesetz schnellere Maßnahmen gegen den Wildverbiss und zum Schutz des Waldes erwartet. Wie die Jäger sprachen sich aber auch Waldbesitzer, vor allem die Bundesforste, gegen das Gesetz aus.

"Jäger müssen mehr Verantwortung übernehmen"

Nicht so schnell aufgeben will der für das Umweltressort zuständige Landeshauptmann-Stellvertreter Hannes Gschwentner (SPO). Für ihn ist das neue Jagdgesetz noch nicht vom Tisch: "Wir müssen weitere Gespräche führen." Die Verbissschäden seien evident, der Wald stark gefährdet, sagt Gschwentner. Die Jäger müssten mehr Verantwortung für das Ökosystem Wald übernehmen. (jub, DER STANDARD, 4.4.2012)

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"die Jäger müssten mehr Verantwortung übernehmen"

und endlich die Tiere in Ruhe lassen.

Als Leser in Ostösterreich

hätte man natürlich gerne auch erfahren, was die wesentlichsten (und kontroversesten) Bestimmungen des neuen Gesetzes waren.

Eines steht jedenfalls für mich fest: Es ist absolut absurd, und der Glaubwürdigkeit der Jäger nicht zuträglich, das Wild durch den Winter durchzufüttern, um es wenige Monate später bei ziemlich lächerlichem Zeremoniell abzuknallen.

Jeder (geschützte) Bär, oder gar Wolf, der sich ins Jagdrevier verirrt, wird von ach so ehrenwerten Jägern "weggewildert". Dann heisst es, das die Jägerschaft, in Abwesenheit "natürlicher Feinde" die Wildpopulation unter Kontrolle halten muss!

dann füttern sie mal einen winter nicht...

... und schauen wie es dann um den wald bestellt ist - viel vergnügen. die natürlichen feinde gibt u.a. auch nicht mehr, da die zusammenhängenden flächen einfach nicht mehr da sind und die zersiedelung nicht wirklich hilfreich ist bei der ansiedelung von bären und wölfen .. angesehen davon dass es sicher etliche schwarze schafe im grünen rock gibt, da geb ich ihnen gerne recht.

Wenn die Nahrungssituation schlecht ist,

nehmen automatisch auch die Geburtenraten ab. Wenn aber Jahr ein, Jahr aus ein stabil "üppiges" Futterangebot vorhanden ist, bleibt die Fertilität stabil hoch und die Wildbestände "müssen" dann mit der Flinte dezimiert werden. Das ist genau das, was aus der Sicht der Jäger mit der jährlichen Durchfütterung erreicht werden soll. Mit "Waldpflege" hat sie wenig zu tun!

gibt es...

...irgendein ökosystem, in das sich der mensch nicht eingemischt hat, welches nicht funktioniert? wie viele, in die sich der mensch eingemischt hat, funktionieren noch?...was lernen wir daraus: wenn's nicht funktioniert immer feste einmischen, dann klappt's bestimmt wieder... das ist so weil wir so klug sind!

Die Frage ist:

Wer macht bei uns (in Österreich) die Gesetze??

Jagdrecht ist Landesrecht

Somit macht es der Landtag. Und damit kein Blödsinn herauskommt ist die Jägerschaft in diesen Prozess eingebunden.

Klar, die Jäger können sicher jede Menge objektive und ökologisch korrekte Inputs beisteuern ;-)

Es ist absolut verboten,

"Außenstehende" bei der Gesetzesformulierung mit einzubinden. "Lobbyismus" nennt man das.

Die Gesetzgebung ist Aufgabe der "Legislative". Auch in Tirol....

Lauter Experten ;-)

Sobald Wald, Forst und Jagd erwähnt wird, melden sich die besten Experten, die zwar keine Ahnung von Wald, Forst und Jagd haben, aber hier unbedingt ihren Senf beisteuern müssen.

Der Artikel an sich ist schon schwach, da passen die entsprechenden Komments bestens....

Die lieben Förster hätten am liebsten überhaupt kein Wild im Wald.
Die bösen Jäger "ermorden" zu wenig Wild, deshalb gibt es zu hohe Bestände.
Die Stadtexperten sind für das Wild, aber gegen die Jäger, gegen das Töten der Tiere sowieso..

