Leben mit Metastasen

Interview | Eva Tinsobin
5. April 2012, 12:55
  • Der Onkologe Christoph Zielinski: "Die Verabreichung einer Krebstherapie genügt nicht, sie muss auch vertragen werden."
    foto: christoph zielinski

    Der Onkologe Christoph Zielinski: "Die Verabreichung einer Krebstherapie genügt nicht, sie muss auch vertragen werden."

  • Der heilige Martin teilt seinen Mantel. "Die kleine Hälfte vom ohnehin schon kleinen Mantel wird niemanden warm halten. Aber helfen wird es trotzdem", sagt Christoph Zielinski.
    foto: el greco [public domain], via commons.wikimedia.org

    Der heilige Martin teilt seinen Mantel. "Die kleine Hälfte vom ohnehin schon kleinen Mantel wird niemanden warm halten. Aber helfen wird es trotzdem", sagt Christoph Zielinski.

Noch in den 1990er-Jahren waren Metastasen meist ein Todesurteil binnen kurzer Zeit. Was sich seither verändert hat, erklärt der Onkologe Christoph Zielinski

Was bedeutet die Diagnose Metastasen? Das Ende des Lebens oder doch noch eine Chance auf Lebensqualität? Was die moderne Medizin bewirken kann und was man dafür in Kauf nehmen muss, erläutert der Krebsexperte Christoph Zielinski.

derStandard.at: Jeder zweite Mensch erkrankt einmal in seinem Leben an Krebs. Jährlich sind in Österreich mehr als 40.000 Personen mit der Diagnose Krebs konfrontiert und 20.000 sterben an einer Tumorerkrankung. Wie viele Menschen leben derzeit mit Krebs? Wie viele mit Metastasen?

Zielinski: Das ist nicht erfasst, aber es handelt sich mit Sicherheit um hunderttausende Menschen in Österreich, die direkt oder auch indirekt, etwa durch die Erkrankung von Familienmitgliedern oder Freunden, davon betroffen sind. Das ist keine Kleinigkeit.

derStandard.at: Noch in den 1990er-Jahren waren Metastasen ein Todesurteil binnen kurzer Zeit. Was hat sich seit damals verändert?

Zielinski: Nierenkrebsmetastasen haben zum Beispiel früher in kürzester Zeit zum Tod geführt. Jetzt sehen wir die Patienten Jahre in einer relativ hohen Lebensqualität leben, bei guter Beherrschung der Nebenwirkungen.

Die Verabreichung einer Krebstherapie genügt nicht, sie muss auch vertragen werden. Es ist heute möglich, Therapien anzubieten, die früher massive Nebenwirkungen verursacht haben. Die Nebenwirkungen haben sich zwar nicht geändert, aber wir haben eine Vielzahl an neuen Medikamenten, die gegen wahrscheinliche Nebenwirkungen wirken und die wir frühzeitig einsetzen. Damit können wir weitgehend ermöglichen, dass die Patienten ihre Therapie "durchziehen" können.

Darüber hinaus können wir Erkrankungen im Umfeld des Krebses, die früher bei den Patienten interkurrent zum Tod geführt haben, heute gut behandeln. Hier ist die Sterblichkeit durch unser Augenmerk auf interdisziplinäre Arbeit zurückgegangen.

derStandard.at: Die Chemotherapie muss also nicht mehr wegen Übelkeit abgebrochen werden?

Zielinski: Die Therapie der Nebenwirkungen und ihre Effektivität sind unterschiedlich: Übelkeit bekommen wir heute bei etwa 90 Prozent der Patienten in den Griff, Schleimhautveränderungen und Haut-Toxizitäten können wir bereits im Vorfeld mit Salben gut behandeln, hingegen können wir bei Gefühllosigkeit in Händen und Füßen nicht viel tun.

