Bundesheer: Abziehen statt auflisten

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Wer es wagt zurückzumelden, wird schikaniert: Unser Bundesheer

Wie kommt ein ganzer Trupp dazu, wegen einer Lappalie eine halbe Stunde lang im Kampfanzug einen Hügel hinauf- und hinunterzujagen? Das fördert weder den vielbeschworenen Kameradschaftsgeist, noch formt es den Charakter. Wer als Spieß solche Disziplinierungsmethoden anwendet, hat sich wohl zu viele miese US-Kriegsfilme reingezogen - und tobt sich aus Mangel an realen Einsätzen halt an wehrlosen Grundwehrdienern aus.

Die Lektüre des Berichts der Bundesheer-Kommission zeigt außerdem auf, was sich Rekruten alles anhören müssen. Freilich, auch in der freien Wildbahn fällt ab und an wo einmal ein "Depp!" oder ein "Trottel!". Der Unterschied zum Bundesheer ist allerdings, dass man draußen dem Beschimpfenden kontern oder ihm zumindest aus dem Weg gehen kann. Nicht so beim sechsmonatigen Dienst an der Waffe. Wer es da bei derartigen Vorfällen wagt, zurückzumelden, für den stehen mit Sicherheit sinnentleerte Schikanen wie oben beschrieben an.

Seit Jahren listet der Bericht der Kommission zwar brav die Vergehen auf - die konkreten Konsequenzen für die sogenannten "Einzelfälle" bleibt sie aber stets schuldig. Die hohe Zahl der Beanstandungen spricht jedenfalls nicht dafür, dass machtversessene Uniformträger, die sich ständig in Ton oder Tat an Untergebenen vergreifen, systematisch abgezogen würden. Also bleibt die Frage offen - und um im Jargon zu bleiben: Was passiert mit diesen Trotteln? (Nina Weißensteiner, DER STANDARD, 4.4.2012)

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Frau Weißensteiner, bitte nehmen sie mir das nicht übel, aber ihr letzter Absatz zeigt, dass sie sich mit dem Thema noch nie auch nur ansatzweise ernsthaft auseinandergesetzt haben.

Einzelausbildung

gibts meim ÖBH nicht, das ist gut so, daher läuft die ganze Komanie den Berg auf und ab.

Ach wie furchtbar! Ich kenne Leute die laufen das ganze Jahr ohne Zwang und Druck. Und dann laufen sie mehrer Male in Jahr etwas mehr wie 42 KM !!

UND GANZ FREIWILLIG!! Ohne sich zu beschweren. So what.

Nun ja, solche Fälle scheint es gegeben zu haben, das ist nicht rühmlich - keine Frage. Sollte auch nicht passieren - klar.
Ja als Rekrut kann man einem "Depp" oder "Trottel" schwer entgehen noch ist ein Konter gut möglich. - Es bleibt aber immerhin die Möglichkeit der Beschwerde.
Ich habe im übrigen tagtäglich mit jungen Erwachsenen als Untergebenen zu tun (im Alter von Grundwehrdienern) und ich kann es schon verstehen, wenn mal wem bei manchen Typen ein "Depp" auskommt.

However anscheinend zeigt, das Ergebnis der Statistik der Beschwerdekommission jedoch ganz andere Probleme, warum Menschen beim ÖBH unzufrieden sind.

Eine Frau schreibt über den Umgangston beim Bundesheer .....

Na gut, wir haben ja auch einen Zivildiener als Verteidigungsminister.

und vor allem ist man in diesem verein nach wie vor nicht freiwillig, weil die övp in ihrem steinzeitdenken noch immer an der wehrpflicht festhält.

"In Stein gemeißelt" hat die allgemeine Wehrpflicht aber kein ÖVP'ler. Und auch der Herr Oberbefehlshaber ist wohl eher kein Schwarzer.

wenn sie trotz möglichem ersatzdienst zum bundesheer gehen, und sich dann beschweren sind sie selbst schuld.