Besser die Wurstsemmel aus dem Supermarkt als Bio-Wildfleisch aus dem Wald, weil das Rehlein so lieb schaut und sich niemand ein Schwein im Zuchtstall vorstellen kann - wo doch das "Ja-Natürlich-Ferkel" so lustig ist...

Ihr Kommentar, Wertester/Werteste

strotzt nur so von Klischees und passt genau zu den von Ihnen kritisierten Postings.

Warum soll ein Stadtmensch nichts von der Jagd- und der Forstwirtschaft verstehen?? Ist das ein Vorrecht der "Bergler" oder "Älpler"???

Was bei eurem (Tiroler) Verständnis für die Jagd herauskommt, sieht man am besten an den Wildschäden und am TBC-Hochwild im Lechtal.

Es gibt (alte) Richtlinien, wie hoch die "Wilddichte" im Forst sein soll um einerseits den Wald vor Verbiss zus schützen und andererseits starkes und gesundes Wild heranwachsen zu lassen.

Diese Richtlinien sind den Tirolern offensichtlich fremd und unbekannt. Oder sie ignorieren sie, wie so viel anderes.
Wundert mich überhaupt nicht...

Zu den Klischees

Wenn Sie, werter Gemütsmensch, den Tirolern unterstellen, nichts von der Jagd zu verstehen, bedienen sie ebenfalls Klischees, denn wer sind DIE Tiroler Jäger? Da gibt es jede Menge verschiedene Ansätze hinsichtlich Wilddichte, Bejahung und Forstbestand.

Und wenn sie davon ausgehen, dass der durchschnittliche Stadtbewohner mehr Ahnung von Wald und Wild hat als der Jäger in Tirol, dann wünsche ich Ihnen eine gesegnetes Osterfest und hoffe auf Erleuchtung zu Pfingsten!

In keinem Bundesland

sind die Verbissschäden und die Wilddichte so hoch wie in Tirol.
Dazu kommt noch das Vorkommen von TBC-verseuchtem Wild im Lechtal -wohl einzigartig in Europa.

Diesem Übel will oder kann man einfach nicht Herr werden.
Nur soviel zu den Tiroler Jägern.

was sagt Murmeltier-Platter dazu?

Tiroler Insider?

Werter Gemütsmensch - woher beziehen sie ihr Insiderwissen?
Sind Sie Waldbesitzer in Tirol?
Wie handhaben Sie die Vergabe der Jagd?
Und was tun Sie gegen den überbordenden Tourismus, der die Probleme der Wild-Wald-Beziehung erst so richtig in Schwung gebracht hat?

die Verbisschäden seien evident....

sagt Herr Gschwendtner, Wo, im eigenen Wadl?

"Auch die Bundesforste stimmten gegen das neue Gesetz"

Aha - wie viele Delegierte der Bundesforste sitzen denn im Tiroler Landtag?

Oder meint derstandard bloß, dass die Bundesforste zum Gesetzesentwurf eine negative Stellungnahme abgegeben haben?

Einen Landeshauptmann auf einen Hirschen oder eine Gams einzuladen,

hat mit dem Gesetz natürlich überhaupt nichts zu tun.

Gut bemerkt!!!!!!!!!!!!

Auf der einen Seite sollen die Jäger immer mehr Verantwortung übernehmen,

auf der anderen Seite macht man es ihnen immer schwerer den Abschuss zu erfüllen. Zumindest bei uns in NÖ ist das so. Diese idiotische "Kronenregelung" gehört längstens abgeschafft. Meine Hoffnungen ruhen da auf den neuen NÖ Landesjägermeister !!

Herzliches Beileid!

Echt, man kann nicht so viel erschießen, wie man will? Ein so ein Pech!

an ihrem posting

merkt man, dass sie keine ahnung vom wald, vom wild und generell von naturschutz haben.

Welche Personen meinst du mit "sie"?

die jäger sind gegen

ein verschärftes vorgehen gegen die baumfeinde hirsche und rehe. massenmord im wald fordern die tiroler politiker, weil die tiere wegen der vielen freizeithungrigen ohnehin keinen lebensraum mehr haben und vor lauter nervös alle bäume anfressen oder abschälen. ein schelm natürlich der denkt, dass die politiker jetzt noch alle schnell ihren gratishirsch erlegen wollen, bevor die gesetze das verbieten.

fütterung einstellen und das problem löst sich von selbst.

...

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