Im Hinblick auf die Reduktion der Zahl der Blutkörperchen durch Chemotherapie können die weißen Blutkörperchen mittels Medikamenten gut kontrolliert werden. Bei den Blutplättchen (Thrombozyten) ist das noch nicht der Fall. Alles in allem können wir aber die Nebenwirkungen gut beherrschen - manche besser, manche schlechter.

derStandard.at: Was muss man bei einem Leben mit Metastasen auf sich nehmen?

Zielinski: Man kann mit Metastasen durchaus Lebensqualität haben, ich gebe aber zu bedenken, dass der Mensch sehr sensibel angelegt ist. Sobald eine Kleinigkeit nicht in Ordnung ist, beginnt er schwerstens daran zu laborieren. Man braucht sich nur an einem Papierblatt am Finger zu schneiden, und das ganze Wohlbefinden ist dahin.

derStandard.at: Würden Sie sagen, dass man eine gute Lebensqualität haben kann?

Zielinski: Die Lebensqualität der Patienten steht bei der Behandlung von Krebs und Metastasen immer im Vordergrund. Wir gehen in der Krebsbehandlung davon aus, dass Schmerz mit menschlicher Würde nicht vereinbar ist. Natürlich kann nicht jeder Schmerz sofort beseitigt werden, aber die Tendenz muss sein, dass man die Patienten unterm Strich möglichst schmerzfrei hält. Natürlich würden wir uns wünschen, dass wir den Patienten noch mehr Lebensqualität geben können.

derStandard.at: Sind Metastasen automatisch mit Schmerzen verbunden?

Zielinski: Wenn die Metastasen größer werden, gibt es natürlich Symptome: Gelbsucht bei der Leber oder Atemnot bei der Lunge. Aber Metastasen müssen nicht unbedingt mit Schmerzen einhergehen.

derStandard.at: Kann man mit einer Schmerztherapie leben, ohne dass man im Bett dahindämmert?

Zielinski: Ja, man gewöhnt sich meist innerhalb von 24 Stunden an die neuen Schmerzmittel und kann mit ihnen ein weitgehend normales Leben führen.

derStandard.at: Stichwort "normales Leben": Kennen Sie Patienten, die mit Metastasen arbeiten gehen?

Zielinski: Unendlich viele. Hier liegt nicht die Schwierigkeit. Es kommt natürlich auf die konkrete Erkrankung und die Beschäftigung an. Jemand, der Knochenmetastasen hat, kann wahrscheinlich nicht länger seiner Tätigkeit als Staplerfahrer nachgehen.

Es kommt darauf an, was der Mensch letztlich will. Es gibt Patienten, die sagen: "Wenn ich Metastasen habe, arbeite ich weiter, und mein Leben wird sich trotzdem nicht maßgeblich ändern." Andere hören auf und arbeiten nie wieder. Manche Menschen definieren sich über die Arbeit und wollen das möglichst lange aufrechterhalten, um Sinn im Leben zu finden, andere nehmen ihre Erkrankung auch als Gelegenheit zur Persönlichkeitsfindung wahr und machen ganz etwas anderes - Malen, Schreiben etc.

derStandard.at: Können Metastasen wieder verschwinden?

Zielinski: Sie können kleiner werden und verschwinden. Das ist unser Ziel. Betroffene müssen allerdings bedenken, dass sie es mit einer chronischen Erkrankung zu tun haben. Das heißt, die Metastasen können immer wieder kommen.

derStandard.at: Heißt das, dass man mit Metastasen auch alt werden kann?

Zielinski: Na ja, alt kann man nicht werden, aber älter. Man kann länger und auf jeden Fall besser damit leben als früher.

derStandard.at: Ein längeres Leben mit einer chronischen Erkrankung geht auch mit höheren Kosten für das Sozialsystem einher. Kann der Sozialstaat die Behandlung von immer mehr Menschen, die mit Krebs leben, bezahlen?

