US-Pläne für Drohnen mit Atomantrieb

Florian Gossy
2. April 2012, 19:01

Eine Anwendung der Ergebnisse eines Forschungsprojekts scheitert derzeit aber am "politischen Willen"

Ein neues Papier aus den US-amerikanischen Sandia National Laboratories hat es in sich: Die Nuklear-Forschungseinrichtung des Energieministeriums hat in Zusammenarbeit mit Northrop Grumman (dem Erbauer der Global Hawk-Drohne) eine Technologie entwickelt, die die Leistungsfähigkeit von Drohnen mithilfe eines Nuklearantriebs um ein Vielfaches verbessern soll. 

Das Projektziel (hier der Abschlussbericht als PDF) war es, die "größten Defizite" im Betrieb von Drohnen auszumerzen. Als Defizite wurden die mangelnde Langlebigkeit im Betrieb, die zu geringe Energieversorgung für eine bessere Bordelektronik (was für ein verbessertes Überwachungs- und Waffensystem notwendig ist) sowie die mangelhafte Bandbreite der Kommunikation ausgemacht. 

Sandia bestätigte gegenüber dem Guardian den Projektabschluss: "Die Forschung zu diesem Thema war sehr theoretisch und konzeptionell. Das Ergebnis war lediglich die Vorbereitung einer Machtbarkeitsstudie, keine Hardware wurde gebaut oder getestet." Wie in dem oben verlinkten Projektpapier zu lesen ist, wurden die technischen Ziele erreicht. Northrop Grumman zeigte sich von den Ergebnissen des Projekts beeindruckt.

Gefährliche Nebenwirkungen

Im Betrieb von nuklearbetriebenen Drohnen ergeben sich zwei Probleme, schreibt etwa der Sicherheits-Blog "Dangerroom": Drohnen stürzen oft ab. Der Watchblog "Drone Wars UK" zählte 28 abgestürzte Drohnen im Jahr 2011 und fünf im Jahr 2012, die Vermutung liegt jedoch nahe, dass hier nicht alle Drohnenabstürze erfasst sind. Da Drohnen im Vergleich zu Kampfflugzeugen relativ günstig in der Herstellung und im Betrieb sind, ist ein Absturz ein eher geringer Verlust - werden sie nuklear betrieben, kann der Absturz aber schwerwiegende Konsequenzen haben. Der Guardian weist auch darauf hin, dass eine solche Drohne Terroristen in die Hände fallen könnte, was ihnen Zugang zu nuklearer Technologie verschaffen könnte.

Eines macht den Plänen der Waffenbauer jedoch einen Strich durch die Rechnung - wie es im Sandia-Papier heißt, stehe aufgrund der "politischen Realitäten" der Gebrauch von Drohnen mit Nuklearbetrieb derzeit nicht zur Debatte, "leider" würden die Resultate kurz- oder mittelfristig keine Verwendung finden. Es darf aber wohl davon ausgegangen werden, dass die Lobbyisten der Waffenindustrie versuchen werden, den politischen Willen zu verändern. (Florian Gossy, derStandard.at, 02.04.2012)

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...erinnert mich an den Terminator

"Weiterhin wird das T-850-Modell im Unterschied zum T-800 von zwei Fusions Brennstoffzellen betrieben. Dies ermöglicht dem T-850 eine Art Boost-Funktion. Für einen gewissen Zeitraum ist der Terminator in der Lage stärker und Leistungsfähiger zu sein, als sein Vorgänger Modell. Sollte aber eine Brennstoffzelle instabil werden, muss diese umgehend entfernt werden. Betrieben mit nur einer Brennstoffzelle besitzt der T-850 die Leistungsfähigkeit eines T-800."

Ja, mit Überfluggenemigung der EU, obwohl wir den Atomausstieg befürworten! Sind wir so dumm,oder schon Sklaven der usa?

Ein Antrieb so einer Drohne ist schon kleiner als ein Kraftwerk.

kein Reaktor? sondern?

wie nennt man denn die technische Einrichtung von nuklearer Zerfallsenergie?

Nichtreaktor?

oder träumens von Project Pluto?

http://de.wikipedia.org/wiki/Plut... %B6rper%29

wenn einer keine Ahnung hat...

lassen sie sich doch bitte einfach "nur" eine Radionuklidbatterie aus 3km Höhe auf den Schädel fallen... reicht auch bei Weitem aus um einem den Tag zu versauen...

