Hundegackerl, Essen in der U-Bahn und Deutsch als gemeinsame Sprache

Maria von Usslar, 4. April 2012, 10:59
  • Daueraufreger Gackerl - auch in der Wiener Charta
    foto: arno burgi dpa/lbn

    Daueraufreger Gackerl - auch in der Wiener Charta

1.848 Bürger-Vorschläge, wie sich die Wiener benehmen sollen, sind bei der Stadt eingegangen

Die Stadt Wien ist seit Montag mit der Auswertung von 1.848 Vorschlägen zur Verbesserung des Zusammenlebens in der Stadt beschäftigt. So viele Beiträge haben die Wiener in den vergangenen zwei Wochen für die Online-Plattform "Wiener Charta" verfasst. Das Rathaus ist mit der Beteiligungsquote zufrieden, obwohl nur rund ein Tausendstel der Bevölkerung teilgenommen hat.

Nachbarschaft ein wichtiges Anliegen

Noch bis zum 13. April wertet ein unabhängiger Beirat die Beiträge aus und fasst sie in Themenblöcke zusammen. Doch bereits beim Überfliegen der 1.848 Postings tauchen gewisse Themen auf, die stark polarisieren. Am meisten erregt die Gemüter das Verhalten in öffentlichen Verkehrsmitteln: Ausspucken, Telefonieren, das Liegenlassen von Abfall sowie lautes Musikhören böten großen Anlass zum Raunzen, sagte Projektleiterin Ursula Struppe vorab.

Aber auch die Nachbarschaft empfinden viele Wiener als verbesserungsfähig. In diesem Bereich gehe es aber um mehr als nur Respekt, so Struppe. Man wolle auch gegrüßt werden oder wenigstens die Namen der Hausbewohner kennen. Auch Themen, die sich im weitesten Sinn mit Integration und Toleranz beschäftigen, wurden oft genannt, wobei die gemeinsame Sprache Deutsch stets ein strittiges Thema ist.

Delikt: Essen in der U-Bahn

Das Hundegackerl erhielt wenig überraschend ebenfalls große Aufmerksamkeit. Überraschend hingegen war für die Projektleiterin nur, wie viele sich hitzig über das Thema "Essen in der U-Bahn" auslassen konnten. Die gesammelten Themen werden am 13. April von einem sechsköpfigen Beirat der Öffentlichkeit  präsentiert. Dieses - laut rot-grüner Stadtregierung - unabhängige Gremium ist derzeit damit beschäftigt, die Online-Inputs der Bürger zu weitgefassten Themenblöcken zusammenzuführen.

Mit der Präsentation dieser inhaltlichen Cluster Ende kommender Woche stellt sich auch der Beirat selbst vor. Politiker würden diesem nicht angehören, wird im Büro von Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) betont. Vielmehr kämen die Mitglieder mit unterschiedlichem beruflichen Hintergrund aus der Praxis. Projektleiterin Struppe erwartet, dass das Ergebnis keinen Grund zur Sorge bereiten werde. Sollte allerdings herauskommen, "dass die Wiener generell kinderfeindlich und intolerant sind, gehört das auch zum öffentlichen Prozess, den man zulassen muss". Die Resultate der Online-Erhebung werden dann in Gesprächsrunden mit Vereinen, Firmen, Institutionen und weiteren Bürgern zu einer endgültigen Charta ausgearbeitet. 

Hohe Netiquette-Kultur

Für jedes Gespräch stellt die Stadt zwei Moderatoren zur Verfügung. Sie sind für die Protokollierung der Debatten und für die anschließende Veröffentlichung im Netz zuständig. Stattfinden können die Treffen an jedem Ort - vom Wirtshaus über die Betriebskantine bis zum Friseursalon. Mitte Oktober endet die Gesprächsphase. Dieser folgt dann eine nochmalige Diskussion der Ergebnisse im Internet. Ende November soll die Wiener Charta schließlich in ihrer Endform präsentiert werden.

In der Online-Charta habe das Miteinander jedenfalls bis auf Einzelfälle, wo es zu rassistischen oder diskriminierenden Aussagen gekommen sei, funktioniert. Struppe spricht von einer hohen Kultur der Netiquette. Allerdings seien viele Beiträge gelöscht worden, weil die Bürger das Forum immer wieder genutzt hätten, um sich über Politik oder Verwaltung zu beschweren - und das sei nicht Ziel der Charta. Es solle vielmehr eine Art Leitbild für das Zusammenleben in der Stadt entstehen, das nicht durch Gesetze reguliert werde. (Maria von Usslar/APA, derStandard.at, 4.4.2012)

Kommentar posten
Posting 276 bis 325 von 436
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

auch richtig!

