Asien steht vor viert­größter Bankenfusion

Die singapurianische DBS will um 5,3 Milliarden Euro die indonesische Bank Danamon übernehmen

Die singapurische DBS will um 5,3 Milliarden Euro die indonesische Bank Danamon übernehmen. Es wäre die viertgrößte Bankenfusion Asiens. Für das hohe Wachstum bietet die DBS den Aktionären eine Prämie von 56 Prozent.

Jakarta/Singapur - In Asien läuten die Glocken für eine Elefantenhochzeit zweier Großbanken. Die singapurische DBS Group Holding hat am Montag bekanntgegeben, die indonesische Bank Danamon übernehmen zu wollen. 9,1 Milliarden Singapur-Dollar, umgerechnet 5,3 Mrd. Euro, soll die gesamte Übernahme kosten. Sie würde einen radikalen Expansionsschritt der singapurischen Finanzgruppe im stark wachsenden Indonesien darstellen und wäre die viertgrößte asiatische Bankentransaktion in der Geschichte (siehe Grafik). DBS ist bereits jetzt die größte südostasiatische Bank, gemessen an der Bilanzsumme. Übernahmekandidat Danamon lockt mit seiner Präsenz. Das Geldinstitut hat 3000 Filialen in Indonesien und über sechs Millionen Kunden. Die Bilanzsumme von Danamon macht knapp zehn Milliarden Euro aus, damit ist sie die sechstgrößte Bank des Landes. Knapp ein Drittel des Kreditportfolios besteht aus Krediten an kleine und mittlere Unternehmen und aus Mikrokrediten. Die DBS Group wäre bei einer gelungenen Übernahme eine der "Top Fünf" in dem schnell wachsenden Land. Knapp ein Viertel des zukünftigen Umsatzes der Gruppe käme nach der Transaktion aus Südostasien. Der Heimatmarkt Singapur würde noch knapp die Hälfte zum DBS-Ergebnis beitragen.

Teures Wachstum

Die Aussicht auf Wachstum lässt sich die DBS einiges kosten: bei der Übernahme bietet sie eine Prämie von 56 Prozent im Vergleich zum Aktienkurs des vergangenen Monats. Der Deal bewertet die Bank mit dem 2, 6-fachen Buchwert. Doch die Übernahme muss noch einige Hürden nehmen. Erst vergangenen Monate hat die Regierung in Jakarta Beteiligungen an Minen-Gesellschaften beschränkt. Erleichtert werden könnte die Transaktion durch die Rolle von Temasek, dem Staatsfonds von Singapur.

Temasek ist zu knapp einem Viertel an DBS beteiligt, zu zwei Drittel an Bank Danamon. In einem ersten Schritt will DBS die Anteile von Temasek erwerben, mit einem Gegenwert von 3,7 Milliarden Euro, später sollen die Minderheitsaktionäre von Danamon ausgezahlt werden.

In den vergangenen Monaten ist eine Vielzahl von Übernahmen im asiatischen Raum angekündigt worden. Grund der Dynamik waren gerade westliche Banken, die sich aus der Region zurückzogen. So hat die malaysische CIMB am Montag angekündigt, asiatische Beteiligungen der britischen Royal Bank of Scotland um 105 Millionen Euro zu erwerben. (sulu, DER STANDARD, 3.4.2012)

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