Nun schließlich ist Wehrpflicht in Ö. in Stein gemeiselt. Zumindest bis die Kronenzeitung keine
andere Ansicht vertrat.

*Ende der Ironie*

Bitte erkundigen Sie sich seit wann die SPÖ für ein Berufsheer eintritt.

So als Anregung:

http://www.youtube.com/watch?v=rF4qWeMgh_w

Was ist dazwischen passiert außer eine Wien-Wahl, in der die SPÖ verzweifelt versucht hat auf höchst populistische Weise ein paar Jungwähler zu gewinnen?

Es gibt einfach Dinge, die besorgt ein Volk in einer Demokartie am besten selbst.

immer wieder interessant

wenn selbst ernannte weibliche Militärexperten ohne beruflichen Hintergrund in dieser Zunft ihre Expertise einbringen

Es ist nun mal nicht in jedem Berufsfeld möglich, jeden Schritt demokratisch bzw. laissez faire auszudiskutieren. Und ganz sicher nicht beim Bundesheer. Dass dort die Wahrscheinlichkeit einer Grauzone zwischen Schikane und militärischem Drill höher ist als anderswo bringt die Aufgabe mit sich.
Und bzgl. dem angewandten Wortschatz wäre dann ein Vokabularvergleich mit dem Sektor "Bau" interessant

Wie auch immer, vielen Dank für die wertvolle Einschätzung, bei Herrn Darabos kann das durchaus auf Interesse stoßen

Die glaubt ja wirklich, dass man im zivilen Berufsleben solchen Koffern aus dem Weg gehen kann. :-/

Und der letzte Absatz belegt ja nur, dass die Fr. Weissensteiner nahezu keine Ahnung von dem Thema hat. Vielleicht sollte sie sich einmal bei der Beschwerdekommission einen Termin fuer eine kurze Einweisung geben lassen.

PS: Recherchieren ist nicht verboten!

Immer wieder interessant,

wenn Leute wie sie und ihr Vorposter denken, dass man eingezogene Rekrutewn wie Dreck behandeln kann.

warum?

weil sie eine halbe Stunde, EINE HALBE STUNDE, den Berg auf und ab laufen?

das kann doch nicht ihr ernst sein, Fussballspieler laufen 90 Minuten einem Stück Leder nach...
andere laufen 4std. von punkt a nach b

sie waren mit sicherheit nicht beim Bundesheer :)

"weil sie eine halbe Stunde, EINE HALBE STUNDE, den Berg auf und ab laufen?
das kann doch nicht ihr ernst sein, Fussballspieler laufen 90 Minuten einem Stück Leder nach..."

Ja nur die machen das meist bezahlt, auf jeden Fall freiwillig und ohne KAZ 3 (40kg+) am Rücken. Insofern ist der Vergleich absurd.

Die Freiwilligkeit stand nie zur Debatte sondern die Schikane ...
Bezahlt werden sie auch ohne Schikane nicht

Und mit kaz 3 werden in so gut wie keinen Einheiten Übungen abgehalten und ist nicht der "Kampfanzug" und wenn sie sich zum jagdkommando melden wird sie diese Art der Ertüchtigung bestimmt nicht stören

Kurz um so wie beschrieben stimmt es einfach nicht

"Und mit kaz 3 werden in so gut wie keinen Einheiten Übungen abgehalten..."

Schon richtig, aber in dem Fall war's angeblich so. Sollte es stimmen ist es IMO eine Sauerei.

Nein weil

sie eingezogene Rekruten Deppen und Trotteln nennen. Und uns damit zeigen, dass man keinen Respekt vor anderen Menschen haben soll, weil alles Trotteln und Deppen sind.

Nein ich war nicht beim BH, weil ich schon mit 12 nicht mehr Indianer gespielt habe.

... Rau aber herzlich ... ??? "WAS ??" "Sie haben noch Luft zum Reden ? DECKEN... SPRUNG... VORWÄRTS... DECKEN ......."

