Wie Behörden Android- und iOS-Sperren auszuhebeln versuchen

3. April 2012, 12:06
  • Nur allzu gerne würden Behörden schnell einmal die Smartphones von Verdächtigen durchsuchen - nicht immer im Rahmen der Gesetze.
    foto: derstandard.at

    Nur allzu gerne würden Behörden schnell einmal die Smartphones von Verdächtigen durchsuchen - nicht immer im Rahmen der Gesetze.

Android bereitet ErmittlerInnen offenbar mehr Probleme - Apple hilft zumindest in den USA mit

Mit der weiter rasch wachsenden Verbreitung von Smartphones und der steigenden Zahl an sensiblen Daten, die auf diesen Geräten gespeichert werden, werden diese natürlich auch für Strafverfolgungsbehörden zu einem immer interessanteren Ziel. Ein aktueller Artikel bei CNET widmet sich nun einem internen Polizeidokument, das einen Einblick gewährt, wie die Zusammenarbeit der US-Strafverfolgungsbehörden mit den einzelnen Herstellern funktioniert - oder eben auch nicht.

Apple

So scheint man mittlerweile ein sehr direktes Verhältnis mit dem iPhone-Hersteller etabliert zu haben: Es gibt es ein fix-fertiges Antragsformular, mit dem die Unterstützung des Computerherstellers beim Entsperren eines mit Lock-Code versehenen Geräts angefordert werden kann. Unter Berufung auf eine interne Polizeiquelle heißt es zudem in dem Bericht, dass Apple seit zumindest drei Jahren den Behörden bei solchen "Durchsuchungen" direkt zur Hand gehe.

Google

Deutlich schwieriger soll es laut den Dokumenten für die Behörden schon sein, Android-Geräte auf die Schnelle einmal zu durchstöbern. Bei einer aktivierten Sperre sei der einzige Weg, wirklich zuverlässig und schnell (also ohne invasive forensische Maßnahmen) an die Daten zu kommen, das Passwort des daran gebundenen Gmail-Accounts zu wissen. Dieses besitze aber nicht einmal Google selbst, da man solche Informationen stark verschlüsselt - und nicht nachvollziehbar - speichere, wie das Unternehmen betont. In solch einem Fall helfe nur mehr das Zurücksetzen des Gmail-Passworts durch Google - was aber natürlich zur Folge hat, dass die Betroffenen dies bemerken, und darum in vielen Fällen nicht erwünscht ist.

Überlegung

Einschränkend gilt es festzuhalten, dass unklar ist, wie aktuell die nun aufgetauchten Dokumente sind. In einem davon wird etwa auf das T-Mobile G1 Bezug genommen und damit Googles allererstes Android-Smartphone. Eventuell kann dies aber schlicht auch heißen, dass sich in dieser Hinsicht seit den Android-Anfängen aus Behördensicht recht wenig geändert hat. Erst vor kurzem war ein Bericht publik geworden, wonach sich zumindest in einem Fall das FBI an der Mustersperre von Android die Zähne ausgebissen hat.

Kritik

Die Praxis solcher Smartphone-Durchsuchungen wird immer wieder scharf von Bürgerrechtsgruppen kritisiert. Immer öfter würden dabei die Mobiltelefone von Verhafteten ohne jegliche richterliche Genehmigung durchsucht, heißt es etwa von der American Civil Liberties Union (ACLU). Auch die Erstellung von Bewegungsprofilen anhand der Standortdaten von Mobiltelefonen werde - entgegen der Rechtslage - zu einer immer leichtsinniger eingesetzten Praxis. Ein "Reality-Check", der auch in Österreich mit der vor kurzem gestarteten Vorratsdatenspeicherung zum Nachdenken veranlassen sollte. (red, derStandard.at, 3.4.2012)

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anstatt das gerät online zurücksetzen zu können

wäre es gut eine app zu haben, die sofort alle sicher löscht (mind. 7x überschreiben).

so ein "emergency button" könnte ganz nützlich sein, wenn man in eine kritische situation kommt.

und bei Diebstahl/verlust weiterhin online löschen

sowieso

eine frechheit...