Zielinski: Der soziale Aspekt ist eine unserer großen Sorgen. Aber wer sind wir, dass wir sagen: "Ein pflegebedürftiger Mensch ist kein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft"? Das ist er sehr wohl und er kann durchaus glückliche Momente genießen. Der Mensch ist ein komplexes Individuum und deshalb sind einfache Antworten auf komplexe Fragen nicht angebracht.

derStandard.at: Oft treten Metastasen erst Jahre nach der ursprünglichen Tumorerkrankung auf, und die Ärzte kommen nicht auf die Idee, dass es sich bei den vom Patienten geschilderten Symptomen um Metastasen handelt. Werden sie zu spät erkannt? Sind Ärzte zu wenig darauf sensibilisiert?

Zielinski: Auch wenn Krebserkrankungen allgemein häufig sind, sind sie für den einzelnen Arzt nicht unbedingt häufig, sondern meistens sogar selten, weil Krebserkrankungen meistens in Zentren behandelt werden. Wenn ein Arzt die Vorgeschichte nicht kennt, wird er kaum auf die Idee kommen, da die Patienten mit anderen Erkrankungen überwiegen.

Bei der chronischen Metastasenerkrankung steht die Früherkennung nicht so sehr im Vordergrund wie bei der Tumorerkrankung. Für die Therapie spielt es keine große Rolle, ob drei oder vier Metastasen da sind.

derStandard.at: Muss jeder Mensch, der einen Tumor hatte, mit Metastasen rechnen?

Zielinski: Je nach Art der Tumorerkrankung bekommt ein gewisser Prozentsatz der Patienten Metastasen. Bei manchen Erkrankungen gibt es ein höheres Risiko für Metastasierungen, zum Beispiel wenn viele Lymphknoten in der Nähe des Tumors liegen und von diesem involviert werden.

Die beste Maßnahme gegen Metastasen ist die Vorsorge, so dass sie erst gar nicht entstehen. Deshalb praktizieren wir eine Metastasen-Entstehungsprophylaxe, indem wir eine sogenannte "adjuvante" Therapie im Frühstadium der Erkrankung verabreichen.

derStandard.at: Was sind überhaupt Metastasen?

Zielinski: Metastasen sind das Ergebnis dessen, dass Tumorzellen ihren Zusammenhalt verlieren, Tumorzellen sich loslösen, an andere Stellen des Organismus einwandern und dort wachsen. Wenn eine Patientin also Metastasen vom Brustkrebs in den Knochen hat, dann hat sie nicht Knochenkrebs, sondern Brustkrebs, der in die Knochen gestreut hat.

derStandard.at: Lassen sich Metastasen operieren?

Zielinski: Manche operiert man, manche nicht. Zum Beispiel lassen sich Lungenmetastasen bei einem Sarkom relativ einfach entfernen. Wenn Patienten mit Lebermetastasen von einem Dickdarmkarzinom zu uns kommen, geben wir häufig eine Vorlauftherapie, und wenn die Metastasen dann verkleinert und anatomisch gut dafür lokalisiert sind, entfernen wir sie dann. Die Überlebenschance bei der Entfernung ist deutlich höher, als wenn eine solche Entfernung nicht möglich ist. Aber jede Erkrankung ist anders.

derStandard.at: Wie gehen Sie mit der Komplexität dieser Erkrankung um, und was ist Ihre persönliche Einstellung zum Krebs?

Zielinski: Krebs bricht in das Leben ein. Plötzlich ist die Selbstbestimmtheit nicht mehr gegeben. Fremdbestimmtheit tritt ein: von den Chemo-Terminen über die Untersuchungen bis hin zur Pflege. Ich empfinde das als etwas sehr Schwieriges, Substanzielles.

Wir leben so, als ob alles immer so weitergehen würde. Dann kommt eine Erkrankung daher, die uns - wie wenige andere - unser Ende vor Augen führt uns auf das Minimum dessen reduziert, was man als Mensch ist. Das geht mit Kontrolle und Machtverlust einher und führt uns die Relativität unserer Existenz in der Zeit vor.

derStandard.at: Was können Sie als Mensch und Mediziner Ihren Patienten geben?