Das gefällt mir

"Allerdings seien viele Beiträge gelöscht worden, weil
die Bürger das Forum immer wieder genutzt hätten, um
sich über Politik oder Verwaltung zu beschweren.."

Ahja, die unfehlbare Stadtbürokratie hat wieder
zugeschlagen. Welcher Fomulierung hätte hier
von Respekt und IQ gezeugt?

z.B.
Viele Beiträge beinhalteten Beschwerden bez.
Politik und Verwaltung, welche zwar aus der
Charta entfernt wurden, wir aber separat mit
den betroffenen Abteilungen aufarbeiten werden.
Um unsere Qualitätsoffensive für die Stadt Wien
nachhaltig zu stärken und zu unterstützen.

Oder so Ähnlich, liebe Presseabteilung der Stadt Wien
und sollten die Worte aus der Feder von Fr. Usslar
stammen, darf sie sich schon auf nette Gespräche freuen.

also ich bin von der provinz in die stadt (wien) gezogen, weil mir diese kleingeistige eindimensionalität am land einfach zu fremdbestimmend war.
da hab ich mir gedacht: leb doch einfach in der stadt, dort sind unterschiedliche lebensansätze anerkannt.
wenn ich das hier lese ... hm, von der provinz, in die provinz?

Darf ich fragen, wie sich diese kleingeistige Eindimensionalität Ihnen gegenüber geäußert hat?

würd mal sagen der gewichtige Unterschied zw Land und Stadt

am Land ruinieren Sie Ihren Ruf und müssen wegsiedeln

in der Stadt wird erst die Polizei gerufen, wenn Ihr Kadaver beim Schlüsselloch rausstinkt

ich bin doch kein Querulant

weil mit meinen Beanstandungen liege ich genau auf Linie:
- Hundedreck
- Essen in der U-bahn
- Verweigerung der deutschen Sprache
Sogar die Reihenfolge stimmt

Falscher Schluß

Es beweist, daß Sie sich nahtlos in die Reihe der Wiener Stadtquerulanten einpassen lassen. ^^

Denn mit meinen Beanstandungen liege ich auf Linie.
ODER:
Weil ich mit meinen Beanstandungen auf Linie liege.

NIE aber:

Weil mit meinen Beanstandungen liege ich auf Linie.

Na was glaubens denn wieviele Touristen jährlich ...

.... nach Wien kommen, die kein Deutsch können? Wollens die alle wegen Verweigerung der deutschen Sprache anzeigen? Na hallo ...

Woanders kehren

Ich hätte gerne mal von jedem Wiener eine Ansage, was er/sie gedenkt am EIGENEN Verhalten zu ändern, damit Wien lebenswerter wird und damit mein ich ruhig den Üzgür und den Dalibor, aber auch den Preisinger Fredl, den Prohaska Karli und die Swoboda Gitti.
Ich hab meinen Beitrag übrigens schon geleistet: Abwanderung.

Was mich auch stört:

- Leute, die ihren alten Kühlschrank neben die Container der Müllsammelinsel stellen, weil sie zu faul sind, das Gerät zur nächstgelgenen MA48-Sammelstelle zu bringen.

- Leute, die ihren Biomüll mitsamt dem Plastiksackerl in die braune Tonne werfen, oder

- die das Plastiksackerl zwar entleeren, es aber in die gelbe Tonne werfen (wo's echt nix verloren hat)

- Leute, die's besonders "gut" meinen und jeden Joghurtbecher und jedes Sch**xxplastikfuzzerl in die gelbe Tonne werfen, sowie

- Leute, die in der Dämmerung klammheimlich die blauen Tonnen durchstirdln und das wertvolle NE-Metall heraussuchen und dann verkaufen (auch wenn's wahrscheinlich in deren Armut begründet ist).

So, jetzt ist mir leichter.

;-)

also was stört sie jetzt bitte am letzten punkt?

da könnt ja jeder kommen?

Treten sie ihre Probleme doch in die Tonne. :-)

Hab ich ein Glück, dass ich gar nichts in die Biotonne werfe!

also

das einzige was mich daran stört wenn ich leute sehe die aus mistkübeln noch brauchbare /"wertvolle" sachen rausstöbern ist mein eigenes verhalten, meine lebensweise, bzw. die unserer gesellschaft.
das ich sachen die für andere wertvoll erscheinen, bzw. noch einen wert haben wegwerfe wird mir dann immer wieder bewusst und ich schäme mich immer selbst wenn ich so jemanden sehe.

