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Die "Guys" aus "Bridesmaids".
Vor ein paar Tagen kam ich in der Schnellbahn neben zwei
Lehrlingen aus dem Gastgewerbe zu sitzen, genauer: neben einer Lehrlingin und
einem Lehrling. Die beiden unterhielten sich über Berufsprobleme, und im Lauf der Unterhaltung sagte der
männliche Lehrling zum weiblichen: "Aans sog i da, Oida, beim (hier folgte der
Name eines Gastgewerbebetriebs) hackl I sicher ned."
Interessant fand ich an dieser Gesprächspassage die Verwendung des Wortes "Oida". Dieses Wort diente ja ursprünglich zur Bezeichnung eines männlichen Subjektes, in der konkreten Situation schien es diese Bedeutung aber eingebüßt zu haben und nur mehr als eine Art geschlechtsneutrale Interjektion zu funktionieren.
Andererseits gibt es durchaus auch das Phänomen, dass klassische Männer-Nomina von Frauen aktiv in Beschlag genommen werden. So las ich unlängst (leider habe ich die genaue Belegstelle verschlampt) in einer Zeitschrift, wie eine Gruppe lebenslustiger Damen (!) ihre Partytätigkeit so charakterisierte: "Wir sind halt richtige Gaudiburschen (!)".
In diese Kategorie zählt wahrscheinlich auch der englische "Guy": In der gloriosen Filmkomödie "Bridesmaids" konnte man mehrfach hören, wie die titelgebenden Damen sich selbst als "Guys" bezeichneten bzw. ansprachen. Angesichts einer solch liberalen Handhabung von Nomen, die man relativ eindeutig einem einzigen Geschlecht zugeteilt glaubte, würde ich nicht einmal mehr die Existenz von Männergruppen ausschließen, in denen man sich wechselseitig mit "Hallo Mädels" apostrophiert.
Leider habe ich wegen
erheblichen vorösterlichen Stresses nicht die Muße, dieses Thema in seine
Finessen weiterzudenken. Ich vertraue aber blindlings auf die
Schwarmintelligenz der p.t. Leser- und Leserinnenschaft, die sicher Erhellendes
über sprachliche Grenzgänge zwischen den Geschlechtern beizusteuern haben wird.
Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at.
Sieben Jahre nachdem die ersten Einträge erschienen sind, stellt Christoph Winder sein Online-Projekt in der gewohnten Form ein
Wenn die Araber aufmucken
Ein Drink zu guter Letzt
Würzige Worte über Weine
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Nüchterne Zusammenarbeit
Mit dem Kopf gegen die Wand
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Verzicht, einmal anders
Unaussprechlich von A bis Z
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Das Geheimnis der Unwiderstehlichkeit
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Die Diversifizierung der Warenwelt schreitet unaufhörlich voran ...
... steht eine dicke fette Phrase
Weiß mir armem, vom Strom der nordwestbalkanischen Sprachentwicklung der Heimat abgeschnittenen linguistischen Exilanten übrigens jemand zu sagen, ob es auch in urbanen Jugendsprachen Österreichs das Phänomen sog. "multiethnischer Soziolekte" gibt, wie es z.B. aus französischen ("Verlan") und deutschen Großstädten ("Kiezdeutsch") berichtet wird, in D. z.B. mit der Anrede “lan” aus dem Türkischen oder Verstärkungsformeln wie “wallah” (“echt”, aus dem Arabischen “wa’Allah”)? Möge der Oster-Bilby euch für eure Hilfe reich belohnen: http://members.optusnet.com.au/bilbies/E... _Bilby.htm
Ich würde Ihnen ja liebend gerne helfen.... doch durch Ihre Abgeschiedenheit sprechen Sie eine derart andere Sprache wie sie bei uns genützt wird, ich wüsste nicht mehr wo ich anfangen könnte Ihnen eine in Österreich verwendete Umgangssprache zu erläutern.
Am Besten Sie lesen mein Gestiefel, das kommt einem gebräuchlichen Slang schon sehr nahe.
aber nach meiner Erfahrung mit Ihren Postings ist Ihr Idiolekt leider keiner der Linguistik bekannten lokalen Umgangssprache zuzuordnen. Da haben Sie (gemeinsam mit meinem dalkerten Stalker) schon etwas ganz paarspezifisch Eigenes, der gruppenautistischen Sondersprache der pubertierenen Schwestern Brontë Vergleichbares.
Da gebe ich Ihnen natürlich Recht. Was den Dalkerten angeht, anfänglich von mir gehasst, eigentlich ist er aber, so bin ich mir sicher, ein umgänglicher, netter Mensch, ja vielleicht sogar so nett wie Sie und ich.
Warum ich Sie mit ins Gebet nehme, fragen Sie sich nun vielleicht? Nun lesen Sie ihr wirklich fein formuliertes Posting durch, übrig bleibt in wunderbarer Sprache, wir sind pubertierende Idioten.
War die Pubertät (abgesehen von den Wimmerln) nicht eine wunderbare Zeit? Es ist herrlich ungeniert deppert sein zu dürfen.... wo sonst hat man noch Gelegenheit dazu, Willkommen im Club!
herumreiten zu wollen, aber so genau ich mir mein Posting auch durchlese, die Stelle, wo ich von Idioten spreche, kann und kann ich nicht finden. Weder bezeichne ich die auch noch so adoleszenten Brontë-Schwestern als Idiotinnen, noch hat Idiolekt, außer im weitesten etymologischen Sinn - etwas mit Idiot zu tun.