Zielinski: Ich kann meinen Patienten ihr Schicksal nicht abnehmen, aber ich kann es erleichtern. Kennen Sie das Bild "Der heilige Martin und der Bettler" von El Greco? Martins Mantel ist relativ klein, und beiden Beteiligten am Bild dürfte klar sein: Die kleine Hälfte vom ohnehin schon kleinen Mantel wird niemanden warm halten. Aber helfen wird es trotzdem. (Eva Tinsobin, derStandard.at, 5.4.2012)

Christoph Zielinski ist Leiter der Klinischen Abteilung für Onkologie an der Klinik für Innere Medizin I und Vorstand der Klinik für Innere Medizin I der Universität Wien, Universitätsprofessor für internistische Onkologie sowie Koordinator des Comprehensive Cancer Center an der Medizinischen Universität Wien und dem AKH.

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Frage 14 ist super:

Was sind überhaupt Metastasen? Ich wiederhole: FRAGE Nummer 14!

Na ja, wenn die Wahrheit so brutal ist...,

verschweigt man sie wohl besser. Seit - übrigens eine Glanzleistung junger Wissenschafter an der Grazer Uni! - vor ein paar Jahren belegt ist, dass jeglicher Tumor schon in seinem frühen Stadium metastasiert, kann man Betroffenen einfach nicht die Hoffnung nehmen. Zumal bisher ungeklärt ist, aus welchem Grund und wann Metastasen, wenn überhaupt, eine finale Rolle spielen. Metastasen sind quasi sofort da, bleiben aber ebenso sehr oft im Hintergrund und werden nie auffällig, so dass die Betroffenen schließlich an ganz anderen Erkrankungen sterben. - Es wäre schon recht gut, kennten alle diese Zusammenhänge. Aber so lange Menschen mit der Krebs-Diagnose allein gelassen sind, hilft ihnen das wohl wenig bis nichts.

Ein Grund für das "In-Schach-Halten" von Metastasen ist das Immunsystem.

Diese sogenannte "Equilibrium-Phase" kann sich über Jahrzehnte hinziehen, in denen insbesondere cytotoxische T-Zellen die Tumorzellen am Auswachsen hindern. Wird das Immunsystem schließlich doch überwältigt, kommt es in der "Escape-Phase" leider zu detektierbarem Tumorwachstum.
(Lesetip: Schreiber et al. Science 2011. "Cancer Immunoediting: Integrating Immunity's Roles in Cancer Suppression and Promotion")

@ Flann O'Brien

Mit einiger Verspätung, aber aufrichtigem Dank für Ihren luziden Beitrag! Was mir aber - wie in meinem post angesprochen - zu schaffen macht, ist das alte Dilemma zwischen wissenschaftlicher Exzellenz (die u. a. in Graz stattgefunden hat) und der Angst der Betroffenen, die solches Wissen ausklammert bzw. ausklammern muss (siehe sogar Kurt Langbein) und sich daher ins "Alternative" (was auch immer) flüchtet.
"Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar." - Ja. Ob sie allerdings auch einem Krebskranken zumutbar ist: Da habe ich so einige Zweifel. Jedenfalls so lange, als nicht einmal "Medizinjournalisten" imstand sind, diesen Prozess nüchtern und ohne Selbstbezogenheit zu begreifen.

Das Immunsystem

Unser Immunsystem ist im Stande kleine Tumoren selbst wieder aufzuloesen. Wird das Immunsystem geschaedigt oder ganz ausser Kraft gesetzt, zB. durch Chemotherapie, kann sich unser Koerper selbst nicht mehr helfen.
Frueher hatten Leute auch Krebs und wurden meist alt damit (Zeit der Pharaonen), aber frueher hatten nicht soviele Menschen Krebs wie heute.

Ursachen fuer vermehrtes Auftreten (Fruehdiagnostik, Lebensweise, Umweltfaktoren, Hormone)?

Warum sterben Leute immer juenger an Krebs?