Die "schwerwiegenden Konsequenzen eines solchen Antriebs - http://de.wikipedia.org/wiki/Plut... C3%B6rper) :Wirkung:- lässt einen auch erschaudern - ausser man ist ein Technikfreak mit Scheuklappen aus Blei!

Feuer kann man loeschen. Warum arbeiten Wissenschaft, Industrie nicht an Atom-vernichtern? Die Natur hat doch gegen alles ein Kraeutlein, aber nicht gegen die Dummheit?

Ein Kräutlein für die Atomvernichtung?? Sie wissen nicht was sie denken?

spätestens dann werden wir wohl alle

zu afgh. widerstandskämpfern, sprich terroristen, mit einer stinger im keller.

die sind einfach irre, aber allein die pläne/absicht zeigt, woraufs hinaus läuft (drohnen noch schwerer zu bewaffnen, noch länger zu fliegen usw).

und das wohl kaum gegen einen halbwegs modernen kriegsgegner (luftwaffe, flugabwehr), der die alle sowieso locker runterholt.

"mit Atomantrieb"

Da wird Obama, hier in Europa "vergöttert" - und dann soetwas....

was kann obama dafür dass eine forschungseinrichtung der regierung ein theoretisches paper zu atom getriebenen drohnen veröffentlicht.

"eine forschungseinrichtung der regierung"

obama ist aber schon noch regierungs-CHEF

und glaubst du dass obama als präsident über jedes einzelne forschungsprojekt das von einer der zahlreichen regierungseigenen oder regierungsunterstützten forschungseinrichtungen unterichtet wird.

US-Israel - Drohnenkooperation

Obama hat mehrmals den Einsatz von Drohnen unterstützt und ihre "Wirksamkeit" gepriesen. Die bekannt enge Rüstungskooperation USA-Israel lässt vermuten, dass der "aufs Eis gelegte" Atomantrieb in Israel bis zur Einsatzfähigkeit weiterentwickelt wurde. Vor 2 Jahren (!) berichtete F. Rötzer (www.heise.de/tp/blogs/8/147126) über die neue israelische Drohne "Heron-TP" und die "Eitan" die bis 13.000 Meter hoch 24 Stunden lang fliegen kann (mit Atom-Antrieb?). Ein Drohnen-Rüstungswettlauf in der Region könnte drohen. Israel weigert sich dem UN-Abkommen zur Atomrüstungskontrolle (NPT) beizutreten. Bei der NPT-Konferenz in Wien (30.4. - 11.5.2012 im IAC) kann man ihre Vertreter nicht zur Rede stellen. Das Mitglied Iran wird Delegierte senden.

praktisch, das atomare material kann man doch in der drohne gleich zur kettenreaktion bei einer guten gelegenheit verwenden. muss man nur kreativ bauen...

die eierlegende wollmilchdrohne. tolle sache. ich hoffe das ding wird nie gebaut, denn dann war der kalte krieg ein scheiß gegen das was noch kommt. 5000 drohnen der art in der luft, immer den finger am abzug. dann gäbe es kein zeitfenster in der entscheidungsfindung wie es zu zeiten von interkontinentalraketen gegeben hat.
mal abgesehen von der atomaren gefahr, alleine durch den energieüberschuss kann man ballistische waffenplattformen aus solchen drohen machen das wohl ein schlachtschiff heutiger bauart neidisch werden könnte.

Die Idee könnte von meinem Nick stammen.

Hat auch Vorteile

Abgestürzte Drohnen kann man leicht mittels Geigerzähler auffinden.

Und ein ganz kleiner schritt bis diese Drohnen

vielleicht winzig kleine Atombomben abwerfen können.

könnten sie doch jetzt schon

Ein tadellose Idee.

Ich denke nicht daß da irgendwas unangenehmes passieren kann.

Wenn man diese Teile wirklich einsetzen will muss man wohl oder übel verhindern das die Technologie in fremden Hände fällt, was dann wohl nur durch Selbstzerstörung möglich ist -> Collateral Damage 2.0?

Und am Ende Selbstzerstörung der Auftraggeber: Collateral Damage 3.0!

Offenbar hat man mit der Uranmunition die Welt noch nicht genug versaut....

Krieg, Krieg, Krieg

we will smoke the out, this is the new world order

Es ist ätzend dass man den USA immer Friedfertigkeit unterstellt wo doch offenkundig genau das Gegenteil der Fall ist. Wir leiden offensichtlich an Realitätsverlust.

Was sagt Mr. Burns in Springfield dazu?

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