" was aber natürlich zur Folge hat, dass die Betroffenen dies bemerken, und darum in vielen Fällen nicht erwünscht ist"

die haben ohne durchsuchungsbefehl nichts auf meinem smartphone zu suchen! und wenn sie den haben, dann ist es egal ob erwünscht oder unerwünscht, aber ohne ist das nichts anderes als ein unerlaubter eingriff in die privatsphäre und man muss die exekutive als schmutzigen hacker sehen...

Wäh. Apple ist eine einzige Backdoor.

"dass Apple seit zumindest drei Jahren den Behörden bei solchen "Durchsuchungen" direkt zur Hand gehe."

sauber

die tun was für ihr geld...

ja kollaborieren

Punkt für Open Source

Großer Punkt für Open Source (Android, wenn auch nicht alle Versionen).

Ich denke, dass irgendwer eine etwaig vorhandene Backdoor im Code finden würde und diese Nachricht in diversen Foren herumgeistern würde.

Genau...

Und jetzt kommen wird doch bei der Frage an, wie offen das Betriebssystem sein soll: keine "geschlossene" Module -> keine "Hintertüren".

Dass Google im Zweifelsfall gezwungen werden kann mit den Behörden zu Kooperieren, steht außer Frage. Noch ist es nicht so weit, aber ein Präzedenzfall ist schnell konstruiert. Bei Blackberry war nicht mal der nötig..

Dabei würde ich die Schuld ungern bei den Behörden alleine abladen: die Organisierte Kriminalität wird Blackberry mit Sicherheit gerne benutzt haben. Und wird es mit jeder sicheren Plattform genau so machen.

Und das ist das Hauptproblem: die Welt des Verbrechens schläft wirklich nicht. Und jede technische Errungenschaft wird tatsächlich missbraucht.

Die Welt ist schlecht.

WISST IHR WAS COOL WÄRE?!

iAndroid:
Die Schönheit von iOS
Und die Offenheit von Android
;-)

Nokia hat letztes Jahr ein Telefon mit so einem System auf den Markt gebracht.

Stimmt...

Seit den Design-Krüppel namens "ICS" sehe ich iPhone Design mit anderen Augen. Dabei frage mich, warum Google Android dem Duarte überlassen hat, der sein Einfallsreichtung und Geschmack beim Palm Pre bzw. WebOS offensichtlich aufgebraucht hat.

Ich sehe zwar das konkrete problem mit ICS nicht, aber auch hier macht sich die offenheit von android bezahlt, niemand ist gezwungen sich ein leben lang über einen verhassten "ICS look" zu ärgern, es gibt fertige themen en masse, und wenn man da nichts findet legt man eben selbst hand an anstatt zu meckern.

P.S.:

und nicht mehr und nicht weniger habe ich in meinem Beitrag geschrieben: denn die Aussage des ?????applevssamsung ist zwar spaßig gemeint, entspricht aber weitgehend meinem Empfinden.

Ich finde, es ist ein fataler Fehler, Schaltflächen die auf eine Funktion/Aktion hinweisen weg zu rationalisieren. Ich habe mein Galaxy Nexus schon einigen Kollegen in die Hand gedrückt: und nur die wenigsten wussten damit auf Anhieb umzugehen. Und es waren ausnahmslos Leute, die bereits selbst ein Smartphne besitzen.

Ich sage nur ISC "Kamera" und "Kontakte": damit ist bis jetzt niemand, aber wirklich niemand auf Anhieb zurecht gekommen.

Diese zwei Apps alleine wären für mich schon Grund genug Duarte im hohen Bogen zu feuern.

es gibt fertige themen en masse, und wenn man da nichts findet legt man eben selbst hand an anstatt zu meckern.

Das tue ich auch. (Fast)Alles, was ICS Oberfläche ausmacht, ist bei mir inzwischen verschwunden: ich verstehe es sehr wohl mein Galaxy Nexus einzurichten.

Das wäre aber nicht nötig, wenn die Oberfläche nicht so ein dilettantisches Flickwerk wäre.

Nur, weil ich für Android und die Welt offener Software stehe, muss ich nicht zwangsläufig das misslungene Design der Oberfläche gut finden.