Wuerden sie ohne Diagnose und Behandlung aelter werden?

nicht WIR haben krebs, sondern der krebs hat UNS

am schlaffitchen... jeder zweite wird an krebs (mit oder oghne metastasen) elend wie ein hund krepieren.
that's it.
das ist die botschaft des herrn doktor.
die blosse idee einer alternartiven therapie: d.h. ernährung, lebensweise, vermeidung karzinogener arbeitsbedingungen, etc. kommt hier überhaupt niemandem mehr in den sinn... ganz zu schweigen die idee einer behandlung ohne chemo/strahlen.

"erleuchtet" sind Sie wahrlich...

Sie sprechen mir ja so aus der Seele.

Jeder sollte täglich seine Globuli nehmen, am besten mit belebtem Granderwasser. Dazu morgens und abends einen Bachblütentee, natürlich auch mit belebtem Wasser zubereitet. So wie auch die Suppe, in die wir am besten Himalayasalz hineingeben. Bei einer Rindsuppe dürfen die Rinder natürlich nur bei abnehmendem Mond im fünften Haus geschlachtet worden sein. Und schlägt der Krebs trotzdem einmal zu: Einfach an den Orten der Kraft Lichtnahrung zu sich nehmen. Und wenn das nicht hilft wars ohnehin das schlechte Karma. Im nächsten Leben versucht mans halt als Regenwurm oder Gebrauchtwagenhändler. Wer braucht dann noch die schnöde Medizin...?

Genial, Ihre Antwort! Wer Zielinski kennt, der weiß dass gerade er den Patienten sehr wohl die Freiheit lässt, komplementärmedizinische Therapien in Anspruch zu nehmen. Wobei Zielinski bewusst von "komplementär" spricht, nicht von "alternativ".

Denn "komplementär" heißt dass es jedem freisteht, zusätzlich Globuli oder Bachblüten zu seinem Wohlbefinden zu nehmen. Alles was das Wohlgefühl steigert, ist herzlich willkommen!

Als ALTERNATIVE darf das aber nicht betrachtet werden. Denn bei sämtlichen komplementärmedizinischen Methoden fehlt der Nachweis der Wirksamkeit! WENN dieser erbracht wird, wird die Methode sofort Teil der Schulmedizin. Mit anderen Worten: Die Summe der komplementärmedizinischen Methoden steigert das Wohlbefinden, doch den Verlauf der Erkrankung zu ändern vermag nun mal die Schulmedizin.

Und wer das Interview VERSTANDEN hat, erkennt die Botschaft nämlich dass die Schulmedizin schrittweise immer besser wird - trotz Bescheidenheit siehe letzter Absatz.

Dafuer sorgt schon die Schulmedizin, dass keine Alternativen untersucht werden

Die Schulmedizin (alias Pharmawelt) sorgt seit mehr als 30 Jahren! erfolgreich dafuer, dass keine Alternativen oder gar echte Plazebos (aus ethischen Gruenden kann schwer Kranken nicht die Hoffung auf eine statistische Lebensverlaengerung um einen Tag genommen werden) in der Krebstherapie eingesetzt und untersucht werden koennen.

Auch diese Unterstellung ist FALSCH. Die Schulmedizin BERÄT die Patienten, GEZWUNGEN wird niemand. Die Schulmediziner BERATEN die Patienten, hinsichtlich der schulmedizinischen Therapien welche sie im gegebenen Erkrankungsfall anbieten können,

und welche Heilungschancen bzw Chancen auf Lebenszeitverlängerung und Steigerung der Lebensqualität diese Therapien bieten. Für einige Erkrankungen gibt es tatsächlich heutzutage schon HEILUNGSCHANCEN (echte Langzeit-Heilungen)!

Zusätzlich sind Schulmediziner wie Zielinski einverstanden, wenn Patienten ZUSÄTZLICH noch alternative Therapien versuchen, denn alles was das Wohlbefinden steigert, ist zu begrüßen.