Ich glaub Sie haben primär ein Tonnen-Problem ...

- Leute, die in der Dämmerung klammheimlich die blauen Tonnen durchstirdln und das wertvolle NE-Metall heraussuchen und dann verkaufen (auch wenn's wahrscheinlich in deren Armut begründet ist).

diesen Punkt kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Wie du schon bemerkt hast, werden das wohl Personen sein, die nicht wahnsinnig viel zum Leben haben. Also mich stört das nicht, wenn sie sich aus dem Container bedienen.

Vor allem, die hinterlassen keinen Dreck, die holen nur das brauchbare Metall raus.
Ärgerlich finde ich jene die Altkleidercontainer aufbrechen und dann liegt alles am Boden, im Dreck und oft auch im Regen oder Schnee und ist damit unbrauchbar.

Mir ist lieber, sie holen es aus den Tonnen, und nicht von der U-Bahn-Verkabelung.

Verstehe ich auch nicht: Ich will es zwar nicht mehr haben und werde es weg. Wenn aber jemand noch etwas damit anfangen könnte, gönne ich ihm das nicht.

Missgunst wie sie im Buche steht.

Bis auf den Kühlschrank hat das aber nichts mit Benehmen oder Respekt zu tun, sondern einfach nur mit Unwissen. Ich denke nicht, dass sich jemand die Mühe macht den Müll zu trennen dann aber absichtlich etwas in den falschen Container wirft.

also erstens...

wusste ich nicht, dass es diese Charta gab oder gibt. Vielleicht hätte die Stadt eine etwas höhere Beteiligung gehabt, hätte sie etwas effizienter informiert (aber vielleicht wollten sie das ja auch gar nicht ;-))
und zweitens
Eigenverantwortung ist das eine Schlagwort,
Respekt das andere.
Das heißt selbstverutsachten Mist/Müll/Chaos/Schaden und was sonst noch alles eigenverantwortlich in Ordnumg bringen, und
nicht nur von anderen erwarten, dass sie einen und die dazugehörige Privatsphäre, Freiheit und den persönlichen Raum respektieren, sondern dies selbst bei und für die anderen Menschen auch tun.
Ich glaube da könnte so einiges ganz gut funktionieren.
Und bei allen anderen, abkassieren und die Stadtkaase auffüllen, bringt auch allen was

Für mich zeigt diese Charta nur, dass wir mehr Gelassenheit brauchen. Anstatt sich ewig über Kleinigkeiten aufzuregen wie Nachbarn die nicht grüßen oder Leute die in der U-Bahn essen, kann man auch einfach das Leben genießen. Den ewigen Nörglern kann man es ohnehin nie recht machen. Da kann man noch so viele Verhaltensregeln aufstellen, irgendwas finden sie immer worüber sie sich aufregen können.

Es geht darum, daß sich jeder sozial verhält.
Dazu gibt es - auch ungeschriebene - Regeln.
Wenn lediglich die eingehalten würden, bräuchte es keine Charta.

Davon entfernen wir uns (eigentlich: die sich) aber immer mehr, asoziales Verhalten ist praktisch schon Standard.

Eingreifen traut sich der feige Österreicher kaum, wenn's mal jemand tut, bleibt er alleine, oder es wird ihm gar in den Rücken gefallen.

LOL@ auch ungeschriebene Regel

Das Rot kommt bestimmt von den ANDEREM.

es geht nicht nur ums nörgeln. es geht eben um ein vernünftiges miteinander. oder warum muss (und das ist jetzt schon um einiges besser geworden) ein hundtrümmerl nach dem anderen mittem am gehsteig liegen? warum kann man sich als bewohner eines hauses nicht das grüssen (=höflichkeitsform und respektzollung) erwarten? die mentalität, dass die, die etwas stört nur nörgler sind, ist zum teil zwar richtig, aber eben nur zum teil.

Ok, das die Hunde nicht mitten auf den Gehweg kacken müssen ist klar. Aber warum sollte ich wem im Stiegenhaus grüßen müssen? Vielleicht sind die anderem einem egal, dann grüßt man halt nicht.

Schade, daß dein ehemaliges Stammforum abgedreht ist. Jetzt wird der Müll hier deponiert.

Sie müssen NIEMANDEM grüßen. Wenn Sie aber höflich sind, können Sie JEMANDEN grüßen.