Im Übrigen ist neben der geringeren Wimmerlfrequenz einer der weiteren Vorteile davon, dass man seine Pubertät im Wesentlichen hinter sich hat, dass man den Unterschied zwischen ungeniertem Deppertsein (wie es in den Hoch-Zeiten von Geist&Reich und Winders Wörterbuch hier im online-Standard möglich war) und ungeniertem Mobbing anderer Poster (was ich wohlgemerkt Ihnen gewiss nicht vorwerfe) durchaus erkennen kann.
hab gerade meine Aufgabe erledigt!
Wie können Sie behaupten das mein/Pregers Idiolekt nichts mit Idiot zu tun hat??
Die Schwestern habe ich auch gecheckt, eine gewisse Fantasiewelt mag schon vorhanden sein, doch diese Welt würde ich eher Web2.0 nennen. Hier tummeln sich alle, genau wie Sie z.B. im Mäntelchen SterzinOz eingepackt herum, spielen Kluge, Trolle, Witzige, Dumme...... jeder wie er möchte. Nur die Klügsten der Klugen Klugen treten ohne Deckmantel auf, warum? das weiß keiner!
So sind wir alle Teil dieser Schwesternschaft welche die Traumwelt nützt, sich oft mehr und mal weniger sinnentleert zu äußern zu können.
ist zwar nur auf männer beschränkt, aber weil's mir grad so einfällt:
interessant und oft gehört ist auch die bezeichnung "bruder" für jemand, der ganz sicher nicht der bruder ist, oft nicht einmal ein sehr guter freund, hab schon erlebt, dass jemand einen anderen "bruder" nennt, den er sicher grad zum ersten mal sieht.
reicht es, um als "bruder" bezeichnet zu werden (machen hauptsächlich junge männer mit migrationshintergrund), wem sympathisch zu sein?
oder spielt die religion mit?
Ich stamme aus Indien und da ist es normal wildfremde Leute auf der Straße mit Bruder oder Schwester anzusprechen. Ich muss aber dazu sagen, dass es in der jeweiligen Sprache auch eigene Wörter gibt für "biologischer Bruder/Schwester".
Es ist ist auch nichts religionsspezifisches.
Zu dem Thema fallen mir unter anderem ein:
"Hey Girls!" als Begrüßung für ausschließliche Männerrunden (falls mit Cowboyhüten auftretend, gibt das Bonuspunkte).
Anrede (für auch weibliches) Servier- bzw. Thekenpersonal v.a. im Mittelwesten der USA und mein persönlicher Favorite: "Thanks, chief!". Auch gut "Thanks, boss!".
Und weil ich schon dabei bin: gibt es eigentlich im Deutschen Entsprechungen für amerikanische "Wörter", die aus Abkürzungen bestehen, und aus dem Militär kommen? Ich denke hier v.a. an SNAFU oder auch BOHICA.
auch als Anrede für gemischtgeschlechtliche ebenso wie rein weibliche Gruppen möglich. In online-Chats und e-Mails ist "you guys" inzwischen Standardsignal für die Anrede im Plural ("you" kann ja Singular und Plural nicht unterscheiden). "Guy" im Singuar ist aber m.W. nach wie vor auf Männer beschränkt. Wohingegen die ehemals extrem männliche australische Verwendung von "mate" unter jungen Leuten geschlechtsneutral geworden ist; auch Mädchen können nun "best mates" sein.
Während "Oide" nach wie vor auf weibliche Partner in Zweierkisten beschränkt bleibt, scheint "Oida" wie das bundesdeutsche "Alder" nach dem Muster des US-amerikanischen "man" nun im urbanen Jugendslang generell als geschlechtsneutrale anstupsende Anrede verwendbar zu sein.
hat sich verselbstständigt und zu einem Ausruf des Erstaunens geworden.
Das brasilianische "Nossa" hat eine vergleichbare Metamorphose erlebt. Es ist auf Portugiesisch die Abkürzung für "Nossa Senhora", was soviel wie Unsere Frau (Nôtre Dame im Französischen), also Mutter Gottes bedeutet. Nun ist es ein Ausruf des Erstaunens oder der Begeisterung. Es sollte also eher mit Marandjosef als mit Wahnsinn (so wie es die Lyrics-Übersetzungsprogramme ausspucken) übersetzt werden. ;-)
aber vermutlich eher in syntaktisch isolierter Stellung, wohl nicht als Vokativ, wie im angegebenen Beispiel "Aans sog i da, Oida, [...]". Hier funktoniert es wohl eher wie das oben von Darth Gy erwähnte angloamerikanische "dude", oder die Kurzformen "pá" (von "rapaz", Bub, Bursch) im (europäischen) Portugiesisch oder "re" (von moré, Kind) im Neugriechischen.
Im amerikanischen wird Gals als Pendant zu Guys manchmal noch verwendet ("Hi guys and gals"). Meistens um besonders hervorzuheben, dass es sich um eine reine Mädelrunde handelt ("the gals"), oder eben im Singular ("my gal"), da wirkt's aber imho sehr antiquiert.
Wie richtig angemerkt, darf man "Oide" erst sagen, wenn man verheiratet ist, und meistens nicht einmal dann…
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