Niemand wird von der Schulmedizin GEZWUNGEN. Wer als ALTERNATIVE zur Schulmedizin NUR auf einen Wuinderheiler setzt, kann das selbstverständlich tun - auch KEINE Therapie ist möglich. Nur darf sich jemand, der sich von der Schulmedizin abwendet, nicht wundern wenn die Alternativtherapie keinen Einfluss auf die Erkrankung hat...

Eine Entscheidung gegen eine schulmedizinische Krebsbehandlung ist ist auch das Ende jeder weiteren medizinischen Diagnostik und Behandlung

Ein Arzt verliert seinen Job, wenn er statt Chemotherapie zB. eine Diaet verordnet.

BERATEN? Die Schulmedizin ist nicht in der Lage zu sagen, - falls man sich fuer KEINE Behandlung entscheiden wuerde-, wie die Ueberlebenschancen im Vergleich zur schulmedizinischen Standardtherapie waeren!

WARUM? Weil die Schulmedizin erfolgreich Vergleichsstudien zu KEINER Behandlung verhindert hat. Somit ist auch keine Aussage ueber die tatsaechliche Wirksamkeit schulmedizinischer Krebsbehandlungen moeglich und niemand kann sagen wieviele Krebskranke ohne schulmedizinische Therapie von selbst wieder gesund geworden waeren, geschweige denn mit alternativen Methoden.

Es gibt keine Statistiken darueber!

Diese Behauptung ist unrichtig.

erstens gibt es Daten aus Laendern in denen Chemotherapien nicht bezahlt werden, zweitens gibt es Daten von Therapieverweigerern, und diesen Zahlen sehen nichthyologist gutter aus... drittens gab es irgendwann immer eine erstens Vergleichsstudien gegenueber keinen Behandlung, aber ebend nur bis die erste effektive Therapies bekannt war. Able danny fuehrt die Schulmedizin allege Vergleiche nur gegenueber demo aktuell besten Standard durch. Alles anderen waere unethisch... Patienten keinen Therapie anzubieten obwohl man weiss dass diesen hilft...

"UNS" hat gar nichts,

außer die Sterblichkeit. Und für Sie wird das auch noch ein bitteres Erwachen. Leider. So "gesund" können Sie nämlich weder mit Ernährung, Sport oder Esoterik leben, als dass Sie nicht auch alsbald im selben "finstren Loch" wie alle anderen landen. - So ist das Leben. Und also sollte man genießen, was es einem bietet, und allen anderen dieses Glück gönnen.

In diesem Interview geht es nunmal darum, was man tun kann wenn man mal Metastasen hat und nicht darum wie man das Risiko an Krebs zu erkranken verringern kann.
Genausogut könnte man sich beschweren, dass er nichts über die Lage im Nahen Osten gesagt hat.

also erleuchtet find ich ihre ausdrucksweise nicht

aber im grunde: jede woche 3 mal eine stunde joggen, nix rauchen und wenig alk senkt zusammen das krebsrisiko sicher um die hälfte. nachdem der gro der bevölkerung aber so nicht lebt, seien wir froh, dass die moderne medizin zumindest jeden zweiten krebskranken heilen kann.

jeder zweite wird an krebs elend wie ein hund krepieren.

1. Das steht so nicht da.
2. Das ist kompletter Blödsinn.
3. "vermeidung karzinogener arbeitsbedingungen" (whatever that means) kann rein definitionsmäßig kein Bestandteil einer Therapie sein.
4. Bildung hilft gegen Ihre Paranoia.

bildung hilft auch in ihrem fall...

was die "karzinogenen arbeitsbedingungen" betrifft.
nicht alles was ihre bildung als kompletten blödsinn sieht, muss ein solcher sein.