Und noch weniger muss ich dazu schweigen: mal räume mir bitte das Recht ein, es nicht nur schlecht zu finden, sondern es auch zu sagen.

Ich werde mir nie ein iPhone kaufen. Aber erlaubt mir bitte zu sagen, dass ich die Oberfläche dieses Gerätes gut finde.

So viel Freiheit muss man auch als Verfechter der freien Software erwarten dürfen, oder?

dann haben wir bei der VDS nichts zu befürchten

da werden die daten - im gegensatz zu allem anderen - sicher nur in ausnahmefällen genutzt werden und der zugriff wird natürlich mitgespeichert und garantiert nicht an dritte weitergeleitet werden.

meine prognose: in ein paar jahren werden die isp verlangen, die gespeicherten daten nach gutdünken an dritte verkaufen zu dürfen
was die behörden bis dahin mit den daten machen, bzwwie genau sie sich an die regeln halten, darüber will ich nicht zu genau nachdenken, sonst werd ich nur depressiv...

Warum rot? Ich mag Sarkasmus.

uebersetzung

manche hersteller wollen wissen welche verbrechen es gibt um sie abzuschaffen mittels der neuen handyprodukte und verlangen dann eben mehr gebuehren fuer "invasive forensiche massnahmen", wenn die polizei schlecht vernetzt ist, dann ist es ihr pech, wie das jedes straftaeters scheinbar auch (was ich unabhaengig von taeter oder opfer nicht ok finde, ablehne bzw behebe oder...) - schliesslich finde ich jeder user muss letztlich selbst das geraet vollkommen ueberpruefen duerfen, die symbolischen und berechnerischen aktionen die software ausfuehrt sind naemlich nicht wertfrei letztlich leben wir nicht mehr im zeitalter der pyramiden!

In Österreich wird immer erst nachher nachgedacht und dann hat man es schon vorher gewusst.

Daß in österreich zu irgendeinem zeitpunkt nachgedacht wird halte ich für ein gerücht.

...

ja nur ind er soziologischen literatur hab ich den satz gefunden, dass die bank die zeit regelt.

...

es geht naemlich auch so: http://www.spiegel.de/politik/a... 46,00.html
zuerst den migranten die bildung verweigern, sich dann einen abwixen wie gut man nicht anrechnet und dann die opfer zu den familien als hilfe schicken und dann schriftsteller der kultur als terroristen verurteilen! so macht es dieser nazistaat, das kann ich beweisen!

Mit 2 Wege Authentifizierung nutzt den Behörden auch das Rücksetzen des Passwortes gar nichts...
Also - was Account Sicherheit angeht ist Google wirklich vorbildlich.

In Berufung auf eine interne Polizeiquelle heißt es zudem in dem Bericht, dass Apple seit zumindest drei Jahren den Behörden für solche "Durchsuchungen" direkt zur Hand geht.

Das hat schon Microsoft vorgemacht - aber schon vor den "patriot acts"!

Alle US-Konzerne/Hersteller sind der Regierung verpflichtet .. naja, sonst werden die doch alle nach China abgeschoben ... ;-)

Der Google-Absatz ist für mich nicht nachvollziehbar

1. Das Google-Passwort hat nichts mit dem Lockscreen-Passwort zu tun. Auch durch Zurücksetzen des Passworts für das Google-Konto kann man also nicht auf die momentane Sitzung am Gerät gelangen.

2. Sollten ausschließlich die Daten im Google-Profil gefragt sein, ist ein Neusetzen des Passworts wohl nicht notwendig. Entweder sind die Daten verschlüsselt und der Schlüssel an das Passwort gebunden (und somit weiters ohne Passwort nicht rekonstruierbar), dann hilft auch ein Neusetzen nichts. Oder sie sind unverschlüsselt (bzw. nur Google im Besitz des Schlüssels), dann ist der Datenzugriff ohnehin möglich, da das PW dann nur der Authentifizierung/Authorisierung dient. Was auch der Fall ist, sonst wäre z.B. eine "PW vergessen" Fkt. nicht möglich.

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