So herzlich etwa ?

"Wie kommt ein ganzer Trupp dazu,

wegen einer Lappalie eine halbe Stunde lang im Kampfanzug einen Hügel hinauf- und hinunterzujagen?"

Das nennt man kollektive Bestrafung - baut einer Scheisse büßen alle. Und was lenrt man dabei - nun ja, wer auch immer Scheisse gebaut hat lernt, dass seine Taten auch Konsequenzen nach sich ziehen - auch für seine Mitmenschen.

'Kollektivstrafen' und verbale 'Entgleisungen' sind auch in Schulen noch gang und gäbe - einer schwätzt und die ganze Klasse hat die doppelte Hausübung, 'Trotte'l und 'Depp' sind noch das Mindeste, was man so hört. Nur gibt es im Fall des Heeres - zum Glück - eine Stelle, die solche Fälle erfasst.

Dass es keine Konsequenzen gibt ist einfach unwahr! Was will Fr. Weißensteiner denn mehr als ein paar hundert Euro Geldstrafe? In den Fällen in denen es sich um Verfehlungen im Ungang mit Rekruten handelt wird der Betreffende in der Regel auch von der Ausbildung abgezogen.

Ich weiß nicht woher die Ablehnung gegen das Bundesheer kommt, aber dieser lächerliche Beitrag baut über weite Strecken auf Fehlinformationen oder Lügen auf!

Jo mei

Das Bundesheer ist halt kein Mädchenpensionat, das wäre ja sonst sexistisch.
Also warum regt sich die Nina dann auf, das Heer ist offenbar eine echt antisexitische Einrichtung...

Also von einer hohen Zahl von Beanstandungen kann
nicht die Rede sein. Gelegentlich vergreifen sich Aus-
bilder im Ton; das kann nicht toleriert werden. Aber
insgesamt ist ein Heer kein Mädchenpensionat. Der
Ton ist rau aber herzlich.

Übrigens wurden die meisten Beschwerden nicht von
Grundwehrdienern, sondern Chargen und Unteroffi-
zieren eingebracht. Und nicht aufgrund von Verbal-
injurien von Vorgesetzten.

Die Essenz eines schlagkräftigen militärischen Verbandes ist es nun mal im Großen und Ganzen Befehle zu empfangen und ohne zu hinterfragen umzusetzen. Das bedeutet aber selbstverständlich nicht, dass komplett hirnrissige Dinge gemacht werden müssen. Wobei das auch nicht der Fall ist- außer bei Rekruten vl, weil da geht es schon darum Härte zu beweisen.
Wenn aber ein Kommandant im Einsatz eine gewisse Taktik anwendet und der Untergebene sie für nicht gut befindet, muss er sie trotzdem umsetzen, sonst läuft der Einsatz mit Sicherheit schief.
Militär ist eben keine grassroot-Bewegung. (Obwohl das für die allgemeine Verwaltung sicher angewendet werden kann)

Aus dem Artikel schließe ich:

Fr. Weißensteiner bewirbt sich dieses Jahr um den "Renner" Preis.

Weiter so. :-)))

na ja...

Liebe Frau Weissensteiner:
Ich nehme nicht an, dass Sie je in einem Heer gedient haben. Ich habe die 8 Monate Grundwehrdienst in unserer Armee 1992 abgeleistet. Es war eine Erfahrung. Im Guten wie im Schlechten. Aber Schikanen sind Teil der militaerischen Ausbildung, hartes Training ebenso. Alle schlagkraeftigen Armeen dieser Welt orientieren sich an dem deutschen Drill (sogar die, die sie im WWII besiegten...) Eine Armee ist kein Kindergeburtstag, ein Befehl ist ein Befehl (auch wenn das noch so bloed klingt, aber das ist die Substanz des Miltaers)
Und Sie sollten nicht ueber etwas schreiben, das Sie nicht einmal im Ansatz verstehen koennen.
Von aussen kann man hier wirklich kein Urteil faellen!

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