Und wie therapiert man eine Erkrankung durch Maßnahmen, die in der Vergangenheit gesetzt hätten werden müssen?
Was schlagen Sie außerdem an Veränderungen vor? Verbieten wir der Erde, Radon abzustrahlen? Oder die Schichtarbeit? Dürfen sich Flugzeuge nur noch auf dem Boden fortbewegen?
Ich sage nicht, dass das alles Unsinn ist, aber der "erleuchtete" scheint mir keine Person zu sein, die zu diesem Thema qualifizierte Stellungnahmen abzugeben vermag.

Na und? Er schreibt Blödsinn, das heisst aber noch lange nicht das an dem was er schreibt nichts dran ist.

Sie scheinen es wohl als Ihre Lebensaufgabe zu sehen

zu beweisen, dass nur das Gegenteil vom dem, was landläufig als richtig angesehen wird, richtig sein kann.

Doch, das ist irgendwie die Definition von Blödsinn.

Was soll denn an diesem Gerede dran sein?

Metastasen lassen sich von Ernährungsumstellungen und einem aufgeräumten, karzinogenfreien Arbeitsplatz nicht beeindrucken. Und wie sonst soll man gegen gestreute Krebserkrankunen vorgehen wenn nicht durch systemische Therapien?

Ja, er schreibt Blödsinn und es ist wirklich nichts dran. Mehr Angst macht mir, dass man mit solchen Aussagen bei manchen Menschen Anklang zu finden scheint.

sorry: alternativen

nicht alternaRtiven (da freut sich der freud... von wegen 'alter-nar(r:))

Fuck cancer.

Ich finde den Vergleich mit dem Hl. Martin fantastisch und noch fantastischer, wenn er von einem Arzt kommt!

Aber wenn er vom Zielinski kommt ist es reiner Sarkasmus!

Jeder zweite, also 50% erkranken an Krebs? Na gute Aussichten oder?

entspannt bleiben ...

das ist ein statistischer wert. ein großer teil der krebsler erkrankt mehrmals an dem scheiß, das wird aber als erkrankungsfall unabhängig von der person gewertet - also erwischt es nicht jeden zweiten, dafür halt manche bis zu 3 mal (von mehr habe ich noch nicht gehört).
achja - neben mir hat schon mal einer statistisch den freifahrtsschein, aber ich hoffe doch dass das eher meinen familenangehörigen der nächsten generation zugute kommt. ;-)

"Krebsler"

Was für grausliches Wort!!!!

Das bezieht sich auf die gesamte Lebensspanne...

...denn gesund stirbt niemand. Die 50% kommen mir auch hoch vor, denn bei der Todesursachenstatistik macht Krebs 20% aus, dementsprechend wären 30% heilbar oder die Zahl ist zu hoch gegriffen. Auch das Screening (z.B. Brustkrebs) erhöht die Statistik zugunsten der Krebserkrankungen, da hier Tumoren erkannt werden, die ohne Screening nie entdeckt worden wären, weil der Mensch vorher an einer anderen Ursache gestorben wäre (was nicht heisst das Screening schlecht ist). Hauptursache ist schliesslich das zunehmende Lebensalter, denn mit jedem Jahr steigt das kumulative Erkrankungsrisiko und Krebs ist überwiegend eine Erkrankung des älteren Menschen.

Der Löwenanteil davon fällt aber auf Basaliome der Haut (ca. 1/3 aller Menschen erkrankt im Alter daran) und die sind im Vergleich zu den meisten anderen Tumorerkrankungen in der Regel ausgezeichnet beherrschbar, können leicht entfernt werden und setzen keine Metastasen.

Das müssen Sie auf Alter umlegen.

Meistens sterben die Menschen schon früher an Hez Kreislaufschwäche und nicht an den Krebs.
Die Statistik ist in der Medizin ein schwieriges Gebiet und wohl auch in diesen Interview falsch dargestellt.

Todesursache

Es ist hier korrekt dargestellt. Derzeit sehen wir, dass die Todesursache and Krebs bereits die Todesursache an Herz- Kreislauferkrankungen überholt. Also sterben die Leute nicht mehr früher an Herz- Kreislauferkrankungen. Außerdem nehmen die Krebserkrankungen unabhängig vom Alter zu. Man spricht in der westlichen Welt von einer Epidemie an Brust- und Prostatakrebs.