Es ist so, DAS es ihm wurscht ist, was andere denken. Was er gut findet "ist klar", alles Andere nicht.
Darum grüßt er auch NIEMANDEM.

Mein Vorschlag:

Rot und Grün bei den nächsten Wahlen aus dem Rathaus wählen.

Damit wären so ca. 99,99% der Probleme schlagartig beseitigt. :-)))

Um den Rest zu lösen, braucht es nur Eier in der Hose und den Willen es auch durch zu ziehen.

und warum ist wien dann lebenswerteste stadt der welt?

soooo schlimm kann der häupl ja auch nicht sein.

Mein Vorschlag:

du lässt das posten in zukunft, dann wären schon mal 99,9% der dümmsten postings schlagartig beseitigt....

Dann anders herum:

Was hat Grün in der Regierung geleistet (außer teuren Radwegen!)?

Und was hat Rot in den vergangenen Jahren seit 1945 versemmelt?

Ich gebe die Antwort vorneweg: Die einen Nichts und die anderen haben den höchsten Schuldenberg verursacht, den Wien je hatte. Da das aber erst der Anfang der Misere ist, wird da sicher noch einiges auf die Wiener zukommen.

Die werden es dann 2015 gebührend honorieren. :-)

manchmal hab ich so meine zweifel daran, ob demokratie wirklich die beste staatform ist...

vor allem dann, wenn wieder mal völlig intelligenzbefreite dumpfbacken auf das primitive gejohle eines koksenden und nazistischen zahntechnikers hereinfallen und zu allem überfluss auch noch wahlberechtigt sind...

Demokratie ist absolut fehl am Platz....

..solange es Wähler gibt, die immer noch Rot oder Grün wählen. ;-)

Weil deren Stimme zählt als allgemeine Volksverarsche 1. Klasse.

rot-grün ist suboptimal, stimmt,

aber solange die alternative ein nazistischer schwachkopf ist, dessen partei nicht einmal über die personellen, intellektuellen und schon gar nicht moralischen ressourcen verfügt, um wenigstgens eine öffentliche toilette ordentlich zu verwalten, ohne gleich in einem korruptionssumpf zu versinken, gibts wohl keine andere möglichkeit...

Bei dem "zarten" Fischgeruch,

der einem im Sommer regelmäßig in der Wiener U-Bahn entgegenschlägt, macht ein Burger das Kraut auch net mehr fett...

Guten Tag die Damen ...

Beim Essen, weiß weil sieht man wenigstens wovon es kommt.

Beim anderen "Geruch" kann man "Wetten, dass"-mäßig raten. Dafür reicht eine Fahrt gar nicht aus. Den ganzen Sommer kann man für die anderen Gerüche raten.

das kraut macht der burger wohl nicht fett, aber wohl den essenden ... ;-)

Das Problem ist, das sich heute kaum noch jemand

.. aufregt. Ich habe mal als 15 jähriger derart eine gebrettert bekommen, weil ich bei einer Haltestelle der Gürtellinie ausgespuckt habe das ich mich noch nach 32 Jahren daran erinnere. Betrachtet man heute die Leute in den öffentlichen Verkehrsmitteln dann regt sich ja keiner mehr auf. Ich schmeiß' schon mal jemanden aus dem Zug, wenn er laut Musik hört und sich weigert damit aufzuhören. Auch die Gesellschaft hat bis zu einem gewissen Grad erzieherische Verantwortung. Hintenrum nachher auf die Jugendlichen schimpfen das sie sich nicht benehmen können ist jedenfalls der falsche Weg.

Sie heißens gut dass sie fürs Ausspucken geschlagen wurden und werfen heutzutage eigenmächtig Leute aus dem Zug? Da scheint sich im Oberstübchen noch so einiges mehr getan zu haben aufgrund dieser Ohrfeige als sie sich zu vermuten getrauen.

die Zeiten haben sich geändert

wenn du einem 15 jährige eine runterhaust kannst du froh sein wenn der nur die Polizei ruft und du vor Gericht landest, wenn du pech hast prügelt er dich Krankenhausreif mit seinen 3 Freunden

wenn du einen 15 jährigen bittest mit dem aufschlitzen des Sitzes in der Straßenbahn aufzuhören, kannst du davon ausgehen zumindest aufs ordinärste beschimpft zu werden dannach siehe oben

Hätte Grün werden sollen, nicht Rot.

Wobei das mit der Polizei vollkommen OK ist.

Ist ja schließlich Körperverletzung.

Kommentar posten
Posting 276 bis 325 von 436
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.