Diese sogenannte "Epidemie"...

...ist das Ergebnis der Früherkennungsprogramme, da dadurch Tumore erkannt werden, die unter normalen Umständen nie bemerkt worden wären, da sie oft langsam wachsen und der Mensch vorher an etwas anderem stirbt. Soll nicht heissen, das diese schlecht sind, da so frühzeitig behandelt und geheilt werden kann. Aber die Statistik wird verfälscht und man ist verleitet zu glauben die Erkrankungen nehmen zu, tatsächlich wird nur mehr, früher und besser diagnostiziert.

erzeit sehen wir, dass die Todesursache and Krebs bereits die Todesursache an Herz- Kreislauferkrankungen überholt.

Kann man so nicht bestätigen. Ich habe mir Vergleichdaten der letzten 40 Jahre angesehen: Die Todesfälle durch Krebserkrankungen sind (bei steigender Erkrankungshäufigkeit) seit 1970 stabil während die Todesfälle Herz-Kreislauferkrankungen um fast 25% weniger wurden.
Es werden also nicht die Tumore bedrohlicher, sondern die Herzinfarkte besser behandelbar.

worauf basieren diese daten? auf ICD Codes bei der enlassung bzw. beim exitus?

ich persönlich vermeide so gut es geht krebsdiagnosen zu kodieren. grund: ich erspare mir damit mind. 5-10 minuten arbeit. (ausfüllen des krebsmeldeformulares)

bias?

ist korrekt

Das mit der steigenden Erkrankungshäufigkeit ist korrekt. Fakt ist, dass die Leute immer kränker werden und zwar an lebensbedrohlichen Erkrankungen. Die Medizin wird zwar besser im Behandeln dieser, hinkt aber hinten drein und ist für unsere Gesellschaft nicht mehr leistbar. Außerdem ist dies völlig paradox, sich auf die Behandlung von etwas zu spezialisieren, das man verhindern könnte.

Außerdem ist dies völlig paradox, sich auf die Behandlung von etwas zu spezialisieren, das man verhindern könnte.

Wie wollen Sie denn Alterserkrankungen verhindern, deren auslösende Ursache in den allermeisten Fällen unbekannt ist?

ich denke, hier sind tumor-erkrankungen gemeint. ein tumor ist aber noch kein krebs. dass jeder 2. an einem karzinom (=krebs) erkrankt, würde mich auch überraschen.

Tumor und Krebs

Hier sind sehr wohl Krebserkrankungen und nicht Tumor gemeint. Aber das ist nicht überraschend, weil wir das schon lange wissen. Die Ursache ist unser Lifestyle verbunden mit den Umweltbelastungen. Die Medizin konzentriert sich hier nur auf die Symptombekämpfung und nimmt nicht an der Ursachenbekämpfung teil.

Da würde ich gern was genaueres sehen; ohne entsprechende Altersangaben bringen solche Zahlen nicht viel. Generell steigen die Krebserkrankungen mit dem Alter, verlaufen dann aber auch nicht mehr so rasant.

Ein sehr gutes Interview...

mit einen Top Medeziner der auch noch die menschliche Komponente hervoragend darstellen kann.
Es gibt ja doch auch Gute ....

Sie Ahnungsloser!

fragen Sie Prof. Stetten!

nicht zuletzt ist er ein äußerst geschickter interviewpartner.

bin ganz ihrer meinung!

und was die (chemotherapie bedingte) nebenwirkung "gefühllosigkeit in händen und füßen" betrifft: das war mit abstand die harmloseste, wenn auch nervig(sic!) und - ein jahr danach - immer noch nicht ganz weg ;o)

Es tut mir leid, aber nicht alles was gut scheint, ist es auch. Der Herr ist zweifelsfrei ein - eventuell auch der - Top Onkologe nur menschlich kann ich ihnen versichern, happert es.

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